Sie schreibt vorwärts und rückwärts...

  • auch 3"er für Nintendo

    Oh, das ist mir neu.

    Aber die Konsolen sind nie so mein Feld gewesen. Wie verbreitet war das (außerhalb Japans)?

    Wie ich Nintendo einschätze waren die Disketten doch sicher sehr proprietär und nicht an anderen Systemen nutzbar, oder?

    (Sorry 1ST1 für leicht OT:tüdeldü:)

  • Ich hoffe, du hast das System erhalten. 55 Zeichen/s ist für einen Typenraddrucker ziemlich flott.

    Leider nein... :(


    Hatte das Teil 1989 oder 90 wieder verkauft... und das seither öfters bedauert.

    War der Drucker mit dem coolsten Sound (hat man im ganzen Haus gehört) und der beeindruckendsten Action-Optik, den ich je hatte.

    Andererseits, Qume war kein Massenhersteller, sondern teures Highend (Tochterfirma von Exxon), und Typenräder wie Farbbänder waren nur bei den wenigen Vertragshändlern erhältlich... mangels Rädern und Bändern wäre das Teil heute wohl nutzlos...


    Und ja, es gab sehr wenige Typenraddrucker, die noch schneller waren.

    Der schnellste mir bekannte war das NEC Spinwriter Topmodell, machte 80 Zeichen/sec.

    Aber eigentlich war das kein Typenraddrucker, sondern Typenkorbdrucker.

    Die schnellsten mir seinerzeit bekannten "echten" Typenraddrucker machten "nur" 65 Zeichen/sec.

  • Es gab auch die Olivetti DY-Serie, die auf dem Druckwerk der ET 225 Büroschreibmaschine basierten. Da war auch einer dabei, der 80 Zeichen schaffte, der DY-800. Wenn der mal nicht richtig eingestellt war, hat er die Typenräder innerhalb weniger Zeilen kaputt gemacht. Einen DY-350 oder 400 hätte ich beinahe mal gehabt.

  • Fortsetzung, Mein neuestes Etwas ist ein Buch... Ein Buch, das Arbeit macht...


    Anleitung zum Selbst-Studium... Ich werde jetzt Sekretärin... Nene...


    Aber dick ist es schon, 20 Kapitel


    Bisher hatte ich nur diese Anleitungen. Und eine ET 231 Schreibmaschine dazu. Nein, eigentlich sogar zwei Stück. Die zweite habe ich schon etwas länger, und eigentlich reicht das. Doch dann wurde diese zweite 231 angeboten, und sie lag auf dem Weg, und sie war günstig(er als die erste). Als ich die Beiden (nacheinander) bekam, hatte ich nichtmal Zeit, sie auszuprobieren, was ich heute nachgeholt habe. Die zuerst erworbene Maschine macht garnix, vermutlich Netzteil, ich habe das Technikerhandbuch, da ist der Schaltplan drin, also wahrscheinlich machbar.


    Die zweite ET 231 ließ sich einschalten, Display zeigt ein Rechteck als Separator zwischen Texteingabe-Feld und Zeichenzähler an, welches gleichzeitig den Füllstand des Speichers anzeigt, und fährt den Druckkopf nach links, dreht das Typenrad in Grundstellung, und ich kann die Shift-Feststelltaste drücken und sie leuchtet dann. Also nicht ganz tot. Aber es erscheint im Display nicht "AUTODIAGNOSE", welches anzeigt, dass sie RAM, ROM, IO-Bausteine usw. durchtestet.


    Aus dem Servicehandbuch der ET 231. Jede zweite Diagnose endet mit "Change Logic Board", auch bei meinem Fehler, links oben das passt am ehesten zum Verhalten meiner 231.


    Also gut, mal nachsehen... Das ist übrigens mein Original Torx-Schlüssel von damals, den habe ich als Souvenir aufgehoben. Damals war dieses Werkzeug irgendwie was besonderes, Torx hatte nicht jeder und sollte signalisieren: "Stopp, du kommst hier nicht rein." Irgendwie ist es ein schönes Gefühl, dieses Werkzeugwieder dazu zu nutzen, wofür ich (wir) das damals bekommen haben, zum Walzendrehknöpfe lösen. Ansonsten gibt es in den ETs und ETVs keine Torxschrauben.


