Wann wird ein Computer klassisch ?

  • Hallo Leute,


    wann wir nach hier vorherrschender Meinung ein Computer zu einen klassischen Computer?


    Wenn es nach meinen 16 jährigen Sohn geht, ist schon eine PS 2 klassisch

    “I'd like to go against you and see what your made of.”

  • Meine Faustregel lautet, sobald es 10 Jahre nicht mehr normal im Laden zu kaufen gibt ist's Vintage :)

    Mega Drive | Neo Geo | C64 | A500+ | A1000 (GB-Edition) | A3000D rev.9.01 | A4000D rev.B | Compaq Armada 4200

    EDV ist die Abkürzung für: Ende der Vernunft

    Suche: Sun Ultra 45 | Dolch PAC 65

  • Als ich so 17 Jahre alt war, gab es bei Völkner VC 20 Motherboards für 14,95 DM und ZX 81 Bausätze für 10 DM. Das war damals für mich "klassisch", weil mir klar war, dass diese Rechner Geschiche geschrieben haben. Der gleich alte no Name PC mit 8088 Prozessor war damals wie heute eine Lachnummer, obwohl er weitaus mehr gekostet hatte. Die PS II wird in einigen Jahren ein Klassiker sein, der Medion PC von 1998 wird aber auch in 20 Jahren nur ein müdes Gähnen hervorrufen.

  • So so 10 Jahre aus dem Laden ist ein guter Wert denk ich auch

  • Die PC´s von heute werden nie ein Klassiker werden. Bei Apple sieht es wohl etwas besser aus.

  • Die PC´s von heute werden nie ein Klassiker werden.

    Unud 640 KB werden für immer ausreichen, jaja :)
    Neee, ich denke schon, dass die Geräte von heute auch klassisch werden - immerhin gibt es im verein ja aucuh genug, die sich mit "Standard-PCs" auseinandersetzen und 486er, 386er und 286er sammeln und "pflegen"

  • Als ich so 17 Jahre alt war, gab es bei Völkner VC 20 Motherboards für 14,95 DM und ZX 81 Bausätze für 10 DM


    Und als ich 17 war, da gab es Völkner noch... :mrgreen:


    ich denke schon, dass die Geräte von heute auch klassisch werden - immerhin gibt es im verein ja aucuh genug, die sich mit "Standard-PCs" auseinandersetzen und 486er, 386er und 286er sammeln und "pflegen"


    Mist, dann bin ich ja schon wieder außen vor, ich hab nur nen 586er :)

  • Unud 640 KB werden für immer ausreichen, jaja :)
    Neee, ich denke schon, dass die Geräte von heute auch klassisch werden - immerhin gibt es im verein ja aucuh genug, die sich mit "Standard-PCs" auseinandersetzen und 486er, 386er und 286er sammeln und "pflegen"

    ... ich denke, es kommt nicht nur auf die verbaute Technik an, sondern auf die Bedeutung, die ein Rechner im Markt erlangt hat. Zum Beispiel: Der Schneider/Amstrad PC 1512 war schon bei seinem Erscheinen veraltet. Er hatte nur 512 kB Speicher, ein schwachbrüstiges Netzteil (aus Kostengründen im Monitor!), gruselige CGA-Grafik und eine Nicht-Standard-Maus. Trotzdem hat dieser Rechner praktisch im Alleingang den deutschen Markt für MS-DOS-kompatible Computer geöffnet. Deshalb ist der 1512 für mich ein Klassiker, sein nur ein Jahr jüngerer Nachfolger 1640 dagegen nicht.

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  • Also ich denke, dass die ein zumindest schon mal das Alter eines Gerätes eine wichtiges Merkmal ist. Wenn noch eine besondere Geschichte hinzukommt steigert es natürlich den (ideellen) Wert eines solchen Gerätes. Wer hätte aber z.B. 1995 gedacht, dass der C64 mal als Klassiker angesehen würde. Ich jedenfalls hatte ihn damals schnöde mißachtet und gegen einen PC eingetauscht, verkaufen konnte man ihn damals gar nicht mehr, höchstens verschenken.


