Olympia Boss Z80 Fehlersuche

  • Das war eine Menge Arbeit bis wir zu dem Punkte gekommen sind, den PAW oben als V24 Logfile eingefügt hat.


    Statt 0100 00 01 steht im Speicher 0100 01 01.


    Bei meinem funktionierenden Boss B hatte der Speichertest keine Fehler gemeldet, also musste das Programm richtig angeschlagen haben.


    Gut, dass ich noch RAM Chips vom Typ 4116 hier liegen und mich an die Huckepack-Testmethode erinnert habe.


    Damit war es dann eine Sache von 10 Minuten den defekten RAM Chip ausfindig zu machen. Die unterste Reihe nahe dem Speicherbank Switcher war meine Vermutung. Der vierte war es dann - der Speicherfehler war weg. Sockel rein, neuen RAM Chip rein ... läuft.


    Antikythera: Erinnerst du dich an das Waiblinger Usertreffen vor ein paar Jahren...jetzt läuft er wieder


    guidol: Ein Netzteil war hier die Ursache und Teil der Lösung.

  • Auch der Boss D läuft! Mit Festplatte!!




    Was war defekt?


    - Netzteil

    - Prozessor

    - Floppylaufwerk

    - Tastatur


    Die beiden letzteren haben "nur" einen Wackelkontakt - manchmal gehen sie, manchmal nicht.

    Den Prozessor habe ich wahrscheinlich durch das Verpolen einer Messleitung selbst auf dem Gewissen.


    Das wichtigste aber war der Ersatz des Netzteils.


    Die Festplatte pfeift wie die Turbine eines Düsenjägers, aber sie läuft. Leider nix Interessantes drauf - der Rechner wurde für die Finanzbuchhaltung eingesetzt. Die Frage ist, ob man das Lager schmieren kann und sie dann wieder leiser wird!?


    rfka01: Danke nochmal für diesen besonderen Rechner! Ich schicke Dir dann den geliehenen Festplatten Controller zu.


    Im Handbuch steht, dass man sie hälftig partitionieren kann: Prologue auf der einen und CP/M auf der anderen Partition. Aber das mache ich ein anderes Mal.


    ::pc::

  • Mein Boss System macht mir mal wieder Kummer. Habe in den letzten Monaten zwei geöffnete Maschinen dastehen, die nicht mehr richtig laufen.


    Wenn ich mich recht erinnere, ist der Rechner plötzlich mitten im Betrieb eingefroren und auf dem Bildschirm war ein helles Flimmern zu sehen. Ein Reset hat den Rechner wieder zum Leben erweckt, aber das Problem trat nach ein paar Minuten wieder auf.


    Die Fehlersuche beginnt also von Neuem:


    1. Deadtest ROM

    1. 1 Mainboardtest - Alle Peripherie abstecken und den Deadtest von PAW laufen lassen

    Ergebnis:

    - Test funktioniert und gibt über die V24 Schnittstelle das Ergebnis des Speichertests aus.

    -> RAM ist in Ordnung

    -> Prozessor, Memorycontroller und Serieller Schnittstellen Chip i.O.


    1.2 Grafikkarte einstecken, Monitor verbinden und Deadtest laufen lassen, um zu sehen, ob die Grafikkarte das ganze System blockiert- Test funktioniert und gibt über die V24 Schnittstelle das Ergebnis des Speichertests aus.

    -> Kein elektrischer Supergau auf der Grafikkarte

    -> Kein elektrischer Supergau im Monitor


    2. Boss Original ROM

    2.1 ROM Inhalt überprüfen

    -> Eprom enthält das Original "BIOS"


    2.2 Verschiedene Grafikkarten ausprobieren

    Grafikkarte #4 im hintersten und vorletzten Steckplatz:

    -> Monitorausgabe mit gleichem Flimmern wie beim Deadtest

    Keine Veränderung des Flimmerns durch einen Druck auf den Reset Knopf


    2.3 Verbindungskabel zwischen Grafikkarte und Mainboard

    Kabel #1 - bei den vorigen Tests verwendet.


    Kabel #2 - Netzteil läuft nicht an!!

    -> Kurzschluß !?

    Kabel durchgemessen -> Kein Kurzschluss im Kabel und in den Steckern

    Erneut angesteckt: Netzteil läuft an -> War das Kabel beim ersten Test versetzt aufgesteckt und hat einen Kurschluss verursacht!??



