Falcon: komisches Floppy Problem

  • Ich bin seit Neuestem ein stolzer Falcon Besitzer.

    Der Computer ist in sehr gutem Zustand, kein Staub, keine Korrosion.

    Es gibt ein Problem mit der Floppy: die Dateien können manchmal ohne Probleme geladen werden, aber nach ein paar Ladevorgängen (z.B. bei der Installation von etwas) gibt es Lesefehler - sowohl beim originalen Laufwerk als auch beim Gotek.

    Tatsächlich lässt sich der Fehler so reproduzieren: Auf Laufwerk A doppelklicken, wenn dann das Inhaltsverzeichnis korrekt angezeigt wird, ESC Taste drücken, dann wir (ohne erneuten Ladevorgang) das Inhaltsverzeichnis nur als lauter Unsinn angezeigt. Nochmal ESC drücken und es wird wieder normal angezeigt, es ist aber nicht möglich, hiernach eine Datei zu Laden (TOS Error #35), nochmal drücken - Unsinn, usw.

    Woran könnte das nur liegen?

  • Kann man das trotzdem irgendwie tauschen?

    Auslöten, 34er Wannenstecker rein, PC-Floppykabel nehmen...


    Achtung dann:

    • Wenn das Kabel einen Dreher drin hat, dann am Kabelende das Laufwerk auf DS1 umstellen
    • Oder Kabel vor dem Dreher, also hinter dem ersten Stecker, abschneiden und den (ehemals) mittleren Stecker nehmen. Der Falcon kann sowieso (ohne weitere Hardwarebastellei!) nur ein Laufwerk ansprechen.

    Ps:

    • Hoffentlich ist nicht der AJAX-Floppycontroller karpott, den gibts nur noch bei best-electronics, und die lassen sich den mit Gold aufwiegen.
    • Floppylaufwerk mal tauschen, du kannst bekliebige HD-Floppylaufwerke für PCs nehmen.
    • Floppylaufwerk mal putzen, vielleicht ist nur der Kopf verdreckt. Oder Elko-kur auf dem Laufwerk...
  • Jetzt habe ich einen Hinweis, dass das Problem woanders liegt.

    Aus Spass habe ich mal die SD Karte aus dem SD-IDE Adapter genommen, so dass der Rechner von der Floppy bzw. Gotek startet.

    Siehe da, keine Probleme. SD Karte rein und boot von HDD: rumms, die alten Probleme.

    Verträgt der SD-IDE Adapter sich nicht mit dem Falcon?

    Empfehlung für einen, der nachweislich funktioniert?

  • Die Fehlerbeschreibung sieht für mich ziemlich deutlich nicht nach einem Floppy-Fehler aus, da die Daten fehlerhaft angezeigt werden, ohne daß sie neu gelesen werden.

    Da würde ich eher auf einen RAM-Fehler oder fehlerhaft geladene Treiber/Betriebsystemteile tippen.

  • Ich habe jetzt einmal eine andere SD Karte genommen, aber es ist wieder das gleiche Spiel.

    Die HD Install Software lädt from Gotek ohne Probleme.

    Auch diverse Floppies from ST mit Spielen laufen ohne weiteres.

    Aber sobald ich die HD eingerichtet habe (mit der kostenlosen ICD Software), gehen die Probleme los.

  • Hab ich keine Erklärung dafür. Ich nutze HDDRIVER und habe keine Probleme. Am IDE verwende ich einen Master/Slave IDE zu CF-Adapter mit zwei CFs drin, gelegentlich statt der zweiten CF auch mal einen CF-zu-SD-Adapter mit einer 2GB SD drin. (Das Ganze ist von extern erreichbar, weil ich die originale TEAC Floppy gegen ein Slimline-Floppy ausgetauscht habe, da ist jetzt unter dem Laufwerk der CF-Adapter von Außen erreichbar).

  • Ist der SD-IDE Adapter leicht zu entfernen? Hast Du die Möglichkeit, stattdessen eine echte IDE Platte oder einen anderen Adapter anzuschließen? Das würde den Fehler ja schon mal etwas eingrenzen.

    Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


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  • Die Ataris arbeiten "ganz normal" mit FAT16-Dateisystem innerhalb der Partitionen, bekannt aus Funk und Fernsehen... von MS-DOS und Windows. beim Partitionsschema gibts aber Unterschiede:


    Ich mache das zum beispiel bei meinen Falcons so:


    1. Zur Erhöhung der Kompatiblität zum Partitionsschema von PCs verwende ich HDDRIVER plus BIGDOS.

    • a) Sehr wichtig ist hier, also bei IDE, das Thema "Byte-Swap", Intel-Prozessoren verwenden das "Little Endian" Format um 16 Bit Zahlen darzustellen, Motorola das "Big Endian" Format, das heißt ein 16 Bit-Wort ist aus der jeweilgen anderen Prozessorsicht "verkehrt herum", die Reihenfolge von Low und High Byte vertauscht (Beispiel: Big Edian die Dezimalzahl 255 = 00FFh, Little Endian Dezimal 255 = FF00h). Da das 16 bittige IDE-interface für IBM-kompatible Rechner entwickelt wurde, ist das "Little Endian", muss also für BigEndian-CPUs ein 16 Bit Wort "herumgedreht" werden, low und high Byte tauschen... HDDRIVER kann das, nennt sich "Byte-Swap", kostet aber etwas Geschwindigkeit. Somit sieht dann der Motorolaprozessor die Steuer-Register im IDE-Laufwerk "Richtg herum", und das gleiche gillt für die auf dem Laufwerk liegenden Daten.
    • b) Das Partitionsschema zwischen Atari und MS-DOS ist ab bestimmten Partitionsgrößen "anders", da beide Betriebssysteme das Zusammenfassen von 512-Byte-Sektoren zu logischen "Clustern" (kleinste beschreibbare Verwaltungseinheit) ursprünglich anders verwalten, das ist nur bis 32 MB/Partition gleich. "Bigdos" und begrenzt auch HDDRIVER selbst bringt dem ATARI das Bigdos-Partitions/Clusterschema von MS-DOS ab 4.01bei. Nebenbei verdoppelt Bigdos auch noch die jeweils von der TOS Version abhängige Partitionsgröße (TOS 1.00* = 32 MB, TOS 1.02-3.06 512 MB, TOS 4.0x 1 GB) * TOS 1.00 sollte man nicht unbedingt für den Plattenbetrieb benutzen, zu fehlerhaft... Und nebenbei patcht BIGDOS das TOS so, dass Laufwerksbuchstaben von A: bis Z: und von 0: bis 9: angesprochen werden können, also letztlich 34 Festplattenpartitionen/Wechsellaufwerke/... (da braucht man schon eine gute Fileselectbox im AUTOORDNER dass man an die Partitionen außer am Desktop noch dran kommt... Aber so kann man z.B. auf dem Falcon eine 70 GB Platte fast vollständig mit TOS-Partitionen ansprechen...)
    • c) Man kann statt HDDRIVER auch andere Plattentreiber benutzen, für Bigdos ist aber Vorraussetzung, dass der Plattentreiber die XHDI-Spezifikation erfüllt, das sind derzeit nur HDDRIVER und CHBD (neuester "Scheinbenkleister"), evtl. auch der ICD-Treiber. Daneben gibts noch Pera-Putniks Treiber (PP), der kann auch ohne BIGDOS mit großen PC-FAT16-Partitionen und Byteswap umgehen, der ist aber nicht kompatibel zu anderen Plattentreibern auf dem Atari, das heißt, hier wird ein Datenaustsich unter mehreren Ataris erschwert. Der PP-Treiber kann auch mit einem speziell gedrehten IDE-Kabel betrieben werden, so dass kein Software-Byteswap mehr notwendig ist, auch HDDRIVER kann das inzwischen, aber soweit ich weiß, kann man von so einem IDE-Laufwerk (und Kabel!) weder mit dem HDDRIVER noch PP booten, weil die TOS-Routinen zum Booten des Plattentreibers von einem IDE-Laufwerk natürlich immer noch von Big Endian ausgehen... Und wenn man schon einen Plattentreiber kaufen muss, dann doch den besseren HDDRIVER, beide bekommt man nicht umsonst... (und der Pera ist ein ziemlicher... muss man nicht auch noch belohnen...) Es geht aber noch besser: Das Lightning-IDE-Interface (z.B. für den TT - nicht aber Falcon!) kann "Smart-Swap", das heißt je nachdem ob über IDE Daten von der Platte gelesen/geschrieben werden oder auf Steuerregister zugeriffen werden soll, wird vom IDE-Interface Little- oder Big-Endian benutzt (also automatisch Byte Swap oder nicht), was die Performance erhöht, damit kann aber nur HDDRIVER umgehen.
    • d) Byteswap-Unterstützung ist NUR bei IDE notwendig, weil ACSI und SCSI nur 8 Bit breit sind, da kommen die Bytes automatisch in der richtigen Reihenfolge.
    • e) Achtung: Für den Falcon ist eine spezielle BIGDOS-Version (BIGDOS_F.PRG) notwendig, und es muss unbedingt als LETZTES Programm im Auto-Ordner liegen!!! Das ist aber in der ZIP-Datei mit drin. Für die anderen Ataris muss man das normale Bigdos nehmen und es sollte im AUTO-Ordner möglichst weit vorne liegen.

