Beiträge von Postfix

    Cooles Programm


    Freue mich schon auf Eure Programmbeispiele für den ..., TI-58

    Da verweise ich mal hierhin: Fraktalprogramm fuer TI-59

    Dein Fraktalprogramm spielt natürlich in einer gaaaaaanz anderen Liga! :anbet:


    Ich hoffe, daß hier in der Rubrik "Taschen- und Tischrechner" noch ein paar simplere Beipielprogramme zum besten gegeben werden. Kurzer Programmcode, den jeder nachvollziehen kann. Den kann man zwischendurch aus Spaß an der Sache eintippen.

    Sehr schöne Maschine!


    Der Rechner scheint ja ungeheuer robust und fast für die Ewigkeit gebaut. Jedenfalls ein Schmuckstück, das man nicht so oft zu sehen bekommt. Danke dafür! :)


    Auf den Fotos oben erkennt man gut die Verwandschaft der Serie 300 zu den ziemlich funktionsgleichen, aber etwa dreimal so großen Tischrechnern.


    Erwähnenswert vielleicht auch, daß Compucorp mit der Serie 300 gleich eine ganze Reihe von Spezialrechnern herausbrachte (Wissenschaftlicher Rechner, Statistik, Finanzen, Vermessungswesen). Alle im gleichen Gehäuse und mit sehr ähnlicher technischer Ausstattung. Teilweise gab es zu den Spezialrechnern nochmal Varianten mit mehr oder weniger Speicher sowie unterschiedlich mächtigem Programmierschema oder der Möglichkeit der Datenspeicherung auf Bandlaufwerk.


    In o.g. Link ein kurzer Fernsehbericht von 1974, in dem die Weiterentwicklung des 324G, der 326G (mehr Speicher und Programmfunktionen) vorgestellt wird:

    "Der weltweit kleinste Computer, ein Meilenstein in der technologischen Entwicklung individuell verfügbarer Rechenleistung..."

    Am Ende des Beitrags wird das Gerät zusammen mit Datenkassettenrekorder und Netzteil in eine eleganten Aktenkoffer platziert und als "Handheld Computer" gepriesen, mit dem sich Tausende von Steuerzahlern für die alljährliche Plage der Steuererklärung bewaffnen. Ich fürchte, dieses Motiv ist wirklich für die Ewigkeit gebaut...

    TI-57 -- Programm "NUMERI ROMANI"

    Umwandlung von Römischer Zahlschrift nach Indischer Zahlschrift



    Römische Tastatur anno MCMLXXXI




    In der Vor-Homecomputerzeit war sie eine recht beliebte Fingerübung, die Umrechnung römischer Zahlen (lat. numeri romani) in das moderne Zahlensystem mit indischen Ziffern. Das allein wäre aber kein Grund "Numeri Romani" als erstes Beispiel eines Taschenrechnerprogramms im Forum vorzustellen. Ausschlagegebend waren vielmehr:

    1. Volle Ausschöpfung der Möglichkeiten des TI-57
    2. Einführung in einfaches AOS-Programmieren
    3. Keine technischen oder mathematischen Fachkenntnisse erforderlich
    4. Einfache Portierung auf andere Modelle


    Meist wird bei Taschenrechnerprogrammen auf ein Ablaufdiagramm verzichtet. Das ist auch hier kein Problem. Erklärungsbedarf dafür bei der Ein- und Ausgabe, denn mangels alphanumerischer Zeichen werden Zifferntasten verwendet, und zwar nach folgendem Schlüssel:


    Röm. Zahlzeichen
    Zahlwert Zifferntaste
    I 1 1
    V 5 2
    X 10 3
    L 50 4
    C 100 5
    D 500 6
    M 1 000 7
    V•M 5 000 8
    X•M 10 000 9




    Ursprünglich war nur eine Eingabe von Zahlzeichen bis M vorgesehen, da die römische Zahlschrift keine einheitliche Regelung für Werte oberhalb 3999 kennt. Die übliche Schreibweise mit Vinkulum läßt sich im gewählten numerischen Darstellungsschema nicht anwenden. Sie wäre auch algorithmisch komplizierter. Stattdessen bietet die simple Multiplikationsschreibweise an (Zahlzeichen V•M und X•M). So ist der Programmcode ohne Änderung auch oberhalb 3999 nutzbar. Streng nach Yhprums Gesetz: „Alles, was funktionieren kann, wird auch funktionieren.“ Eine andere Eigenart der römischen Zahlen läßt sich leider nicht so mühelos umgehen.