    Wie so oft im Leben verändern sich die Wertigkeiten und lernt Dinge schätzen, die man früher nie bermerkt hat. Das Schöne an veilen verschiedenen Meinungen ist ja, dass uns eine grosse Anzahl an älterer Hardware erhalten bleibt, die sonst den Weg alles irdischen gehen würde.


    Meinen guten alten Pentium 200 MMX hatte ich mir ursprünglich nur angeschafft wegen der Schnittstellen, dann habe ich ihn irgendwann auseinander gebaut, gereinigt und nun sieht er wieder wie neu aus. Schließlich habe ich noch alte PC Spiel (Ultima) gefunden und den Charme auch dieses alten Gerätes entdeckt, seither gehört er auch offiziell zu meiner Sammlung, und ist kein schnödes Werkzeug mehr.


    Ich freue mich auf jeden Fall immer wenn ich Hardware aus meiner Sturm- und Drangzeit wiederfinde, sozusagen die Helden meiner Kindheit und Jugend ;)


    Wenn ich bedenke, dass die Ablöse der Bundeswehr damals fast komplett in einen 386 SX gegangen ist :fp:


    In diesem Sinne


    Viele Grüsse
    Jörg

    “I'd like to go against you and see what your made of.”

  • Deshalb ist der 1512 für mich ein Klassiker, sein nur ein Jahr jüngerer Nachfolger 1640 dagegen nicht.

    Da stimme ich voll & ganz zu!

  • Zum größten Teil wird ein Computer durch sein Alter zu einem Klassiker.
    Ob der Rechner zur damaligen Zeit bedeutsam war oder nicht, spielt weniger eine Rolle. Denn populäre Geräte werden durch ihre damalige Bedeutung zu Klassikern, Geräte, die floppten, ebenfalls, da sie jetzt besonders selten sind.
    Der Rest ist Geschmackssache, jeder hat da seine eigene Einstellung, seine eigenen Erinnerungen und seine eigenen Favouriten.
    PCs haben es natürlich besonder schwer mit dem Thema "Klassiker", da es wohl die einzige populäre bis heute nie abgebrochene Rechner-Linie ist, die es gibt. Es hat hier nie einen Neustart gegeben, die Architektur von Anfang der 80er wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Das läßt diese Rechner sicherlich etwas langweiliger erscheinen als andere Architekturen, die alle irgendwann komplett eingestellt bzw. ersetzt wurden.


    CU,
    Prodatron

  • Computer wie der C64, Atari 800 oder Amiga sind ganz klar Klassiker. Das sind die Computer unserer Jugend und Kindheit.


    Aber auch ein MS-DOS PC kann ein Klassiker sein, z.B. ein 8088 Rechner mit Hercules Grafik-Karte, 10MB-Platte und 360Kb Floppy.


    Das waren ja in den 80er Computer die man sich als Jugendlicher kaum leisten konnte. Als der PC dann in den 90er erschwinglich wurde


    war ein 8088 Rechner schon Alteisen aber man erinnert sich immer gerne daran "Sowas hätte ich damals gerne gehabt!"



    Gruß Björn

    The evil is always and everywhere.

  • Ich bin mir sicher ein Core2Duo ist dann ein Klassiker, wenn der erste anfängt sich mit knapp 40 zu erinnern, dass er das in seiner Jugend gehabt hat :D

  • Ich bin mir sicher ein Core2Duo ist dann ein Klassiker, wenn der erste anfängt sich mit knapp 40 zu erinnern, dass er das in seiner Jugend gehabt hat :D

    Diese Aussage stützt sich auf mehre, nicht bewiesene Hypothesen:
    1. Der Core2Duo wird in, sagen wir, 25 Jahren nicht mehr produziert.
    2. Die Welt geht Ende des Jahres nicht unter.
    3. Wer heute Jugendlicher ist, kann sich mit 40 Jahren noch daran erinnern.
    4. Wer heute Jugendlicher ist, will sich mit 40 Jahren noch daran erinnern.


