Typenhebelschreibmaschine mit Computeranschluß

  • Hallo!


    Ich frage mich gerade, ob es Typenhebelschreibmaschinen gibt, die man leicht mit einen Computer verbinden kann. Im Internet gibts ja einige nette Videos, wo Bastler mit einer Matrix aus Elektromagneten die Maschinen ansteuern. Vielleicht gibts ja auch welche, wo die Solenoids schon eingebaut sind und das Interfacing einfacher ist....
    https://www.youtube.com/watch?v=le4C2HeNrdQ&t=14s
    Danke schonmal für die Tips
    Stephan

  • Soweit ich weiß, wurden die letzten elektromechanischen Typenhebelmschinen so etwa 1977/78 hergestellt, z.B. Olivetti Editor 4/5. Da stellte sich diese Frage noch nicht. Aber du kannst ja versuchen, eine Olivetti P203 für die Classic Computing aufzutreiben. Da steckt eine Olivetti Tekne 3 (bzw. Editor 3) drin. Die Schreibmaschine diente diesem Rechner als Tastatur und als Drucker. Dazu war die Tastatur elektromechanisch vom Auslösevorgang des Typenhebelgetriebes entkoppelbar. Das ist bei der Tekne/Editor ganz leicht zu realisieren, man muss quasi nur einen Hebel in seinem Bewegungsdrang behindern, dann löst sie nicht aus. http://www.technikum29.de/de/rechnertechnik/kommerzielle

  • ne IBM Model B gabs auch mit Elektromagneten (z.B. für die IBM 1620)
    siehe auch ebay


    ich hab ne Model C (Standard) die von der Firma DATICA als Datica 100 teilverschaltet ist (dass heißt nicht alle Tasten wurden verdrahtet):


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    Suche Rechentechnik aus Deutschland, MDT (Mittlere Datentechnik ) bzw. Computer
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  • Ja genau. Das ist witzig, aber vielleicht gehts mit manchen dafür vorbereiteten Modellen einfacher; So ein E-Magnet mit Ansteuerung wird sicher 5-10 Euro pro Stück kosten.

  • Meine Enschätzung:
    Die Typenhebel Schreibmaschinen stammen aus der "vor-elektronischen" Zeit bzw. aus der Zeit, als Elektronik noch scheißteuer und sauaufwändig war, also wurde bei den elektronisch ansteuerbaren Typenhebelmaschinen doch meist ein Mechnaismus über Elektromagnete realisiert.
    Meine netten Standnachbarn beim VCFB 2016 (gegenüber) hatten auch so ein Teil aus DDR Produktion.
    Meine programmierbaren Abrechnungscomputer (TA 10/1, TA 10/4, Feiler E.R.S. und Olympia FA 402) so wie auch die Olivetti Programma 101 oder 203 haben zwar alle Typenhebelschreibmaschinen als I/O, aber da alle nur numerisch arbeitende Rechner haben, sind nur die Zahlen und ein paar Symbole verschaltet.


    Ich weiß nicht, ob es überhaupt elektronische Typenhebel-Schreibmaschinen gab... 8|
    Oder wie diese ohne Elektromagnete funktioneren soll...? :S

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  • Eine Siemens T100 Fernschreibmaschine wäre auch ein geeigneter "Typenhebeldrucker".



    Es gab eine elektronische Typenhebelmaschine aus DDR Produktion? Oder war das auch eine Modifikation?

  • Quote

    Es gab eine elektronische Typenhebelmaschine aus DDR Produktion? Oder war das auch eine Modifikation?


    ich weiß leider nicht, ob es die so orginal gab, und auch wie bei IBM einfach eine offizielle Modifikation war...


    zu sehen auch hier - hab auf die Schnelle keine besseren Bilder gefunden:
    meine Bilder vom VCFB 2016 - ZWEITES BILD LINKS UNTEN

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  • Von elektronischen Typenhebelmaschinen habe ich noch nichts gehört, da muss ich passen. Elektronisch kenne ich nur späte Selectric von IBM mit Kugelkopf, Typenradschreibmaschinen von allen möglichen Herstellern, wobei offensichtlich Olivetti mit der TES 401 und ET 101 als erstes auf dem Markt war, und fast schon wieder exotisch (Bildschirm-)Schreibmaschinen mit Nadeldrucker (Olivetti CWP-1) und Thermotransferdrucker (Olivetti ETV 2010s, ETV 4000s, Editor 100 und diverse Modelle von Brother).


