Risc PC 700 - 20 Sekunden lang roter Bildschirm bis das Risc OS erscheint - wo ist das Problem?

  • Dank eines Tipps von gpospi habe ich bei eBay ein Mainboard ersteigert. Kaum hatte ich es in meinen Händen, habe ich erstmal die Batterie ausgelötet, die noch nicht geleckt hatte.

    Eingebaut, eingeschaltet und erstmal gewundert. Nischt geht.


    Wenn ich beim Booten ENTF drücke, dann wird der Bildschirm rot, bleibt das ca. 20s um dann - Hurra - kommt der Risc OS Desktop...

    Aber so richtig rund ist das ja noch nicht, oder?


    Hab inzwischen auch einen Batteriehalter angelötet und eine wiederaufladbare Batterie eingesetzt, aber das Verhalten bleibt unverändert...


    Wo ist das Problem?


    Viele Grüße,


    Thomas

  • Roter Bildschirm bedeutet, dass ein Teil des Selbsttests einen Fehler erkannt hat. Dann blinkt die Floppy den Fehlercode (deshalb dauert das auch länger). Wenn der Fehler nicht-fatal war (z.B. nur ein CMOS Checksum Error), dann geht es danach trotzdem weiter.


    Konfiguriere mal nach erfolgreichem Start irgendwas rum, damit das CMOS tatsächlich neu geschrieben wird, vielleicht ist der Fehler dann bei Neustart weg. Aber die CMOS-Chips gehen auch gerne kaputt. Manchmal auch der Quarz, der den Takt für den Chip bereitstellt. Und der Chip liegt in der Akku-Gefahrenzone.


    Gruß

    hubersn

    --

    Zu viel Hardware, zu wenig Zeit. Acorn Archimedes-, RISC OS- und Amstrad/Schneider CPC-Fan.

  • Noch was zum CMOS-Chip: es gibt wohl häufiger in diesem Bereich Kondensatorschäden und Leiterbahnversagen (meist durch Akku-Siff, aber manchmal auch "einfach so"), so dass nicht ausreichend Spannung am Chip anliegt. Das würde zum vorliegenden Phänomen passen: der Selbsttest mosert die CMOS-Checksumme an, der Entf-Power-On-Reset versorgt die RAM-Kopie der CMOS-Werte mit den "richtigen" Werten, aber das Zurückschreiben dieser sauberen Werte scheitert.


    Gruß

    hubersn

    --

    Zu viel Hardware, zu wenig Zeit. Acorn Archimedes-, RISC OS- und Amstrad/Schneider CPC-Fan.

  • Danke für eure Tipps!

    :Meister:


    Leider gibt es bei mir wieder etwas Verzug, bis ich die ausprobieren/umsetzen kann.

    Ich halte euch aber natürlich auf dem Laufenden!


    Viele Grüße,


    Thomas

  • Ich hab mir jetzt mal von CJE Micros das „Replacement Clock (RTC) & CMOS RAM module for A5000 & RiscPC etc. (Podule version“ bestellt. Das entwickelt sich immer mehr zu einem Fass ohne Boden...

  • So ein RiscPC ist aber ein ausgesprochen schönes Fass, ob mit oder ohne Boden :)

    Die Preise der Engländer sind aber wirklich zum Abgewöhnen. Es ist dummerweise noch eine recht große Nutzergruppe aktiv, die wenig Zeit, wenig technisches Verständnis aber ausreichend finanzielle Mittel hat. Mit anderen Worten: pensionierte Lehrer. Die mit Abstand größte verbliebene Nutzergruppe alter Risc PCs.

    --

    Zu viel Hardware, zu wenig Zeit. Acorn Archimedes-, RISC OS- und Amstrad/Schneider CPC-Fan.

    • Official Post

    Nachdem ich heute meinen aufblühenden Akku entfernt habe, macht mein RiscPC keine Anstalten, zu starten. Ist das normal, dh. startet er ähnlich wie die Macintosh Performas überhaupt nicht ohne Batterie? Oder habe ich ein größeres Problem? Die Austausch-Clock bei CJE Micro habe ich mittlerweile bestellt.

    Denn Feindschaft wird durch Feindschaft nimmermehr gestillt; Versöhnlichkeit schafft Ruh’ – ein Satz, der immer gilt. Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten; Wer aber daran denkt, der lässt den Zorn erkalten. Sprüche von Buddha, aus dem ‹Dhammapada›.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple //e und IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation und Decstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c und III | Commodore 128D | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Nachdem ich heute meinen aufblühenden Akku entfernt habe, macht mein RiscPC keine Anstalten, zu starten. Ist das normal, dh. startet er ähnlich wie die Macintosh Performas überhaupt nicht ohne Batterie? Oder habe ich ein größeres Problem? Die Austausch-Clock bei CJE Micro habe ich mittlerweile bestellt.