    (*duckundweg*)

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  • Ein Massenprodukt muss schon etwas bahnbrechend neues oder sehr auußergewöhnliches an sich haben, um zum Klassiker zu werden. Die Rechner und Spielekonsolen von heute haben da eher wenig vorzuweisen, und deswegen glaube ich nicht, dass in 25 Jahren sich noch Enthusiasten mit den heute üblichen Rechnern oder Handys beschäftigen werden. Ich habe jedenfalls auch keinen Bezug zu meinem längst entsorgten 286er, und würde ihn heute nochmal entsorgen, wenn er noch da wäre.


    Da verhält es sich im Grunde genauso, wie mit Autos. Ein Golf I oder ein Mercedes 190 werden nie zum Klassiker, auch wenn man schon teilweise H-Kennzeichen für solche Autos bekommt.

  • Ein Massenprodukt muss schon etwas bahnbrechend neues oder sehr auußergewöhnliches an sich haben, um zum Klassiker zu werden. Die Rechner und Spielekonsolen von heute haben da eher wenig vorzuweisen, und deswegen glaube ich nicht, dass in 25 Jahren sich noch Enthusiasten mit den heute üblichen Rechnern oder Handys beschäftigen werden. Ich habe jedenfalls auch keinen Bezug zu meinem längst entsorgten 286er, und würde ihn heute nochmal entsorgen, wenn er noch da wäre.


    Da verhält es sich im Grunde genauso, wie mit Autos. Ein Golf I oder ein Mercedes 190 werden nie zum Klassiker, auch wenn man schon teilweise H-Kennzeichen für solche Autos bekommt.

    ... sehe ich nicht so. Der Schneider CPC war zum Zeitpunkt seines Erscheinens weder besonders innovativ noch bahnbrechend. Ein Klassiker ist er aber trotzdem. Das gilt übrigens auch für den Golf I. Wo ich dir Recht gebe: Weiterentwicklungen wie der Golf II oder die CPC plus sind - genau genommen - keine Klassiker mehr.

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  • wann wir nach hier vorherrschender Meinung ein Computer zu einen klassischen Computer?


    Wenn er bei eBay über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten den reinen Schrottwert und spätestens nach einem Jahr den Neuanschaffungspreis regelmäßig bei weitem überschreitet :prof: :roll2:

    Leben ist eine Krankheit die durch Sex übertragen wird und in jedem Fall tödlich endet!

  • Na der vorläufer vom ZX80 zum BEispiel - dieses Forth-Ding - 300Euro+ Mir fällt der Name grad ned ein


    Jupiter Ace heisst die Möhre

  • Also groß ist da die Auswahl noch nicht. Selbst wenn manche selten sind, so gehen sie kaum über den damailigen Preis über'n (Ebay)-Tisch, wenn sie mal verkauft werden. Man darf auch nicht vergessen, daß damals die D-Mark bzw. Dollar usw. VIEL MEHR wert waren als heute!
    Von daher kann man auch den Jupiter Ace definitiv nicht dazuzählen!... ;)


    - Selbst eine Apple Lisa I, selbst wenn man sie mal bekommt (derzeit ca. 10.000$/€) ist immer noch günstiger als damals! Und das ist schon ein heftiges Beispiel!
    - Z.B. kriegt man den ersten PET-2001 funktionstüchtig immer noch für ca. gut 500€ (wenn man Glück hat); wesentlich billiger als damals...


    Ein originaler Apple I wäre da z.B. die Ausnahme. Die sind aber vielleicht auch unter anderem durch den aktuellen Apple-Lemming-Ich will auch cool sein-Hype so überbewertet.


    CU,
    Prodatron

  • Da verhält es sich im Grunde genauso, wie mit Autos. Ein Golf I oder ein Mercedes 190 werden nie zum Klassiker, auch wenn man schon teilweise H-Kennzeichen für solche Autos bekommt.


    Irgendwie liegt das für mich ziemlich im Auge des Betrachters. Und der Golf I ist da ein exzellentes Beispiel. Immerhin ist er ganz nebenbei Namensgeber einer ganzen Fahrezugkategorie und als GTI sogar eine Legende. Find ich eben. :) Und die Parallelen finden sich sicher im Computerbereich genau so. Ein 264er wäre für mich nicht mehr als ein Haufen Elektroschrott, andere verbinden damit irgendwas und sehen das gleich wieder ganz anders.