    Ich hatte als Azubi mal so eine Tekne 3 aus einem Restauratiionsprojekt einer P203 auf der Werkbank und habe die wieder zum Laufen gebracht (Reinigen, Gummiteile ersetzen, ein bischen Öli und Fetti und fertig ist die Olivetti...). Die hatte spezielle Tastenhebel, an denen zusätzliche Ösen angebracht waren, in die die auslösenden Elektromagnete und Schalter eingehängt werden konnten. Die P203 konnte auch nicht groß Textverarbeitung machen, sondern es ging darum, kurze Texte einzutippen, die dann von dem Rechner immer wieder an bestimmten Stellen eingefügt werden konnten. Das konnte z.B. eine Adresse, Anrede oder SIgnatur sein, mehr nicht. Freitext musste vom Bediener direkt auf den Ausdruck über die Schreibmaschinenfunktion getippt werden, fehlerfrei natürlich. Computermäßig konnte die P203 eigentlich kaum mehr als die Programma 101 auf der sie in erweiterter Form (vor allem mehr Speicher für ein paar Textkonstanten und mehr Programmcode) basierte.

  • Hallo,


    ich hatte eine solche Kombination Elektr. Typenhebelschreibmaschine mit 8Bit Heimcomputer (ATARI 800XL) in den 1980igern bis Mitte 1990 in Betrieb.
    Solche Schreibmaschinen wurden als EA (Eingabe-Ausgabe) Einheiten an Gr0ßrechnern (EDVA) betieben. In Ostberlin waren es die Anlagen R21 und R40. Da ich in dem Bereich tätig war, konnte ich eine solche Maschine "ergattern" Seomtron 529.


    Die hatte unten div. Elektromagnete, die das Typenhebelgestänge antrieben, aber auch Kontaktreihen (als Tastatur) konnte auch als normale Schreibmaschine benutzt werden. Ich lötete mir eine Relaispyramide und Netzteil mit Anpaßschaltung --über den Modulanschluß vom 800XL war die Verbindung hergestellt und dann das Betriebssystem des ATARI modifiziert.


    Eine ähnliche Variante mit einer solchen Maschine hatte Pr. DR. Horst Völz mit einem Exidy Sorcerer. Ein Bild davon befindet sich in der Retro 30/2014.
    Mit dieser Maschine und einen Atari-Disassembler druckte ich das komplette Betriebssystem des 800XL aus --- arbeite noch heute damit.
    Hatte gute Dienste geleistet und man braucht nur normale Farbbänder


    Die Bilder sind von : http://www.robotrontechnik.de/…cker/schreibmaschinen.htm

  • Meinst Du, wenn ich will, daß eine Typenhebelmaschine an einem Computer "druckt", wäre das ein geeigneter Kandidat für einen Umbau von "unten"?


    Das geht in Prinzp mit allen Maschinen, bei denen man von unten Zugang zu den Tastenhebeln hat. Die Tekne/Editor-Modelle von Olivetti sind da quasi baugleich. Eine Praxis 48 wäre auch geeignet, aber zu schade... (gesuchtes Design/Sammlerstück). Oder wahrscheinlich jede andere Maschine beliebiger Hersteller.


    Wo du aufpassen müsstest, ist dass die Schreibgeschwindigkeit nicht zu hoch wird, gerade bei den Modellen mit Reibwalzen oder Zahnwalzenantrieb (Olympia, TA, usw.) kommen sich sonst die Typenhebel zu eng in die Quere. Olivetti verwendet statt dessen eine patentierte Antriebsfahne, welche die Maschinengeschwindigkeit auf ca.30 Abdrucke/Sekunde begrenzt (Abhängig von der Drehgeschwindigkeit des Antriebsmotors und der Untersetzung) pro Sekunde begrenzt und mit einer Doppelanschlagsperre das Schlimmste verhindert. Das geht prinzipbedingt nur mit der Antriebsfahne, die sich die Ivreaner Anfang der 1960er schützen ließen.