    Subtraktionsregel

    Die römische Zahlschrift beschreibt ein Additionssystem, d.h. Zahlzeichen werden unabhängig von ihrer Stellung addiert. Zwar stehen die Zeichen der Größe nach geordnet, doch auf ihren Zahlwert hat diese Anordnung zunächst keinen Einfluß. Man erkennt sofort, daß immer dann ein besonders langer römischer Zahlausdruck entsteht, wenn die darzustellende Zahl im modernen Stellenwertsystem die Ziffern 4 oder 9 enthält. So hätte Columbus in rein additiver Darstellung im Jahr MCCCCLXXXXII als erster Europäer die Karibik erreicht. Zwölf Zahlzeichen, wo dem Stellenwertsystem 4 Ziffern genügen: 1492. Da hilft es auch nicht, daß skandinavischen Siedlern unter Leif Eriksson schon um das Jahr M als ersten Europäern die Entdeckung Amerikas gelang.


    Eine Abkürzung tut not. Naheliegenderweise bedient man sich dazu in einem Additionssystem der Subtraktion:


    Steht eines der Zahlzeichen I, X oder C

    vor einem der beiden jeweils nächstgrößeren Zahlzeichen,

    so ist von diesem besagtes I, X oder C abzuziehen.



    Subtraktionsgruppe statt
    Zahlwert
    IV IIII 4
    IX VIIII 9
    XL XXXX 40
    XC LXXXX 90
    CD CCCC 400
    CM DCCCC 900



    Gebräuchlich ist außerdem, ein einzelnes I oder X auch vor noch höheren Zeichen zu schreiben. So wird z.B. 99 zu IC statt XCIX - viel kürzer und übersichtlicher.


    Zahlzeichen der sog. Fünferbündelung (V, L, D) setzt man ausschließlich vor kleineren Zahlzeichen, nie vor größeren. Ihr Wert wird also immer addiert, niemals subtrahiert.


    Aber damit genug der Theorie. Als weiterführende Lektüre kann ich empfehlen: "Universalgeschichte der Zahlen" von Georges Ifrah.



    Programmablauf


    Schritte 00 bis 12


    Nach Initialisierung wird die Anzahl der eingebenen Zahlzeichen ermittelt und die römische Zahl hinters Komma geschoben (Format "0.x").

    Beispiel: die zweistellige Eingabe 65 für DC, also die Zahl 600, liefert einen Zehnerlogarithmus log(65) = 1,81. Um 1 erhöht und zur Ganzzahl verkürzt ergibt das die gesuchte Anzahl der Stellen: 2



    Schritte 13 bis 44


    Hier ist eine Zählschleife aufgebaut, die für jedes Zahlzeichen genau einmal durchlaufen wird.

    Darin wird der Zahlwert w des Zeichens r bestimmt:


    w= [ 1/2 + r/2 - INT(r/2) ] * 10^ INT(r/2) = [ 1/2 + FRAC(r/2) ] * 10^ INT(r/2)


    mit 0 <= r <= 9 als Ziffernwert des eingebenen Zahlzeichens.


    In Register 1 werden die einzelnen Zahlwerte addiert (Schritt 41).


    Um ein paar Schritte einzusparen, wird der Zahlwert immer addiert, auch wenn er gemäß Subtraktionsregel eigentlich abzuziehen wäre. Zur Korrektur wird im nächsten Schleifendurchgang gegebenenfalls das alte Zahlzeichen zweimal subtrahiert, was platzsparend in den Schritten 35 bis 39 erfolgt.


    In den verbleibenden Schritten 48 und 49 könnten nun noch Anweisungen untergebracht werden, die den Rechner ohne Ausschalten, d.h. ohne Löschen des Programms, in einen akkuschonenden Schlafmodus versetzen. Im Batteriebetrieb ist das aber wenig sinnvoll.



    Bedienung des Programms


    Vor dem Start wird der Rechner in Ganzzahldarstellung gebracht:

    2nd INV Fix



    Eingabe


    Ganze römische Zahl, R/S


    In einem Zug läßt der TI-57 max. 8 Stellen zu, obwohl die interne Darstellung 11 Stellen umfasst. Durch Addition sind im X-Register aber Zahlen bis max. 11 Stellen darstellbar.



    Testbeispiel


    MCMXLI


    Diese Zahl können wir direkt eingeben:

    757341 R/S


    Nun huschen hektisch Zwischenergebnisse durch die Anzeige. Nach einer Viertelminute leuchtet in sattem Rot:


    1941.