    Ich habe bei einem RiscPC auch keinen Akku drin, er startet trotzdem. Allerdings muss man in der Regel beim ersten Startversuch ein CMOS Reset durchführen (also beim Einschalten "R" drücken).

    • Official Post

    Mist. Ich habe befürchtet, dass Du sowas sagst.


    Vorab: Der Akku war "aufgeblüht" und drum herum war eine Kristallschicht, aber soweit ich sehen konnte, waren die noch nicht verlaufen. Ich habe die Kristalle trocken ausgesaugt und dann die Stellen mit Essigwasser und Isopropanol gereinigt. Nach dem Auseinandernehmen zeigten sich auf der Unterseite keine Schäden.


    Am meisten scheint es einen Käfer direkt in der Nähe des Akkus erwischt zu haben. Meint ihr anhand des Fotos, dass der noch zu retten ist? Nachlöten? Oder das Board an der Stelle nochmal intensiver spülen? Sind die blälichen Verfärbungen auch Ätzschaden?


    Denn Feindschaft wird durch Feindschaft nimmermehr gestillt; Versöhnlichkeit schafft Ruh’ – ein Satz, der immer gilt. Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten; Wer aber daran denkt, der lässt den Zorn erkalten. Sprüche von Buddha, aus dem ‹Dhammapada›.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple //e und IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation und Decstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c und III | Commodore 128D | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Sieht ja eigentlich fast bißchen wie Lack aus ...


    Normalerweise ist Blau ja eigentlich oft Kupfer-irgendwas.

    Ich würde mal das Ganze Blau vorsichtig abkratzen, dann gut aussaugen und anschließend mal nur den Kondensator nachlöten. Vielleicht reicht das schon.


    Vor allem fliegt da anscheinend auch schon Zinn einfach so auf der Platine rum ( zwischen RAM und dem Chip in orange ). Das sollte wohl auch nicht sein.



    Und evtl. nochmal die Ecke großzügiger aufnehmen.

    • Official Post

    Hab das Board heute nochmal gereinigt und die losen Krümel vorsichtig entfernt. Zum Löten bin ich zu blöd, da muss ich Hilfe vor Ort suchen.

    Denn Feindschaft wird durch Feindschaft nimmermehr gestillt; Versöhnlichkeit schafft Ruh’ – ein Satz, der immer gilt. Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten; Wer aber daran denkt, der lässt den Zorn erkalten. Sprüche von Buddha, aus dem ‹Dhammapada›.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple //e und IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation und Decstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c und III | Commodore 128D | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Ich hab mir jetzt mal von CJE Micros das „Replacement Clock (RTC) & CMOS RAM module for A5000 & RiscPC etc. (Podule version“ bestellt. Das entwickelt sich immer mehr zu einem Fass ohne Boden...

    Tja. Was soll ich sagen. Hab die Anleitung befolgt, 2 Beinchen am alten CMOS abgezwickt, das Podule angesteckt und er läuft jetzt ohne roten Bildschirm hoch.

    Config funktioniert!


    Jetzt sollte ich mal das Gehäuse putzen und tiefer in die RiscPC Welt eintauchen. Die x86er Karte muss rein. Und dann ein IDE SD Card Adapter...

  • Ich hab mir jetzt mal von CJE Micros das „Replacement Clock (RTC) & CMOS RAM module for A5000 & RiscPC etc. (Podule version“ bestellt. Das entwickelt sich immer mehr zu einem Fass ohne Boden...

    Tja. Was soll ich sagen. Hab die Anleitung befolgt, 2 Beinchen am alten CMOS abgezwickt, das Podule angesteckt und er läuft jetzt ohne roten Bildschirm hoch.

    Config funktioniert!


    Jetzt sollte ich mal das Gehäuse putzen und tiefer in die RiscPC Welt eintauchen. Die x86er Karte muss rein. Und dann ein IDE SD Card Adapter...

    Ich habe bei mir auch einen IDE-CF Adapter im Einsatz (statt des CDROM angeschlossen). Allerdings ist der RiscPC ein wenig problematisch mit den CF Karten. Neue schnelle Karten liefern immer wieder Fehlermeldungen (die ersten paar Dateien werden ordentlich kopiert, aber irgendwann gibt es Timing-Probleme und der Prozess bricht ab). Mit alten/langsamen CF Karten habe ich aber gute Erfahrungen gemacht. Die weitere Herausforderung war für mich, ein passendes Dateisystem auf die Karten zu bekommen. Am RiscPC kann ich nur ADFS vernünftig nutzen, diverse PC Filesysteme (FAT, FAT16, FAT32) funktionieren nicht bzw. sind auch nicht sehr hilfreich (da sie mit den Dateiformat-Attributen des RiscPC nicht umgehen können). Ich habe mir nun einen Raspberry PI mit RiscOS ausgestattet. Darauf läuft die neueste OS-Version samt Netzwerk, USB/CF/SD Support und diversen Tools zur Datei-Konvertierung.