Welche Mailboxen gibt es noch ?

  • Hallo.


    Anfang der 90er habe ich mit meinem Atari ST und einem Dataphon in verschiedenen Mailboxen in ganz Deutschland "gesurft". Damals sehr zur "Freude" meiner Eltern über die Telefonrechnung, die damals von durchschnittlich 70 DM auf 400 DM anstieg, was eine Beschlagnahmung seitens meines Vaters des Dataphons zur Folge hatte. :-D
    Als ich es eine zeitlang später wieder bekam, war Computerkram out und statt dessen Mopeds auf der Hobbyliste ganz oben. Als ich mir dann später wieder einen Rechner zulegte, ging man mit dem Internet online. 2004 begann das Retrocomputer-Hobby. Ich nutzte das Dataphon für die TECS-Box, nur zum probieren. Bis jetzt hat es dann wiedermal im Schrank geschlummert. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob man heutzutage damit just for fun noch was machen kann.


    Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin daran interessiert, mich mit dem Akustikkoppler in eine Mailbox ein zu wählen. Ist sowas heute noch möglich ? Wenn ja, welches Programm benutze ich für dem IBM XT 5160 ? Welche Mailboxen sind dann noch aktiv innerhalb Deutschlands ? Bundesweit zu telefonieren stellt in Zeiten von Flatrates ja keine Probleme mehr dar. Gibt es irgendwo eine Liste mit Telefonnummern ?


    Danke.




    Gruss Jan

    Es gibt 10 Arten von Menschen. Die einen verstehen das Binärsystem, die anderen nicht.

  • Ich bin erst neulich auf der Suche nach einem Terminalprogramm für einen XT auf UniCom gestoßen.
    Das Programm ist gearde mal gut 24k groß, und hat trotzdem einen Leistungsumfang und eine Bedienungsfreundlichkeit, die sich nicht vertstecken müssen.

  • Ist sowas heute noch möglich ?


    Definitiv.

    welches Programm benutze ich für dem IBM XT 5160 ?


    Welches Terminalprogramm für XT

    Welche Mailboxen sind dann noch aktiv innerhalb Deutschlands ? Bundesweit zu telefonieren stellt in Zeiten von Flatrates ja keine Probleme mehr dar. Gibt es irgendwo eine Liste mit Telefonnummern ?


    http://ytm5.bplaced.net/european-bbslist/index.php

    Danke.


    Bitte :thumbup:

  • Na das ist ja schonmal sehr interessant. Ich danke euch !


    Ich erinnere mich, dass es damals immer Probleme gab mit den Verbindungen. Man musste die Geschwindigkeit, Stop-Bit, Parität-Bit wissen. Außerdem war da noch irgendwas mit 7 Bit plus 1 Bit usw. Woher weiß ich das alles ? Ist schon so lange her.... :-)

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  • Es gibt sie schon noch, zum Beispiel "Elektron BBS" oder auch "Blup BBS". Vor ein paar Wochen hatte ich mit den beiden Sysops Kontakt. Leider will die Telekom ja die analogen Leitungen abschalten. Ein gutes altes ELSA Microlink und einen 386er habe ich noch und den Gedanken ein Stückchen Fidonet aufleben zu lassen :D .


    Gruß Reiner

    --- Der Fischkopp aus dem wilden Süden ---
    --- reiner-schulz.org ---

    --- BBS-Mailbox 0049 7131 970251 ---

  • An den Speedport W724V oder auch an einer Fritzbox funktionieren doch auch die alten DECT Telefone mit Analoganschluss weiter, wieso geht dann (an den gleichen Anschlüssen des Routers) nicht auch noch ein 33.6K Modem z.B. ?
    Manchmal kann man auch die Anschlüsse explizit als FAX-Anschluss nutzen - siehe http://www.heise.de/ct/artikel/Fax-trotz-VoIP-821491.html .... vielleicht gehen wenigstens 14400 Baud ?

    "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."


    ... und schaut auch mal bei meinem Blog vorbei ...