  • Ein originaler Apple I wäre da z.B. die Ausnahme. Die sind aber vielleicht auch unter anderem durch den aktuellen Apple-Lemming-Ich will auch cool sein-Hype so überbewertet.

    Ja, dieser oh-geil-ich-will-auch-ein-iPhone-Hype nervt wirklich. Tröstlich nur, dass Apple in den nächsten zwei, drei Jahren das Schicksal von Microsoft blüht - wer technologische Trends verschläft, gerät nun einmal ziemlich schnell ins Abseits. Und der Megatrend der nächsten Jahren wird der freie Austausch von Informationen in sozialen Netzwerken sein. Mit einem geschlossenen System a la Apple kommt man da nicht weit.


    Apple war cool, als sie den Spruch "think different" noch gelebt die Farben des Regenbogens in ihrem Logo getragen haben.

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  • Apple war cool, als sie den Spruch "think different" noch gelebt die Farben des Regenbogens in ihrem Logo getragen haben.

    Inzwischen dürfte dieses Bild die Wahrheit besser widerspiegeln:
    http://www.postative.com/42/acer---think-different


    Apple nervt nur mehr ... "anders denken" heißt inzwischen wirklich schon "nicht Apple benutzen".



    Zurück zum Thema:
    Alles, was älter als 10-15 Jahre ist, das kann man wohl so stehen lassen. Mit ein paar Ausnahmen:


    PCs -> Interessant bis ca. 1995 als Windows 95 aufkam; d.h. bis etwa 486- / frühe Pentium-Rechner. Ab da verlor der PC seinen Reiz. Wobei das Problem schon davor war, dass die Austauschbarkeit der Komponenten - der größte Vorteil von PCs - auch dazu führt, dass man zu dem Kasten keinen Bezug mehr hat. Wenn einer von einem PC spricht, denkt derjenige locker an 10 andere Teile als ich (Grafik-, Netzwerk-, GPU-Karte, Tastatur, Maus, etc.).


    Da sind die "klassischen" Rechner, die jeder einen Haufen Komponenten haben, die jedoch den Rechner nicht ersetzen, viel übersichtlicher. Das Gefühl, das Ding komplett verstehen zu können, stellt sich schnell ein.


    Wenn ich mir heutige Konsolen anschaue, kann ich mir DS, 3DS, PSP und Wii als Klassiker in Zukunft vorstellen. Bei XBOX 360 und PS3 tu ich mir schwerer.

  • Bei den modernen Konsolen und Computern spricht die schiere Menge der produzierten Geräte dagegen, dass sie schnell zum Klassiker werden. Viele Geräte werden gleichzeitig irgendwann nahezu unbenutzbar, weil sie einen Server bei irgendeiner Spielefirma voraussetzen. Dadurch wird es eine Phase geben, wo die Geräte fast nichts wert sind, so wie derzeit die alte XBox oder das PS1. In der Phase werden 95 % oder mehr in den Schrott gehen. Und dann kommen die Leute mit den Kindheitserinnerungen und suchen. Genauso ist es mit dem C64 passiert. Nicht alles wird danach aber zum wertvollen Klassiker: Mit Atari ST wird man auch heute noch totgeschmissen, weil das Angebot größer ist als die Nachfrage. In 20 Jahren werden absehbar die Medion PC oder die Kisten von Dell noch immer nichts wert sein. Aber so Kuriositäten wie das Nokia NGage wird mal ein Sammlerstück sein, wenn auch mangels Nutzwert kein sehr wertvolles. Was sich auch lohnt für die Zukunft aufzuheben, dürften die Zwischendinger zwischen Handy und Smartphone wie die Psion, Newton und Palm Geräte sein. Die liegen jetzt alle in den Wühltischen auf dem Flohmarkt, in 10 Jahren werden gut erhaltene Geräte selten sein.

  • Tröstlich nur, dass Apple in den nächsten zwei, drei Jahren das Schicksal von Microsoft blüht - wer technologische Trends verschläft, gerät nun einmal ziemlich schnell ins Abseits. Und der Megatrend der nächsten Jahren wird der freie Austausch von Informationen in sozialen Netzwerken sein.