    Deckel ab!


    So sieht das von hinten aus, von rechts nach links: Der Sicherungskasten mit Einschalter und Netzfiltern. Darunter der Trafo, brummt schön. Lüfter. Netzteil (Schaltplan hab ich). Tabulationsmotor, also der, der den Druckkopf bewegt. Das ist ein Gleichstrommotor mit Encoder, die Funktionsweise habe ich ja schon in diesem Thread erklärt. Andere Schreibmaschinen- und Druckerhersteller verwenden dafür lieber Steppmotoren. Aber der Encoder hat Vorteile, dazu gleich...


    Hier nochmal der aufgeklappte Typenrad-Druckkopf.


    Typenrad wieder hochgeklappt, und man sieht den Selektionsmotor für die Typenraddrehung. Auch das ist wieder ein Gleichstrommotor von Bühler mit Encoder. Das Druckwerk ist genau gleich mit der ET 351.


    Das Logikboard befindet sich unter der Tastatur, die ET 231 ist genau wie ihre große Schwester ET 351 (siehe vorige Seite) ein Zilog-Z80-Computer. Das große Logikboard müsste sogar identisch mit dem der 351 sein. Bei der 351 stapeln sich dan dann allerdings 4 Platinen übereinander... Auf der großen Platine befindet sich das Basis-System mit CPU, IO, ROMs, digitale und analoge Ansteuerung des Druckwerks. Auf der Tochterplatine links befindet sich neben einem Zusatz-ROM das Akku-gepufferte RAM, die Maschine hier ist voll ausgestattet, nämlich mit insgesamt 16 KB, in dem Texte gespeichert werden können. Auf der Hauptplatine steckt auch noch mal 2 KB akkugepuffertes RAM für Betriebsstatus und Floskelspeicher (Adresstexte, Anrede, MFG, etc.). In der Mitte etwa ist eine Zusatzplatine, die da eigentlich nicht hin gehört, das ist die Ansteuerung des nicht von Olivetti stammenden Kassettenlaufwerks, was teils schon auf den Bildern zu erkennen ist.


    Die Akkus sind hinüber und lecken, die muss ich dringend wechseln und die Platinen reinigen. Aber das kann ich nicht heute machen.


    Ich wollte eher mal sehen, warum sie die Autodiagnose nicht vollständig durchläuft. Das kann natürlich sein, dass der Akkufraß schon so weit fortgeschritten ist, aber ich wollte es genauer wissen. Also habe ich das Option-Board runter genommen und erstmal alle gesockelten Chips (RAMs und ROMs) rausgenommen und wieder eingesetzt...

  • Und siehe da, nachdem ich das Option-Board wieder reingesteckt habe, die Tastatur wieder runtergeklappt hatte, lief die Autodiagnose durch! Und sie stellt fest, dass sie weder Farbband hat noch dass die ABdeckung geschlossen ist. Bingo!


    Ich habe dann ein paar Standard-Tests gemacht, als erstes ist aufgefallen, dass nicht alle Tasten gehen. Das kann ich mit machen, wenn ich die Platinen ausbaue, Akkus tausche und die Platinen reinige. Wie geschrieben, das muss ich bald machen. (Mit was neutralisiere ich nochmal die Batteriesäure am besten?)


    Ein wichtiger Test für die Funktion dest Druckwerks ist, ob alle Einstellungen stimmen. Grundsätzlich trifft sie die Buchstaben auf dem Typenrad mittig, das ist schonmal gut. Zeilenschaltung (Papiervorschub) klappt auch. Aber dann, Bong. Der Druckkopf schlägt an den rechten Rand an, wenn er ganz rechts ist. Hier kommt der Vorteil des Encoder-Motors zum Tragen: DIe Maschine merkt nämich, dass der Druckkopf nicht so weit rüber fährt, wie er eigentlich sollte. Das bedeutet, die Grundstellung am linken Rand stimmt nicht.