  • Ich habe die letzten Tage mit einem Speedster 14400 Modem experimentiert.
    Ich habe es nicht an meiner Fritzbox zum laufen bekommen. Am gleichen Anschluss habe ich
    aber sonst ein altes Telefon hängen, welches ohne Probleme geht.


    Gruß Björn

  • Schonmal versucht, die Übertragungsrate einzuschränken, z.B. auf 2400 baud ?
    Könnte bei VoIP-Verbindungen helfen.
    Dazu wird es bei den meisten Modems übrigens nicht reichen, einfach die DTE-Gechwindigkeit runterzusetzen.
    Man muß dazu per AT-Befehl die maximale Übertragungsrate festlegen.
    An der Stelle wäre ein Handbuch zum jeweiligen Modem hilfreich.

  • Ich hänge auch am VOIP.


    Ich hatte mir daher für meine Experimente für ein paar Euro zwei Modems und eine analoge Telefonanlage (Conrad PTZ105) zugelegt. Anschließend habe ich auf einem Rechner eine Mailbox-Software installiert und mich mit einem anderen Rechner eingewählt. Für meine strahlenden Augen und ein Wochenende Retro-Feeling hatte das gereicht; es lässt sich ja jederzeit wieder aufbauen.


    Für weitere Experimente habe ich dann den ganzen alten Krempel wieder eingelagert und die zwei Modems auf einem Raspberry PI via TCPSER emuliert. Auch das hat lokal geklappt und hat den Vorteil, dass man über diesen Weg auch noch die TelnetBBS-Mailboxen im Internet "anrufen kann".


    Für mich ist das die ideale Möglichkeit, um Retro-Systeme via Internet mit Retro-BBS zu verbinden.

  • Also. ich hab auch VOIP. Mein Telefonanbieter ist 1&1. Ich habe eine Fritzbox 7320 und benutze ein Fritz DECT-Telefon. Ich habe die TECS angerufen und da piepst es... :-) Also sollte eine Verbindung möglich sein. An der Fritzbox ist ein Anschluss für ein analoges Telefon. Den Akustikkoppler hatte ich ja noch, aber ich hatte kein Telefon mehr, wo der Hörer in die Muffen passt. Ursprünglich wollte ich mir ein Wählscheibentelefon in Flaschengrün oder orange holen, also richtig Retrostyle. Allerdings hab ich im Netz rausgefunden, dass die Fritzbox nur mit Mehrfrequenzwahlverfahren und nicht mit Impulswahlverfahren funktioniert. Als Fan der 80er habe ich mir dann in der Bucht ein Post-Telefon aus der Zeit genommen, eines der ersten Modelle mit MFWV. Da passt der Hörer auf jeden Fall. Meine Eltern hatten damals vom Gehäuse her das gleiche Modell, aber ohne R-Taste etc und noch mit IWV.

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  • Also meine Fritze (7170) hat keine Probleme mit Impulswahl.
    Wenn ich es direkt an den Analogen Telekomanschluss stecke, kann ich mit meinem Feldfernsprecher im Zentralbatterie-Betrieb sogar mit der Gabel wählen ;)
    Die Fritze macht da leider nen Hookflash.

  • bei 9600 Baud kann es über VoIP noch zu abbrüchen kommen. Es reicht nicht einfach mal ne Mailbox oder ein Fax anzurufen un ddie Piepstöne zu hören. Der Handshake der Modems handel aufgrund der Leitungsqualität die Baudrate (Übertragungsgeschwindigkeit) aus. Da es aber bei VoIP zu Qualitätsschwankungen während einer Verbindung kommen kann kann die Verbindung abbrechen. Übrigens haben eine Faxgerätehersteller ihre Techniker angwiesen, die Faxgeräte auf Überseemodung oder eine Baudrate 7200 oder 4800 einzustellen. 9600 Baud ist noch zu schnell. Aufgrund der immer mehr zunhemenden VoIP Anschlüsse wird es daher mit Analog-Modems immer schwerer. Aber 2400 Baud sollte konstant funktionieren. Einige (ältere) FritzBox Modelle können auch IWV. (z.B. die 7190) Die neueren allerdings nicht mehr :-(



    gruss


    bstaudt

  • Mal abgesehen davon ob es funktionert, was erhoffst Du Dir dabei?


