Eltec SPS Karte

  • Hallo,

    ich habe eine Weeke BP 15 CNC Fräse und seit einiger Zeit folgendes Problem. Und zwar startet das System nicht mehr und es kommt immer die selbe Fehlermeldung (siehe Bilder)

    Ich habe alle iC´s mit einem eprom lese gerät getestet und konnte nur bei einem chip ein problem feststellen, er lies sich garnicht ansprechen.

  • Ist die NiCD Batterie in ordnung ? Hat Spannung, ist nicht ausgelaufen ?

    Das IC ist ein GAL, konnte durchaus auslese-geschutzt sein, um die darin erhaltene Programmierung geheim zu halten. Kann, muss aber nicht defekt sein. Falls defekt hast Du ein Problem...

  • ich habe eine Weeke BP 15 CNC Fräse und seit einiger Zeit folgendes Problem. Und zwar startet das System nicht mehr und es kommt immer die selbe Fehlermeldung (siehe Bilder)

    Ich habe alle iC´s mit einem eprom lese gerät getestet und konnte nur bei einem chip ein problem feststellen, er lies sich garnicht ansprechen.

    Zunächst mal: das Betriebssystem ist OS-9/68k. Und das landete im ROMbug, was ich erstaunlich finde, daß der in einem Produktivsystem drin steckt. Beschreibe mal bitte die Umgebung! Hat das Gerät einen Massenspeicher, also eine Festplatte? Wenn nicht, dann ist das Gerät /h0 offensichtlich eine RAM-Disk. Könnte es sein, daß diese aus ein paar SRAMs besteht, die auf der Platine erkennbar sind? Möglicherweise auch die EEPROMs.


    Zur Hardware wie oben bereits erwähnt: schau Dir den NiCd-Akku an! Der muß eigentlich mittlerweile kaputt und undicht sein. Alles andere fände ich erstaunlich. Zum GAL: diese Bausteine verlieren genauso wie EPROMs im Laufe der Zeit ihren Inhalt. Wenn deren Inhalt verloren ist, dann hast Du jetzt ein Mechanical Sample vor Dir liegen, denn GALs archiviert kaum jemand.


    Auch die EEPROMs auf dem Steckmodul sind gefährdete Bausteine. D.h. die verlieren ihren Inhalt früher oder später.


    Zu den SRAM-Pärchen: kennst Du die Funktionen von diesen? Es ist ungewöhnlich diese beiden oberen mit je 32kB zu haben, wo unten vier Sockel vorhanden sind, die derzeit mit zwei 128kB-Typen bestückt sind. BTW diese stecken in Sockeln, die bei üblichem Platinen-Layout nicht pärchenweise zueinander gehören. Die 68010-CPU braucht ihr RAM 16bit breit. Soll heißen: stecken die beiden wirklich diagonal verteilt in den freien Sockeln?


    Zur Ausgabe vor dem Debugger: kannst Du Dich noch an die Meldung vom korrekt laufenden System erinnern, die nach dem "Searching special memory list for symbol modules..." kommen sollte?


    Kennst Du weitere Details aus diesem System? Z.B. die Memory Map? Auffällig finde ich die Adresse vom Absturz bei $0068.817A. Die liegt offensichtlich nicht im EPROM. Also muß sie im RAM liegen. Es paßt hier auch noch was nicht: der BRA-Befehl liegt nur wenige Bytes vor dem Sprungziel, aber die Meldung bedeutet Bus Error. Du könntest die EPROM-Inhalte nach dieser Befehlssequenz durchsuchen. Ziel: gibt's die an EPROM-Adressen, die zu den abfotografierten passen?


    Beim Blick auf Dein Foto fällt mir auf, daß Du das untere EPROM besser korrekt in die zu große Fassung stecken solltest.


