CBM 8032: Mein neues Restaurationsobjekt

  • Letzte Woche habe ich mir dann ja auch mal einen CBM 8032 gegönnt (siehe RE: Mein neuestes Etwas).


    Nachdem der nun gut ausgelüftet ist und ich ein wenig Zeit hatte, habe ich heute einfach schon mal den Übeltäter rausgepult:


    Nun muss ich mich dann erst einmal ein wenig einlesen und auch den Trafo wieder ordentlich anschließen. Erste zu beantwortende Frage: Gibt es bei dem eigentlich eine Möglichkeit, eine andere Wicklung abzugreifen? Wegen 230V (oder 240V) statt 220V? Mal gucken...



    Ansonsten vermute ich folgende Probleme bei dem Gerät:

    • Das Bild erschien erst nach ein wenig Warmlaufen. Vielleicht zickt da ein Kondensator? Oder mehrere?
    • Ein kleines mal eben getipptes Testprogrämmchen hatte Probleme mit Strings. Das war doch mal was mit defekten RAMs. Muss ich suchen...
    • Einige Tasten reagieren nicht immer gleich
    • Mein petSD+ lief nicht als ich die +5V aus dem Tape-Port ziehen wollte. Evtl. liegt da keine Spannung an? Oder der Anschluss müsste nur mal gereinigt werden?


    Das sind genügend Aufgaben um für längere Zeit der Langeweile entgegenzuwirken. Aber ich werde mir auch Zeit lassen. Der C900 will auch weiter bespielt werden.


    Ich werde dann hier von Fortschritten berichten und/oder ggf. Fragen an die CBM-Profis stellen.

  • Nun muss ich mich dann erst einmal ein wenig einlesen und auch den Trafo wieder ordentlich anschließen. Erste zu beantwortende Frage: Gibt es bei dem eigentlich eine Möglichkeit, eine andere Wicklung abzugreifen? Wegen 230V (oder 240V) statt 220V? Mal gucken...

    Hier Restauration eines CBM 3032 habe ich beschrieben, wie es bei meinem 3032 aussah. Ich nehme an, Dein 8032 hat ebenfalls einen klassichen Trafo, welcher vermutlich ebenfalls einen brachliegenden 240 Volt Anschluss hat.


    obbi

  • War der lange inoperativ?

    Vllt sind die Glättungskondensatoren schwach.

    Vllt einfach einen Tag lang laufen lassen zum formieren, und einen Bildschirmschoner laufen lassen.


    Wegen der Netzspannung, ich würde da einfach gucken wie hoch die bei Dir ist.

    Wenns unter 230 ist dann würd ichs auf 220 lassen und nicht auf 240 umjumpern

  • Bin heute nicht wirklich wieder an die Kiste gekommen, habe aber alles gelesen. Vielen Dank schonmal für die Hinweise.


    Wegen der Netzspannung, ich würde da einfach gucken wie hoch die bei Dir ist.

    Wenns unter 230 ist dann würd ichs auf 220 lassen und nicht auf 240 umjumpern

    Netzspannung ist hier 237 V. Daher wären die 240 in der Tat passender.


    Ich nehme an, Dein 8032 hat ebenfalls einen klassichen Trafo, welcher vermutlich ebenfalls einen brachliegenden 240 Volt Anschluss hat.

    Ja, "nomaler" Trafo. Mindestens ein Abgriff ist auch nicht belegt. Muss mal gucken, ob der passt.


    Aber nicht mehr heute. Morgen hole ich Frauchen aus der Reha und musste noch die Baustelle ihres Bades abschließen. War aber nur noch aufräumen, saubermachen und ein bisschen Deko... :smack:

  • Hier Restauration eines CBM 3032 habe ich beschrieben, wie es bei meinem 3032 aussah.

    Basteln ist noch nicht. Aber vorbereitendes Lesen in deinem Thread ging gerade mal.


    Da sah ich das hier:


    Weiß jemand was diese orange Plastikkappe da soll? Ist bei mir auch. Mit einem Schrumpfschlauch drüber und drinnen sind die beiden Leitungen sauber miteinander verdrillt und verlötet.