    Ich denke das ist höchstes interessant wenn Du nen SysOP kennst oder persönlichen Kontakt suchst.

  • Das ist eine sehr gute Frage. Ob etwas Sinn macht oder nicht lässt sich schwierig beurteilen. Genauso könnte man als Gegenfrage stellen, welchen Sinn es macht heute im Jahre 2015 überhaupt noch mit 30 Jahre alten Rechnern zu "arbeiten". Genauso könnte man C64 oder Amiga-Spiele auch mit einem Emulator auf seinem PC spielen bzw. alte Anwendungen laufen lassen. Das wäre billiger, platzsparender und man müsste sich nicht mit altertümlichen, langsamen Wechselmedien rumschlagen. Zudem sind die Emulatoren komfortabler und besser als das ursprüngliche Gerät.


    Letztendlich macht man es, um diese klassischen Systeme zu erhalten (was ja auch der Titel dieser Plattform ist) und aus Spaß an der Freude. Ich will jetzt einfach mal den Telefonhörer in meinen fast 25 Jahre alten Akustikkoppler drücken und schauen, was an meinem IBM XT passiert... Einfach so... just for fun.. :-)



    Mal etwas Offtopic:


    Ich habe jetzt keinen Verfolgungswahn oder so :-) , aber die Entwicklung des Internets macht mir schon etwas "Angst". Du weisst ja gar nicht, über wieviele Bildschirme deine evtl. vertraulichen Informationen flimmern. Im Zeitalter von Datenkraken wie Facebook, Google und wie sie alle heißen, ist man ja vor nichts mehr sicher. Ich bin auch noch Fan davon, etwas von der Post statt per Email geschickt zu kommen und es anschließend in einen Ordner zu heften. Den Ordner kann man nicht mal eben so durch einen Virus von außen löschen, höchstens es fackelt einer die Bude ab.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass größere Betriebe, gerade wenn es um geheime Sachen geht (Entwicklung etc.) den konservativen Weg am Internet vorbei über ein Modem nutzen ?! Natürlich jetzt nicht gerade über einen Akustikkoppler :-), aber ich kanns mir schon gut vorstellen... Da ist dann nämlich niemand dazwischen, das ist dann wirklich peer to peer, es sei denn, es zapft jemand die Leitung an.. :-) Wie seht ihr das ?

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  • Genauso könnte man C64 oder Amiga-Spiele auch mit einem Emulator auf seinem PC spielen bzw. alte Anwendungen laufen lassen. Das wäre billiger, platzsparender und man müsste sich nicht mit altertümlichen, langsamen Wechselmedien rumschlagen. Zudem sind die Emulatoren komfortabler und besser als das ursprüngliche Gerät.


    Aber [Blocked Image: http://r3tr0.de/emuzocker.gif]:thumbup:

  • @ Jan1980
    Also ich kenne den Datenträgeraustausch auch noch mittels diesen Formularen im Anhang und Kurier. Da gab es noch keine 1200bd/2400bd-Modem-Standleitung, geschweige Accustikkoppler. Diese Formulare wurden damals noch ausgefüllt und den Magnetbändern, Lochkarten, Lochstreifen, bis zuletzt sogar Disketten beigelegt, für den sicheren und nachvollziehbaren Datenträgeraustausch ;-)

  • Jan1980


    lettendlich sind wir alle gläserne Benutzer. Das fängt bei Deiner EC-Karte an und hört bei Facebook und Google auf. Ein Austausch von Daten via Modem und Peer-to-Peer macht bestimmt kein Unternehmen. Dazu sind die Datenmengen viel zu groß.Und peer to peer ist das auch nicht, denn die Vermittlungsstellen und Telefonprovider hängen dazwischen. Und da hängt die NSA auch dran.