    Das Entstehungsjahr der Zuse Z3, des ersten funktionsfähigen Digitalrechners.



    Weitere Beispiele



    CCCLXXXVIII


    Diese 11stellige Zahl wird indirekt eingegeben, erst acht Stellen, dann die restlichen drei:

    55543332 * 1 EE 3 + 111 = R/S


    Ergebnis: 388.


    Der Wert der kleinsten 11-stelligen römischen Zahl (siehe auch OEIS A036746)



    MDCLXXIII

    (Leibnizsche Vierspezies-Maschine)


    MCMLXXIV

    (HP-65, erster programmierbarer Taschenrechner)


    MCMLXXVII

    (Markteinführung Commodore PET 2001, Apple II, TRS-80, Atari 2600, TI-57)


    MMMMDCCXI

    (Dufte!)


    MV•MDCCXI

    (dito)


    X•MV•MMDCLXVI

    (einmal die ganze Klaviatur, OEIS A118640)


    IX•M

    Eingabe: 19 R/S

    (Wiederentdeckung des Y2K-Problems?)




    Programmcode


    Zur Eingabeprozedur siehe das Handbuch. Am besten frisch geladenen Akku oder neue Batterie verwenden.




    5 Register, 48 Programmschritte

    Autor: Postfix


    Danke für's Mitmachen!


    Freue mich schon auf Eure Programmbeispiele für den SR-56, TI-58, HP-65, HP-41C, Casio FX602P... :tüdeldü:

    Ja, sonderbar, daß im Weltraum sowohl bei den Russen als auch den Amerikanern nur RPN-Rechner zum Einsatz kamen. Gut, die programmierbaren Rechner der Marke Elektronika waren im Osten eben das Nonplusultra, sogar mit speziellen EPROMs ausgestattet, die den Kosmonauten bei Routinerechnungen unterstützten. Geflogene Exemplare erzielen wie alle Space-Devotionalien hohe Preise, ansonsten kann man das Modell immer noch sehr günstig aus Lagerbeständen erwerben (NOS).


    Die NASA setzte von Anfang an auf HP-Rechner. Zuerst der HP-35 im Skylab, wahrscheinlich der erste Taschenrechner im Weltraumeinsatz. Dann der HP-65 als erster programmierbarer Taschenrechner im All (Apollo-Soyus-Projekt). Nach längerer Pause folgte der HP-41C im Space Shuttle. Den Rechner musste Hewlett Packard nach Vorgabe der NASA modifizieren, wovon auch die normale Serie profitierte (Time-Modul). Schließlich erfolgte die Ablösung durch Modelle der HP-48-Reihe.


    An Bord der ISS spielen programmierbare Taschenrechner keine besondere Rolle mehr. Man setzt voll auf Notebooks.

    Nicht alle RPN-Modelle verwendeten Rechenstapel mit 4 Ebenen wie bei Hewlett Packard, sondern manche nur 3 Ebenen wie bei National Semiconductor und ihrer Consumer Marke NOVUS. Es gab sogar Modelle mit nur 2 Ebenen. Aber diese Sparsamkeit hat sich in der Praxis überhaupt nicht bewährt, weil man schon bei recht simplen Berechnungen manuell in Datenregistern zwischenspeichern muss. Vor allem aber muss man erst einmal das Erreichen der Stapelgrenze erkennen. So setzte sich eine Stapeltiefe von 4 Ebenen und beschied einigen Modellen und Anbietern das Aus.


    Der Rechner auf meinem aktuellen Avatar ist ein Privileg SR54NC, baugleich zum Corvus 500. Da wird wie bei den Geräten von HP mit 4 Ebenen gerechnet. Weitere Geräte, die dengleichen Chip verwendeten und weitgehend gleiche Funktionen boten: Omron SR12, APF Mark 55, Sanyo CZ2901. Sie alle traten in Konkurrenz zum deutlich teureren HP 45, dem Nachfolger des allerersten wissenschaftlichen Taschenrechners, dem HP 35.


    Warum RPN, also Postfixnotation, als Eingabelogik letztlich bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr anzutreffen ist, dafür gibt es wohl eine ganze Reihe von Gründen. Aber das wäre eine Geschichte für einen neuen Thread...