    Gruß, Ralf

  • Ergänzende Frage: wie ist die zweite Platine mit der ersten verbunden? Weißt Du, welches Bussystem das ist? VMEbus wäre eine Möglichkeit, denn Eltec baute damals sehr viele Karten dafür, auch und insbesondere für ihren Kunde Homag und als kundenspezifische Systeme. Du könntest auch ein Foto der Backplane hier einstellen.


    BTW gegen VMEbus sprechen übrigens die nicht vorhandenen Frontblenden sowie der untypische P2-Steckverbinder (ist allerdings nicht zwangsweise eine VG96-Leiste). Ist der P1-Secker überhaupt eine VG96- und keine VG64-Leiste? Das kann ich auf den Fotos nicht richtig erkennen.


    Gruß, Ralf

  • Dieses Eltec-Handbuch ist aus dem Jahr 1995 für CPUs der Größenordnung 68060 mit Massenspeicher und für OS-9 V3.02. Du hast eine 68010 vermutlich ohne Massenspeicheranschluß. Das OS-9 ist nicht mal unbedingt V3.0, denn das könnte auch V2.4.5 sein.

  • Also die Batterie ist i.O. und hat Spannung ja.

    Das Gerät hat eine SCSI Festplatte. Leider Gottes kenne ich keine einzige Funktion von allen Bausteinen auf den Platinen und im Internet ist spezifisch dazu auch eigentlich fast gar nichts zu finden.

    DIe beiden RAM´s stecken so wie es auf den Fotos zu sehen ist diagonal verteilt auf den Sockeln.

    Die Meldung bei korrekt laufender Maschine, habe ich nie gesehen, da ich vorher nie mit dieser Maschine gearbeitet habe, sondern nur jetzt versuche die Maschine zu retten :D

    ... "Memory Map?" Was bedeutet das? Ich bin zwar gelernter Elektroniker aber das ist hier alles Neuland für mich...

    Beim Blick auf Dein Foto fällt mir auf, daß Du das untere EPROM besser korrekt in die zu große Fassung stecken solltest.

    ja das war ich beim testen der bausteine, habs aber auch sofort gemerkt und wieder umgesteckt

    Zu den Betriebssystemen kann ich leider auch nichts sagen, aber ein Foto der Backplane kann ich morgen früh direkt machen.


    Ich habe mal ein video vom bootvorgang gemacht

    https://files.fm/f/amk87jfw6

    und dann war ich so neugierig wie sich das ganze ohne den besagten gal verhält

    https://files.fm/u/98cgcndq7

  • Ok, die Daten aus dem Video:

    CPU-Karte: Eurocom 16, also eine 68030 als Haupt-CPU

    Betriebssystem: OS-9/68k V2.4 BETA, teils mit Meldungen von V2.3, daher vermutlich ohne y2k-Patches

    GUI: MGR

    Zustand: Datum im OS-9 aus dem Jahr 1990

    Die Eurocom-16-Karte hat ein NVRAM mit Uhr der Sorte 48T12. Bei denen halten die bausteininternen Batterien 10-20Jahre je nach Nutzung der Karte und Umgebungstemperatur. Jetzt ist der Chip fast 30Jahre alt. D.h. die Uhrenfunktion geht nicht mehr und vermutlich ist der NVRAM-Inhalt ebenso vergeßlich. Aber die CPU-Karte bootet von Festplatte! Das ist schon mal ein Glücksfall.


    Die CPU-Karte sitzt ganz links im Rack, und sie hat einen VMEbus-Anschluß, d.h. die Karten auf Deinen Fotos sind Slave-Karten für spezielle Funktionen, die mit den kaputten Boot-Meldungen eher nichts zu tun haben. Die fehlenden Frontblenden sind übrigens in einer (spanabhebenden) Fertigungsumgebung mit entsprechendem Staub sehr unvorteilhaft wg. Dreck und natürlich sowieso wg. Zwangskühlung durch den Lüftereinschub unter dem Kartenkäfig. Bau die Frontblenden wieder drauf!

