Conner CP3044 wird erkannt und läuft an, dann ist Schluss

  • Okay, ich hatte die Platte jetzt auf. Die Köpfe scheinen sich frei zu bewegen. Ausgeschaltet befinden sich die Köpfe in der Mitte der Platte. Moderne Platten parken meines Wissens nach außerhalb der Scheibe, ist es normal für so ne alte Platte in der Mitte zu parken? Beim Einschalten gibt es einen deutlichen Klick mit dem die Köpfe dann auf ca. 80-90% nach außen Springen. Danach bewegen sie sich nicht mehr. Das ganze hab ich hier mal mit aus Versehen abgeschaltetem Autofokus aufgenommen: https://youtu.be/PJed7YFzrow


    Beim genauen Hinhören merke ich aber, dass die Drehzahl nicht 100% konstant zu sein scheint. Als würde sie die Drehzahl nachregeln müssen.


    Interessanterweise hat die Platte nur zwei Köpfe, statt der im Datenblatt angegeben (und auch auf der Außenseite notierten) fünf. Ich habe ein anderes Handbuch gefunden, das andere Werte angibt, die interessanterweise - fast - mit denen übereinstimmen, die das BIOS in meinem Pentium 2 per Autodetect erkennt. Die funktionieren jedoch alle nicht.


    Je nach Einstellung bekomme ich aber andere Fehlermeldungen vom Laptop-BIOS gemeldet. Mal ist es "hard disk failure", mal "hard disk read error" und einmal hatte ich "hard disk controller failed initialization".


    shock hat empfohlen, doch mal die Spannung am Motor zu messen. Die muss irgendwo über den 2x9 Pin Platinenverbinder, der im Handbuch "HDA Connector" heißt, gehen. Ich kann allerdings kein Pinout und auch sonst nicht viel dazu finden. Falls irgendwer etwas dazu weiß, nur raus damit :nixwiss:

  • Also ich würd ja vorschlagen, die erstmal wieder zusammenzubauen. Und dann einfach mal ein Weilchen angeschaltet liegen zu lassen, um den Motor "einzufahren" nach einem Vierteljahrhundert Pause. Wenns anfängt nach Elektronik zu riechen, hast Du dann halt Pech gehabt, aber im günstigen Normalfall sollte da erstmal aller noch vorhandener Schmierstoff aufschmelzen und sich ein "Rotationsgleichgewicht" bilden.


    Ansonsten kann man zu der Platte ungefähr auf jeder Seite andere Angaben finden
    http://uregina.ca/~meacht/HWSEC3-4.HTML
    https://www.computerhope.com/hdd/hdd0036.htm
    https://groups.google.com/foru…ronics.repair/L9-XBaK-fLU


    Ich würde mal den Drivetype 17 im BIOS einstellen, laut erstem Dokument. Und beim Suchen ist es wohl sinnvoll sich auf alte UseNet Beiträge zu beschränken - d.h. die GoogleGroups mal "scannen".


    Ansonsten würde ich ja behaupten, daß die Platte noch schön läuft - die macht im Video alles, was man so erwarten würde. Parken in der Mitte paßt schon, der Parkingzylinder wird auch überall mit 980 oder 977 angegeben und die Platten haben "immer(TM)" von außen nach innen geschrieben. Deshalb ja gehören z.B. Swap Bereiche sinnvollerweise an den Anfang der Platte ...

  • Ich habe inzwischen rausgefunden, dass die Platte eine andere logische Geometrie benutzt als physikalisch, das erklärt den Unterschied zwischen den verschiedenen Angaben. Offensichtlich übersetzt die Firmware einfach zwischen den beiden. Disktyp 17 entspricht auch der handschriftlich vermerkten Geometrie.


    Einfach mal laufen lassen, kann ich natürlich machen. Sie lief bisher nie länger als 4-5 Minuten am Stück. Ich werde sie einfach mal ne Weile laufen lassen. Wäre natürlich lächerlich, wenn das nach so viel Fehlersuche dann das Problem tatsächlich lösen würde :shock: Ne andere Idee war, auf dem Pentium 2 einfach mal ein Linux zu booten und zu gucken, ob der Kernel mehr Informationen über den Fehler ausspuckt. Ich hab leider nicht so wahnsinnig viel Ahnung von IDE, insbesondere ob da bei Platten ohne SMART überhaupt viel an Diagnosemöglichkeiten besteht. Im schlimmsten Fall vermutlich einfach nur ein einfacher Fehlercode.

  • Ich denke ich gebe auf. :fpa:


    Auch mehrstündiges Suchen fördert leider keinen Schaltplan des Logikboards zu Tage, die Platte reagiert auf keine Versuche, sie zu betreiben, auch Tools wie HDDScan wollen mit ihr nix zu tun haben. Ich hab sie auch mal ne Stunde laufen lassen, wie ThoralfAsmussen vorgeschlagen hat. Das ganze übersteigt leider meine Kompetenz.


