IBM 5160 Kondensator-Kur -> defekt..

  • /MEMW und /MEMR sind Low-Aktive Signale.

    Wären beide statisch High würde das bedeuten, daß keinerlei Zugriffe auf den Speicher erfolgen.

    Da /MEMR auch aktiv wird, wenn aus dem ROM gelesen wird, würde das bedeuten, daß der Rechner garnichts macht.

    Wenn beide Signal High- und Low-Pegel haben, ist das ein Zeichen dafür, daß die CPU arbeitet, und sowohl aus dem Speicher liest, als auch in den Speicher schreibt.

  • mmmhhhh.. Sind diese alten RAM Bausteine eigentlich hitzebeständig ? Ich habe die Platine an der Stelle mit 350 Grad mit dem Föhn erwärmt, wie ich es in der SMD-Technik auch immer zum auslöten mache.. Vielleicht hab ich damit "einen Bock geschossen" ?

    Ich fürchte die alten ICs mögen sowas nicht - zumindest nicht, wenn es länger als ein paar Sekunden dauert.

  • HM6864P RAM-Chips

    HM4864P-xx (Hitachi)


    "The HM 4864 is a 65,536-words by

    MOS random access memory circuit fabricated with

    double-poly N-channel silicon gate process for high performance

    and high functional density. It uses a single transistor

    dynamic storage cell and dynamic control circuitry to achieve

    high speed and low power dissipation. In addition to the usual

    read, write, and read-modify-write cycles, the HM 6864 is

    capable of delayed write cycles, page-mode operation and

    RAS-N-only refresh. Full details of the HM 4864 RAM can be

    found in the Hitachi Data Sheets HM 4864-2 and HM 4864-3. "


    Müsste also eine Variante des HM4864 sein ... also ein 4164er-Typ ... in Bank 0/1 sitzen 41256er ... davon bräuchtest du dann aber auch welche, die GOOD sind ...

  • So, also heute habe ich mein Picoscope Oszi da. Ich hatte mich mit Frequenzmessung nie beschäftigt. Normalerweise arbeite ich mit dem Oszi, um Fehler an Fahrzeugen zu finden.


    Ich habe die Frequenzen gemessen an der CPU, an dem Taktgeber und am Quarz. An der CPU habe ich ~8 kHz. Am Quarz habe ich 8,8 kHz. Alles Maximalwerte. Der höchste Messwert, den ich irgendwo hatte war 16 khz !!! Masse habe ich am GND-Pin von dem 8087 Sockel abgegriffen. Also entweder hab ich irgendwie falsch gemessen, oder es liegt hier der Fehler irgendwo an der Taktung ?! Ich wüsste nicht, was ich da falsch messen kann ?!

    Wenn ich jetzt das Board so als defekt erhalten hätte, würde ich sagen, ich mache einfach mal den Quarz neu. Aber warum ist es, seit ich die Kondensatoren erneuert habe ?!


    Ich habe auch nochmal die Reset-Leitung mit dem Oszi überprüft. Diese soll ja 4 Taktzyklen auf High sein und dann auf Low springen. Hierbei habe ich eine Dauer von exakt 484,2ms ermittelt, also fast eine halbe Sekunde. Ohne jetzt den großen Rechner anwerfen zu müssen ist mir klar, dass das viel zu lange ist ?!


    EDIT: Ich habe noch an einem isa slot gemessen Pin B20 CLK - dort habe ich ca 1 kHz...


    Was sagt ihr dazu ?

  • Das mit Takten hört sich sehr komisch an.

    Hast Du einen Kondensator im Bereich der Takterzeugung gewechselt?

    Das würde mir als erster Ansatzpunkt einfallen.


    Zur Information:

    Das CLK-Signal wird vom OSC-Signal abgeleitet (durch 3 geteilt).

    Es ist asymetreisch, 210 nS high und 70 nS low.


    Das OSC-Signal hat 14.31818 MHz und ist symetrisch (Periodendauer 70nS).