    Solche Daten werden dann eher wieder per Kurier auf externen Datenträgern transportiert und persönlich übergeben.......


    gruss


    bstaudt

  • Klar werden direkte Verbindungen ohne Internet noch genutzt.
    Aber nicht mehr unbedingt mit analogen Modems.
    Heutzutage mietet man sich dann eher eine Glasfaserstrecke.

  • So, heute habe ich mal kurz probiert. Ich habe ein altes Telefon bekommen und dieses auf Tonwahl umgestellt. Das Dataphon hab ich auf 300 baud eingestellt, das terminalprogramm unicom gestartet und bei der tecs bbs angerufen. Ich bekomme nur wirre Zeichen im Terminal. Irgendwann kommt nichts mehr, es wird anscheinend auf eine eingabe gewartet. Wenn ich guest eingebe gehts weiter mit den wirren Zeichen. Ich denke mal, das ist eine Einstellungssache ?! Ich bin da ehrlich gesagt etwas überfordert in moment.. Welche emulation stelle ich ein ? Vt100, vt52 ? Welcher zeichensatz ? Ascii, ibm oder transparent ? Was ist das mit startbit, stopbit und wortlänge ?


    Vielen Dank !



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  • Eben auf der Homepage nachgesehen: Terminalemulation ist ANSI-BBS.


    Vermutlich werden die für Mailboxen üblichen Parameter verwendet: 8N1, also 8 Datenbits, keine Parität, ein Stopbit.

  • Dann muss ich morgen mal nachschauen, ob ansi-bbs bei unicom funktioniert ?! Bin gespannt, ob es dann funktioniert..



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  • Ich kann machen was ich will... es geht nicht ! Ich habe alle möglichen Einstellungen probiert.. Ich denke, es liegt ganz einfach am Telefonanschluss ?! Selbst mit 300 Baud geht nichts... :-(
    Ich hab mir "im Wahn" noch ein Dataphon 2400B besorgt.. Damit gehts auch nicht. Dieser Akustikkoppler hat aber ein Menü, wo man über das Terminal Einstellungen vornehmen kann. Das funktioniert. Also sollte zwischen XT und dem Koppler alles stimmen...


    Mal schauen, ob jemand im Bekanntenkreis einen analogen Anschluss hat... Analoge Anschlüsse erkennt man doch daran, dass ein Splitter dazwischen hängt, oder ?

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  • PS: ich war heute mit meinem Analog Modem wieder online...


    Habe inzwischen auch VOIP über deutsche Telekom mit Speedport II und daran ein ISDN-VOIP Adapter...

    und an diesem hängt meine alte EURACOM 180 8fach Analog-ISDN Anlage..


    und daran hängt mein DOS-Rechner mit 14.4k Modem und ein alter XP-Rechner mit V90,.

    mit 9600 gar keine Probleme,... und sporadisch... auch 14.4 je nach Lust der Leitung...


    mfG.

    Meine Sammlung: CBM4032,CBM610,VIC20, C16, Cplus, C64, SX64,C128D, LT286-C, Amiga 1000, C= PC1+10+20+40

  • Ich bin vor ca 1 Jahr mit meinem IBM PC und dem Akkustikkoppler nicht weit gekommen. Aber vielleicht lag es daran, dass meine Fritzbox das Signal wieder zu analog umgewandelt hat, dass ich ein Fernsprecher aus den 80ern verwenden kann ?!


    Gruss Jan

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  • Mit dem C64 kommt man übrigens heute noch ins Internet ... W-LAN ... RR-NET MK3 ... C64-Mailboxen gibt es meines Wissens heute auch immer noch ... und es gibt sehr aktuelle Hardware-Entwicklungen diesbezüglich.

  • Ja, richtig, ich bekomme auch immer den Newsletter, welche Boxen on und off sind und welche neu sind. Hier die Seite:


    http://cbbsoutpost.servebbs.com/index.php


    Gelegentlich schau ich da mal mit dem RR-Net rein. Ich denke aber Micha meint "richtige" Mailboxen ?! Also nicht übers Netz, sondern wo man sich über eine direkte Telefonnummer einwählen kann.



    Gruss Jan

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