    2. Ich habe einen CF-Adapter für 2 CF Karten. Die erste CF bleibt fest drin, die ist in "Big Endian" damit der Falcon davon den HDDRIVER booten usw. kann, die CF hat übrigens 32 GB, die erste Partition hat 1 GB, weil der Falcon nur bis 1 GB booten kann, irgendwie muss er ja den Plattentreiber und Bigdos aus dem Sumpf ziehen, die anderen 15 Partitionen haben 2 GB, diese anzusprechen erledigt BIGDOS.PRG in c:\AUTO. Die Zweite CF ist 2 GB groß und wurde am PC in eine 2 GB Partiton eingerichtet, also "Little Endian", HD-Driver führt automatisch den Byte-Swap durch, BIGDOS verdoppelt auch hier wieder die maximale Partitionsgröße auf 2 GB. Diese 2. CF wird bei Bedarf munter zwischen PC und Falcon hin und her getauscht (dazu den Falcon immer schön brav ausschalten, der ist auf IDE nicht hotswap-fähig!!! Theoretisch könnte diese zweite CF auch auch 4, 8, 16, ... GB groß sein, und auch aus lauter 2 GB Partitionen bestehen, aber viele Windows-Versionen haben Probleme mit in mehrere Partitionen aufgeteilte Wechselmedien, sprich Windows 2000...8 sehen nur die erste Partition, erst Win 10/11 kann das wieder. Aber 2 GB am Stück zum Falcon rüberschieben das ist schon eine Menge Holz...

    • Anmerkung: Wenn du MiNT installierst, kann der Atari auch mit beinahe beliebig großen EXT2 und FAT32 Partitionen umgehen... Aber MiNT ist nur mit einem Atari mit mehr als 4 MB RAM sinnvoll einsetzbar und ordentlich CPU-Power (TT, Falcon, PAK68/3+FRAK+..., Twister, ...) sinnvoll nutzbar. (z.B. EASYMiNT Distribution) - das ist aber kein Betriebssystem für Spiele usw... Für MiNT ist außerdem HDDRIVER Pflicht, der übrigens auch bei terrabyte großen Platten nicht streikt...


    3. zum hin und her kopieren von Daten von der zweiten CF auf eine Partition der ersten Partition nehme ich "KOBOLD 3.5", ein leicht an Norton Commander erinnerndes Kopierprogramm (als ACC), welches viel schneller ist als die Kopierfunktion vom Desktop.