    2.4 Monitor als Fehlerquelle ausschließen:

    Monitor läuft an einer anderen lauffähigen Maschine


    2.5 Monitoranschluss am Mainboard

    -> Alle Pins sind vorhanden und gerade

  • Immer noch bei 2.3 Verbindungskabel zwischen Grafikkarte und Mainboard:


    Jetzt verhält sich das System plötzlich ganz anders:

    Erst das Flimmern wie zuvor, aber beim Druck auf den Resetknopf verändert sich die Ausgabe.

    Beim nächsten Aus/Ein-Schalten ist der Bildschirm schwarz, aber auch Druck von Reset kommt kurz ein kleiner Streifen kurz auf den Bildschirm.

  • Kannst Du Bilder vom Flimmern einstellen? Bist du sicher, dass das Netzteil stabile Spannung (bei vollständigem Stromverbrauch mit allen eingesteckten Karten und Laufwerken) liefert?

    Soweit ich deine Fehlerbeschreibung verstehe läuft der Rechner ja grundsätzlich (zumindest mit dem RAM Testprogramm). Demnach kann ja eigentlich nur die Grafikkarte selbst defekt sein, oder es gibt eben ein Stromversorgungsproblem.

    Ich hatte bei meinem Alphatronic P3 ein ähnliches Problem, da war der CRT Controller auf der Videokarte defekt (und bei einer zweiten Karte hat ein defekter Elko einen Kurzschluss verursacht). Der defekte Elko war schnell gefunden und entfernt, den CRT Controller hatte ich "auf Verdacht" getauscht (ist ohnehin gesockelt und Ersatz ist leicht erhältlich).

  • Überprüfung der Spannungen am Mainboardanschluss mit einem Digital-Oszi:


    +5V: Vavg=5,1V Vmax=5,3V

    +12V: Vavg=12,4V Vmax=12,6V

    -12V: Vavg=-11,5V Vmax=-11,2V


    Sind also in Ordnung. Ich habe ja ein modernes PC-Netzteil angeschlossen - habe da jetzt keine Probleme erwartet.

  • Und das ROM ist mit Test im zweiten Rechner auch ok?

    Bootet der Rechner eigentlich?

    Das Speichertestprogramm überprüft ja wohl nur CPU+RAM+V.24, das schließt ja Fehler in Bustreibern oder Adressbausteinen (falls die Karten Memory-Mapped arbeiten) nicht aus...

  • Und das ROM ist mit Test im zweiten Rechner auch ok?

    Bootet der Rechner eigentlich?

    Habe ich nicht getestet, da mein Eprommer mit Verify das Eprom als identisch zur Datei anzeigt.


    Als die Floppys noch drin waren vor Monaten hat er nicht gebootet.


    Ich will meine dritte Maschine nicht auch noch zerlegen...wird hier langsam eng.


    Das Speichertestprogramm überprüft ja wohl nur CPU+RAM+V.24, das schließt ja Fehler in Bustreibern oder Adressbausteinen (falls die Karten Memory-Mapped arbeiten) nicht aus...

    Das wären jetzt meine nächsten Testkandidaten - der 8257 DMA Controller z.B. wird beim Speichertestprogramm nicht überprüft, nehme ich an.

  • Alle gesockelten Chips funktionieren in der lauffähigen Testmaschine:


    8257

    Z80

    2716 Eprom

    D765

    8255

    2651

    9519


    Beide defekten Mainboards sind bei den Tests mit dem Festplattencontroller kaputt gegangen. Vielleicht ist irgendwas am Erweiterungsbus defekt. An diesem hängen ja Grafikkarte und der Festplattenkontroller.


    Muss die Schaltpläne mal konsultieren, die ich habe.

  • Das Boss D brachte gerade für eine Minute die Einschaltmeldung und der Cursor blinkte. Davor hatte ich gerade die Floppys und die Tastatur abgesteckt.


    Dann wurden ohne angeschlossene Tastatur Tasten gedrückt und nach der fünften Taste wurde der Bildschirm schwarz.


    Sind hier Geister am Werk ? Habe ich den Rechner ins Reich der Untoten befördert? :skull:


    Konnte das gerade nochmal reproduzieren. Der Ablauf ging nur schneller von statten.


    Beim Biegen an der Platine lies sich das Abstürzen reproduzieren. Wackelkontakt oder teilweise defektes Bauteil!?


    Und nun läuft er seit ein paar Minuten....Cursor blinkt, wie wenn nichts gewesen wäre.

  • Es scheint Geisterstunde zu sein:

    Tastatur, Floppys angeschlossen und das Boss D Mainboard bootet in Prologue.


    GBasic geladen und eine Grafikdemo ausgeführt: Läuft.