    Neben dem NVRAM sind vermutlich alle anderen Komponenten ebenso alt. D.h. ein Festplattenproblem ist nach dieser Zeit auch in Erwägung zu ziehen. "Wir" hatten seinerzeit unsere Kunden mit ähnlichen Rechnern (aber anderer Anwendung) ungefähr im 5-Jahresrhythmus "motiviert" die Festplatten profilaktisch[tm] zu tauschen. Ich würde euch heute mangels Verfügbarkeit von auch nur einigermaßen neuen SCSI-Festplatten dieser Bauart zu einem Halbleiterersatz raten. Habt ihr eine Sicherungskopie von der Festplatte? (Ich fürchte fast, daß das eine rhetorische Frage ist :( )


    Ich halte Dein Problem für zu komplex, als daß es sich von Hobbyisten lösen läßt. Ich fürchte, daß ihr professionelle Hilfe braucht, d.h. von Homag oder dieser Tochterfirma. Bei Eltec könnt ihr vermutlich nichts mehr erwarten, weil die Leute von "damals" nicht mehr dort sind, AFAIK.


    Gruß, Ralf


    P.S.: OS-9/68k V2.4 kam im Jahr 1990 auf den Markt.

    P.P.S.: Wo steht die Maschine eigentlich?

    P.P.P.S.: Die Links in Deinem vorherigen Beitrag sind vertauscht.

  • Idee :)

    Die Karte mit der 68010-CPU, die Du derzeit "bearbeitest", hat Software drauf. Das muß nicht unbedingt ein OS-9 sein, denn Eltec baute auch Slave-Karten mit irgendwas proprietärem. Aber diese Karte hat eine serielle Schnittstelle (vermutlich mit Eltec-Belegung am SubD-9-Anschluß). Dort sollten (Boot-)Meldungen rauskommen. Seinerzeit war 9600 8N1 ohne HWHS üblich.


    BTW den Betrieb ohne GAL brauchst Du erst gar nicht probieren., Dieser Baustein hat eine fundamentlich wichtige Bedeutung auf solch einer Karte.

  • Danke schonmal für die ehrliche ANtwort, aber das Problem ist genau wie du schon sagst, das weder Eltec noch Homag weiterhelfen wollen, die wimmeln einen nur ab... Oke kann ich auch irgendwo verstehen, allerdings ist ne neue Maschine mit gleichen Funktionen nicht wesentlich besser. Sie ist anstatt grün, jetzt grau und hat ne neue Steuerung, viel mehr nicht.... Kostet halt nur ne Stange Geld :D


    Eine Sicherungskopie der Festplatte, gibt es meiner Meinung nach nicht, aber die Funktioniert doch noch? oder nicht? hä? :D

    Ich hatte vor ein paar Monaten mal eine andere SPS Karte, die die selben Homag Nummern (2-083-01-5044) hatte wie die alte, jedoch waren die gesteckten Bausteine anders... Damit bootete das System normal, alles sah gut aus... Doch klappte die Eichfahrt nicht, die Steuerung hat die Reglerfreigabe nicht freigegeben und die Achsmotoren angesteuert, die Positionen konnte sie jedoch ablesen, nachdem ich manuell eine Achse mal bewegt hatte.

    Was ich nicht verstehe ist, wieso der OHNE den einen GAL inst betriebssystem bootet und mit (evtl. defektem) nicht...

    Die Maschine steht nähe Kleve am Niederrhein

  • Aha, Homag kann oder will nicht. Schade. Dann habt ihr ein verdammt großes Problem. D.h. Du hast möglicherweise nicht nur ein Mechanical Sample aus der Steuerung vor Dir liegen, sondern auch eine große Menge "Altmetall" in der Halle stehen.