    Wenn Interesse an einem Scan des Comics besteht, kann ich gern helfen ... sind ca. 10 Seiten ;)

    Das macht natürlich Arbeit, aber wenn Du mich fragst, nur zu! ;)


    Könnte auch den einen oder anderen Stammuser interessieren. Der Rechner ist ja wirklich weit verbreitet. :thumbup:



    detlef

    Den SR-56, Vorgänger des TI-57, durfte ich vor ein paar Jahren für kurze Zeit ausprobieren. Ein optisch durch und durch ansprechender Taschenrechner, dessen Verarbeitungsqualität den Modellen TI-58 und 59 in nichts nachsteht. Verfügt sogar über dengleichen Druckeranschluss (PC-100). Programme von Hand zu Papier bringen? Ausdrucken ist doch viel cooler. 8-)


    Was mich etwas störte, war die ineffiziente Speicherung der Programmanweisungen, denn die 100 Programmschritte sind nicht vollständig zusammengefasst, wie das beim TI-57 der Fall ist. So belegt das Speichern in Register 1 mit den Tasten STO 1 gleich zwei Schritte statt einen. Je nach Art des Programms entsprechen dann 100 nicht zusammengefasste Schritte ("partially merged") vielleicht 70 bis 90 zusammengefassten Schritten ("fully merged"). Aber damit konnte man immer noch mehr zustandebringen als mit dem billigen Nachfolger.


    Falls Dir der SR-56 eines Tages über den Weg läuft, wäre eine Gerätevorstellung interessant. Schon ein Gesuch aufgegeben?

    Ja, mit dem Kaufpreis hast Du recht - ein grober Schnitzer meinerseits!


    Der von mir genannte Preis entspricht dem, was für das gebrauchte Gerät bezahlt wurde. Habe den Rechner damals in Frankreich erhalten und hier in DM umgerechnet auf ein Etikett geschrieben. Der Neupreis dürfte knapp unter 90 DM gelegen haben, denn in F kostete der TI-57 damals 280 bis 300 FF.


    Die Etuis gab es in zwei Ausführungen, eine mit Reißverschluß, die andere mit Druckknopf. Es wurden auch zwei Versionen von Batteriepacks verwendet, anfangs BP-6 mit Ladegerät AC-9900H, danach BP-7 mit Ladegerät AC-9900R. In beiden kamen jeweils zwei NiCd-Zellen zum Einsatz.


    Du hast also auch noch so einen alten Ordner mit Software rumstehen? Bloß nicht entsorgen! ;)


    Auf Papier gebannte Programme erweisen sich doch als Glücksfall. Meine ersten auf Disketten gesicherten Programme sind längst unlesbar geworden oder im Diskettenmüll gelandet. Dagegen hat sich von den noch älteren aufgeschriebenen Taschenrechnerprogrammen grob geschätzt ein Fünftel erhalten. Mal schauen, wenn ich mit der Tabellenfunktion des Beitragseditors klarkomme, würde sich eines evtl. als Beispielprogramm eignen. Ein sehr kurzes hat Rechnerfreak ja oben im Comic schon gezeigt, das Hi-Lo-Spiel. Naja, "Spiel" ist so hochgegriffen, wie das vollmundige Marketingsprech von TI. Kannte ich übrigens noch nicht. Danke fürs Zeigen!


    TI-57

    Tastenprogrammierbarer Taschenrechner von Texas Instruments





    Aufgeräumte Tastatur: 2nd und INV sorgen für Ordnung.



    I. Daten


    Produktionszeit: 1977 - 1982


    Vorgänger: SR-56


    Nachfolger: TI-57 LCD und TI-57 LCD II (beide weniger leistungsfähig)


    Ausrichtung: Wissenschaftlicher Taschenrechner (tastenprogrammierbar), Schulrechner


    Bauform: Keil (Majestic-Reihe)


    Abmessungen: 147 mm x 81 mm x 35 mm


    Gewicht: 185 g (mit Batteriepack), 170 g (mit 9V-Batterie)


    Anzeige: LED-Siebensegmentanzeige (8 Stellen Mantisse, 2 Stellen Exponent)


    Interne Rechengenauigkeit: 11 signifikante Stellen


    Kaufpreis: ca. 35 DM (1980)


    Sammlerwert: Gering



    Eingabelogik


    AOS (Algebraic Operation System), d.h.

