Drei/Vier Diskettenlaufwerke

  • Moin,


    ich hab einen 386er mit 'nem BIOS das vier Diskettenlaufwerke unterstützt. Ich würde gerne drei Laufwerke installieren (1x 3.5" 2HD, 1x 5.25" 2DD, 1x Gotek).


    Ich hab auch mehrere Super-IO Karten, bei denen sich die Floppycontroller auf unterschiedliche Adressen konfigurieren lassen. Das BIOS erkennt auch beide Controller, das einzige Problem ist, dass ich von dem Laufwerk das am primären Controller angeschlossen ist, nicht lesen kann. Beim Zugriff geht die LED an, aber dann meldet DOS ein leeres Laufwerk.


    Leider hab ich zu einer der beiden IO Karten keine Daten zu den Jumpereinstellungen. Ich hab zwar online eine Karte gefunden, die eins zu eins genauso aussieht, aber die Jumperbezeichnungen sind unterschiedlich und scheinen auch leider nach "Position" nicht zu passen.


    Brauche ich überhaupt die zwei Controller? Die beiden echten Laufwerke lassen sich komplett auf D0-D3 jumpern, das Gotek zumindest auf D0 und D1. Ist es auf dem PC möglich, mit einem Controller drei Laufwerke anzusprechen? Kabel könnte ich notfalls basteln.

  • Hab zu der zweiten Karte ein passendes Handbuch gefunden. Layout passt zwar nicht, aber die Jumperbeschriftungen und Einstellungen scheinen zu passen.


    Ich hab die Controller jetzt vertauscht, gleicher Effekt: Das Laufwerk an dem Controller, das vorher als A: nicht ging, geht am gleichen Controller als B: auch nicht.


    Bin für jeden Tipp dankbar!

  • Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten, 3 oder 4 Laufwerke anzuschließen:

    1. Einen Controller verwenden, der 4 Laufwerke unterstützt.

    2. Zwei Controller verwenden, die jeweils 2 Laufwerke unterstützen.


    Für die erste Lösung kann man z.B. einen Floppycontroller mit einem DP8473 Cotrollerchip verwenden.

    An dem kann man direkt bis zu 4 Laufwerke anschließen.

    Da der Controllerchip auch 4 getrennte Motor Start Signale zur Verfügung stellt, kann man alle gängigen PC Laufwerke verwenden.

    Dabei werden jeweils 2 Laufwerke mit einem PC-Floppykabel (mit verdrehten Leitungen) angeschlossen.

    Man braucht also keine Laufwerke, die sich auf DS3 oder DS4 Jumpern lassen.
    Dieser Controllerchip findet sich z.B. auf dem Seagate ST-02 SCSI-Controller.

    Bei dem ist der dafür erforderliche zweite Floppy-Anschluß (für die Laufwerke 3 und 4) auf der Platine bereits vorgesehen.

    Man muß lediglich noch eine 34 polige Stiftleiste (oder Wannenstecker) einlöten.

    Man findet den Controllerchip auch auf den Adaptec SCSI-Controllern AHA-1522A und AHA-1542B, nicht aber auf AHA-1542C,CF und CP.

    Der zweite Floppy-Anschluß fehlt bei den Adaptecs leider gänzlich, dabei ist also Bastelarbeit angesagt.


    Die zweite Lösung scheitert meist daran, daß sich beim zweiten Floppycontroller zwar die Portadresse umstellen lässt, IRQ und/oder DMA bei vielen aber nicht.


    Interessant ist auch noch die Frage, ob das BIOS Lösung 1. oder 2. erwartet.

  • Sobald ich den zweiten Controller (mit unterschiedlicher Adresse) einbaue, kann ich im BIOS vier Laufwerke einstellen.


    Tatsächlich kann ich bei keiner der Karten die ich habe, IRQ und DMA jumpern. Ich war irgendwie davon ausgegangen, dass das BIOS einfach nur den Controller ansprechen muss.


    Damit wäre dieses Rätsel gelöst und ich muss wohl vorerst mit zwei Laufwerken leben, bis ich 'ne bessere IO Karte auftreiben kann.


    Vielen Dank!

  • Du müsstest natürlich auch noch wissen, welchen IRQ / DMA das BIOS für den zweiten Controller erwartet.

    Die könnten dann aber auch direkt an den Kontakten des ISA Bus umgestrickt werden.