    Was Grundlegendes: eure Maschine bootet ihr Betriebssystem OS-9 auf der Eurocom 16 ganz links im Rack. Dort hängt die Festplatte und das Diskettenlaufwerk dran. Außerdem ist auf dieser Karte die Grafik integriert. Auf dieser integrierten Grafikkarte wird zuerst ein serielles Terminal emuliert und anschließend die grafische Benutzeroberfläche MGR gestartet. Und dort läuft die Steuerungs-Software für die Maschine. OS-9 ist ein Betriebssystem mit folgenden grundlegenden Eigenschaften: Multi-User, Multi-Tasking und echtzeitfähig.


    Alle weiteren Karten in diesem Rack sind mit großer Wahrscheinlichkeit Slave-Karten auf dem VMEbus. Z.B. die zweite Karte, die Du im 1.Beitrag als Foto zeigtest, hat einen 8bit-Controller drauf (den NEC-Chip) sowie ein Dualported-RAM (den IDT 7132). Software auf der OS-9-CPU (Eurocom 16) kommuniziert mit dieser CPU über das Dualported-RAM. Diese Karte ist vermutlich unabhängig von der anderen. Eine andere Software im OS-9 kommuniziert mit der 68010-Karte vermutlich ebenso über Dualported-RAM, das ich mit den aktuellen Vorstellungen von eurer Maschinensteuerung in den zwei 32kB SRAMs am oberen Kartenrand vermute. Diese Karte hat ebenso wie die mit dem kleinen NEC-Controller kartentypische Software im (EP)ROM. D.h. die ist nicht unbedingt mit einer anderen austauschbar. Möglicherweise kann man mit den DIP-Switches die kartenlokale Software beeinflussen, -> RTFM.


    Von Dir fehlt die Info, welche Antriebe an welcher Karte hängen. Beide haben offensichtlich Optokoppler drauf, aber Du kennst die Verdrahtung auf der Rückseite.


    Die Zusammenhänge zwischen Hardware, Betriebssystem und Anwenderprogramme sind Dir in diesem System nicht geläufig. Ich habe oben einiges dazu bereits beschrieben, aber von Grund auf alles zu deuten, zu erklären und zu mutmaßen, sprengt hier den Rahmen. Auch wg. der Uhrzeit (kurz vor 2).


    BTW von mir nach Kleve sind es mehr als 400km. Das lädt leider nicht ein mal kurz vorbeizuschauen.


    Gruß, Ralf


    P.S.: Ganz dringender Rat: macht eine Sicherungskopie von dieser Festplatte. SOFORT! Der Inhalt dürfte nicht wiederbeschaffbar sein.

  • Hier noch ein paar fotos der steuerung von vorne und die achssteuerungsmodule, sowie die platine. die nummer wäre 4-086-05-0254


    ie Zusammenhänge zwischen Hardware, Betriebssystem und Anwenderprogramme sind Dir in diesem System nicht geläufig. Ich habe oben einiges dazu bereits beschrieben, aber von Grund auf alles zu deuten, zu erklären und zu mutmaßen, sprengt hier den Rahmen. Auch wg. der Uhrzeit (kurz vor 2).

    Doch aber leider nur irgendwas zwischem grundwissen und gefährliches halbwissen aber das dass alles miteinander zusammenhängt habe ich schon verstanden

  • Guten Abend

    MartinKl87


    Ich würde folgende Vorgehensweise vorschlagen,

    Zuerst mal soviel wie möglich dokumentieren, aufschreiben, aufzeichnen, wäre auch wichtig für den nächsten Störfall,

    Jeder Steckplatz der richtigen Karte zuordnen, dann diese alle soweit mal ziehen um die Bachplane überprüfen, wie dort der Zustand ist, dann die Zuleitungen, zu der BP kommend dok, woher wohin abgehend,

    Dann Maschine komplett vom Stromnetz trennen, ggf reinigen vorsichtig mit Druckluft und / oder einen speziellen Oxidreiniger für die Steckkontakte, nachdem dieser soweit verdunstet, das selbige mit den einzelnen Steckkontakte ( + Sicht Kontrolle der Pins) der Platinen

    dann die Platinen wieder einzeln mehrmals ziehen dann wieder einrasten,


    Nun geht's weiter mit den profanen Bereichen


    Netzteil : Mit dem Oszi die Vcc ( vermutlich auch +/12 V) Vorhanden beim hochbooten überprüfen, messen,