    Es kann mit dem Trimmerkondensator auf dem Mainboard justiert werden.


    Wichtiger Hinweis:

    Wird ein NEC V20 auf dem 5160 Board verwendet, kann es mit dem CLK-Signal Probleme geben,

    da der V20 eigentlich ein symetrisches CLK-Signal braucht!

  • Das mit dem RAM hab ich heute Morgen als erstes probiert. Ich hab das Board auf 256kb konfiguriert und nur Bank 0 bestückt. Dann hab ich Chips hin und her getauscht und auch das Huckepack verfahren probiert.


    Mit der direkten Frequenzmessung bin ich mir sehr unsicher unsicher. Ich habe nun einen funktionierenden Cevi aufgeschraubt und da mal clock out gegen GND gemessen, da kommt auch alles andere als 900-1000 kHz. dh., höchstwahrscheinlich Messfehler. Ich werde es jetzt auf die "altmodische Art" machen und die Kurven aufzeichen und von Hand die Taktung berechnen.


    Nein, im Taktbereich wurde kein Kondensator erneuert. Jedenfalls nicht im direkten Umfeld. Ich habe keinen vernünftigen Schaltplan von dem Board da. Ich habe keinen NEC V20, es ist der originale 8088 Prozessor auf dem Board.


    Ich werde die Frequenz jetzt mal berechnen.

  • So, wieder viel gelernt heute. Also, ich weiß jetzt, wie ich genau vorgehen muss, um die Freuenzen zu messen. Ich kam bei dem Pal-Cevi auf 983,5 kHz, was ja passt.


    Zum IBM. Also vergesst meine Aussagen über die gemessenen Frequenzen oben, das ist schlicht falsch gewesen. Ich hab mich jetzt genauer mit der Materie beschäftigt und es passt.


    An der CPU liegen 4,766 mHz an.


    Am 8284A clock generator liegen an:


    Pin 2 : 2,377 MHZ

    Pin 8 : 4,766 MHZ

    Pin 12 : 14,08 MHZ


    Das hört sich plausibel an, meiner Meinung nach ?! Was haltet ihr davon ?


    EDIT: Hab das OSC Signal etwas nachjustiert. 70ns, 14,3 MHZ an Pin 12. Hat aber nichts gebracht, will heissen läuft immer noch nicht... :-((


    Hier noch ein Bild vom Prozessortakt :




  • Ich habe mir jetzt mal so eine Diagnosekarte für 15 Euro bestellt.

    Du meinst eine POST-Diagnostic Card?


    Lass' uns doch mal versuchen, den Fehler einzugrenzen.


    Bitte fasse nochmal kurz deine Zwischenergebnisse zusammen, was du als Fehler bis hierhin ausschließen kannst.


    Ich glaube, dass wir nochmal an einen gemeinsamen Ausgangspunkt zurückkehren müssen, damit ich/wir folgen können.


    Netzteil/Spannungsversorgung ... OK/NIcht OK

    Netzteil läuft ... schaltet sich ab ... Lüfter dreht/dreht nicht ... ist noch ein Kurzschluß auf dem Board

    Diagnostic Minimum Configuration ... alle Karten raus ... Lautsprecher dran ... Beep/no Beep?

    DIP-Switch Settings

    RAM-Bestückung ... wirklich alle einzeln geprüft und für OK befunden?


    Ich habe ein bissel den Faden verloren, wo wir momentan stehen.


    Gruß,


    E.

  • Also eine kleine Zusammenfassung:


    - Netzteil läuft, Lüfter dreht, alle Spannungen liegen an - Board hat mit dem Netzteil funktioniert vor Kondensatortausch

    - Board läuft an, hat kein beep und kein Bild

    - Auch ohne alle Karten, nur mit Speaker kein beep

    - Alle Kondensatoren nochmals auf Einbaulage, Kurzschlüsse etc geprüft

    - Versucht, Rechner mit Diagnose ROM zu starten (eprom 27c256) - ohne Erfolg

    - Logik an ISA Slots gemessen : ok

    - Taktfrequenzen gemessen : ok

    - Signale an Prozessor gemessen : es kommt überall was

    - Temperaturen der Chips geprüft. Es wird kein Chip heiss. CPU wird warm wenn er ein paar Minuten läuft - sollte normal sein.

