Triumph Adler Walkstation 386-33 + 386SX (Olivetti D33, S20)

  • Hallo, meine Triumph Adler Walkstation 386-33 hat Nachwuchs bekommen. Ich habe jetzt auch eine Walkstation 386SX. Beide Laptops sind recht üppig ausgestattet (80386-33+80387-33, 20 MB RAM, 200 MB CF bzw. 80386SX-16, 80387-16, 4 MB RAM und bald auch 200 MB CF) und baugleich mit Olivetti S20/D33. Bei der 386SX ist der CMOS-Akku und die Platte kaputt und nachdem mir mit der 386 mal beinahe die Bude abgefackelt ist werde ich auch hier schnellstens die Netzfilterkondensatoren im Netzteil gegen bessere austauschen. DIe Walkstation 386 hatte ich ja mit in Thionville.


    Nch bisherigen Recherchen gehe ich übrigens davon aus, dass diese vier Notebooks (Olivetti S20, D33, TA Walkstation 386-33, 386SX), Baujahr 1992, die ersten Geräte mit fingerbedienbarem Touchpad als Mausersatz waren. Die D33/Walkstation 396-33 hat im Displaydeckel zusätzlioch noch einen Stift, den man auf dem Touchpad verwenden kann. Dieses Touchpad ist nicht kapazitiv, sondern reagiert rein auf Druck. Wenn ich meine WS-386 unter GEM oder Win 3.11 benutze, erwische ich mich übrigens regelmäßig dabei, das Touchpad doppelt anzutippen, um einen Doppelklick auszulösen, wie man das heute ben so macht. Was älteres mit Touchpad habe ich bisher noch nicht gesehen. Kennt jemand ältere Notebooks mit Touchpad? Andere Notebooks aus der Generation hatten entweder einen seitlich herausklappbaren Trackball (Olivetti Philos-33), Vectorpad (ATARI ST-Book) oder Trackpoint (IBM Thinkpad).


    Anbei Fotos der beiden Laptops, auf einem Bild ist noch ein Ersatz-Touchpad zu sehen, welches ich aus meiner einst explodierten D33 gerettet habe. Aufgehoben habe ich das, um es eines Tages für irgendeine Bastellei zu nutzen, denn das Touchpad spricht ganz normal PS/2-Maus-Protokoll. Zum Größenverhältnis: DIe S20/WS386SX hat etwa A4-Format, die D33/WS386 etwa A3, also ein ziemlicher Klotz. Die D33/WS386 hat drei weitere Besonderheiten: Herausnehmbare Tastatur, abnehmbares Display (zum Austausch eines Farbdisplays) und zwei Klappmechanismen für das Display, so dass man es relativ niedrig und etwas höher ausklappen kann.


    Aus der selben Serie muss es auch noch einen S16 bzw. Walkstation 286 gegeben haben.

  • Hallo,

    obwohl ich eine ziemliche Sammlung alter Computer habe, bin ich nun neu in diesem Forum!

    Hierher gebracht hat mich ein Problem mit einem schicken alten Laptop, einem Triumph Adler WalkStation 386sx. Was ich nun gelernt habe, ist, dass der baugleich mit einem Olivetti S20 sein soll. Ich habe ein sehr gut erhaltenes Exemplar bei einer Institutsauflösung bekommen.

    Mein großes Problem ist, dass ich kein Netzteil dazu habe. Der Anschluss ist leider ziemlich blöd: ein SUB-D 9-pol. Verbinder. Ich möchte den Laptop tatsächlich noch einsetzen (DOS mit dBase für eine kleine Lagerverwaltung), daher wäre es extrem geil, wenn ich irgendeine Hilfe bei der Anschlussbelegung des SUBD-Power-Connectors bekommen könnte. Leider half seit Wochen alles Suchen im Internet nix...

    beste Grüße und bin gespannt auf das Forum

  • Da müsste ich mal so ein Netzteil ausmessen. Ich gehe davon aus, dass es 5V und 12V liefert.

