8085 Einplatinencomputer - Interesse?

  • Das erste 68000 System welches diese Funktionalität geboten hat, war das Profikit von Force Computers München 1982, da gab es noch keine c't.


    In der Motorola-Welt war üblicherweise Motorola führend. Wen wundert's? :-)


    Die brachten das MECB (MC68000 Educational Computer Board) sicher vor Force ans Laufen, denn Motorola hatte den Zugriff auf die produzierten Chips. Die waren bis Ende 1982 extrem rar, was eines der großen Probleme der 68k-Linie war. Angekündigt 1978, die allerersten Chips erst 1982 und in Stückzahlen nochmal später. Hier lief die CPU mit 4MHz.


    MECB-Foto, MECB-Manual.


    Und dann gab's noch KWS, damals in Karlsruhe, später in Ettlingen, die ebenfalls 1982 mit einem funktionierenden 68000-Board auf dem Markt erschienen.


    Gruß, Ralf

  • Nun, der Minmax hat einen Erweiterungsport. Somit gibt es die Möglichkeit einfache Erweiterungen mit Wechselsockel zu bauen, um ältere Bausteine auf ihre Funktionsfähigkeit und Funktionalität zu testen, bevor man diese in wertvollere Systeme einbaut.

    Das MECB hatte nur den Tutor-Monitor, nicht vergleichbar mit dem Profikit. Habe ja beide benutzt. Funktionierende 68000 gab mehrere, nur waren das keine Boards, welche in sich ein Entwicklungssystem mit Bildschirmeditor und Assembler beinhalteten.

    KWS kenne ich nur durch Ihr SAM 68k System. Betriebssystem war Susi - hört sich irgendwie heute noch schön an.

    Von den Profikits habe ich noch zwei lauffähige Systeme.


    BG mesch

  • Das MECB hatte nur den Tutor-Monitor, nicht vergleichbar mit dem Profikit.

    Ok, ich kenne weder das eine noch das andere.



    Funktionierende 68000 gab mehrere, nur waren das keine Boards, welche in sich ein Entwicklungssystem mit Bildschirmeditor und Assembler beinhalteten.

    Meine älteste 68k-Platine ist eine VMEbus-Karte von Mostek: MK75601, das Foto ist noch mit einer temporären CPU, denn mittlerweile ist wenigstens wieder eine Mostek-Keramik-CPU drauf, nur leider mit falschem Datecode. Die Datecodes der anderen Chips sind aus dem Jahr 1982. Ich habe eine ziemlich knappe Hardware-Beschreibung, aber keinerlei Hinweise, ob's dafür irgendwas im EPROM gab. Kennst Du diese Karte?


    Gruß, Ralf

  • Nein, die Karte kenne ich nicht. Aber 68000 CPU basierte Platinen kamen schon sehr früh in der Industrie z.B. in Plottersteuerungen, Bahnsteuerungen von Maschinen oder allgemein für Berechnungen zum Einsatz. Die darauf laufende Software war immer properitär, wurde für den Kunden entwickelt oder von ihm selbst. Ein Monitorprogramm gab es oftmals nicht.

    Die CPU auf deiner Karte muss nicht zwangläufig eine Mostek-CPU gewesen sein. Mit Sicherheit war es aber eine keramische Variante, wahrscheinlich Motorola oder sogar Hitachi. Der erste Second-Source Hersteller war Hitachi mit dem Motorola einen Vertrag schon 1980 abgeschlossen hatte. Rockwell, Mostek und Signetics 1981, ST-Thomson 1982. Toshiba kam viel später dazu. Ich kenne keine CPU im Kunststoffgehäuse aus diesem frühen Zeitraum.

    Die erste "Plastik-CPU" war die MC68000G8 von Motorola.


    Hier mal Beispiele zu keramischen Versionen:

    Meine älteste 68000 ist eine MACSS XC68000 mit Datecode KW13 1980 R9M -Maske,

    meine älteste MOSTEK CPU hat den Datecode KW42 1983
    und meine älteste 12MHz Motorola CPU-Variante ist aus KW08 1983 GN7 Maske.

    Die ersten 68000er Masken-Versionen von Motorola und deren Unterschiede, sind im Hilf/Nausch beschrieben.


    BG mesch

  • ohne die Leistung zu schmaelern oder zu relativieren,

    was kann man tatsaechlich Sinnvoll damit anfangen ?

    Tja, solche Projekte sind aus mehreren Gesichtspunkten sinnvoll. Dabei ist es egal ob dies schon ältere Elektronik ist.

    Zunächst ist die Beschäftigung mit der Schaltung und den Schaltungsdetails, den Bauteilen und deren Beschaffung, den Datenblättern, Bauteilwerten, I/O-Anschlüssen, Pegel und Timings, dem Platinenlayout und richtiger Platzierung der Bauteile, nebst Kodierungen etc. sehr nützlich und lehrreich. Des weiteren sind Erfahrungen in der Zurichtung der Bauteile, Bestückung und Lötung zu machen. Weiterhin sind Überlegungen anzustellen, zur schrittweisen Inbetriebnahme der Schaltung und zur Programmierung des Programmspeichers und der Dekoderlogik. Die serielle Anbindung an einen Arbeitsplatzrechner wirft natürlich eine Menge Fragen auf.

    Läuft das Platinchen denn mal, kann man es wunderbar zum testen von CPU-Altbeständen verwenden. An den Erweiterungsport können prima Adapter mit Nullkraftsockel für die Prüfung weiterer buskompatibler IC's angeschlossen werden, oder man realisiert einen mehrkanalige Pulsgenerator als Stimulus. Die Assemblerprogrammierung ist auf einem 8085 ein Klacks, falls die I/O Befehle des Monitors nicht reichen. Das alles bei sehr geringen Kosten und guten Reparaturmöglichkeiten, wenn man mal was schießt.


    Sinnvoll zusammengefasst: Lernen - Verstehen - Üben - Experimentieren - Reparieren - Basiswissen erwerben

    BG mesch