Terminal von Gercom GmbH (Geretsried?)

  • Hallo,

    Aufräumen ist angesagt :) Was längst Vergessenes tauchte auf, an dessen Herkunft ich mich nicht einmal mehr erinnere :( Ein 10"-3HE-Einschub als tragbares Gerät, an einer Seite eine kleine Bildröhre sowie eine Tastatur über die volle Breite von 10", auf der anderen Seite die Einschübe für ein 220V-Netzteil sowie die "Karte". Auf dieser ein MC6803, MC6847 (Video Display Generator), 2* 2114 (= 1kB RAM), ein 8kB-Firmware-ROM sowie ein weiteres ROM, das vermutlich die Tastatur dekodiert. Und ein 40pol. Chip mit nicht lesbarer, evtl. entfernter Beschriftung [1]. Den Datecodes nach zu urteilen wurde das 1983 oder 1984 gebaut.

    An der Rückseite ist eine serielle Schnittstelle, die man mit einem Drehschalter zwischen 110 und 9600 Baud einstellen kann. Daneben ist ein SubD-15-Stecker als "AUX" beschriftet.

    Der Hersteller war eine Firma Gercom GmbH. Mehr steht nirgends drauf oder im EPROM drin. Vermutlich war es Gercom in Geretsried, zum ersten Mal untergegangen im Jahr 2005, zum letzten Mal im Jahr 2012. Die haben wohl u.a. Industrie- und Embedded-Sachen gebaut.

    Die beiden EPROMs scheinen fehlerfrei gelesen worden zu sein. Ich werde das mal disassemblieren. Soweit ich im Hexdump gesehen habe stehen außer funktionalen Textbausteinen keine Hinweise drin.

    Weiß jemand was zu dieser Firma? Oder gar zu solch einem Gerät?

    Gruß, Ralf

    [1] Vermutlich entweder ein Tastaturcontroller oder ein 6820/6821 für die Tastaturmatrix.

  • Weiß jemand was zu dieser Firma? Oder gar zu solch einem Gerät?

    ich hab mal in Wolfratshausen bei intron gearbeitet - dort wurden Platinen für Gercom gefertigt und auch geprüft..

    http://www.intron-kleinknecht.de/


    da hab ich noch ein paar Kontakte - was genau suchst du?

  • da hab ich noch ein paar Kontakte - was genau suchst du?

    Zunächst interessiert mich der Hintergrund zu diesem Gerät. Es ist ein transportables Seriellterminal. Wann und wofür entwickelt, zu welchen Zwecken eingesetzt, wie lange verkauft? Das Gerät ist eine komische Mischung aus Universal-Standard und speziell, denn eine Textauflösung von 32Zeichen * 16Zeilen war noch nie ausreichend. Schon der Apple II und der PET hatten 1977 40Zeichen * 24Zeilen.


    Die ICs haben Datecodes aus dem Jahr 1983, aber die Mischung der Bauteile läßt erahnen, daß die Entwicklung tief aus den 1970er Jahren stammt, wenn die EPROMs 2732 nicht wären. Für die Tastaturmatrix würde offensichtlich ein 2716 reichen, denn ich sehe den Inhalt gespiegelt. Aber das Firmware-EPROM ist voll bis auf wenige Bytes.


    Weiterhin interessiert mich ein Handbuch o.ä.. Das Terminal hat sicher eine irgendwie geartete Emulation drauf. Die kann ich zwar durch Disassemblieren der 4kB Firmware auch herausfinden, aber im originalen Text ist's viel leichter :) Die Hardware betreffend frage ich mich, welche Bedeutung die 4 DIP-Schalter haben. So was kann man ausmessen und ggf. mit Hilfe der Firmware-Texte auch herausfinden. Aber wenn's einfacher geht ... :) Zum SubD-15-Stecker hörte ich mittlerweile, daß das ein 7bit-Druckerparallelanschluß sein soll. Das ist kein geprüfter Hinweis. Und beim 40pol. IC am Rand nahe dem parallelen Tastaturanschluß wurde die Bezeichnung abgeschmiergelt. Warum denn das? Ist das ein Tastatur-Controller oder "nur" ein 6820/6821?


    Danke auch an fanhistorie. Fotos folgen nachher noch.