    Im Technikerhandbuch wird das beschrieben. Im Encoder des Tabulationsmotor (genau wie im Selektionsmotor) ist diese Strobescheibe, welche die beiden aufeinander folgenden Sinus-Signale erzeugt, worüber die CPU dem Motor bei der Bewegung zuschauen kann. Das macht sie auch beim EInschalten, wenn der Druckkopf nach links fährt, Schreibmaschinen und Drucker mit Stepmotor brauchen dann links einen Mikroschalter, um festzustellen, dass es nicht weiter geht. Beim Encodermotor wird einfach geschaut, ob der Motor sich nicht mehr dreht, obwohl er sollte. Damit weiß die Steuersoftware, der linke Rand ist erreicht. Neben diesem Sinus-Signal erzeugt der Encoder über ein weiteres Loch noch ein weiteres Signal für die Grundstellung, das heißt, der Druckkopf fährt jetzt ein Stück nach rechts, bis der Encoder dieses Loch erreicht. Das sollte eine Strecke von weniger als einem Millimeter sein, das muss also genau eingestellt werden. Oben auf der Technikerhandbuch-Seite kann man diese Zeichnung sehen, da steht eine Madenschraube genau mittig in der Lücke der Encoderplatine, das ist diese Grundstellungsposition auf dem Encoder. Wäre der Kopf in Grundstellung zu weit rechts, würde er er beim letzten Zeichen am rechten Rand, oder vielleicht schon vorher, am rechten Rand ananschlagen. Das ist genau der Fehler "DRUCKER BLOCK", der weiter oben angezeigt wird.


    Das Technikerhandbuch der ET 231 schreibt (auf der nächsten Seite), um diese Grundstellung einzustellen, braucht man eine Fühlerlehre. Und man muss die Schreibwalze und die Papierführung ausbauen, um an eine Klemmschraube dran zu kommen, mit der der Druckkopf am Stahlseil festgeklemmt ist. Dann schiebt man den Druckkopf an den linken Rand, steckt die Fühlerlehre 0,3mm zwischen Druckkopf und Gummianschlag, lockert diese Schrauben und man zieht an dem Seil bis diese Madenschraube genau mittig steht.


    Das ist der Encoder-Motor für Tabulation. Man sieht da diese Madenschraube, wleche die Strobescheibe auf der Motorwelle fixiert...


    Kann man so machen, wie im Servicehandbuch von der 231 (und 351) beschrieben... Ich weiß aber nicht, wo meine Fühlerlehre momentan ist. Und im Handbuch zur ET 225 (Nachfolgemodell) wird ein einfacherer Weg beschrieben... Man schiebt den Druckkopf an den linken Rand, öffnet die Madenschraube auf der Strobescheibe des Tabulationsmotor, dreht die Strobescheibe etwas, ohne den Motor zu drehen, und zieht die Madenschraube wieder fest. Man muss nur in die richtige Richtung drehen, und Pi mal Daumen 5° reichen aus meiner Erinnerung...


    Erneuter Test, geht! Druckkopf steht ohne zu blockieren am absoluten rechten Rand!


    Erstmal...


    Deckel drauf, damit hier keine Kleinteile usw. rumliegen (Kinder!) - Ah, da sieht man auch dieses Laufwerk...


    Hier noch etwas näher. Es ist einfach per Flachbandkabel mehr oder weniger untrennbar mit der Zusatzplatine verbunden.


    Die Bedienung des Laufwerks ist ganz einfach. Interessanterweise braucht sie dazu kein zusätzliches ROM, als ob Olivetti selbst so ein Kassettenlaufwerk (oder "Minidisk" wie bei der TES 401?) selbst vorgesehen hat. Man kann einen Text pro Band speichern oder laden oder Band löschen. Mehr ist nicht. Problem nur, wenn ich das machen will, passiert genau garnix, das Laufwerk scheint nicht zu antworten. Das wäre noch ein nachgelagerter Reparaturfall. Erstmal die Sache mit den Akkus und die toten Tasten reinigen.