    Dann die Frequenen nachmessen beim Hochbooten, ggf überprüfen wie der Clock Eingang /Ausgang am der CPU selbst aussieht,


    Danach die einzelnen Takt Leitungen,


    Da laut RalfK eine RTC 48T12 mit RAM vorhanden sein sollte, überprüfen ob und wo diese auf der Karte sitzt, dann diese ggf austauschen, vermutlich werden sind dort auch Maschinenparameter abgespeichert,)

  • Da laut RalfK eine RTC 48T12 mit RAM vorhanden sein sollte, überprüfen ob und wo diese auf der Karte sitzt, dann diese ggf austauschen, vermutlich werden sind dort auch Maschinenparameter abgespeichert,)

    Davon gehe ich nicht aus, denn das NVRAM ist üblicherweise in Beschlag vom Eltec-Bootstrap-Loader. Anlagenparameter werden eher in Konfigurationsdateien im Dateisystem gespeichert, denn diese Maschine hat keinen Mangel an Speichermöglichkeiten. In OS-9-Systemen mit Massenspeicher war es unüblich ein NVRAM auf der CPU-Karte zu nutzen, da die Software sonst nicht portabel gewesen wäre, weil eben nicht jede (VMEbus-)CPU-Karte ein solches NVRAM hatte. Die relevante Funktion vom 48T12 fürs OS-9 ist die Uhrenfunktion.


    48T12 dürften schon lange ausverkauft sein. Ich habe solche wie auch diverse größere aus dieser Familie passend modifiziert, d.h. aufgedremelt und eine neue Batterie drangebastelt. Auf einer MVME147 sieht das beispielsweise so aus:

    http://www.ralf-kiefer.de/VME/48T12.jpg


    Es ist eher interessant herauszufinden, welche Bausteine der NiCd-Akku auf der 68010-Platine puffert. Dieser Akku wäre bei geeigneter Software nicht nötig, denn, wie erwähnt, es gibt eine Festplatte. Aber irgendeinen Zweck wird dieser Akku haben. Vermutlich.


    Gruß, Ralf

  • Welche Komponenten kann man also ausschließen,

    Frage : gibt es eine Möglichkeit, die Startroutine zu unterbrechen, oder kann man mit einem anderen Medium booten

    Interessant, daß es die 48T12 (wieder) gibt. Eine Zeit lang bestand das mir bekannte Angebot einzig aus China-Ware bei Ebay, denn für 16Euros hätte ich mir den Aufwand mit dem Dremel erspart. Ok, ich habe eine deutlich zweistellige Anzahl umgebaut, so daß sich aufgrund der Summe vermutlich ein paar schwäbische Vorfahren bemerkbar gemacht hätten ;)


    Eine Eltec-CPU bootet von verschiedenen Medien. Diese hier fragt beim Start explizit nach. Mit funktionierendem NVRAM-Inhalt war die vermutlich auf Automatik konfiguriert. Diskette geht immer, aber man braucht eine, und es paßt nicht viel drauf. Das ist was für OS-9-Auskenner, IMHO. Und das Diskettenlaufwerk muß noch funktionieren ...


    Der Start läßt sich unterbrechen. Der kontrollierte Weg geht über die "startup"-Datei. Das ist ein Shell-Skript und somit leicht editierbar. Wenn das vor dem Start vom MGR passiert, sollte die Terminalemulation auf der Grafikkarte noch weiter laufen. Ansonsten hat die CPU-Karte weitere Seriellschnittstellen. Möglicherweise sind darauf "tsmon"s gestartet, so daß man sich mit einem Terminal dranhängen kann.