    Ich persönlich hätte lieber das geschlossene Applesystem, als diese ekligen Datenkraken wie Facebook. Gerade weil Apple in sich geschlossener bleibt, hat es grössere Chancen zum Klassiker und zwar unabhängig davon, ob das Sinn ergibt oder nicht :)


    Übrigens stand hier heute in der Zeitung das sich immer mehr Jugendliche bei Facebook abmelden, weil das Aktuellhalten zu anstrengend sei. Eine gute Entwicklung, hoffentlich stimmts.
    Na ja, das ist jetzt etwas vom thema abgerutscht.


    Grüessli, Uli

    :fp: Was tu ich hier eigentlich ? :sfreud:

  • Ahoi,


    (So wie's ausschaut hab ich das Zitatsystem nicht kapiert - jedenfalls sind die Namen verschwunden - also bitte dazudenken)

    Meine Faustregel lautet, sobald es 10 Jahre nicht mehr normal im Laden zu kaufen gibt ist's Vintage :)

    Hmm, mit der 10 Jahresregel hab ich 1999 auch angefangen. damals war das aber noch schon klar, Praktisch alles an Homecomputern und 8-Bitern ist erstmals vor 1990 erschienen und die richtige Verengung auf dem PC fing erst nach 1990 an. Und sollte sich doch ein Original IBM auf das VCFe verirren (ist passiert) so war das kein Problem. bei einem Compaq Portable (auch passiert) gabe es schon ein Naseruempfen. Heute ist's nicht mehr so einfach. Waerend ein XY-Pentium von 1998 oder so im Taiwan-08/15 Blechkasten sicher nicht dazuzaehlt, wird's bei einem IBM PS/2 schon Grenzwertig. Und was ist mit einem iMac aus dem gleichen Jahr? Da werden die meisten zustimmen, oder?


    Aktuell ist es so, dass der Hauptsinn der 10 Jahresregel darin besteht aktuelle (brauchbare) Rechner aus der Ausstellung fernzuhalten. Ansonsten ist die einfache Regel eher einer Gesichtskontrolle gewichen. Rein darf was eine Minimum an Coolness hat - und ein mehr an MHz oder Shadern zaehlt nicht dazu. Ein ESCOM-PC im Colani-Design hingegen schon. Oder auch ein Mini-Me ... Aeh MacMini der noch keine 10 Jahre auf dem Buckel hat - wenn das Thema passt.

    Meine Faustregel lautet, sobald es 10 Jahre nicht mehr normal im Laden zu kaufen gibt ist's Vintage :)

    Dann waer ja nichtmal ein C64 vintage - es gibt noch Laeden die da neue Verkaufen.

    Als ich so 17 Jahre alt war, gab es bei Völkner VC 20 Motherboards für 14,95 DM und ZX 81 Bausätze für 10 DM. Das war damals für mich "klassisch", weil mir klar war, dass diese Rechner Geschiche geschrieben haben. Der gleich alte no Name PC mit 8088 Prozessor war damals wie heute eine Lachnummer, obwohl er weitaus mehr gekostet hatte. Die PS II wird in einigen Jahren ein Klassiker sein, der Medion PC von 1998 wird aber auch in 20 Jahren nur ein müdes Gähnen hervorrufen.

    Ooooch, Voelkner - die haben damals auch jede Menge Commo-Leergehaeuse verramscht.


    Beim No-Name 8088 waer ich mir nichtmal so sicher. wenn es wirklich einer der fruehen Taiwanis ist, und z.B. die ganze hahnebuecherne Doku (schreckliche, schlecht und mit Fehlern vervielfaeltigte Kopieen von IBM Doku, oder noch schlimmere selbstgemachte in schrecklich bunten Umschlaegen) dabei ist, oder eine bemerkenswerte Firmengeschichte hat (Multitech-8088 mit Siemens Aufkleber), so koennen die Geraete schon interessant sein.


    Die PS2 ist wiederum ein anderer Fall. Aehnlich wie der C64 ist es kein besonders interessantes Geraet (selbst der CPC war viel innovativer). Hier geht es viel mehr um die enorme Marktdurchdringung die das Geraet hat(te). Fuer viele ist es eigene Geschichte. So wie der Kaefer oder der Golf.

