Dual Diagnostic Board für den C64

  • Ich möchte euch ein kleines Hilfsmittel zur Fehlersuche an C64 vorstellen: ein DualDiagnostic Board mit 2 Testprogrammen. Einmal das bekannte Dead Test C-64, und das 586220 Diagnose Programm.

    An einem lauffähigen C64 zeigen die Programme die Screens im Anhang. Das Modul ist sauber aufgebaut und besteht im wesentlichen aus einer Platine für den Expansion Port mit Eprom. Das 586220 Diagnose Programm benötigt einen sogenannten Harness, der nicht im Lieferumfang enthalten ist - der verbindet den User-Port mit anderen Ports und das Programm prüft dann, ob Signale, die am User Port gesetzt werden, an den anderen Ports gelesen werden. Ohne Harness zeigt das Programm Fehler (siehe Screenshot), läuft aber trotzdem durch (die angezeigten Fehler kann man ignorieren und das Programm für die restlichen Tests, die keinen Harness benötigen, nutzen).


    Das Dead Test Programm benötigt kein Zubehör und liefert dementsprechend an dem funktionsfähigen C64 keine Fehler. Zum Umschalten ist ein Jumper auf dem Modul vorgesehen. Ein C64 mit zuckendem schwarzem Bildschirm liefert auch mit Dead Test Modul kein Bild. Immerhin schränkt das die Fehlermöglichkeit ein - ich vermute PLA oder VIC.


    Das Board kommt aus Kanada zum Preis von 21 US-$, das sind nach aktuellem Wechselkurs 18,37 Euro - inkl. Versand. Wenn ich mir die Bauteile im Elektronikversand bestelle und Versandkosten mit einrechne, komme ich damit nicht hin (zumal ich keine Bezugsquelle für die Platine kenne). Bedienungsanleitungen liegen als PDF bei. Dort werden auch Tests beschrieben, die man machen soll, wenn kein Bild kommt (z. B. Versorgungsspannungen prüfen!) . Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Modul. In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass es für einen Aufpreis das Modul auch im Gehäuse gibt - da kann ich mangels Erfahrung nichts zu sagen. Ich war wegen des günstigen Preises skeptisch und bin nun positiv überrascht. Einziger Kritikpunkt ist, das auf den optionalen Harness nicht hingewiesen wird, vielleicht werde ich das in meiner Bewertung erwähnen. Die Schaltbilder zum Harness gibts im Netz und da ist nicht viel drin. Mal sehen, ob ich mir sowas selbst baue, wenn ich die Zeit habe.


    Gruß, Jochen

  • So, für Userport und Serialport habe ich mir Dongles gelötet, nur Drahtbrücken, keine Elektronik bis auf 2 LEDs am Userport um +5 Volt und 9 Vac direkt zu sehen - klappt. Die Fehlermeldungen für Userport und Serialport sind weg. Als Grundlage habe ich die Entwürfe von Peter Schepers genommen und vereinfacht. Für die Joystick-Ports probiere ich auch noch, ob das nicht mit Kabel und ein paar Widerständen zu realisieren ist. Für den Kassettenport reichen auch 2 Widerstände, da mangelt es mit aber an einem passenden Stecker - ich will ja keine funktionierende Datasette dafür schlachten. Hat jemand eine Idee, wo ich so einen Anschluß herbekomme?


    Gruß, Jochen

  • Auch der Adapter für die Joystickports lässt sich mit ein paar Drähten und 4 Widerständen realisieren. Ich habe 100 kOhm genommen, in der Dokumentation wird als Wert 110 kOhm genannt und in dem Plan von Peter Schepers sind 120 kOhm verwendet worden, der Wert scheint also nicht kritisch zu sein. Über diese Widerstände werden die PotX und PotY Eingänge mit 5 Volt verbunden. Ansonsten sind nur noch 1-4 und 6 der beiden Joystickports 1:1 zu verdrahten, fertig. Ich habe den ursprünglichen Plan mal angehängt, als Vergleich.


    Was ich nicht verstehe, ist warum der Interrupt-Test fehlschlägt und BAD meldet. Die Dokumentation sagt nichts über eine notwendige Verbindung aus. Die Kombination Timer A:OK, Timer B:OK und Interrupt:BAD soll laut Dokumentation auf einen defekten 6510 hinweisen. Das muss ich mal mit einem anderen Rechner prüfen.


    Gruß, Jochen



  • Die Kombination Timer A:OK, Timer B:OK und Interrupt:BAD soll laut Dokumentation auf einen defekten 6510 hinweisen.

    Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Beide CIAs werden als BAD angezeigt ... hast du diese schon mal in einem anderen Rechner geprüft?


    BTW ... hast du dir auch ein Keyboard Dongle selbst gebastelt?