    Andere Datentransfermöglichkeiten

    - SCSI-Zip am Falcon

    - ParCP-USB

    - Netzwerkkarte "NetUSBee", MiNT und dann ein NFS-Share im Netzwerk mounten

    - Netzwerkkarte, STiNG, FTP-Protokoll

    - USB-Stick mit Treiber an NetUSBee

    - ...

  • HDDRIVER plus BIGDOS verwenden, fertig.

    So (noch ohne Bigdos) läuft das bei mir im MegaST, MegaSTE und Falcon sei vielen Jahren. Im Falcon auch mit der Doppel-CF Lösung. Eine für das (wechselbare) System, eine für den Datentausch. Einmal durch mit Handbuch, und man kann sich am System freuen. Die paar Euro hab ich dem Author auch gern gegeben.

  • So, nun ist der CF-IDE Adapter da, aber das Problem ist das gleiche.

    Ich kann von Floppy problemlos booten und die HD einrichten, von HD booten einrichten.

    Dann Neustart und der Versuch, MultiTOS zu installieren - zack, nach der 3. Datei oder so Lesefehler, Floppy danach nicht mehr les- oder beschreibbar.

    HD funktioniert prima, nur dass ich nichts drauf bekomme.

    Woran könnte es nur liegen?

    Und was kann ich als Workaround machen, wenn ich nun Floppies tatsächlich nicht verwenden kann?

  • HDDRIVER ist sein Geld wert, der Uwe Seimet ist seit Jahrzehnten mit der Software auf dem Markt und bringt regelmäßig Patches und Erweiterungen. Außerdem hat er sich in die RaSCSI Entwicklung eingebracht, dem gönne ich jeden EUR.


    Open Source wäre natürlich toll, nur zweifle ich daran (kaum zu glauben, dass ich sowas als Linux-User seit 1994 schreibe... :fp: ), dass die Atari-Community groß genug ist, damit so ein Projekt wirklich lebt.

    Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Es gibt übrigens auch Adapter in Form einer CF Karte, der seinerseits 2 MicroSD Karten aufnimmt. Hab 2 davon hier liegen. Müßte ich mal ausprobieren, ob der für sowas auch geht. Spart Platz.

  • Oh ja schau mal!

    Ich lese gerade viel über den Falcon und ich habe gerade was vom RTC Dallas Chip gehört. Muss ich den in meinem Falcon austauschen, oder nur dann, wenn etwas nicht funktioniert? Wenn es nur um die Uhr geht, ist mir das eigentlich egal.

    Und dann noch: Exxosforum sagt, dass die 14MB RAM Erweiterung nur eingesetzt werden soll, wenn die Elkos des Netzteils ausgetauscht sind. Meinungen dazu? Sorry, ich sollte für die Sachen wohl eher einen neuen Thread anfangen.

  • Es gibt übrigens auch Adapter in Form einer CF Karte, der seinerseits 2 MicroSD Karten aufnimmt. Hab 2 davon hier liegen. Müßte ich mal ausprobieren, ob der für sowas auch geht. Spart Platz.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die helfen können. Könnte auch modellabhängig sein. Ich hatte mal einen da, der hat aus zwei SD-Karten ein Laufwerk gemacht, also quasi ein Raid 0 oder sowas, der ist dann nicht hilfreich weil der Rechner ein Laufwerk sieht, was doppelt so groß ist, wie eine einzelne Karte.

  • Der 2x CF Reader und die Karten sind jetzt da.

    Ich habe eine 256MB als Master und eine 2GB als Slave.

    HDDRIVER Utility sieht aber nur die Master, von der 2GB ist nichts zu sehen.

    Mach ich irgendwas falsch? Fehlt noch was?

    Für die Installation von Bigdos habe ich eine AUTO Ordner auf C: angelegt und BIGDOS.PRG da reingepackt. In der Readme von Bigdos steht, dass Bigdos als erstes geladen werden soll. Wie ändert man in dem Ordner denn die Reihenfolge? Beim Neustart wird jetzt zuerst HDDRIVER geladen, danach Bigdos. HDDRIVER ist ja nicht im AUTO Ordner, sondern im Root Directory von C:.