    • Infixnotation für die Grundrechenarten und einige andere Funktionen inklusive Klammerfunktion
      Beispiel: 3 + 4 * 5 =
    • Postfixnotation für fast alle anderen Rechenfunktionen
      Beispiel: 45 sin statt sin 45 =



    Programmstrukturen


    GTO n (Sprung zu Marke n, von 0 bis 9)

    GTO 2nd nn (Sprung zu Zeilennummer nn)

    SBR (SubRoutine, 2 Unterprogrammebenen)

    INVSBR (Rücksprung)

    DSZ (Schleifenkontrolle "Decrement and Skip on Zero")

    INVDSZ (Schleifenkontrolle "Decrement and Skip if not Zero")

    x=t, INVx=t, x>=t, INVx>=t (Testbedingungen)

    PAUSE

    R/S (Run/Stop)



    II. Beschreibung


    Das Jahr 1977: während die RAF eine blutige Spur durch Deutschland zieht, erscheinen die ersten Homecomputer im Handel. Und Texas Instruments bringt mehrere tastenprogrammierbare Taschenrechner auf den Markt, die Modelle TI-57, 58 und 59 - nur drei Jahre nach dem ersten programmierbaren Taschenrechner, dem HP-65 von Hewlett Packard. TI konzentrierte sich damit endgültig auf günstige Geräte für Schüler und Studenten.


    Im Fall des Modells 57 bescherte dies einerseits eine gut durchdachte Dokumentation samt Leitfaden "Der Weg zum Programmieren" (engl. Original: "Making Tracks into Programming"). Andererseits litt die Qualität unter strikter Kosteneinsparung. Notorisches Tastenprellen, abgelöste Tastaturblenden und lästiges Gehäusespiel waren im Preis immer inbegriffen. Dennoch fand der Taschenrechner sogar Eingang in den Informatikunterricht an Schulen, v.a. in Frankreich. Und Zeitschriften wie L'Ordinateur Individuel druckten noch bis 1984 vereinzelt Programme ab. Doch die meisten Leser hatten sich da zum Programmieren längst richtigen Computern zugewandt, v.a. Homecomputern wie dem Commodore 64.


    Neben Qualitätsmängeln erweist sich der flüchtige Speicher als Problem, denn Registerinhalte und jedes Programm gehen verloren, sobald das Gerät ausgeschaltet wird. Erst den Nachfolgemodellen ist batteriegepufferter Speicher vergönnt; der bleibt jedoch unverändert knapp:

    Für Daten stehen 8 Register (0--7) zur Verfügung. Der Programmspeicher umfasst 50 Schritte (00--49), ganze 50 Byte. Genug für einfache Routinen; größere Anwendungen behielt Texas Instruments den teureren Modellen TI-58 und 59 vor.





    Betrieb mit 9V-Blockbatterie:
    Batterie-Plus an schwarzes, Batterie-Minus an rotes Kabel des Akkusteckers.



    Eine Achillesferse aller LED-Taschenrechner ist der hohe Stromverbrauch. Standardmäßig hält ein Batteriepack mit zwei NiCd-Zellen und Spannungswandler den Rechner etwa 2 Stunden am Laufen. Das Laden dauert bei ausgeschaltetem Rechner 4 Stunden. Häufig finden sich deshalb Exemplare, in denen das Batteriepack zugunsten einer 9V-Blockbatterie ausgeräumt wurde (Bild 2).





    Innen nicht viel zu sehen, dafür einfach zu reparieren...



    Gehäuse

    Gehäuseschalen aus Kunststoff, Schnappverschlüsse, keine Schrauben. Zum Öffnen sind im Batteriefach unterhalb der Anzeige drei Verschlusspaare gleichzeitig zu entriegeln, was etwas Geschick erfordert. Die beiden Schalen müssen dann nur noch am unteren Rand auseinandergeschoben werden. Doch Vorsicht: am Material wurde sehr gespart.



    Innenleben


    Tastaturplatine, über eine Drahtreihe verbunden mit der Hauptplatine, darauf die gesamte Elektronik bestehend aus CPU, LED-Anzeige, einem Widerstand und einem Kondensator. Das ist auch schon alles. Eingelegt zwischen Tastaturplatine und Tasten sorgt dünner Schaumstoff dafür, daß nichts klappert. Als Ersatz eignet sich Schaumfolie aus Verpackungsmaterial.



    Tastaturprobleme


    Eintippen im Blindflug, das funktioniert auf den älteren Taschenrechnern von Texas Instruments - im Gegensatz zum Konkurrenten Hewlett Packard - generell nicht, nicht einmal im Neuzustand. Spätestens wenn aber nach Eingabe von "12" die Anzeige mit "11122" gefüllt ist, nützt auch sorgfältige Kontrolle nichts mehr. Abhilfe schafft entweder eine aufwendige Reinigung der Schaltflächen unter den Metalldomen, oder man greift zum guten, alten Kontaktspray. Ein wenig davon in die Löcher der Tastaturplatine geträufelt, danach die betroffenen Tasten mehrmals kräftig gedrückt. Manchmal genügt diese einfache Prozedur, die sich zudem in eingebautem Zustand bewerkstelligen läßt.