    Gruß, Ralf

  • gut - ich reich die Fragen einfach mal so komplett per Mail weiter

    vermutlich ist es aber eher so, dass ein Handbuch wohl kaum auftauchen wird - wenn dann eher eine Prüfvorschrift

    ..aber das wäre ja auch schonmal was

  • Guten Morgen

    RalfK


    Wegen den 32*16 Zeilen


    Zu Gercom ( evt Vertriebsgesellschaft Gercom geretsried ( fiel mir gestern noch ein, daß ich davon mal gelesen hatte, diese auch mal Kleinstcomputer im Angebot hatten,

    Nach längern Suchen fand ich diesen Bericht darüber,

    Wenn falsch, dann einfach nicht beachten



    Bei Ebay findet dich ein Gercom T880,

    Oder diese CNC

    https://maschinenprofi-24.de/G…om-G-3R-12-24v-bildschirm



    Und zuletzt fand ich vorhin noch eine VFD / Anzeige, 32* 16


    • Official Post

    War auch nur als Beispiel gedacht,

    bezogen auf den vorab geposteten Gercom T412,

    Genau deswegen hab ich's ja gesagt. Dieses VFD hat keine 32 Zeichen * 16 Zeilen, die Angabe im Ebaytext ist schon grottenfalsch. Das Display hat 128x64 Pixel. da bekommt man 16 Zeichen zu 8 Zeilen Text drauf.

  • Dieser Textmodus findet sich z. B.laut Wiki auch bei dem Dragon

    Die Modi sind die des MC6847. Der kann einfach nicht mehr. BTW diese Tabelle bezieht sich auf ein moderneres Gerät, denn das hat einen MC6809 sowie deutlich mehr Speicher. Hier sind ein paar Fotos von meinem, d.h. demselben Gerät wie in meinem 2. Beitrag verlinkt:

    http://www.ralf-kiefer.de/VME/Gercom/


    Der Takt von diesem liegt bei 2,4576MHz / 4, also sagenhaften 614kHz. Mandelbrötchen würde ich damit nicht rechnen lassen wollen ;)


    Gruß, Ralf

  • Hello,
    Having similar project GERCOM serial , 3010 main board says GERCOM Gmbh 1003Ac
    Proms GC110 and GC 109G keyboard interface KR9600-PRO SMC 8523
    That 8523 is newest date I found from board.

    I am looking information for this unit also, it has been used by 'stromberg' and last 'calibration' date is 2007

    BR

    Risto

  • Hallo,


    hab auch ein Gercom Terminal. Hab es nach langer Zeit mal wieder aus gegraben und in Betrieb genommen. Der 7812 war im Eimer ansonsten tut es was es soll. Gibt es inzwischen etwas neues dazu? Da sind ja auch ein paar Optokoppler verbaut, kann das Teil auch 20mA, TTY... FNC + 2 zeigt ein Bitmuster, gibt es das bei "Euch" auch?


    Beste Grüße,
    runni

  • Hallo,


    nichts Neues von meinem. Das steht in der Reihenfolge momentan nach der Beschäftigung mit den Termcap-Sachen (und nachfolgenden für die Shell und Ncurses) im OS-9/68k. Aber ich weiß, wo es steht :)


    Gruß, Ralf

  • Hallo,


    inzwischen habe ich mal das ROM aus gelesen, das Terminal heißt Micropro -1 und der Tastatur- Controller ist ein KR3600-017 von SMC. Es scheint einige Commandos zu beherrschen, zudem kann es 20mA TTY. Was fehlt wäre eine Anleitung damit man nicht alles reverse engineering muss. Die DIP Schalter stehen bei meinem alle auf on, die Softwareversion ist GC109c, Tastatur ROM GC110, Leiterplatte 1003Ac.


    Beste Grüße,
    runni

  • In Deinem Firmware-ROM steht ein Terminalname? Schön. In meinem nicht. Ich erkenne unter den Zeichenketten "GERCOM GMBH", "AUTODIAGNOSIS" und etliche zum Einstellen vom Terminalverhalten. Eine Versionsnummer erkenne ich keine beim Draufschauen. Die Platinenversion von meinem ist 1003Bc, also vermutlich neuer.


    4kB Code sind überschaubar. Zum Disassemblieren muß ich die Befehlssatzerweiterung vom 6803 gegenüber dem 6802 "einpflegen", so meine Erkenntnis vor ein paar Tagen.


    Gruß, Ralf


    P.S.: Das Betriebssystem inkl. Anwendersoftware von meinem ("png" bitte zu "bin" ändern, das ist der Foren-Software geschuldet):

  • Danke für die Firmware, die Version stand bei mir Handschriftlich auf dem EPROM.

    Beim "reverse engineering" ging es mir um die Anschlussbelegung für TTY und ggf. die Dipschalterstellung. Auch in Deiner Firmware steht MPRO/1 ganz oben, es gab einen Nachfolger der hieß MicroPRO/80.


    Ich vergleiche mal die Firmware wenn nicht gleich dann lade ich meine auch hier hoch. Die Seriennummer ist bei meinem noch dreistellig (412) glaube ich, ist eingeschlagen in der Blende hinten.


    Grüße,
    runni

  • Guten Morgen

    RalfK


    Fand dies zuletzt noch über das

    Micropro 1 System als ich bei einem Inserent seine alten meist zerflederten Zeitschriftendammmlung Funkschau Elrad, durchgeblättert habe, wurde uns aber über den Preis nicht einig, da kein Scanner habe ich mal nach Erlaubnis kurz abgelichtet,