    Noch eine Kleinigkeit. Die Papierstütze war ziemlich demoliert, mittiger Anbruch und drei von den vier Haltenasen, mit der man die Papierstütze ans Gehäuse steckt, waren abgebrochen. Die Reste steckten noch in den Schächten, wo man das reinsteckt. Revell-Plastikkleber und Trockenzeit, und das hält wieder.

  • Aus 2 macht 1. Oder genauer: Aus 2 mal kaputt macht 1 mal ganz und einmal bleibt es ein Ersatzteilträger übrig. Weggeworfen wird nix.


    Natürlich ist das auch ein bischen eine Kapitulation vor einem rätselhaften Fehler. Der Fehler ist, Trafo liefert die erforderlichen 24V, das Spannungsregler-IC, ein ST IC87A, ja genau so heißt es, auf der Basisplatine spuckt aber keine 5V aus, wie es eigentlich soll. Aus China hatte ich mir eine Stange dieser ICs besorgt, die kleinste Einheit waren 5 Stück. Egal welches ich einsetzte, keine Veränderung und keine Idee warum das so ist.


    Das heißt, ich hatte jetzt über 3 Jahre eine Olivetti ET 2300 in der Samlung, die keinen Mucks machte. Die einzige, nein, fast einzige ET 2000 Serie Schreibmaschine in meiner Sammlung, die nicht funktioniert. Unhaltbarer Zustand. Die Zweite, über die bin ich erst kürzlich beim Suchen nach EISA-Zeugs wieder gestolpert, hatte ich ganz vergessen, war eine eher fragmentarisch erhaltene ET 2450MD, die ich mal wo dazu geschenkt bekommen hatte. Edit: Hab auch noch eine tote 2200, wie mir gerade einfällt.


    Zurück zur ET 2300. Wäre schön, dachte ich mir immer, die wieder laufen zu haben, denn bis auf ziemlich kräftigem Gilb ist die komplett, und als Besonderheit hat sie eine LCU2000P, also eine Parallelschnittstelle. Also habe ich die ganze Zeit nach einem mechanisch nicht mehr gut erhaltenen, aber grundsätzlich funktionierendem Teileträger gesucht. Letze Woche wurde ich fündig, schnell wurde ich mit dem Anbieter einig, 15€ fand ich sehr entgegenkommend, da habe ich garnicht mehr gehandelt... Es gab für einen Aufpreis, der fast den Preis der Maschine überbot, noch ein paar Farb- und Korrekturbänder dazu. Deal.


    Gestern Abend habe ich sie im Paketshop abgheholt und dann mal dieses Malheur bereinigt.


    Das sind die beiden Kandidaten, rechts der Teileträger, links die vergilbte aber komplette und defekte ET 2300, die ich schon länger habe. Der Neuankömmling ist gehäusetechnisch ziemlich kaputt, aber das ist mir egal. Ein kurzer Funktionstest des Neuankömmlings zeigte, die geht wirklich. Und ja, Servicehandbuch ist da. Hätte ich aber in dem Fall garnicht gebraucht.


    Die Besonderheit der linken ET 2300: Eine LCU2000P


    Deckel ab. Die ganze ET 2000 Serie hat gegenüber den älteren Olivetti ET Serie Büroschreibmaschinen eine Besonderheit, die auch in der gesamten Branche erst gegen 1990 üblich wurde: Die Gehäuse sind nur zusammen geklipst, man kann die Maschinen mit nur 0 oder 1 Schraube lösen in ihre Baugruppen zerlegen, und sogar noch ein Stück weiter. Die eine Schraube ist nur bei den Maschinen drin, die ein LC-Display haben (2300, 2500, 2250MD, 2450MD), nämlich um dessen Masseverbindung am Blechträger der Basisplatine anzuschrauben. Aber das Auseinaderclipsen ist schon etwas tricky, eigentlich bräuchte man mindestens drei Hände gleichzeitig, zwei Mal mit spitzem Werkzeug, um an den richtigen Stellen gleichzeitig zu drücken, ziehen und hebeln. Dann machts mehrfach Knack und Klonk und der Deckel lässt sich abheben. Vorrausgesetzt man hat vorher die eine Schraube der Masseverbindung des Displays gelöst, somst reißt einem das ab...


