Kleines Rätsel: Welcher Z80 Computer kostete 1984 20.000DM - und warum?

  • Ich habe - mal wieder - ein Büchlein erworben aus der Zeit des PC- und Homecomputer-Booms. Ein Ratgeber mit Marktübersicht und zwei nicht ganz uninteressanten Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der IT-Szene. Ich verrate mal noch nicht mehr, damit nicht einfach nachgeschlagen wird.


    In dem Buch werden wohl die Meisten der in Westdeutschland damals auf dem Markt befindlichen Home- und Personal-Computer kurz vorgestellt. Das Buch kam November 1984 heraus, so dass ich annehme, die Preise sind von Mitte '84. Es fängt mit günstigen Geräten für 200/300 DM an (ZX81, VC20).


    Was mich überrascht hat, war das teuerste, vorgestellte Gerät ganz am Schluss. Es war aber nicht etwa die Apple Lisa 2 (11.300 DM) oder der IBM PC-AT (15.500 DM) oder ein etwas esotherischer 68000er, wie der Mitsui Sord M68 (15.846 DM), sondern ein Gerät einer asiatischen Firma, die wir noch heute kennen.


    Aber die Specs sehen erstmal wenig spektakulär aus:


    Z80 A, 4 MHz, 64 KB RAM


    ,,, und das für stolze 20.000 DM !


    Was könnte das für ein Gerät sein, und warum wurde es so teuer angeboten?


    PS: noch ein Tip. Es gehört zu einer kleinen Gerätefamilie, die als erste ein Speichermedium hatte, das später noch recht weite Verbreitung fand - aber dies war wohl nicht der Hauptgrund für den hohen Preis.

  • Ihr seid echt gut. Hätte nicht gedacht, dass es so schnell erraten wird. Ich hatte von dem Gerät noch nie gehört:



    Aus diesem Buch: Dieter Brehde, Computer-Ratgeber

    Mikrocomputer: Was sie können - was sie kosten

    Rowohlt, 1984



    Das teure Feature ist wohl das intergrierte (PAL-) Genlock.

    Damit hat Sony wohl auf den professionellen Video-Bereich geziehlt und da sind solche Preise noch lange üblich gewesen.

    Daher war der Amiga dort ja auch so beliebt, weil er für ähnliche Zwecke sehr gute, animierte Grafik mit Genlocking bot,

    zu einem Bruchteil des Preises.


    Ich erinnere mich noch, wie ich bis Mitte der 90er immer meine Amigas und das Genlock mit zum Schnittplatz des Offenen Kanals Trier geschleppt habe, weil der "professionelle" Video-Titler von Panasonic einfach eine Katastrophe war. Umständlich, konnte nix, langweilige Schriften, hässliche Farben.


    Im OK Wittlich war man weiter, da hatte man einen A1200 am Schnittplatz (OK Trier hatte nur einen A2000 im Studio).

  • Ich hatte zuerst an die Quantel Paintbox gedacht (eben weil man solche Preise nur in ganz wenigen Marktsegmenten aufrufen konnte), aber die war ja noch eine Größenordnung teurer und hatte einen 68000er und kein "fortschrittliches" Speichermedium. Als dann der Hinweis auf Sony kam, war's relativ klar.