    Soll heißen, daß es weitere Möglichkeiten gibt. Aber ich kenne die Konfiguration und Eigenheiten von diesem System nicht, weder die Betriebssystemseite noch die Anwender-Software. Beim Start werden diverse Prozesse mit kurzen, kryptischen Namen gestartet, die nicht zum OS-9 gehören. Was die im Einzelnen machen, ließe sich vielleicht irgendwo nachlesen (Doku, Kommentare in Textdateien). Die Systemkonfiguration betreffend würde ich zu Beginn reinschauen, ob das "ssm"-Modul geladen ist, das Speicherschutz bietet. Dazu: der Absturz ist ein Bus Error.


    Die Anwenderprozesse melden die sich ggf. auf stdout und/oder stderr. Das scheint nicht sonderlich berücksichtigt zu sein. In einem Fall wird stdout sogar nach /nil umgelenkt. Also Logfiles anschauen, falls vorhanden.


    BTW ausschließen würde ich bei solch einem System fast gar nichts. Das ist rund 30Jahre alt und hat vermulich keinerlei Pflege und Wartung genossen. CPU, RAM und Grafik der Eurocom 16 funktionieren offensichtlich. Aber alles weitere würde ich eins nach dem anderen prüfen beginnend, wie Du bereits erwähnt hast, bei der Spannungsversorgung. Der VMEbus braucht +12V, +5V und -12V. Das Netzteil sitzt rechts im Rahmen, hat einen SIEMENS-Schriftzug drauf und 3 LEDs dazu. Die obere LED vermute ich als rote und die Beschriftung als "Temp", dazu wieder: RTFM. Elkos haben hin und wieder eine begrenzte Lebensdauer, insbesondere die in Netzteilen. Die Lebensdauer ist abhängig von Betriebsstunden und Temperatur. Ob Einzelheiten zum Betrieb der Anlage aus den 30Jahren bekannt sind, weiß vielleicht der Fragesteller Martin. Im Zweifel ein anderes Netzteil anklemmen oder besser meßtechnisch vorgehen.


    Verrottete VMEbus-Kontakte hatte ich noch nie. Aber ich habe fast ausschließlich Schroff-Backplanes und nur eine Eltec-Eigene. Besser als die von Schroff waren die eher nicht. Das würde ich allerdings nicht an den Steckern festmachen, sondern eher an Übersprechen u.ä., jedenfalls nichts, was sich im Laufe der Jahre negativ bemerkbar macht.


    Gruß, Ralf

  • Wenn die Mögkichkeit besteht, versuche von der Festplatte ein 1:1 Image zu erstellen, ( Ist immer gut, ggf für die Analyse), je nach Größe dann ggf auf einem Freehoster dann posten,

    Hast Du Software, um daraus wieder eine OS-9-taugliche Platte zu erstellen? Linux-Rechner mit SCSI und "dd"? Oder männermäßig unter OS-9? ;)


    BTW hier im Forum ist jemand, der eine E16 sogar mit was von Homag dran hat: horniger.


    Ansonsten dachte ich noch ein wenig über diese Maschine nach: wenn's ein Hobbyprojekt ist, dann kommt MartinKl87 nicht drumrum sich auch mit der Steuerung zu beschäftigen, wenn er diese Maschine langfristig betreiben möchte. D.h. OS-9-Kenntnisse inkl. all dem, wie man einen historischen Rechner mit "zerbrechlicher" Festplatte am Leben erhält. Wenn das dagegen eine kommerziell genutzte Maschine ist und weder Homag noch Eltec Ersatzteile und Kundendienst anbieten, dann wird wohl die Investition in eine neue Steuerung für diese Mechanik eher ein sinnvoller Weg sein. Aber da kommt's sicher drauf, bei welchem Abnutzungsgrad die Mechanik angekommen ist. Ohne Homag und Eltec läuft's drauf hinaus jemanden zu bezahlen, der versucht anstelle der Hersteller alles wieder ans Laufen zu bekommen. Das ist so ähnlich wie Lotto spielen, denn es könnte Gründe geben, weswegen Homag kneift. Und diese Gründe kennen wir nicht.


