Honeywell Bull Terminal Questar T restauriert

  • Ich habe seit längerem ein Terminal von Honeywell Bull, ein Questar T. Schon vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass der Bildschirm irgendwie komisch aussieht, doch jetzt war Handlungsbedarf, denn aus dem Terminal tropfte eine braune, zählüssige Masse. Übeltäter war der Kleber, mit dem eine Scheibe vor der eigentlichen Bildröhre befestigt war. Bei dem Versuch, die Scheibe abzunehmen, ist diese leider zerbrochen, das Terminal funktioniert aber auch ohne Scheibe. Genaueres gibts auf meiner Webseite: http://historic-computer.de.tl/Honeywell-Bull-Terminal.htm


    Gruß, Jochen

  • Sorry, dass ich das Thema jetzt erst aufgreife, aber damals ging es gerade nicht. Interessiert mich aber sehr, weil ich dieses Phänomen leider selber auch habe. :(


    An einer Wang PCS-2 war es nur ein "Nebenschaden", denn dort war der Hals der Röhre gebrochen, und sie musste sowieso ersetzt werden. Aber ich habe noch ein Terminal von Wang, das ähnliche Erscheinungen hat - irgendwie gammelt dieses Zeugs zwischen den beiden Glasscheiben.


    Bei befreundeten Sammlern habe ich auch schon solche Bildschirme gesehen (es sind meistens Rechner/Terminals aus den 70er Jahren, danach hat man sowas offenbar nicht mehr gemacht). Ich habe aber noch keine Reinigungsaktion in Bildern gesehen wie hier - schönen Dank dafür. :thumbup:

    Da ich früher oder später auch dran muss interessiert mich natürlich, ob es sonst noch Komplikationen gab. Mir wurde einmal erzählt, das Zeug stinkt zu Himmel(?). Und dann ist natürlich die Frage, ob die Röhre anschließend irgendwie empfindlicher ist. Denn die Funktion dieser "Doppelverglasung" ist mir nicht ganz klar: Geht es da um optische Effekte (Entspiegelung, Entzerrung oder ähnlich), oder dient es doch irgendwie dem Schutz der Bildröhre? :grübel:

  • Ich kann zwar nicht direkt zum Thema beitragen - aber auf Youtube gibts 2-3 Menschen aus den USA die alte TV-Geräte sammeln und das Problem sowie deren Behebung bildlich festgehalten haben. Ich such später mal die Namen raus.

  • Hallo Georg,


    gestunken hat das Zeug nicht (zumindest bei mir nicht), vielleicht wurden damals verschiedene Kleber verwendet. Problematisch war der Anfang, da habe ich mit einem kleinen Schraubenzieher den Kleber zwischen Scheibe und Schirm soweit weggekratzt, bis ich einen großen Flachschraubenzieher ansetzen konnte. Und in der Mitte, wo der Kleber noch fest war - das ging nur schwer ab.


    Die Funktion der Scheibe war die Entspiegelung (habe das mit den Scherben probiert, die haben deutlich weniger als die "nackte" Bildröhre gespiegelt). Sorgen um die Empfindlichkeit der Röhre musst Du Dir keine machen - von vorne sind Bildröhren stabiler als man denkt. Zerbrechlich ist nur der Hals hinten.


    Gruß, Jochen

  • gestunken hat das Zeug nicht (zumindest bei mir nicht), vielleicht wurden damals verschiedene Kleber verwendet. Problematisch war der Anfang, da habe ich mit einem kleinen Schraubenzieher den Kleber zwischen Scheibe und Schirm soweit weggekratzt, bis ich einen großen Flachschraubenzieher ansetzen konnte. Und in der Mitte, wo der Kleber noch fest war - das ging nur schwer ab.


    Optisch habe ich auch den Eindruck, dass sich zumindest das "Gammelverhalten" unterscheidet. Bei meinen Exemplaren hat man so ein bisschen den Eindruck, dass dadrin etwas zu leben anfängt :huh:
    Ich versuche gleich mal, ein Bild davon zu machen ...



    Die Funktion der Scheibe war die Entspiegelung (habe das mit den Scherben probiert, die haben deutlich weniger als die "nackte" Bildröhre gespiegelt). Sorgen um die Empfindlichkeit der Röhre musst Du Dir keine machen - von vorne sind Bildröhren stabiler als man denkt. Zerbrechlich ist nur der Hals hinten.


    Dienen Glas & Kleber nicht auch dazu Ungleichmäßigkeiten bei der Herstellung der Röhre leicht auszugleichen, damit diese bündig mit dem Gehäuse abschließen?


