PROTEUS VMEbus Rechner

  • PROTEUS VMEbus System aus dem Jahre 1987.


    Dieses System hat gestern (20.02.2021) den Weg zurück zu mir gefunden.


    Vielen Dank an den Retter, welcher es vor der Entsorgung bewahrt hat!


  • Vorstellung der einzelnen PROTEUS Karten:


    SLOT1 Karte mit Peripherie.

    SLOT1 Funktionen: Reset-Erzeugung, 16 MHz Takt, Bus Arbiter (nicht bestückt)

    Peripherie: 8x seriell, 1x parallel, Netzwerk(ARCNET) (nicht bestückt), Echtzeituhr (Akku läuft aus)


    CPU Karte mit 68020:

    CPU 68020 mit 16,666 MHz

    MMU nicht bestückt (Dummy-MMU Platinchen leitet die Adressleitungen unverändert weiter)

    Floating Point Coprozessor nicht bestückt

    4 Megabyte DRAM mit Paritätsbit

    27256 EPROM

  • Kundenspezifische Zusatz Karten von Burr-Brown und Analog Devices:


    32 digitale Eingänge über Optokoppler


    32 digitale Ausgänge über Relais


    analoge Karten, vermutlich AD und DA


    Näheres zu diesen Karten später.

  • Handbücher und Bücher, welche dabei waren:


    Original microware Handbücher für OS-9/68K Basic Compiler, C Compiler, Pascal Compiler, Assember, Linker, Debugger


    und das hier:


  • :love:ein eecht tolles System - ich hab zwar keine Ahnung, was ich damit machen sollte - ausserdem viel zu gross für meine 26qm-Butze, aber höchstinteressant zu sehen

    toller Fang!

  • Gewerk I:



    ausgelaufenen Akku entfernt,

    Schaden begutachtet,

    3 Sockel ausgebaut (die "Batterieessenz" zerstört die Federwirkung auch wenn man dem Pin nichts ansieht!),

    Quarzoszillatoren entfernt,

    Ultraschallreinigung mit Ammoniak-Natriumhydroxyd Lösung

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  • Reinhard : Interessant. Kannst Du mal bitte was zu der Reinigungsmethode erläutern?

    Ich kann zunächst davon abraten!


    Habe es vergessen und es war über Nacht drin. Die Heizung und der Ultraschall gehen zwar mit dem Timer aus, aber die Platine blieb im Bad. Heute morgen waren die eloxierten Frontplatten braun und die Bedruckung derselben praktisch weg.


    Das Bad ist prima zum Entfernen von Flussmittelresten nach dem Bestücken.


    Aber es hat trotzdem einen Vorteil: ich sehe jetzt noch mehr defekte Sockelpins in dunkler Anmutung, welche vorher eigentlich gut aussahen:



    Das grüne Zeug der Batterie ist weitgehend weg; scheint aber teilweise den Lötstopplack unterwandert zu haben.


    Frontblenden müsste ich noch haben.

  • Falls du Hilfe beim OS-9 brauchst: Ich habe mich einige Zeit vor längerer Zeit damit beschäftigt, zuerst auf einem c't 68000 und jetzt auf einem Motorola MVME 162...

    Viel Erfolg bei der Restaurierung!

  • Gewerk II:


    * Vorstellung und Prüfung der Stromversorgung *


    Blick auf das Innere der Rückwand. Oben (hinter Gitter) Netzeingang, Netzfllter, Lüfter, 5 Volt Standby Versorgung und Netzrelais.


    Blick von Aussen auf diese Rückwand.


    Oberer Teil abgeschraubt und herunter geklappt.

    Das schwarze Gehäuse ist das Hauptnetzteil 5V/40 A, 2x 12V/10A.


    Und geöffnet.

    Von Links nach Rechts: Netzeingang mit Sicherung, Lüfter, Netzfilter, 5 VoltStandby Platine mit Netzrelais und Verteiler für Netzspannung, Lüfter.

    Das Netzrelais wird über den frontseitigen Schlüsselschalter betätigt und leitet dann den Strom an das Hauptnetzteil weiter.



    Messung der 5 Volt Standby. Schlüsselschalter steht auf AUS und das Hauptnetzteil ist damit noch aus.

    Netzspannung steht aber am Netzfilter und der Standby Platine an.

    Mehrere Stunden warten, ob das Netzfilter Probleme macht...


    Inzwischen ist auch das Hauptnetzteil unter Strom, aber ohne Karten und ohne Laufwerke, alle Spannungen sind korrekt.

    Es wird jetzt eingeschaltet bleiben, um eventuelle Elko Probleme aufzudecken...

  • Danke, es fällt mir aber auch leicht, weil ich ja nicht ganz unschuldig an dem Gerät bin und so langsam kommen die Erinnerungen zurück :)

  • Gewerk III:


    Massenspeicher: Festplatte und 5.25" Diskettenlaufwerk und Kontroller


    Untergebracht sind alle Laufwerke in einem Einschub für den Baugruppenträger.

    Von oben nach unten: MFM Festplatte, Kontroller, 5.25" Diskettenlaufwerk.

    Der Einschub hat grundsätzlich Platz für zwei weitere Laufwerke.


    Die Festplatte läuft hoch, der Stepper macht Kalibrierbewegungen und die Platte ist LEISE.

    Ein leises Kreischen kam zeitweise hoch, ließ sich aber durch Verschieben des Erdungskontaktes beseitigen:

    Dadurch wird sich die Kugel neu einlaufen müssen.

    Das Kreischen entsteht ja nur, wenn die Kugel exakt in der eingelaufenen Graphitpfanne läuft.