    Rückansicht, hinten sitzt der Netzfilter und der Trafo. Der Rest der Spannungsregelung findet auf der Hauptplatine statt. Dabei entdeckte ich, dass an der Maschine, die eigentlich komplett ist, dann doch der Papierlösehebel abgebrochen ist. Also eben vom anderen Druckwerk den Hebel herübergeholt, was auch wieder ohne Werkzeug geht, alles nur gesteckt und geclipst, sehr raffiniert gemacht. Rechts ist in der Bodenplatte ein Kasten, in den können diverse Erweiterungen von unten reingeclipst werden, die teils von oben einen zugängigen Slot haben, z.B. für Speicherkarten oder Wörterbuchmodule für die Rechtschreibkorrektur. Was man auf diesen Bilder nicht so sieht: Bei der ET 2000 Serie ist Olivetti wieder von den Gleichstrom-Motoren mit Decodern abgekommen und verwendet wie alle anderen Hersteller auch Stepmotoren. Das Druckwerk schafft aber trotzdem ausreichend flotte 30 Zeichen/Sekunde.


    Das Druckwerk lässt sich leicht aus der Bodenplatte herausheben, man muss nur ein paar wenige Stecker lösen. Wenn man genau schaut, sieht man in dem Modulkasten das Subsystem für die parallele Schnittstelle durch den Schacht. Die Tastatur mit dem Blechträger lässt sich vorne hochklappen, und auch entnehmen.



    Hochgeklappt, und zentraler Grund dass ich mir diese zweite ET 2300 besorgt habe: Die funktionierende Basisplatine, man vergleiche mal mit obiger ET 231 oder der ET 351, da sind nicht mal 10 Jahre Technologie-Entwicklung dazwischen: Auf der Basisplatine ist nicht viel drauf, ein etwas größerer NEC-Chip (wahrscheinlich Z80-kompatibel), ein kleinerer VLSI-Chip, ein 32kB Eprom (also 27256), ein 32 kB statisches RAM, ein auslaufsicherer Akku, und ein bischen Leistungselektronik für die Motoren und Sensoren, das wars. Blauer Stecker: Optionales Zubehör - z.B. die LCU2000P Schnittstelle, breiter Stecker: Flachbandkabel zum Druckkopf, schmaler Stecker: Tab-Motor, Zeilenschalter und Typenradsensor, zweiadriges rot-scharzes Kabel: vom Trafo kommend. Grünes Folienkabel: Tastaturmatrix, blaues Folienkabel: Deckelsensor. Oben links auf der Platine das seltsamme ist ein Sockel, der auf der Platinenseite die Kontakte hat, durch ein Loch in der Platine steckt man da das Flachbandkabel vom Display rein. Fertig. Diese Basisplatine habe ich aus der frisch angekommen 2300 in die andere umgezogen.


    Nach Zusammenbau, ein paar Basistests, einzustellen gibt es ... nichts ... usw. habe ich sie per Parallelkabel an meinen Olivetti SNX140S PC angeschlossen und sie Online genommen. Resultat: Sie druckt, aber kann man es nicht lesen. Aber da ich erkennen konnte, dass sie die Zeichen im Gegensatz zum normalen Schreibmaschinenmodus nicht einfach schrieb, sondern aus mehreren Zeichen "zusammenbastelte" (also z.B. ein "ä" aus einem "a" und 2 Punkten), wusste ich dass für den Druckermodus in der Maschine das falsche Typenrad drin ist.