    Ich dachte bis gerade eben, da hätte jemand seine - nachträgliche - Verbindung irgendwie schützen wollen und hätte da eine "Edding-Kappe" drauf geschrumpft. Hätte ich dann entfernt. Aber das ist dann ja wohl ab Werk so. Hat das einen tieferen elektrischen Sinn? Welchen? Oder hatte Commodore einfach nur viele "Edding-Kappen" übrig? ;)

  • Das ist (war?) mal ne gängige Verbindung. Wohl auch grade in den USA. In der Kappe sollte ein Messinggewindeeinsatz stecken. Wir hatten das auch mal ne Zeit lang in Abzweigdosen. Adern verdrillen, das Ding draufschrauben, fertig.


    PS: ich hab das hier in der 4040 (die waren aber ohne so ein Kappending) mit echten Wagos verbunden. Sieht ja keiner. Und der SK hat die Netzzuleitung verlötet und dann ja sowieso das Verlängerungskabel, was in einer Lüsterklemme sitzt. Die hab ich neu gemacht und einen Satz Aderendhülsen spendiert.

  • Schutz gegen Durchscheuern und damit besserer Schutz des Users vorm Stromschlag, wenn das Teil blank an die Gehäusewand kommt. Könnte eine Vorschrift für EGeräte sein, daß man das nur in dieser Form verbinden darf, wenn man den Trafo nicht direkt anschließt.

    -- 1982 gab es keinen Raspberry Pi , aber Pi und Raspberries

  • OK, heftig. Dann ist das ja richtig schön gefährlich ...


    aber bunt sieht es aus und schnell montiert wohl auch.

    Ich habe diese komische "Eddingkappe" am Ende dann auch weggelassen und die Drähte statt dessen verlötet und mittels zwei Schrumpfschläuchen m.E. sicher vor Berührungen geschützt. Wenn jemand diese Kappe haben will: Einfach per PM melden ;)


    obbi

  • In der Kappe sollte ein Messinggewindeeinsatz stecken.

    Ja, in der Tat. Gerade mal geguckt: Ganz weit drin schimmert es gülden.


    Ich werde das wohl auch anders lösen. Entweder löten+Schlumpfschlauch oder einfach WAGO-Klemme. Letzteres ist zwar nicht wirklich klassisch, aber auf der Netzseite muss das schon ordentlich sein. Zumal man diese Verbindung am Ende hinten unter dem Trafo auch nicht mehr sehen kann.


    Aber spannende Sache mit diesen "Edding-Kappen"...

  • So jetzt geht es gaaaaaaaaaaaaaanz langsam los.


    Heute erst mal ein bisschen sauber gemacht. Die Platine muss jetzt ausdünsten.


    Vorher habe ich noch das hier entdeckt:


    Der rechte Gleichrichter scheint von oben top, unten sieht es aber durchaus nach Hitzeeinwirkung aus. Muss man gucken, welche Spannung über den läuft (wohin?). Werde den aber zur Sicherheit mal austauschen und beobachten.


    Ansonsten habe ich mich dem Trafo gewidmet. Meiner hat dieses Käbelchen für den 240V Abgriff, den obbi in dem von ihm oben verlinkten Thread zum 3032 zeigt, nicht. Aber halt einen nicht belegten Abgriff:


    Der Vergleich der Widerstände der Wicklungen zeigt ein plausibles Verhältnis von 220/240. Daher habe ich den schwarzen mal nach rechts umgelötet:


    Das muss ich jetzt mal durchmessen. Aber wird schon passen.


    Muss mir dafür jetzt erst mal einen Schaltplan zum 8032 besorgen. Wird sich finden lassen.