    - Speicher auf 256kb reduziert, nur Bank 0 belegt und dementsprechend konfiguriert am DIP switch.

    - RAMs mit Huckepack Verfahren überprüft.



    Gibt es für den IBM nicht sowas wie ein Fehlersuchbaum ?

  • Ja läuft denn die CPU an? Wenn Du die Versorgungsspannung, Masse, Takt und Reset hast, dann sollte die CPU ja starten. D.h. Du siehst wie sie Adressen auf den Bus legt und sich Daten holt. Zappelt da was auf dem Bus? Oder bleibt sie schon beim 1. Byte hängen?

  • Ja, da zappelt was. Ich hab die CPU mit dem Oszi mal "durchgeklingelt", es tut sich an jedem Pin was. Ich denke, es ist ein timing Fehler von einem I/O Chip. Jetzt hab ich mal neue Tantalkondensatoren mit dem gleichen Wert wie original gekauft. Die werde ich jetzt mal einlöten. Vielleicht waren/sind diese Alu-Elkos einfach ungeeignet ?!

  • Habe heute abend und bis gerade mehrere Male lange mit Jan1980 telefoniert ... es sieht so aus, dass er nun mit den Schaltplänen arbeiten und durchmessen muss ... CPU ... Adressleitungen ... BIOS U18 + U19 neu gebrannt ... Elkos komplett ausgetauscht ... wer kann ein bisschen begleitend *guiden* hier in diesem Thread ... ich leide *echt* schon mit ihm mit ... ganz ehrlich! ... wir vermuten, dass irgendein IC-Baustein was mit der Heißluft-Geschichte abbekommen hat ... :grübel:


    Wer mag mithelfen?

  • Wenn kein Beepcode kommt, schlägt ja die Initialisierung von etwas fehl, was vor dem Audio System kommt. Soviel kann das nicht sein, oder? Hab leider noch keine Liste gefunden, in welcher Reihenfolge die Board Systeme initialisiert werden. Hat die jemand?

  • ich denke nicht, dass ein nochmaliger Tausch der Tantals was bringt. Im Falle eines Kurschlusses läuft ja das NT erst gar nicht an und es wären keine Spannungen da, ergo würde die CPU würde nicht laufen.


    Komisch finde ich, das die Supersoft-ROM‘s nicht laufen. Wurden die mal in einem anderen XT getestet ? Der Post läuft bei diesen ROM’s in anderer Reihenfolge ab, die würden in jedem Fall beepen, wenn mindestens die Spannungen da sind und die CPU funktioniert.

  • ich habe noch IBM 5160 main boards in meiner Teilekiste, die ich vor vielen Jahren dort abgelegt habe, Zustand komplett aber ungeprüft und wahrscheinlich hatten sie ein Problem, beide die 256-640kb Variante. Wenn gar nichts mehr geht kannst Du vielleicht damit weiterbasteln :)

    Dirk

  • Hallo. Danke für die zahlreichen Antworten !! Ich habe gerade nochmals alles Lötstellen geprüft, ich werde es aber nochmal unter dem Mikroskop machen, komme aber heut nicht mehr dazu. Ich habe eine POST-Testkarte gekauft. Die geht nicht, zeigt nur 4 Striche in den 4 7segment-Anzeigen.. Ich hab jetzt nur mal mit dem Logiktester direkt am 8088 gemessen. Am Datasheet sieht man ja, welche Leitungen auf high liegen müssen ?! Es stimmt so einiges nicht:


    CPU 8088


    Pin 23 - Test - Sollwert: High ------ Istwert: weder low noch high

    Pin 24 - INTA - Sollwert: High ------- Istwert: Low

    Pin 26 - DEN - Sollwert: High ------- Istwert: Low

    Pin 27 - DT/R - Sollwert: High ------- Istwert: Low

    Pin 28 - IO/M - Sollwert: High ------- Istwert: weder low noch high

    Pin 29 - WR - Sollwert: High ------- Istwert: weder low noch high

    Pin 32 - RD - Sollwert: High ------- Istwert: Low

    Pin 33 - MN/MX - Sollwert: High ------- Istwert: weder low noch high

    Pin 34 - SS0 - Sollwert: High ------- Istwert: weder low noch high



    Ich habe die RAM Bausteine auf 256kb (nur Bank 0 bestückt) reduziert. Die Logikmessungen an den RAM Bausteinen stimmen. Wenn ich mit dem Oszi am RAM messe schwibbelt und schwabbelt bei jedem Pin was auf dem Oszi.

    Wenn ich die AD Leitungen an der CPU messe, habe ich bei 3 Kanälen stellenweise nur eine gerade Linie bei ca. 4,3 Volt auf dem Oszi. Es ist Bewegung da, es wird aber nicht so deutlich dargestellt wie bei den anderen Kanälen. Das kann aber normal sein.


    Das Netzteil habe ich nochmals durchgemessen, unter Last mit Birnen. Alles OK.


    Die Chips haben alle eine normale Temperatur würde ich sagen. Die CPU hat ca 50 Grad (gefühlt, nicht gemessen), nach ca 3 minuten, also es fällt schon schwer den Finger drauf zu halten. Alle anderen Chips haben angenehme Zimmertemperatur.


    Man könnte gerade meinen, der Rechner läuft, aber er weiß nicht, was er machen soll, da ihm der Bootstrap fehlt ?! Deswegen hatte Erik auch die Idee mit dem Bios neu brennen. Ich hab hier einen Beeprog2-Eprommer von elnec, bin also auch brenntechnisch da auf der sicheren Seite. Ich hatte das Diagnose Eprom von minuszerodegrees runtergeladen, das sind 4x8k hintereinander. Das habe ich auf ein 27c256 - 150 gebrannt. Habe es in Sockel 18 eingesetzt. Einmal mit und einmal ohne originalen Bios Chip in Sockel 19 probiert. Nix passiert.


    Ich hatte auch einen IBM 5151 dran, mit MDA und dann mit Hercules-Karte. Kein Bild !


    Also fassen wir mal zusammen:

    - Spannungsversorgung bzw Netzteil definitiv OK

    - Prozessortaktung definitiv OK

    - BIOS definitiv OK

    - RAM hin und her probiert - Logik stimmt - es fällt mir schwer zu glauben,dass das die Ursache ist.

    - Kondensatoren OK (2 mal getauscht) durch 2 polige. Äußere Pins gebrückt, wo keine Verbindung war laut Ohm-Meter.

    - Speaker ist auch OK



    Vielleicht fällt euch was ein zu den "falschen" Logikmessungen vom Prozessor ?!



  • Welche 3 Addressleitungen hängen denn da? Der 8088 bootet wohl, indem er als erstes

    den Code bei 0FFFF0 ausführt. Das sollte er also auf den Bus geben.


    Meine nächste Idee wäre, von den obigen Pins denjenigen zu suchen, an dem die wenigste Logik hängt und dann zu schauen, wie er zu dem falschen Pegel kommen kann.


    Was ist z.B. mit dem Test Pin (23)? Der sollte ja auf High sein, und ich vermute mal, da hängen nicht allzuviele ICs dran?


    Haben die Pins 23,28,29 usw den gleichen falschen Pegel? Also wäre da ein Schluss möglich?


    Ne andere doofe Idee, die mir so durch den Kopf schiesst ist die CPU. Ist die ok? Kannst die einfach in nem anderen Rechner mal testen?