  • Keyboard und Kassettendongle fehlen (noch). Ob ich mir noch ein Keyboard-Dongle baue, muss ich mir überlegen - ich will diese Checks machen können, ohne das Gehäuse zu öffnen - von daher kann ich für meinen Zweck auf den Keyboard-Dongle verzichten. Die beiden CIAs werden meiner Meinung nach als BAD gezeigt, weil die beiden Dongle noch fehlen. Die Dokumentation sagt folgendes dazu:


  • ich will diese Checks machen können, ohne das Gehäuse zu öffnen - von daher kann ich für meinen Zweck auf den Keyboard-Dongle verzichten.

    ohne keyboard-dongle geht es auch.


    nur folgende 8 tasten gleichzeitig drücken:

    8 ↑ : M RUN/STOP D W DEL


    gruß

    helmut




  • das sind die acht drahtbrücken der tastatur matrix auf dem keyboard-dongle.


    ich war ja auch der einzige der die original commodore diagnostic sets herstellen und

    anbieten durfte, weil es sich für commodore nicht lohnte.


    bei meinen dongels waren keine kabel sondern schon platinen.

    z.b. für das keyboard und das joystick dongle.


    hatte aber auch eigene verbesserte versionen.


    die geräte schaltpläne lieferte ich auch für die händler.

    ich habe meistens oben in der ecke die seitennr. groß eingekreist geschrieben.


    hier mal meine schaltpläne, nach nun mehr als 30 jahren, entdeckt: :)

    http://www.commodore.ca/manual…/pet/8296/324644-1of9.gif

    ftp://www.zimmers.net/pub/cbm/…tics/8296/324644-1of9.gif


    gruß

    helmut

  • Und das funktioniert auch super, wenn man es schafft, die Finger nachher wieder zu entknoten. Ganz im Ernst: mit 2 Händen ist das fast nicht zu schaffen...

    Der Interrupt-Test ist immer noch BAD - kann das damit zusammenhängen, dass ein C64 hierzulande mit 50 Hz statt 60 Hz läuft und damit das Timing nicht mehr innerhalb der im Programm festgelegten Grenzen liegt?


    Gruß, Jochen

  • So mein Testset ist komplett. Der Adapter für den Kassettenport löst auch das Interrupt-Problem (das könnte in der Anleitung deutlicher drin stehen).

    Übrigens passt die Schaltung von Peter Schepers nicht zu meinem Adapter - ich scheue mich zu sagen sie ist falsch, denn das wäre doch bestimmt schon jemandem aufgefallen. Nach dem Schaltplan aufgebaut meldete mein Kassettenport immer noch BAD - nochmalige Kontrolle doch keine Fehler, kalten Lötstellen oder sonst etwas, dass die Meldung BAD hervor rufen könnte. In der Anleitung steht ganz klar drin, wie die Prüfung abläuft. Read und Sense sowie Write und Motor müssen verbunden werden. Adapter entsprechend umgelötet - klappt. Und eine Überraschung - auch der Interrupt-Test meldet OK. Gegenprobe ohne Kassettendongle - Interrupt BAD. Um die 8 Tasten gleichzeitig zu drücken, lasse ich mir von der Schwerkraft helfen. Damit brauche ich meine Finger nicht mehr zu verknoten.

    Als Testboard verwende ich eine späte Version des C64 - siehe Bilder.


    Gruß, Jochen

  • GMP bietet das sehr bewährte CHECK64 an

    Wo denn? G**gle leitet mich auf zig-Seiten lange Threads im Forum64...ohne jetzt alles gelesen zu haben, weiß ich weder Preis noch genauen Lieferumfang.

    Sehe das jetzt erst. Sorry.

    Es gibt hier eine nette Funktion, um eine Person auf einen Beitrag aufmerksam zu machen.

    Einfach ein @ + den Usernamen dahinter und schon wird derjenige informiert. :-)


    Ja, ich habe da was im Angebot und das sieht so aus:




    Mittlerweile werden alle Platinen mit höherwertigeren Goldkontakten geliefert. Das Bild ist also nicht mehr ganz so aktuell.


    Es handelt sich hierbei um einen Bausatz, der folgende Teile enthält:



    1. Platine Cartridge mit allen Kleinteilen + fertig gebranntem EPROM (27256)


    Der EPROM-Inhalt:


    A. ULTIMAX RAM CHECKER (Ultimax-Mode)

    B. C64 Dead Test ROM-Rev. 781220 (Ultimax-Mode)

    C. C64 Diagnostic ROM-Rev. 586220++

    D. C128 Diagnostic ROM-Rev. 789010


    Auf dem EPROM befindet sich ein Aufkleber, mit allen DIP-Schalterstellungen. Ist also alles selbsterklärend.