    Neee, ich denke schon, dass die Geräte von heute auch klassisch werden - immerhin gibt es im verein ja aucuh genug, die sich mit "Standard-PCs" auseinandersetzen und 486er, 386er und 286er sammeln und "pflegen"

    Ja und nein. 08/15 PCs von Heute werden wohl nichtmal mit entsprechenden Markennamen als Hardware interessant sein. Wo ich jedoch ein Feld sehe ist die Software. Auch wenn MS viel Aufwand in kompatibilitaet steckt, so ist es inzwischen einfach nicht mehr moeglich die meisten 10 Jahre alten Spieletitel noch laufen zu lassen. da muss man wirklich einen PC rausholen auf dem sich noch ein Windows 98 installieren laesst (ich habs gerade mit 3 Tagen ohne Internet wiedermal erlebt :). Ich hab inzwischen die Angst, dass PC Software seit 1990 bis heute schlechter archiviert und erhalten wird als manche Uralt-Kasette fuer einen VC20 von vor 30 Jahren.

    ... ich denke, es kommt nicht nur auf die verbaute Technik an, sondern auf die Bedeutung, die ein Rechner im Markt erlangt hat. Zum Beispiel: Der Schneider/Amstrad PC 1512 war schon bei seinem Erscheinen veraltet. Er hatte nur 512 kB Speicher, ein schwachbrüstiges Netzteil (aus Kostengründen im Monitor!), gruselige CGA-Grafik und eine Nicht-Standard-Maus. Trotzdem hat dieser Rechner praktisch im Alleingang den deutschen Markt für MS-DOS-kompatible Computer geöffnet. Deshalb ist der 1512 für mich ein Klassiker, sein nur ein Jahr jüngerer Nachfolger 1640 dagegen nicht.

    Das mit dem Alleingang ist diskusionswuerdig, hatte doch Commodore seinen PC-10 schon 2 Jahre frueher auf dem Markt, und wir alle wissen wie weit Commodore damals dem Trend hinterhergelaufen ist. Das der 1512 (zumindest in D und GB) eine besondere Beachtung verdient ist unstrittig. Fuer mich jedoch, der damals den (Taiwan-)PC nur verwendete um auf dem Apple II geschriebene TurboPascal-Programme zu uebersetzen (der Kunde hatte IBM), ist der 1640 genauso klassisch wie der 1512.Zum größten Teil wird ein Computer durch sein Alter zu einem Klassiker.

    Ob der Rechner zur damaligen Zeit bedeutsam war oder nicht, spielt weniger eine Rolle. Denn populäre Geräte werden durch ihre damalige Bedeutung zu Klassikern, Geräte, die floppten, ebenfalls, da sie jetzt besonders selten sind.
    Der Rest ist Geschmackssache, jeder hat da seine eigene Einstellung, seine eigenen Erinnerungen und seine eigenen Favouriten.
    PCs haben es natürlich besonder schwer mit dem Thema "Klassiker", da es wohl die einzige populäre bis heute nie abgebrochene Rechner-Linie ist, die es gibt. Es hat hier nie einen Neustart gegeben, die Architektur von Anfang der 80er wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Das läßt diese Rechner sicherlich etwas langweiliger erscheinen als andere Architekturen, die alle irgendwann komplett eingestellt bzw. ersetzt wurden.

    Jup, kann ich nur zustimmen.

    Diese Aussage stützt sich auf mehre, nicht bewiesene Hypothesen:
    1. Der Core2Duo wird in, sagen wir, 25 Jahren nicht mehr produziert.
    2. Die Welt geht Ende des Jahres nicht unter.
    3. Wer heute Jugendlicher ist, kann sich mit 40 Jahren noch daran erinnern.
    4. Wer heute Jugendlicher ist, will sich mit 40 Jahren noch daran erinnern.


    (*duckundweg*)

    Hihi... Aber im Ernst, zumindest wenn es um den Erhalt von SW geht wird auch ein Core2 ein moeglicher Kandidat sein ... nur halt nicht um seiner selbst willen (CPU-Sammler und andere Leichenflederer mal aussen vor).