    Lasse das Ganze jetzt mal eine Weile laufen...

    • Official Post

    Beim Biegen an der Platine lies sich das Abstürzen reproduzieren. Wackelkontakt oder teilweise defektes Bauteil!?

    IC-Sockel?

    Nach dem Bild in Post #51 hast du anscheinend auch die IC-Sockel, die beim TRS80 von retroguy ein Problem hatte,

    RE: WHAT THE F*CK is THIS?! Wir raten Retro-Gedöns

  • Nach allem was ich gelesen habe, würde ich auch auf korrodierte Kontakte bei den ICs und/oder Bus tippen. Die Beine der ICs lassen sich am besten mit Lederstäbchen

    https://www.amazon.de/Reinigun…12-mm-breit/dp/B00Q6FKC06

    und Sidol reinigen. Hinterher gut reinigen!

    Bei den Buskontakten ist es natürlich sehr schwierig, evt. hilft mehrfaches Stechen der Karten

  • Hier ein Video, das die Monitorausgabe zeigt wenn der Fehler auftritt.

    Hm, da scheinen aber zwei Fehler aufzutreten: Kein korrektes Vsync Signal und fehlerhafter bzw. nicht initialisierter Bildschirmspeicher. Ich würde doch annehmen, dass zumindest Vsync direkt auf der Videokarte erzeugt wird. Diese hast Du ja erfolgreich im zweiten Rechner getestet. Es kann also eigentlich keinen echten Hardwaredefekt auf der Karte geben, sondern allenfalls ein Problem durch fehlerhafte Initialisierung bzw. durch Störungen am Bus. Ich habe leider zu diesen Rechnern keine weiteren Unterlagen bzw. Erfahrungen, BOSS fehlt leider noch in meiner Sammlung ;)

  • Das Basicprogramm mit der Grafikausgabe ist eine Stunde ohne Absturz gelaufen. Auch jetzt lässt sich der Rechner reseten und neu booten ohne Fehler.


    Aus- und Einschalten laufen einwandfrei.


    Es sieht nach einem Wackelkontakt aus. Werde alle ICs und deren Sockel mal unter die Lupe nehmen.

  • Zwischenstand der Wiederbelebungspatienten:


    Der Boss D läuft weiterhin ohne Aussetzer. Habe die Ursache ncht finden können.


    Der problematische Boss B zeigt einige Lebenszeichen bis hin zu einer kurz auftauchenden Einschaltmeldung mit heftigen geflickere und wirren Zeichen auf dem Bildschirm:



    Ich habe die Resetschaltung unter die Lupe genommen und einen 74LS123 getauscht, der für die Zeitsteuerung des Resetsignals zuständig ist. Das hat das Problem noch nicht (ganz) gelöst.

    Auch bei dieser Maschine ist der Speicher und der Prozessor prinzipiell lauffähig.


    Am Expansionsport habe ich die Adress- und Datenleitungen untersucht und Signale gemessen, die heftige Überschwinger in den negativen Spannungsbereich haben. Diese sehen bei der funktionierenden Boss D Maschine aber genauso aus.


    Werde jetzt mal die Taktgenerierung auf der Hauptplatine anschauen. Vielleicht ist das Signal irgendwie grenzwertig, so dass der Prozessor zwar einzeln läuft aber beim Einbinden der Peripherie das Signal zu einem Durcheinander führt.

  • Hallo zusammen,

    jipiii, der zweite Rechner läuft !!!! :dsc:


    Mittlerweile hatte ich sogar angefangen die ROM Routinen mit Breakpoints zu versehen, um der vermuteten Ursache (Aktivierung der Peripheriechips) auf die Spur zu kommen und den Fehler einzugrenzen. Dabei habe ich festgestellt, dass Memcopy Routinen zum Einfrieren des Rechners führen.


    Wie oben beschrieben, hatte ich den Speicher vor Wochen als erstes getestet und der Test hat den gesamten Speicher als OK ausgegeben. Jetzt den gleichen Speichertest nochmal ausgeführt: Speicherfehler!!


    Den defekten Speicherchip getauscht und den Olympia Rechner zusammengebaut und getestet: Es funktioniert alles: Floppy, Tastatur, Harddiskcontroller und die Seagate ST-506 Harddisk mit 5 MB Speicher!


    Ein "mal gehts-mal gehts nicht" Problem. :ätsch:


    Ohne PAW hätte ich das ziemlich sicher nicht geschafft. Danke auch nochmal hier!


    Einen schönen Abend

    Aquarius

  • Es ist immer noch oder schon wieder ein Wurm drin im Speichersystem des Boss B.