    Und richtig, sie war mit einem Tyenrad mit dem Ländercode 458, also Deutschland, ausgestattet. Dass sie da keine autmatische Konvertrierung der ASCII-Zeichen macht, immerhin weiß sie ja, was für ein Typenrad eingesetzt ist, ist zwar etwas seltsam, aber lösbar:


    Flugs im Keller im Schrank nachgesehen, und ein internationales Typenrad gesucht und gefunden. Man erkennt es an dem Aufdruck "INT". Die Schreibmaschine erkennt es auch automatisch, ich hatte ja den Typenradsensor beim Zerlegen schon erwähnt, und wenn ihr die beiden Typenräder miteinander vergleicht, beides "Letter Gothic 10/12", das eine 458, das andere INT, seht ihr, dass da noch so reflektierende Flächen sind. Die neueren Olivetti ET Serie Maschinen, ich meine die ET 111/115 müssten die ersten gewesen sein, die das können, drehen das Typenrad nach dem Einschalten oder Typenradwechsel einmal und lesen dabei diese reflektierenden Flächen ein, und wissen so, was Sache ist. Ist auf jeden Fall interessant der Maschine beim Schreiben zuzuschauen, weil sie alles abseits von a-z, A-Z und 0-9 aus einzelnen Zeichenfragmenten mit mehreren Anschlägen zusammen baut. Dabei fährt der Druckkopf innerhalb eine Zeichens in Microschritten hin und her und dreht auch die Schreibwalze in Microschritten rauf und runter. In Windows muss ich aber noch im Text-Only-Treiber den Zeichensatz anpassen, dann klappts sicher auch mit den Umlauten.


    Funzt! Müsste nur mal etwas entgilbt werden, wo die Aufkleber waren ist die Originalfrbe zu erahnen. Die ET 2300 und ihre ansonsten eigentlich baugleiche breitere Schwester ET 2500 sind Speicherschreibmaschinen mit 32 kB nicht flüchtigem Speicher, in denen sie mehrere Texte zur Wiederverwendung abspeichern können, haben ein Formularprogramm wo sie auf einem Papierformular auszufüllende Positionen anfahren und man da seine Inhalte eintippt, können für Serienbriefe Texte mit Adresslisten verknüpfen, können Text auf einer Seite mehrspaltig drucken, und lauter so ein Zeugs. Neben der Parallelschnittselle wie in dieser hier ließ sich auch ein Floppylaufwerk nachrüsten (siehe die ET 2500 mit der MFDU2000, die ich auch habe), serielle Schnittstelle, ETV-2900-Schnittstelle (siehe die 2200 und 2450 und 2450MD, die ich habe), erweiterter Textspeicher und Wörterbuchmodule, usw.


    Übrigens, am PC druckt die ET 2300 bidirektional, vorwärts und rückwärts, und sofern das richtige Typenrad (das internationale) eingesetzt ist, kann man das auch lesen, was da raus kommt.

  • Ich habe jetzt noch etwas mit dem Text Only Druckertreiber von Windows 2000 rumgespielt, ich bekomme damit keine Umlaute ausgedruckt. Es gibt da im Treiber eine Tab "Schriftwartauswahl", wo man unter anderem verschiedene Codepages einstellen, aber keine hat was verändert, Umlaute aus Notepad klappt nicht. Aus der Dosbox (echo öäüÄÖÜß >lpt1:) druckt aber Umlaute.


    Hat da jemand eine Idee? Gibt es einen alternativen Text-Only-Druckertreiber, der das besser kann?


    Edit: Umlaute gehen doch... Ich muss die Codepage Latin-850 auswählen, dann klappts.

  • Die Wurzel allen Übels... Oder: Ich hab Rücken...