    Na der vorläufer vom ZX80 zum BEispiel - dieses Forth-Ding - 300Euro+ Mir fällt der Name grad ned ein


    Jupiter Ace heisst die Möhre

    Genau ... und er war erst 2 jahre nach dem ZX80 :)

    Irgendwie liegt das für mich ziemlich im Auge des Betrachters. Und der Golf I ist da ein exzellentes Beispiel. Immerhin ist er ganz nebenbei Namensgeber einer ganzen Fahrezugkategorie und als GTI sogar eine Legende. Find ich eben. :) Und die Parallelen finden sich sicher im Computerbereich genau so. Ein 264er wäre für mich nicht mehr als ein Haufen Elektroschrott, andere verbinden damit irgendwas und sehen das gleich wieder ganz anders.

    Ouch. Ja, auf jeden Fall. Ein 264 ist das Fanal das Commodore haette setzen koennen anstelle eine Ein-Produk-Firma zu sein und daran zu sterben (ok, sie sind als 2x1 Produkt untergegangen :)

    Bei den modernen Konsolen und Computern spricht die schiere Menge der produzierten Geräte dagegen, dass sie schnell zum Klassiker werden. Viele Geräte werden gleichzeitig irgendwann nahezu unbenutzbar, weil sie einen Server bei irgendeiner Spielefirma voraussetzen. Dadurch wird es eine Phase geben, wo die Geräte fast nichts wert sind, so wie derzeit die alte XBox oder das PS1. In der Phase werden 95 % oder mehr in den Schrott gehen. Und dann kommen die Leute mit den Kindheitserinnerungen und suchen. Genauso ist es mit dem C64 passiert. Nicht alles wird danach aber zum wertvollen Klassiker: Mit Atari ST wird man auch heute noch totgeschmissen, weil das Angebot größer ist als die Nachfrage. In 20 Jahren werden absehbar die Medion PC oder die Kisten von Dell noch immer nichts wert sein. Aber so Kuriositäten wie das Nokia NGage wird mal ein Sammlerstück sein, wenn auch mangels Nutzwert kein sehr wertvolles. Was sich auch lohnt für die Zukunft aufzuheben, dürften die Zwischendinger zwischen Handy und Smartphone wie die Psion, Newton und Palm Geräte sein. Die liegen jetzt alle in den Wühltischen auf dem Flohmarkt, in 10 Jahren werden gut erhaltene Geräte selten sein.

    Das war aber beim C64 oder dem Golf 1 nicht anders. Der Reiz dess Massengeraets ist ja das _sehr_ viele einen hatten und dann weggeworfen haben. So wird es jedem Geraet mit einigermassen Marktdurchdringung gehen. Dazu gehoert auch das mit dem Nachwerfen. Es hat Zeiten gegeben, da ist man ueber einen kleinen Stadtteilflohmarkt mit 10 Staenden gegangen und an 5 davon war ein C64. Heute nicht mehr. Aber auch vom Artari ST nicht ... wenn da einer im Monat in Riem auftaucht, dann ist das viel, und der Flohmarkt ist riesig.


    Und ja, aussergewoehnliche Geraete werden imemr interessant sein - Wenns aber keine SW dazu mehr gibt, dann nur fuer wenige.


    Na ja, was solls. Ich denke wir koennen uns darauf einigen dass das ein Thema mit viel mehr als nur einer Dimension (des Alters) ist.


    Gruss
    H.

  • Hm, um diese Frage zu beantworten muss vermutlich erstmal das Wort "klassisch" ein- und abgegrenzt werden.
    Das finde ich eigentlich eine sehr gute Frage, da die Antwort einen wesentlichen Anteil an der Vereins-Identität (Verein zum erhalt klassischer Computer) umfasst.
    Zur Ist-Situation: Wenn man sich auf unseren Treffen mal umschaut, wird man vermuten, das wir mit dem Begriff klassisch Dinge verbinden wie z.B. alt oder veraltet, historisch, wertvoll, ursprünglich usw.


