Acorn A4 Notebook (mit ARM3 CPU) ?

  • Eben diesen Artikel durchgelesen:

    Das sieht ja richtig interessant aus, aber gab es den Rechner überhaupt in nennenswerten Stückzahlen ?

    Ich habe gesehen, hubersn hat wohl so einen Rechner erst vor Kurzen bekommen können... aber scheinbar ist der trotzdem sehr selten, nicht unbedingt bei ebay.co.uk zu finden.

    Und dementsprechend wohl auch sehr teuer, oder ?

    "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen." (Igor Strawinsky)


    ... und schaut auch mal bei meinem Blog vorbei ...

  • Einen guten deutschen Artikel dazu gibt es in c't 10/1992:

    ARMdick hinter den Ohren von Dick Pountain

    ( https://shop.heise.de/katalog/armdick-hinter-den-ohren )



    Nennenswerte Stückzahlen gab es da wahrscheinlich nie wirklich. Das Teil war eher extrem selten, da es an sich eine komplette Workstation in Notebookformat war. Die Preise waren auch irgendwie dezent abstrus. Das ist preislich so eine Liga mit den ganz dicken Powerbooks gewesen, O.K. vielleicht nicht ganz aber nahe dran.


    Technisch ist das ein A5000 in anderem Format. Interessant dabei ist, daß der 5000er quasi aus dem Notebook "heraus" entwickelt worden ist, der A4 also quasi sowas wie die Vorstudie dazu war. Bei den meisten anderen Notebooks passiert das eher andersherum, oder komplett als eigenständiges Gerät.


    Bekommen kann man die schon noch, allerdings muß man sich da Mühe geben und wahrscheinlich steigen die Chancen auf der Insel (UK) um mehrere 100te Prozentpunkte an.


    Achten sollte man auf das Gehäuse, das oft sehr abgegriffen aussieht - wenn man also wirklich 1A Optik haben will, wird es nochmal schwerer. Es gibt aber von Olivetti PC Notebooks, die exakt das gleiche Case benutzen. Davon gab es hier im Forum auch schonmal Bilder (Walkstation bzw. Olivetti irgendwas). Nur ob man so einen Umbau macht ? Die sind ähnlich selten.



    Als Gerät ist der schon wirklich schick: ARM3 mit 24 MHz ist richtig schnell. Das ist wie ein Amiga 1200 mit 030er oder eher 040er Turbocard. Ein A5000 hat 25MHz gehabt (im Original) und der ist gefühlt auf einer Höhe mit einem PowerMac aus der ersten Baureihe.


    Interessant ist die Art der Maussteuerung - die passiert mit einer Art Touchpad oben rechts.

  • Der ist mechanisch baugleich mit Olivetti S12, S16 und S20 und TA Walkstation 286 und 386SX. Das Display wird auch das gleiche sein, und auch das Netzteil. Das Acorn A4 wurde bei TA-Olivetti im Werk Nürnberg hergestellt, genau wie seine X86-Geschwister von TA und Olivetti. Acorn gehörte damals zu Olivetti. Besonderheit dieser Geräte, soweit ich weiß das erste Mauspad an einem Notebook überhaupt.


    Hinten: TA Walkstation 386, vorne Walkstation 386SX. (Daneben meine STacy)


    Der A4 war besonders in Groß-Britannien einigermaßen erfolgreich, einzige Möglichkeit, einen Archimedes als Laptop überhaupt zu haben. Aber sicher auch teuer, wie seine x86 Geschwister. Der Archi ist neben der Atari-ST-Serie die einzige Heimcomputer-Familie (also alles abseits von X86), wo es vom Originalhersteller einen Laptop gab (ST-Book, STacy)

  • Hab auch mal noch was, was zumindest zum Thema schön dazupaßt, auch wenns vielleicht dem Threaderöffner nicht wirklich neue Infos bringt.


    Ein Datasheet zum A4


    mit automatischer Farbkorrektur und geshrinkt auf 1600pixel


         



    und nochmal das Gleiche als größerer Teil mit Standardscannerwerten und 2000pixeln

    ( wer den Fullscan mit 300dpi haben will, kann Bescheid sagen )


       




    und dazu eine Seite aus dem Halbjahres-Angebotsbüchlein 1. Halbjahr 1994 der Firma IOC ( Interstellar Overdrive Computer ) aus Wasserburg/Inn




    Die erste Ausgabe dürfte sicher noch zackiger bepreist gewesen sein. Allein die 2.5" Festplatte hat da mehr gekostet als ein ganzer Homecomputer.

  • Eben diesen Artikel durchgelesen:

    Das sieht ja richtig interessant aus, aber gab es den Rechner überhaupt in nennenswerten Stückzahlen ?

    Ich habe gesehen, hubersn hat wohl so einen Rechner erst vor Kurzen bekommen können... aber scheinbar ist der trotzdem sehr selten, nicht unbedingt bei ebay.co.uk zu finden.

    Und dementsprechend wohl auch sehr teuer, oder ?

    Selten: ja, sehr. Viele sind an den unterschiedlichsten Defekten gestorben. Die LCDs sind anfällig, das Verbindungskabel vom LCD zur Hauptplatine legendär empfindlich. Batterieschaden ist auch häufig - und die Packungsdichte der Platine macht den Batteriewechsel zur Herausforderung, Kaputte Netzteile und/oder kaputte Spannungswandler haben auch einige gekillt.


    Wieviele damals verkauft wurden? Dreistellig, würde ich denken. Sie waren nicht soooo viel teurer als ein A5000, von daher durchaus als mobile Workstation attraktiv. WIe immer bei Acorn gibt es aber keine genauen Zahlen. Wahrscheinlich wussten sie es selbst nicht so genau...


    Teuer: kommt drauf an. Meinen habe ich bei eBay unter 1000 EUR bekommen. Sehr gut erhalten, Display ohne Fehler, es funktioniert alles, und sogar eine Maus war mit dabei (bekanntlich verlangt man da auf der Insel für ein funktionsfähiges Exemplar schon allein 60 EUR). Mit allen Handbüchern. Mit der Original-Acorn-Tragetasche. Mit allen Klappen funktionsfähig, Floppy tut, alles prima. Gegenüber "normalen" manchmal schlechter erhaltenen und weniger kompletten Archimedes oder A5000, die bei eBay gerne mal zwischen 300 und 400 EUR kosten, fand ich das sogar recht preiswert. Das einzige was irgendwann ansteht, ist "Re-Celling" des Akkus, das traue ich mir zu.


    Gruß

    hubersn

    --

    Zu viel Hardware, zu wenig Zeit. Acorn Archimedes-, RISC OS- und Amstrad/Schneider CPC-Fan.

  • Nurmal so, weil ich die Bilder gerade griffbereit habe, eins davon vollständigkeitshalber auch hier...