    Morgen besucht mich willers und wir wollen mit der Maschine aktiv sein.


    Es ist zum verzweifeln. Habe den dritten RAM Chip gesockelt und bekomme weiterhin Speicherfehlermeldungen. Meist am gesockelten Chip bei Adresse $C000 - kann es sein, dass einer der anderen Chips in dieser Bank einen mir bisher nicht bekannten Defekt hat, der andere Chips der selben Bank behindert? Die Speicherfehler kommen jetzt immer in dieser Speicherbank vor. Im Bereich C000-C02D und im Bereich DA00-DA5D


    Spannungsversorgung der RAMs hatte ich auch schon in Verdacht und einen LM320-5.0 aka LM7905 ausgebaut und die -5V per externem Netzteil eingespeist. Die Spannungen -5V, 5V und 12 V an den RAMs sind Tolleranzbereich. Kein besonderer Ripple.


    Manchmal gehts manchmal nicht. Zum Teil lief der Rechner mehrere Minuten ohne Probleme.


    Die Bank von C000-FFFF wird etwas wärmer als die anderen drei - sagt das in diesem Fall irgendwas aus?

  • Bist Du sicher, dass es an den Chips und nicht den Adress-Decodern liegt?

  • Mit denen hab ich mich noch nie beschäftigt. Könnte das so ein Verhalten verursachen?


    Habe hier folgende Chips, die mit der Ansteuerung des RAM zu tun haben:


    74LS139:

    Wählt die vier verschiedenen Bänke aus über die Adressleitungen 14 und 15.


    74LS244


    74LS245


    74LS373


    74LS157


    Hier ein Bild des Mainboards.

  • Quote from Aquarius

    Es ist zum verzweifeln. Habe den dritten RAM Chip gesockelt und bekomme weiterhin Speicherfehlermeldungen. Meist am gesockelten Chip bei Adresse $C000 - kann es sein, dass einer der anderen Chips in dieser Bank einen mir bisher nicht bekannten Defekt hat, der andere Chips der selben Bank behindert? Die Speicherfehler kommen jetzt immer in dieser Speicherbank vor. Im Bereich C000-C02D und im Bereich DA00-DA5D

    Nur so mal zum Nachdenken ...


    Die Chips 4116 (laut deinem Bild) der gleichen Bank hängen alle gemeinsam an den Adressleitungen. Die Datenleitungen sind aber getrennt, da jeweils nur 1 Bit. Wäre ein Chip aus der gleichen Bank defekt, dann würde er vermutlich verschiedene Bits in der Bank stören.


    Frage: ist nur ein bestimmtes Bit (ich meine Datenleitung D0 bis D7) betroffen, oder verschiedene? Also wenn in den oben angeführten, fehlerhaften Adressbereichen einzelne oder mehrere Datenleitungen betroffen sind. Ich nehme an, es war nur eine Leitung, da du von Auswechslen eines einzelnen Chips geprochen hast. Was war mit deiner "Huckepack"-Methode. Ging das nicht?


    Ist nur immer dasselbe fehlerhaft, dann könnte es auch ein RAM aus einer anderen Bank sein, weil die hängen ja auch an den gleichen Datenleitungen (möglicherweise auch an den Adressleitungen).


    Möglicherweise spielen auch, wie gpospi schon sagte, Addressdecoder oder Bustreiber eine Rolle.


    PAW

  • Hier einige Speicheradressen, die im Speichertest von PAW als fehlerhaft gemeldet werden:


    C039

    DA55

    DA2D

    DA19

    C02D

    C00D

    DA29

    C001

    C029

    C200

    CE29

    C030

    C02C

    DA10

    C201


    Hier die Bitwerte der Fehlerstellen:

    C0391100 0000 0011 1001
    DA551101 1010 0101 0101
    DA2D1101 1010 0010 1101
    DA191101 1010 0001 1001
    C02D1100 0000 0010 1101


    Es sind viele ungerade Adressen, aber nicht nur.


    Ich verstehe auch noch nicht, wie ein einzelner CHip innerhalb einer Bank angesprochen wird.

    • Official Post

    Ich verstehe auch noch nicht, wie ein einzelner CHip innerhalb einer Bank angesprochen wird.

    Wird ja nicht. Jeder Chip spiechert 1bit (pro Adresse). Es werden immer 8bit gelesen oder geschrieben.

    Hier einige Speicheradressen

    Sind es immer die gleichen Adressen? Und welches Datenbit(s) ist/sind nicht ok? Immer gleich?