    Ich bin selbst neugierig und hab "klassisch" einfach mal in die Wiki-Suche eingegeben und bin zum Artikel "Klassik" weitergeleitet worden. Da steht als erstes

    Quote

    Klassik (von lateinisch classicus ‚zum ersten Rang gehörig‘)

    ,
    und dann halt der ganze Epochen-Kram (Architektur, Literatur, Kunst, römisch, griechisch, usw., auch klassische Wissenschaften werden aufgeführt).


    Der Bezug zu Computern fehlt da völlig im Artikel. :prof:
    Also dürfen wir uns wohl was ausdenken. Ich fang mal an, mit nur ganz wenig Recherche:


    Der Rang drückt ganz klar eine hirarchische Struktur aus. Der erste Rang ist wohl der ganz oben. Da können mehrere sein, aber nicht viele, dann da oben gibt es wenig Platz. Es scheinen mit classicus Primusse (oder ist die Mehrzahl Primeln?) gemeint zu sein. Erstmal ist im "klassischen" kein "historischer/zeitlicher" Aspekt enthalten. Das befriedigt uns natürlich in keinster Weise, denn im Hier und Jetzt schneiden unsere guten Stücke nicht gut gegen aktuelle Maschinen ab. Das geht so nicht!
    Da aber die klassischen Epochen aber auch weit in der Vergangenheit liegen, muss es wohl erlaubt sein, den Zeitpunkt der Betrachtung frei zu wählen. Aaaah ja, so ist schon besser!
    Weiterhin interpretiere ich den Artikel so, der Scope auch frei gewählt werden darf, da der Begriff "klassisch" mit verschiedenen Dingen wie Epochen und Geistesprodukten wie Kunst, Wissenschaft und Architekturielen in Verbindung gebracht wird.
    Zwischen-Fazit: Es ist legitim, einen Scope "Computer" zu definieren und diesen mit dem Substantiv "klassisch" zu verkuddeln.


    Wenn wir nun die Gruppe der Computer eines bestimmten Zeitraums als Menge hernehmen, müssen der lateinischen Wortbedeutung nach die klassischen Computer diejenigen sein, die die besten ihrer Art sind.
    Allerdings müssten wir streng genommen dann auch entscheiden, welche nun die besten sind! Also nochmal das alte Atari800XL-C64-Kriegsbeil ausgraben und endlich eine Entscheidung herbeiführen? Die Verlierer am Recycling-Hof entsorgen? Das kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein!
    Nein, denn es gibt ja auch andere Zusammenhänge, in denen der Begriff klassisch verwendet wird, z.B.: "Das ist ein klassischer Fall von ..."
    Es scheinen mit klassisch also auch Stellvertreter, das Ideal-Standard, oder Ikonen gemeint zu sein. Und da kommen wir dem, wie wir es leben, doch schon wesentlich näher: Wir haben eine Sammlung von Maschinen in petto, die stellvertretend für einen bestimmten, von uns selbst frei definierten Zeitraum den Standard an Computern darstellen.
    Der wie ich finde wichtige Rückschluss für die Antwort auf die Thread-Frage ist dabei, dass wir über den frei definierbaren Zeitraum _selbst_ bestimmen, ab wann ein Computer in unserem Sinne klassisch wird.
    Demzufolge ist ein 0815-PC von der Stange für den Zeitpunkt Jetzt oder meinetwegen auch 2001 der Bedeutung von klassisch im Sinne von stellvertretend nach eben auch klassisch.


    Gibs zu der Bedeutung den Vereins-Namens eigentlich was in der Vereinssatzung?


    Ein weiteres Merkmal für die Aufnahme in den Kanon der Klassischen Systeme, wie wir es leben, ist, dass der Support vom Hersteller/Lieferanten eingestellt worden ist. Also z.B. die PS2, die nicht mehr von Sony supportet wird und für die auch keine (oder nur sehr wenige) kommerzielle Produzenten mehr Spiele veröffentlichen wäre demnach ein klassischer Fall eines jungen klassischen Systems. (Nettes Wortspiel, wie ich finde :) )

    --


    Für guten Sound brauchts nur drei Stimmen und vier Wellenformen...