  • Bei einer Editor 5 müsstest du dich übrigens mit Proportionalschrift herumschlagen... Außerdem haben die meisten E5 ein spezielles Carbonfarbband, das kaum noch zu bekommen ist. Aber ein supergeiles Schriftbild! Die würden deswegen auch gerne für Urkunden aller Art verwendet, u.a. Bundesverdienstkreuz usw.


    Versuche besser eine Tekne/Editor 3 oder Editor 4 zu bekommen. Die nehmen die normalen Gewebefarbbänder.


    Und Finger weg von der Praxis 48, die ist heilig!


    Da ist so ein Metallklumpen: https://www.ebay-kleinanzeigen…itor-4/676818677-168-1815

  • Ich würde sagen, hier im Forum fehlt noch eine Rubrik für Schreibmaschinen.
    Sind ja schon einige hier, die neben Computer auch solche Geräte sammeln.
    Ich selbst habe schon 6 Stück bei mir hier rumstehen.


    Björn

  • Da wäre ich dafür! Bitte aufteilen in (Elektro-)Mechanisch und elektronisch.

  • Ich würde sagen, hier im Forum fehlt noch eine Rubrik für Schreibmaschinen.
    Sind ja schon einige hier, die neben Computer auch solche Geräte sammeln.
    Ich selbst habe schon 6 Stück bei mir hier rumstehen.


    Björn


    Da wäre ich dafür! Bitte aufteilen in (Elektro-)Mechanisch und elektronisch.


    Warum nicht eine Rubrik "Papierausgabegeräte" oder so ähnlich. Da könnten dann Drucker, Plotter, Schreibmaschinen, Fernschreiber, Bediendrucker, Papierterminals etc ihren Platz finden

  • Die 3er ist quasi das Basismodell. Die Editor 4 ist eine leicht aufgebohrte Tekne/Editor 3. Und die Editor 5 ist eine Editor/Tekne 3 auf Steroiden...

  • Schönes Bild gefunden: olivetti Editor S14. Die Bezeichnung kannte ich auch noch nich, aber ich gehe mal aus, dass es sich dabei um eine Editor 4 mit elektromagnetischer Ansteuerung über die Tastenhebel handelt. https://www.pinterest.com/pin/368098969530587984/ Der Text dürfte "Elektronisches Schreibsystem Olivetti Editor S14" lauten, damit wäre das dann eine Art Textverarbeitungssystem???

  • Schönes Bild gefunden: olivetti Editor S14. Die Bezeichnung kannte ich auch noch nich, aber ich gehe mal aus, dass es sich dabei um eine Editor 4 mit elektromagnetischer Ansteuerung über die Tastenhebel handelt. https://www.pinterest.com/pin/368098969530587984/ Der Text dürfte "Elektronisches Schreibsystem Olivetti Editor S14" lauten, damit wäre das dann eine Art Textverarbeitungssystem???


    Womit der Nachweis erbracht wäre, daß im Gehäuse genug Platz für sowas ist. Oder ist die zusätzliche Elektromechanik "unter Tisch"?

  • Quote

    Hat zwar keine Druckerschnittstelle, ist aber eine Typenhebelmaschine.


    eine IBM Model C


    Genauso wie diese IBM Model B Input/Output Writer gabs auch das Model C als Computer I/O von IBM.


    Oder von DATICA als Lochstreifen Schreiber... (wie bereits eingangs erwähnt):


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    Suche Rechentechnik aus Deutschland, MDT (Mittlere Datentechnik ) bzw. Computer
    Deutscher Hersteller - z.B. ANKER, AKKORD, CTM, DIEHL/ DDS, DIETZ, FEILER, ISE,
    HOHNER GDC, KIENZLE, KRANTZ, NIXDORF, OLYMPIA, PCS/CADMUS, RUF, SALOTA, S.E.I.,
    SIEMAG, SIEMENS, TAYLORIX, TRIUMPH ADLER - TA, WAGNER, WALTHER, WANDERER,...

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  • Womit der Nachweis erbracht wäre, daß im Gehäuse genug Platz für sowas ist. Oder ist die zusätzliche Elektromechanik "unter Tisch"?


    Loch in der Tischplatte.

  • Sehr schön!
    Erregt bestimmt aussehen bei den Kollgen, wenn du mit deiner "neuen" Tastatur ankommst.
    Leider für Laptops ungeeignet. :-)

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)