    Literatur


    Außer den Handbüchern von Texas Instruments ist verständlicherweise sehr wenig zum TI-57 erschienen. Wenn überhaupt, möchte ich folgendes Buch empfehlen, weil es in die für ältere TI-Rechner typische AOS-Programmierung einführt und sich gleichzeitig als Ersatz der Originaldokumentation eignet:


    Schärf, Julius: Programmieren mit dem Taschenrechner TI-57. Wien, München: Oldenbourg, 1978.

    ISBN: 3-486-22721-1

    (Gelegentlich in Online-Antiquariaten wie z.B. booklooker.de oder in Kleinanzeigen)



    Der TI-57 im Netz


    Wikipedia-Artikel

    Technischer Steckbrief

    Kurzanleitung

    Handbuch

    Programmiervorlage

    Kleine Programmsammlung (franz.)

    Nichtflüchtiger Speicher (nur im Akkubetrieb sinnvoll)

    Vielen Dank für die neue Rubrik! :thumbup:


    Finde das sehr sinnvoll, denn so mancher Sammler historischer Computer bechäftigt sich ebenso mit älteren Taschenrechnern, vor allem den tastenprogrammierbaren Modellen. Das leitet weiter zum Punkt Software. So richtig Spaß machen diese kleinen Kisten doch erst, wenn man ihnen mit ein paar Programmschritten neue Tricks beibringt, nicht wahr? ;)


    Wahrscheinlich hat jeder der damaligen Anwender noch eigene Routinen in der Schublade (RPN bzw. AOS). Darunter befinden sich bestimmt auch einfache Programmbeispiele, anhand derer man die Programmierung der Geräte erlernen kann. Oder sogar echte Funktionserweiterungen. Ich hätte z.B. anzubieten: Römische Zahlen (TI-57, HP-32sII), Papierformate nach DIN476 (HP-12C). Wären auch solche Beiträge sinnvoll, und wenn ja, sollen sie dann ebenfalls in der neuen Rubrik Taschen- und Tischrechner erscheinen oder im Bereich Software?

    Beim Aufräumen im Bücherregal gefunden. Wer es gebrauchen kann, bitte einfach melden.


    • Zeitschrift "Pocket+Laptop Computer" 02/91
      (Schwerpunkt Atari Portfolio, ein Stützträgerprogramm für den HP28S, kurze Utilities für div. Pocketcomputer, ansonsten viel Werbung für Bücher des Fischel Verlags)
    • 2 dünne Prospekte zu Alphatronic und TRS-80


    Gruß, Thorsten






    Neben Essigsäurelösung wird auch Citronensäurelösung empfohlen. Im Prinzip sollte alles funktionieren, was zum Entkalken einer Kaffeemaschine taugt. Und wie oben von kpanic beschrieben: nur an den betroffenen Oberflächen einwirken lassen.


    Verdünnen bzw. Neutralisieren mit Wasser dient dazu, die behandelte Metalloberfläche von reaktiven Rückständen zu befreien. Noch besser: nach der (milden und kurzzeitigen) Säurebehandlung eine chemische Neutralisierung mit Natronlösung (NaHCO3, "Kaiser-Natron" oder einfaches Backpulver). Zum Schluss muss auf jeden Fall alles gründlich mit Wasser und Pinsel gespült werden. Die gereinigte metallische Oberfläche bleibt meiner Erfahrung nach länger sauber, wenn man mit Leiterplattenreiniger nachreinigt und mit Kontaktspray einen dünnen öligen Schutzfilm aufträgt.


    Das Problem mit auslaufenden Batterien und Akkus findet sich häufig auch häufig in Batteriefächern von Taschencomputern oder Taschenrechnern, wo nicht nur angrenzende Leiterbahnen betroffen sein können, sondern zuerst die Klemmen und Federn an der Spannungsquelle. An diesen Teilen ist oft die galvanisch aufgetragene Chromschicht beschädigt und es muss mit Sandpapier nachgeholfen werden, um die darunterliegende harte Rostschicht auf dem aus Stahl bestehenden Bauteil zu beseitigen.


    Evtl. lesenswert: A Note on Battery Corrosion