  • Hmm. Ich hab das Handbuch zum BIOS gefunden. Es unterstützt beide Varianten, aber im Fall von zwei einzelnen Controllern teilen die sich DMA 2 und IRQ 6. Soweit ich das verstehe wird der DMA Transfer vom Controller ja auch nur nur gestartet, wenn er per Software angefragt wurde und der Interrupt nur ausgelöst, wenn der Transfer abgeschlossen ist. Das BIOS kann die also problemlos unterscheiden.


    Dann bleibt allerdings die Frage, warum es nicht funktioniert. Ich hab noch nen dritten Controller, den probiere ich dann nachher mal aus.

  • Idee: Wenn du einen 486er oder Pentium-Rechner hättest, dann könntest du auch eine kleine USB-Hub-Karte einbauen (PCI). Daran lassen sich USB-Floppy-Drives 3.5" HD auch betreiben und bei Bedarf zuschalten. Dann hättest du dein drittes Laufwerk nach A:\ und B:\ zur Verfügung.

  • Okay, ich habs mit zwei anderen IO Karten versucht, und jetzt funktioniert es problemlos.

    Sehr cool. Danke an alle, die Denkanstöße gegeben haben.


    Jetzt muss ich nur noch ein vernünftigen 5.25" DS/HD Laufwerk auftreiben, dieses 360K Ding kommt mir im 386 etwas antiquiert vor.

  • Las das 360er Laufwerk drin, denn das kann schöne breite Spuren schreiben. Bei HD-Laufwerken ist die geschrieben Spur schmäler. Die Disks, die du mit dem 360er Laufwerk erzeugst, lassen sich deswegen in manchen alten 40 Track-Laufwerken einfacher lesen, als die vom HD-Laufwerk. Das Problem habe ich z.B. mit meinem CP/M-Olivetti-Krempel, und da ich momentan kein extra 360er Laufwerk in funktionierend habe, muss ich das Zeugs erstauf die M24 übertragen und von dort schreiben, sonst könnte ich einen schnelleren/komfortableren P100 nehmen.

  • JA daran bin ich damals verzweifelt, da ich von einem Verwandten 5,25 Disks 360KB für meinen EuroPC bekommen habe, die am 5,25 HD Laufwerk geschrieben wurden...das war eine Katastrophe. Einen Retro-Rechner mit allen wichtigen Floppys wäre schon cool :)

  • Ah, darüber hab ich gar nicht nachgedacht. Notfalls könnte ich noch ein viertes Laufwerk einbauen, dann müsste aber der Plattenwechselrahmen rausfliegen. Da steckt zwar momentan eh nur ein SD2IDE drin, aber ich fand die Idee cool :tüdeldü:

  • Einem Disketten-Kopier-PC, der für die Arbeit mit Disketten verschiedener Systemen geeignet sein soll, würde ich mindestens 4 Laufwerke verpassen:

    5,25" DD (40 Track / 48 TPI)

    5,25" QD (80 Track / 96 TPI)

    5,25" HD (80 Track / 96 TPI)

    3,5" HD (80 Track / 135 TPI)

    Für einen ordentlichen Kopier-PC reicht das leider auch noch nicht aus. Dafür käme noch hinzu:

    5,25" QD (77 Track / 100 TPI)

    3,5" DD (40 Track / 67,5 TPI)

    3,5" ED (80 Track / 135 TPI)

    8" DD (77 Track / 48 TPI)

    3"


    Dann hätte man zumindest die wichtigsten, die auch eine nenneswerte Verbreitung gefunden haben - wenn man mal die späteren Formate mit deutlich höheren Kapazitäten außen vor lässt.


    Wirklich komplett kriegt man das sowieso eher nicht.

    Es gibt noch einige weitere Formate, deren Verbreitung irgendwo zwischen garnicht und sehr gering liegt.

    Ein paar Beispiele:



    LT-1-disk-front.png

    2"


    2,25"



    3,25"


    4"

  • Wenn ein 3,5" ED-Laufwerk da ist, braucht man kein 3,5er HD-Laufwerk mehr. Alles weitere als die ersten 4 würde ich über einen Kyroflux betreiben.

  • 5,25" QD kann man auch problemlos in 5,25" HD Laufwerken lesen und schreiben. Genauso wie 3,5" DD in 3,5" HD-Laufwerken.

    Offen gestanden sind quasi alle meiner 3,5" DD-Laufwerke HD-Laufwerke bei denen der Schalter zur Medienerkennung nicht bestückt ist. Bei HD-Laufwerken, die man auf DD umjumpern kann, trennt der Jumper auch nur die Verbindung zum Schalter auf.