  • Hallo,

    das wäre extrem nett, wenn Sie das tun würden. Ich gehe auch von 5 und 12V aus. Ich habe auch, soweit zu erkunden, die Verbindungen des Connectors verfolgt. Leider sind es eben nicht nur 2 gegen Masse (dann hätte ich auf Grund der Innenwiderstände schon mal was versucht), sondern einige. Was ich herausgefudnen habe, ist (von außen, also weiblich; das Flachband von innen auf den Connector gesehen: rechts 1)

    1 mit 6 zusammen, also was "wichtiges"

    2 Schirm/Masse? scheint Masse zu sein

    3 NC ?

    4 ? (geht wohl auf internes Flachband Pin 3)

    5 ? (geht auf internes Flachband Pin 2)

    6 mit 1 zusammen, geht auf internes Flachband Pin 6, 7 (von Masse = 1 an gezählt), könnte also 5V sein?

    7 ? (auf 5 am Flachband? geht mit Keramik-C an 2)

    8 ? (auf 4 am Flachband? geht mit Keramik-C an 2)

    9 ? (auf 3 am Flachband?)


    Also das Ganze ist mir relativ wichtig, Wegschmeißen ist erstmal nicht. Falls ich nichts herausbekommen würde, müsste ich irgendwann einfach Spannungen auf die Anschlüsse geben, um zu schauen, was passiert. So Elektronik, die nicht funktioniert, will ich eigentlich in meiner Sammlung lieber nicht ;-( Da funktioniert alles!

    Vielleicht gibt es ja auch eine Doku, ich habe wirklich seit Wochen nichts finden können...

    beste Grüße!
    Michael

  • Hallo,

    ich hab jetzt recht lange gewartet, aber nix kommt. Ich will ja nicht drängeln, aber vermutlich ist das alles einfach in Vergessenheit geraten. Also, ich möchte den TA 386sx tatsächlich nochmal einsetzen, nicht nur als Museumsstück. Auf ihm soll eine Lagerverwaltung in dBase3 laufen. Aber ich brauche die Belegung des Versorgungssteckers, leider eine sehr unübliche Sub-D-9 Verbindung. Ich bin leider auf Hilfe angewiesen, da ich auch nicht über die internen Verbindungen zu einer sinnvollen Belegung kommen kann. Bitte helft mir dabei! Es wäre doch im Sinne des Vereins, oder? (Erhalt klassischer Computer... ;))

    Vielen Dank!

  • In https://www.chiark.greenend.or…iscos/a4/walkstation.html steht, daß die Walkstation auch mit dem Acorn A4 verwandt sei. Das heißt nicht unbedingt, daß sie die gleiche Verbindung zum Netzteil haben, könnte aber doch helfen. Auf https://www.chiark.greenend.or…heom/riscos/a4/index.html wird zum Technischen Handbuch http://www.drobe.co.uk/archive….vic.edu.au/pdf/A4trm.pdf verwiesen. Ab Seite 23 geht es um die Spannungsversorgung. Es werden anscheinend +5, -12 und -24V gebraucht.

  • Die Netzteile sind kompatibel. Nur die A4 nutzt das kleinere Netzteil von der S20. Ich weiß nicht, ob dies dem Stromhunger der D33 gewachsen ist. Ds D33 Netzteil ist um fast die Hälfte länger als das S20 Netzteil. Und es ist voll mit ELektronik, von vorne bis hinten.

  • Was mir noch einfällt, was man beachten sollte, wenn man eine Walkstation oder einen S16, S20, D25 oder D33 wieder in Betrieb nimmt:


    1. Die Festplatte ist wahrscheinlich hinüber (bei meinen Geräten dieser Serie alle). Man kann sie per Adapter durch eine 256 MB große Compactflash-Karte ersetzen, das BIOS kann aber nur bis 200 MB davon ansprechen. Der Rest liegt normalerweise brach.


    2. Den Notebookakku nicht drin lassen! Das sind Nickel-Cadmium Akkus, die sind jetzt 25 Jahre alt und "fertig". Wenn man die drin lässt, könnte das Notebook versuchen, die zu laden. Wenn man Pech hat, quellen die auf und platzen. Also besser nicht erst versuchen!