    In der Vergrößerung sehe ich noch, dass der gelbe auch noch mal ein bisschen nachgelötet werden könnte. Den habe ich gar nicht angefasst. Aber das gilt nicht als Ausrede... :neinnein:



    offene Baustellen: ::solder::

    • Spannungen am Trafo-Ausgang und Kabel zum Board prüfen
    • Gleichrichter KBL06 rechts austauschen und beobachten
    • Das Bild erschien erst nach ein wenig Warmlaufen. Vielleicht zickt da ein Kondensator? Oder mehrere?
      -> Später mal eine Weile laufen lassen zum evtl. Formieren von Kondensatoren
    • Ein kleines mal eben getipptes Testprogrämmchen hatte Probleme mit Strings. Das war doch mal was mit defekten RAMs. Muss ich suchen...
    • Einige Tasten reagieren nicht immer gleich
    • Mein petSD+ lief nicht als ich die +5V aus dem Tape-Port ziehen wollte. Evtl. liegt da keine Spannung an? Oder der Anschluss müsste nur mal gereinigt werden?
      -> Reinigung ist erfolgt, aber vielleicht spielt hier auch der Gleichrichter von oben eine Rolle? Später prüfen...
  • Ja, danke.


    Ich habe hier das 8032030 und mir gerade noch das Blatt mit Gleichrichtern u.s.w. gedruckt. Für morgen...

    • Ein kleines mal eben getipptes Testprogrämmchen hatte Probleme mit Strings. Das war doch mal was mit defekten RAMs. Muss ich suchen...

    Es wäre gut, wenn Du dafür ein Beipiel geben könntest. Ich kann mir das gerade noch nicht so recht vorstellen.

    Spontan ist mir dazu nur eingefallen, dass Basic des 8032 verm. genauso arbeitet wie viele andere. Will sagen, dass Variablen vom Ende des verfügbaren Basicarbeitsspeichers absteigend gespeichert werden, während der Programmcode aufsteigend vom Anfang an gespeichert wird. Je nach Organisation des Speichers könnte es vielleicht mal sein, dass Variablen nicht oder falsch gespeichert werden. Das wäre aber sehr weit her geholt. Deshalb:


    Ein Beispiel wäre gut


    obbi

  • Der rechte Gleichrichter scheint von oben top, unten sieht es aber durchaus nach Hitzeeinwirkung aus. Muss man gucken, welche Spannung über den läuft (wohin?). Werde den aber zur Sicherheit mal austauschen und beobachten.

    Dabei handelt es sich um den CR2, welcher für die negativen Versorgungsspanungen zuständig ist (-5Volt reg., -9 Volt unreg.)

    Ich denke nicht, dass da große Ströme fließen. Es wäre schon interessant herauszufinden warum der Brückengleichrichter so heiß geworden ist

  • Es wäre gut, wenn Du dafür ein Beipiel geben könntest. Ich kann mir das gerade noch nicht so recht vorstellen.

    [...]
    Ein Beispiel wäre gut

    Wenn die Kiste - hoffentlich - irgendwann wieder läuft, checke ich das noch mal. Das Problem trat beim einfachen Zuweisen und Ausgeben einer Variablen auf. Das hatte mich an einen alten Thread vom CBM_Ba erinnert, den ich gerade gesucht und gefunden habe: RE: CBM 610 - kurzer Überholthread



    Es wäre schon interessant herauszufinden warum der Brückengleichrichter so heiß geworden ist

    Jupp. Deshalb hinterher auch beobachten. Womöglich ist der Gleichrichter ja auch schon mal getauscht worden und jetzt in Ordnung. Wobei der für mein Dafürhalten nicht nachträglich gelötet aussieht.


    Was ich eben noch sah (aber ohne Foto): Zwei der Kontakte am Stecker vom Trafo zur Platine (also unmittelbar vor den Gleichrichtern) scheinen auch mal heiß geworden zu sein. Da ist der Stecker verfärbt. Sollten das die Pins sein, die zu dem Gleichrichter führen, wäre da in der Tat mal ein großer Strom geflossen. Dann wäre zu klären was die negativen Spannungen noch alles versorgen. -5V werden wohl an's RAM gehen.


    Rest mal gucken. Schritt für Schritt. Heute nicht mehr.

  • Dabei handelt es sich um den CR2, welcher für die negativen Versorgungsspanungen zuständig ist (-5Volt reg., -9 Volt unreg.)

    Ich denke nicht, dass da große Ströme fließen. Es wäre schon interessant herauszufinden warum der Brückengleichrichter so heiß geworden ist

    Habe gerade mal eben geguckt (kurz vor der Arbeit): Der CR2 (das ist dieser besagte Gleichrichter) bedient über "Umwege" am Ende auch die +9V unreg. und daraus werden die +5V (denn 4 und 2 vom J8 sind über die Leitungen zum großen C miteinander verbunden). Der CR4 (das ist der andere Gleichrichter) macht nur die +16V unreg. und daraus werden dann noch die +12V.