    Der Kontroller WD1002-05.

    Der Urahn aller späteren WD Kontroller für den PC und der (P)ATA Schnittstelle.

    Ein 40-poliges Kabel verbindet ihn mit dem Rechner. Die Belegung des Kabels ist fast wie bei (P)ATA, allerdings nur mit einem 8-Bit Datenbus - jeder gerade numerierte Pin ist hier noch GND!

    Angeschlossen werden können bis zu drei MFM Plattenlaufwerke und bis zu drei Diskettenlaufwerke.

    Die Diskettenlaufwerke werden wie weitere Festplattenlaufwerke über die (P)ATA Schnittstelle angesprochen!

  • Fortsetzung Gewerk I:


    Ich habe im Lager noch eine Revision 2 der SLOT1A Karte gefunden:

    Links die alte SLOT1A, mit derzeit fehlenden Sockeln, Bauteilen und Batterie; rechts die Revision 2 mit Lithium Primärbatterie. Diese hat nach so langer Zeit immer noch eine Spannung von 3.1 Volt!


    Mit dieser Karte bootet der Rechner jetzt von Festplatte das OS-9 bis zur nächsten Hürde:


    User Name?

    Password?


    Die üblichen Standardwerte wie bei der Auslieferung sind da leider nicht drin.


    Das wird eine größere Aktion...

  • HD mit MFM Reader/Emulator auslesen wäre angebracht

    Habe ich nicht.

    Ich gedenke aber den WD1002-05 mit einem Arduino anzusprechen. Die Schnittstelle (pre-ATA) ist einfach und völlig zeitunkritisch.

    Wenn ich allerdings einfach einen solchen MFM Emulator geliehen bekäme, hätte ich nichts dagegen :)

  • Wenn ich allerdings einfach einen solchen MFM Emulator geliehen bekäme, hätte ich nichts dagegen

    Vielleicht hat ja in deiner Nähe jemand einen solchen. Falls nicht müssen wir mal darüber reden.


    Obwohl ... so was Neues mit Arduino wäre ja auch interessant.

  • so was Neues mit Arduino wäre ja auch interessant

    Aber dazu braucht es zwingend den WD1002-05 Kontroller... Das ist keine allgemein brauchbare Lösung.

  • Fortsetzung Gewerk I:


    Ich habe mich entschlossen, die neue SLOT1A zu benutzen. Auf der Alten musste ich bisher schon viele Sockel auslöten...


    Der Reinigungsversuch hat wie geplant den ganzen Batterieschmodder entfernt.

    Bauteile, Leiterbahnen und Lötstopp wurden verschont.

    Nicht verschont wurden die Bedruckung der Frontblende und das Eloxat.


    Ich habe noch brauchbare Frontblenden gefunden und diese werden an die neue SLOT1A angebracht.


    Fertig. Ja, eine LED fehlt noch...

  • An der Entwicklung einer Auslese-Lösung einer MFM-Platte am WD1002-05 wäre ich auch sehr interessiert, da ich so ein Gespann auch in meinem c't 68000 habe. Als neue Lösung schwebt mir dann eine FreHD basierte vor, da der auch den WD1010 emuliert und ich auf der anderen Seite unter OS-9 den HD Treiber im Source habe.

  • HD mit MFM Reader/Emulator auslesen wäre angebracht

    Habe ich nicht.

    Ich gedenke aber den WD1002-05 mit einem Arduino anzusprechen. Die Schnittstelle (pre-ATA) ist einfach und völlig zeitunkritisch.

    Wenn ich allerdings einfach einen solchen MFM Emulator geliehen bekäme, hätte ich nichts dagegen :)

    Ich habe das nun gestern "eben mal" gemacht:



    1 Stunde für den Adapter, ca. 2 Stunden für einen kleinen Sketch dazu. Plattengeometrie ausprobiert und dann Sektoren gelesen und diejenigen ausgegeben, in denen der bekannte Benutzername vorkam. Ca. ein Dutzend verschiedene Passwörter dazu gefunden, eines davon hat dann gepasst...


    Somit ist dieses "Problem" gelöst.

  • Ein- und wieder Ausgeschaltet:


  • Beachte:

    die Uhr des OS-9 hat kein Jahr 2000 Problem.

    Setime -s liest die Hardwareuhr korrekt aus.

    Aber "setime" zum Stellen der Uhr verweigert die Eingabe von 4 stelliger Jahreszahl und von 21.

    Ich habe dann gestern den 31.12.99 und fast Mitternacht eingegeben und die Uhr lief dann ganz korrekt ins Jahr 2000 rein.


    Das Boot EPROM gibt dann 1900 aus.

    Der Login Prozess sagt das Jahr 100 an.

    Dir zeigt bei neu angelegten Dateien 00 als Jahr an (das ist akzeptabel):

    Code
    Super>dir -e
    Directory of . 21:33:51
    Owner Last modified Attributes Sector Bytecount Name
    ------- ------------- ---------- ------ --------- ----
    0.0 00/01/01 0124 ------wr 88 14 reinhard.txt

    OS-9 V2.2 ist auch nicht gerade aktuell :)

  • Beachte:

    die Uhr des OS-9 hat kein Jahr 2000 Problem.


    OS-9 V2.2 ist auch nicht gerade aktuell :)

    Erst ein geflickwerktes OS-9 V2.4.5 ist y2k-tauglich. "setime", "dir" und der RBF müssen geringfügig modifiziert werden. Bei V2.2 gibt's viele Probleme mit den Hilfsprogrammen.


    Gruß, Ralf