    3. WIe jeder andere AT speichert dieses Notebook seine Konfiguration (Festplattentyp, Uhrzeit, etc.) in einem CMOS-RAM. Damit das seinen Speicher erhalten bleibt, wenn das Notebook aus ist, hat das CMOS-RAM einen Puffer-Akku. Dieser besteht bei diesen Modellen aus mehreren Zellen vom Typ Varta-Memopack, 4 oder 5 solcher Akkus in Reihe, 2 verschiedene Bauformen. Diese Akkus gibts z.B. bei Reichelt, und sie müssen eingelötet werden. Dazu muss das Notebook sehr weit zerlegt werden, um die Platine, auf der diese Akkus eingelötet sind, rauszubekommen.


    4. In dem Netzteil sind auf der Primärseite ein paar Netzfilter-Kondesnatoren von WIMA. Wenn bei mir nicht die Wohnungssicherung angesprochen hätte, wäre mir im unbeobachteten Moment das Netzteil meiner Walkstation abgebrannt, als einer dieser Kondenatoren verbrannt ist. Gerade nochmal Glück gehabt, es wurde nur das Netzteilgehäuse ein bischen angefackelt. Diese Kondensatoren also unbedingt durch akuelle für 230V AC (275V DC) geeignete Typen ersetzen!


    Vielleicht ist es, wenn man geschäftlich darauf angewiesen sein will, doch besser ein aktuelles Notebook mit Herstellerservice und Garantie zu nutzen? Wenn es denn unbedingt die alte DOS-Software sein muss, hilft DOSEMU weiter, selbst unter Windows 10. In eBay findet man z.B. 12 Zoll kleine HP Elitebook 820 (mit i5 CPU!) als Gebrauchtgeräte von kommerziellen Refurbishern (1 Jahr Garantie!) für 180-280 Euro.

  • Ich bedanke mich herzlich für eure Anmerkungen, die sind schon extrem hilfreich. Ich habe letztlich auch noch auf http://chrisacorns.computinghistory.org.uk/Computers/A4.html Bilder vom A4 gefunden und stelle fest, dass der Acorn A4 einfach nur das Gehäuse vom S20 zu verwenden scheint, also im Umkehrschluss eine andere Hauptplatine verbaut ist. Daher ist es wirklich äußerst wahrscheinlich, dass das Netzteil passt. Mehr Informationen sind wohl kaum noch offen.

    Leider wird mit solch unschöner Konstruktion (also das Integrieren der Ladeelektronik ins Netzteil) die Auwahl an Ersatznetzteilen schon sehr schwer. Man müsste da was bauen oder auf ein A4-Netzteil o.ä. in der Bucht warten, bevor man sich traut, das auf http://www.cjemicros.co.uk für Pfund kaufen (und das auch noch bald außerhalb der EU ;-))) Hab mit solchen Käufen keine Erfahrung und würde es vermeiden wollen...

  • A4 Technichal Reference Manual (bei drobe - archives - backwater )


    Kannst ja evtl. mal noch dort in der Technischen Referenz nachschauen. Da steht bißchen was drin, wie das Stromsystem am A4 tatsächlich funktioniert. Zum Netzteil selbst gibts allerdings rel. wenig Info.


    Der A4 hat z.B. Temperaturüberwachung und eine "Füllstandsanzeige" für den Akku.


    Ansonsten: Acorn hat zu dem Zeitpunkt zu Olivetti gehört, weshalb da tatsächlich exakt die gleichen Gehäuse benutzt worden sind - ob das so auch für die Netzteile gilt, weiß ich nicht.

  • Bis auf die Elektronik im Notebook alles identisch, die TA Walkstations bzw. Olivetti Sxx/Dxx Laptops sind halt X86-Systeme (80286 bis 396DX) und der Acorn ist ein Archimedes mit ARM-Prozessor. Die Netzteile, Tastauren, Displays usw. sind tauschbar. Nur man beachte halt mal auf obigem ersten Bild die beiden Netzteile hinter den Lappis, das der D33 / Walkstation 386 ist ein bischen größer als das von der S20 und A4. Mehr Leistung. Ich habe mich noch nie getraut, meine Walkstation 386 mit dem S20 Netzteil zu beteiben...