    Am CR2 hängt also doch einiges. Und da der Rechner ja grundsätzlich lief, kann der nicht wirklich durch sein. Mal gucken, was später die Ströme auf diesen Pins sagen.


    Apropos Pins: Die gestern erwähnten verfärbten Pins am J8 (das ist das Kabel, das vom Trafo kommt) passen exakt auf die beiden Wechselspannungs-Eingänge des CR2!


  • Aha! Den "Umweg" über die +9Volt unreg. habe ich nicht gesehen. Daran hängen beide 5Volt Spannungsregler und darüber wird einiges an Energie fließen.

    So wird ein Schuh draus. Und das erklärt auch, dass der CR2 schon mal sehr heiß werden kann. Ein kleines Puzzle gelöst.


    Zum Thema: "Das Bild erschien erst nach ein wenig Warmlaufen"- Definiere "ein wenig". Bei meinem 8296D braucht es etwa 2 sekunden. Bei meinem 3032 etwa doppet so lange. 4 Sekunden sind gefühlt schon so lang, dass man denkt: "Da stimmt was nicht"


    obbi

  • Aha! Den "Umweg" über die +9Volt unreg. habe ich nicht gesehen. Daran hängen beide 5Volt Spannungsregler und darüber wird einiges an Energie fließen.

    So wird ein Schuh draus. Und das erklärt auch, dass der CR2 schon mal sehr heiß werden kann. Ein kleines Puzzle gelöst.

    Die sind ja auch blöd in dem Schaltplan, dass sie den großen Kondensator, der an den Kabeln hängt, nicht darstellen. Diese Kabel verbinden einige GNDs miteinander und eben auch die 4 und die 2 miteinander.


    Zum Thema: "Das Bild erschien erst nach ein wenig Warmlaufen"- Definiere "ein wenig". Bei meinem 8296D braucht es etwa 2 sekunden. Bei meinem 3032 etwa doppet so lange. 4 Sekunden sind gefühlt schon so lang, dass man denkt: "Da stimmt was nicht"

    Keine Sekunden. Irgendwas zwischen 3 bis 5 Minuten waren es. Zuerst sah es aus als würde eine Synchronisation fehlen. Dann wurde das Bild "gut", hatte sporadisch aber dann immer wieder mal Aussetzer ohne Sync.

  • Wobei die Tatsache, dass am + des C zwei Käbelchen dran sind und je eines an die 2 und die 4 geht, hier auch nicht erwähnt ist.


    Ist halt ein großes Real-Life-Adventure. Man kann viel Rätseln dabei...

  • Kein Durchlaufen, kein Vergrößern.


    Kippen könnte es gut beschreiben. Es verzerrte sich "trapezförmig".


    Ich denke, dass ich mal ein Foto mache sobald ich die Kiste wieder einschalten kann. Wahrscheinlich ist der Alkohol schon weg, aber ein bisschen soll's noch ausdünsten. Und ich muss vorher noch die Spannungen prüfen.

  • Ich werde das wohl auch anders lösen. Entweder löten+Schlumpfschlauch oder einfach WAGO-Klemme. Letzteres ist zwar nicht wirklich klassisch,

    Naja WAGO-Klemmen gibt es seit den 50er Jahren, also so 'unklassisch' ist das nicht...

  • Keine Sekunden. Irgendwas zwischen 3 bis 5 Minuten waren es. Zuerst sah es aus als würde eine Synchronisation fehlen. Dann wurde das Bild "gut", hatte sporadisch aber dann immer wieder mal Aussetzer ohne Sync.

    Spendier dem Monitorboard mal neue Kondensatoren. Den großen Bipolaren solltest du dabei mit einem Folienkondensator ersetzen.


    Wie hier: RE: Pet 2001-8C blue bezel: trash to treasure. Hoffentlich


    Oder hier: RE: CBM 3032 kein Basic, nur Maschinensprache-Monitor