    In dem ersten verlinkten Video werden die aufgesetzten Gläser aber auch als "Safety Lense" bezeichnet.
    Dass ein normaler Bildschirm vorne recht dickes und damit stabiles Glas hat, ist mir klar - aber ich habe die leise Befürchtung, dass diese speziellen Röhren vorne tatsächlcih dünneres Glas haben könnten, weil sie ja noch diesen zusätzlichen Schutz haben.... :nixwiss:


    Ist aber grundsätzlich egal, man geht ja eh vorsichtig mit den alten Schätzchen um.


    Hat was gedauert, aber hab die Videos gefunden.
    https://www.youtube.com/watch?v=VeaiuHW0ges


    Herzlichen Dank, kannte ich noch gar nicht. Da gibt es ja offenbar unterschiedliche Vorgehensweisen.
    Aber ich möchte meine Frau mal sehen, wenn ich diesen Siff in unserer Badewanne aufweichen würde :D Zum Glück ist es nur eine 12"-Röhre - die passt auch in eine größere Schüssel oder eine Spießbütt.


    Georg

  • Geht nicht, mir fehlt das Hochsicherheitslabor, um eine biologische Verseuchung meiner Umwelt zu vermeiden :D


    Ist vielleicht besser...
    Nicht, dass du am Ende noch im großen Stil monitorfressende Mikroorganismen züchtest ;)

  • Ich habe mal ein Foto der Röhre gemacht - Philips M31-333 GH. Google spuckt da einen Link auf dieses Forum aus: Gefährliches Philips P2000 Monitorphänomen
    Sonst finde ich zu diesem Röhrentyp nichts, trotzdem glaube ich nicht, das Philips bei diesen Röhren dünneres Glas verwendet, weil ja noch eine Scheibe draufkommt. Viel zu umständlich, die Serienproduktion für einen Bruchteil der Röhren zu modifizieren. Ausserdem wären ja die "dünnen" Röhren im weiteren Prozeß extrem empfindlich (eben bis die zusättzliche Scheibe drauf kommt). Wenn Du die Röhre ausbaust, um nach der Badewannenmethode vorzugehen, wiege doch mal die Röhre - nach der Theorie mit dem dünnen Glas müsste sie leichter sein als ein "normales" Exemplar ohne Extrascheibe davor...
    Der Vorteil meiner Methode: ich musste die Röhre nicht komplett ausbauen. Heissluft hätte vielleicht geholfen - war halt mein erster Versuch, und ich habe auch keinen weiteren Monitor mit dem Problem.
    Mit dem Bull-Terminal bin ich weitergekommen, ich habe doch tatsächlich noch ein altes Handbuch dazu auftreiben können. Das Terminal hat eingebaute Testprogramme für den Bildschirm (1), Tastatur(2), Drucker(3) und ein Kartenlesegerät(4). Im Local-Mode die Taste Test drücken und dann die Nummer eingeben. OK, 3 und 4 habe ich nicht, aber 1 und 2 funktionieren gut. Nach dem Einstellen der Regler auf dem Monitorchassis erhalte ich ein tadelloses Bild.
    Laut Handbuch kann dieses Modell kein V24, sondern nur V11. Somit wird die Kopplung an einen PC wohl schwierig werden. Ich habe zwar einen Umsetzer V24/V11 im Internet gefunden, aber der ist zu teuer. Vielleicht kann ein anderes meiner Terminals noch V11, dann versuche ich die mal zu koppeln. Was ich bei V11 nicht verstehe - gibt es da keine einstellbare Übertragungsgeschwindigkeit? Ich habe mal die Seite mit den Bedeutungen der DIP-Switches abfotografiert - die Baudrate kann man bei dieser Version nicht wählen. Bei dem Modell 7005, das auch V24 kann, sind 4 der Schalter für die Baudrate, ich habe aber das Modell 7007. Egal, mit den eingebauten Testprogrammen kann man das Terminal schon sehr schön vorführen. Noch ein paar Putzarbeiten am Gehäuse, dann kann ich meine Terminalsammlung um ein schönes Gerät erweitern.


    Gruß, Jochen

  • Hier ein Scan des Handbuchs - allerdings nur die englische Version, im Handbuch ist das alles auch noch mal in französisch enthalten. Da ich aber meine einzige Version des Handbuchs (gebunden) nicht zerschneiden wollte, musste ich die Seiten einzeln scannen - deshalb habe ich den Aufwand minimal gehalten. Meines Wissens gibt es das Handbuch sonst nirgends im Netz, ich hab's zumindest nicht gefunden.


    Gruß, Jochen


  • Der müsste gehen:
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    13,99€ und kostenlose Lieferung...


    Ich suche ja auch so etwas ähnliches. Hast du nen Tipp für mich?