    2. 50 cm Flachbandkabel mit allen Crimp-Steckern, zum Anschluss für Controllports und Tape-Adapter an Cartridge. Fertig aufgebaut.

    3. Platine Tape Port Adapter mit allen Steckern, zum Anschluss an das Flachbandkabel. -> Durch die Crimp- und Stecklösung, entfällt das lästige Anlöten des Kabels an die Stecker.

    4. Platine Userport Dongle mit Userport-Stecker. Platine einfach an Stecker anlöten - fertig. Das lästige Brückenziehen entfällt somit auch.

    5. Platine Keyboard Dongle f. C64, C128 und C128D, mit allen Steckern.

    6. 2 x DIN-Stecker für Dongle IEC-Port (C64/C128).


    Die Aufbauanleitung und noch weitere wichtige Dokumente gibt es hier: serwonet.de/Retro/CHECK64/CHECK64_Manuals.zip


    Falls Interesse besteht, dann mich einfach mal anschreiben.

    Viele Grüße
    Thomas


    - CHECK64 - C64/C128 (D) Diagnose-Set -> Manuals
    - Anfertigung von Kühlkörperklammern - Kein lästiges Kleben mehr

    - EPROMs auslesen und brennen
    - Veranstaltung Kölner-Retrotreff -> zur Homepage: koelner-retrotreff.de

  • Wie ist denn aktuell der Preis für den Bausatz?

    Hallo Christian,


    35€ + Versand. :-)

    Viele Grüße
    Thomas


    - CHECK64 - C64/C128 (D) Diagnose-Set -> Manuals
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    - EPROMs auslesen und brennen
    - Veranstaltung Kölner-Retrotreff -> zur Homepage: koelner-retrotreff.de

  • GMP ich würde auch eins nehmen

    Gerne. Alles weitere steht in Deiner PM. :-)

    Viele Grüße
    Thomas


    - CHECK64 - C64/C128 (D) Diagnose-Set -> Manuals
    - Anfertigung von Kühlkörperklammern - Kein lästiges Kleben mehr

    - EPROMs auslesen und brennen
    - Veranstaltung Kölner-Retrotreff -> zur Homepage: koelner-retrotreff.de

  • Durch einen dummen Fehler habe ich mir mein DualDiagnostic-Modul zerschossen - der Eprom scheint hinüber zu sein. Da es ein 27C512 ist und ich sowas noch habe, könnte ich mir den (vielleicht) brennen. Hat jemand das Image zum brennen und kann mir das überlassen?

    Gruß, Jochen

  • Nur als Hinweis:

    In Pfinztal bei Karlsruhe verkauft ein Informatikprofessor selbstgebaute Diagnosemodule für rund 18 Euro.

    Sie können neben den DeadTest noch 7 andere Tests durchführen, z.B. Video-Tests, NVRAM, etc.

    Er baut sie selbst und hat aktuell 3 Stück

    suche: Teletype model 33 Fernschreiber, S100-Computer, alte Terminals wie VT100, KIM-1, Apple II (1977), Apple Carry Bag, Apple IIGS, Apple III Titan Card, Microsoft Z-80 Card, LogicAnalyzer mit 120 Kanälen und mehr


    Habe vor kurzen ein Diablo-Laufwerk bei einem Sammler gesehen! Das wird auch von Xerox Alto benutzt.

    Wer irgendwo Hardware, Software oder Handbücher zu Xerox Star, Xerox Alto, Datapoint 2200 sichtet - bitte sofort melden :!:

  • Danke für den Hinweis. Aber ich würde schon gerne mein Diagnostic-Modul in den ursprünglichen Zustand versetzen, damit meine Test-Dongles sicher damit funktionieren. Und die 27C512 kosten 2 Euro. Das wäre für mich die günstigste Lösung.


    Gruß, Jochen

  • Dead Test (781220) ist 4 kB groß, Diag8k (586220) 8 kB. Ein 27C512 hat 64 kB. Ohne Kenntnisse des Moduls wird es schwierig, die richtige Kombination aus beiden zu finden, die da reingehört.


    Kannst du herausfinden, auf welchen Pin der Umschalter am EPROM geht? Er muss irgendeine Adressleitung umschalten. Wenn das bekannt ist, kann man das EPROM-Image erstellen.


    Falls der Schalter nicht auf das EPROM geht, wird vermutlich über die Leitungen ROML und ROMH die EPROM-Bank ausgewählt, dann bitte diese beiden verfolgen, wo sie hingehen.


    Ansonsten fiele mit ein, freundlich in Kanada beim Verkäufer nachzufragen. Es ist ja nicht "seine Software", die er da raufbrennt, also wird er sie schon rausrücken.:)