    Gestern - nach meinem Ausflüg in die Rhön - musste ich SIE wieder hervorkramen. Die Wurzel allen Übels... Keine genaue Ahnung wie lange das jetzt schon wieder her ist, da hab ich einen Mega ST in der Wetterau abgeholt. Und da stand SIE neben dran. Und ich durfte SIE auch mit nehmen, einfach so. Daheim ließ ich den Mega ST erstmal links liegen, denn SIE erregte mein Interesse. Denn sie zeigte DRUCKER BLOCK, wenn man sie einschaltete. Ob ich das hin bekomme? 2 Stunden später tat sie es wieder, letztendlich war es alles nur verharzte Mechanik, Reinigen, ein paar Grundeinstellungen gecheckt, gut wars. Erstaunlich dabei war, dass ich das alles so aus dem Kopf wieder wusste, obwohl ich so eine Maschine das letzte Mal 1990 sah. Ein bischen drauf rumgetippt, und ein paar Tage später stand SIE auf der HomeCon und ein paar Kollegen fragten mich, was ich damit will, wie ich denn drauf wäre...


    Hab mich nicht beeindrucken lassen, auch wenns kein Nadeldrucker ist, das wurde dann zusammen mit einer ET Compact 60, die ich noch seit damals hatte, der Grundstock meiner ET Sammlung. Irgendwann, als ich noch an SIE heran kam, weil das Regal noch nicht so vollgestopft war, ersteigerte ich aus den USA eine dazu passende LCU116S, also eine serielle Schnitsttelle, heutzutage sicher extrem selten. Das die Versandkosten höher waren, als das Angebot, geschenkt. Leider war bei der LCU kein Handbuch dabei, inzwischen habe ich aber die Tastenkombinationen rausbekommen, mit der man sie aktiviert und die Kommunikationsparameter einstellt.


    Inzwischen sind, ihr sehr es ja in diesem Thread ansatzweise, diverse weitere ETs dazu gekommen (bis auf die ET 101 wahrscheinlich alle, die es je gab), plus die ETVs, plus die Praxis, Liniea, Studio, Jetwriter, ... Modelle, aber SIE war die Initialzündung für meine Platzprobleme.


    Momentan, wo ich mich mit den ET Serie-Schreibmaschinen als Drucker befasse, musste auch sie wieder raus. Deswegen hab ich jetzt Rücken, denn ich musste vor und im Regal ziemlich umschichten, um an sie heran zu kommen, meine ET 116.


    So sieht sie aus. Eigentlich fast genau wie die ET 112 auf der ersten Seite dieses Threads, ist auch richtig, die beiden sind nämlich technisch ziemlich identisch, die ET 116 hat aber eine größere Basisplatine und das LCD mit all den Funktionen, die eine Schreibmaschine mit LCD eben so hat. Mit der kann man richtig Textverarbeitung machen, 32 kB RAM hat sie wo man bis zu 10 Texte ablegen kann, sie kann Proportionalschrift mit Blocksatz, zweispaltigen Text, Tabellen, Formularprogramm, Text "mischen" (also Serienbriefe), und sie ist erweiterbar, z.B. um die LCU116S, die ich von der anderen Seite vom Teich habe. Gesteuert wird das übrigens von einem NEC upd780x Prozessor, der Z80 kompaibel ist. (x=weiß gerade nicht genau welcher, sonst müsste ich nachgucken)


    Lieblingsspruch: Auch ein schöner Rücken kann entzücken - besonders wenn da gleich zwei COM-Ports dran sind... - eben eine hinzugefügte LCU116S. Die Schnittstelle hat ihren eigenen Prozessor (auch wieder so ein NEC) und ein bischen Puffer und schafft maximal 4800 Baud, wobei die Maschine schon bei 300 Baud (300/(8N1)=33,333...) flüssig schreibt, bei 150 wartet sie alle Nas lang auf Daten...


    Die ET 112 und die ET 116 haben das gleiche Druckwerk, mit Gleichstrommotoren mit Encodern, die aber im Gegensatz zu den alten Maschinen wie obige ET 231 oder ET 225 nicht mehr analog abgeglichen werden müssen. 25 Zeichen/s schafft sie damit. Das Farbband hat 3 Ebenen, die abwechselnd genutzt werden und über einen rotierenden Excenter angesteuert werden, die halten also besonders lang, aber das Farbband flattert beim Schreiben munter rauf und runter.


    So, dann speiel ich mal mit Diabolo-630-ischen ESC-Sequenzen rum...