    So ergibt sie wenigstens noch Anschauungsmaterial für mein Video.


    Danke an alle, die ihr Bestes gegeben haben mir zu helfen.

  • Tantal ? Ersetzen ? Müssen andere was zu sagen.


    Aber bevor Du anfängst auf der Platte rumzulöten, kann man sowas evtl. auch noch an einen anderen Controller anschließen, am besten einen der eine Art vernünftiges Protokoll schreibt. Ich kenne sowas nur von SCSI würde mich aber wundern, wenn so ein etwas größerer IDE RAIDcontroller von z.B. adaptec, Tekram oder Promise sowas nicht kann. Es gibt auch "große" Gerätschaft, die beim Protokollieren besser sein sollte, als ein StandardPC. Etwa SUNs mit IDE Anschluß und Solaris (V100, Blade 100, Blade 150, Ultra 5 und 10 ). Außerdem wäre die Nummer mit dem Linux, die Du selbst schon oben vrgeschlagen hast, zum Protokollieren, sicher auch nicht verkehrt.


    Und dann gibt es noch die Variante, daß man sich eine andere baugleiche Conner besorgt und die Platine mal komplett austauscht.

  • Raidcontroller sind meistens intransparent und lassen Software garnicht mehr ans Laufwerk ran, sondern schalten ihre eigene Logik dazwischen. Aussagekräftige Fehlermeldungen bekommt man da auch nicht, vor allem wenn die Platte noch kein SMART beherrscht. Das sind ja schließlich keine Analysecontroller, sondern RAID-Controller...


    Der letzte Vorschlag mit dem Platinentausch wäre allerdings auch noch einen Versuch wert. Könnte aber sein, dass da wieder die Servospuren nicht zur Elektronik-Kalibrierung passt.


    Aber in der 1 TB Platten-Kategorie habe ich mit so einem Platinentausch schonmal eine namhafte Firma vor dem Totalcrash gerettet. Novell-Server, RAID 1, zweite Platte schon seit Wochen tot (jaja das blinkt schon ein paar Monate so... - hat ja nix zu sagen...) und jetzt geht garnix. Neue Platte besorgt, Novell neu aufgesetzt, Arcserve installiert, alle Bänder nicht lesbar... (Niemand hat je den Restore getestet)

  • Ja, unter Linux hab ich es probiert, er meldet da leider auch nur, dass er Block 0 nicht lesen kann (was mich nicht wundert, da die Platte es gar nicht erst versucht).


    Platinentausch wäre zwar möglich, wenn ich aber sehe, für wieviel die CP3044 bei eBay zu finden ist... das übersteigt den Nutzen bei weitem.

  • Tantals tauschen ... jau ... wieder so'n typischer Post von meinem Lieblingsuser. Wieso nicht gleich alle Widerstände blinden tauschen? Die können auch gedriftet sein.


    Ich geh davon aus die Platine is ok und entweder die Köpfe oder der Motor sind kurz vorm ableben.

  • Der Zyniker wirft wieder alles durcheinander. Ich schrieb was von Elkos tauschen. Mir liegt die Platte nicht vor und es gibt auch kein Foto der Platine. Ob da Elkos oder Tantals drauf sind kann also nur jemand beurteilen, der die Platte vorliegen hat. Außerdem ist es nicht unüblich, dass auch Tantal-Kondensatoren kaputt gehen, sie können sogar brennen! Siehe https://www.mikrocontroller.net/topic/62576?goto=new#new

  • Moin,


    die Connerplatte ist von ihrer Kopfführung relativ modern und benötigt eine Rückmeldung über eine Servospur um ihre Position und Geschwindigkeit zu kalibrieren.
    Ist die Spur defekt oder die Leseelektronik gestört, dann fahren viele Platten wieder runter oder stellen auf stur.


    Ein Indiz ist dieses weiche schweben der Köpfe, anders kann ich das nicht beschreiben. Die Köpfe tickern sauber von Spur zur Spur wenn die Kalibrierung geht.


    Ich werde mal schauen ob ich genau diese Conner habe.


    Gruss,
    Peter

  • Moin!


    Mein Restaurationsvideo ist endlich fertig. Nicht alles ist nach Plan gelaufen. Am Ende hab ich die Festplatte aufgegeben und durch 'ne CF ersetzt. Die geöffnete Platte ist ab 12:12 zu sehen. Bei 11:17 hat dieser Thread einen Gastauftritt :tüdeldü:


    Danke an alle, die versucht haben, das Problem zu lösen!


    https://youtu.be/GccTF33A5Yo