    Ich habe mal versucht den Aufwand abzuschätzen: wenn's blöd läuft, findet ein Auskenner einen entscheidenten Fehler für die Diagnose "rentiert sich nicht" in einem halben Tag. Worst Case für die Maschine, aber wenigstens überschaubare Kosten für die Fehlersuche. Wenn's gut läuft hat der Auskenner in der Größenordnung 2 bis 5Tage das Reverse Engineering geschafft und Fehler behoben. Das mündet in die Frage, welchen Wert diese Maschine in funktionierendem Zustand noch hätte. Lottospielen könnte aber auch bedeuten, daß "rentiert sich nicht" erst nach 5Tagen Aufwand festgestellt wird.


    Ich bin gespannt, wie sich der Fragesteller entscheidet :)


    Gruß, Ralf

  • Zum Verlauf der Problemlösung: ich weiß mittlerweile nicht mehr, was der Fragesteller wirklich erwartet. Aber regelmäßig hier reinschauen und seit 2 Tagen nichts mehr antworten ist nicht unbedingt zielführend.


    Ralf

  • Zum Verlauf der Problemlösung: ich weiß mittlerweile nicht mehr, was der Fragesteller wirklich erwartet. Aber regelmäßig hier reinschauen und seit 2 Tagen nichts mehr antworten ist nicht unbedingt zielführend.


    Ralf

    Guten Tag

    RalfK


    Da stimme ich dir zu, oder hat sich

    MartinKl87

    Mal wieder gemeldet,


    Eltec selbst wird übernommen von Westermo,

  • Da stimme ich dir zu, oder hat sich

    MartinKl87

    Mal wieder gemeldet,

    Die Forums-Software sagt: 4 Beiträge, zum letzten Mal am 14.4. reingeschaut. So macht's keinen Spaß.


    Eltec selbst wird übernommen von Westermo,

    Die sitzen hier in der Gegend in Waghäusel. Die hatte ich bisher nicht wahrgenommen. Mal beobachten :)


    Gruß, Ralf

  • Dort findet sich noch weitere Infos,

    Ob der Standort in Mainz langfristig gehalten wird, steht noch in den Sternen

    Woraus liest Du das? Was mich mehr überrascht ist die Anzahl der Mitarbeiter, die nur noch mit 35 angegeben wird. Ich hatte die "etwas" größer in Erinnerung.


    Der allgemeine Text bei Westermo stand schon im März dort.


    Gruß, Ralf

  • Hallo zusammen, ich habe sehr interessiert Eure Beiträge gelesen, da ich seit einigen Tagen ein ähnliches Problem mit meinem Homag BAZ habe. Ich betreibe eine kleine Zimmerei und habe mir vor 4 Jahren mehr aus Hobby eine Homag CNC-Maschine gekauft, die ich in erster Linie zum Schilder Fräsen und sonstige Spielereien nutze, manchmal auch für die Zimmerei (z. B. Treppenwangen fräsen). Ich habe die Maschine selbst in Betrieb genommen und bisher lief alles problemlos. Ich habe auch alle Pufferbatterien der Servomotoren bei der Inbetriebnahme getauscht, welche die Position während der stromlosen Zeit zwischenspeichern. Seit einiger Zeit kam beim Booten die Fehlermeldung: Warning: SRAM/RTC battery low. Ich hab die Maschine dann einfach eingeschaltet gelassen um einen weiteren Verbrauch zu verlangsamen. Jetzt allerdings, beim Sturm vor zwei Wochen hatten wir einen Stromausfall. Die Meldung änderte sich in:


    ### Warning: Sram/RTC battery exhaustet

    ### Warning: Wrong parameter checksum


    Die Maschine bootet trotzdem, kann allerdings nicht mehr mit der SPS und den Reglern kommunizieren, ein Betrieb ist nicht mehr möglich. Also hab ich die BAB40 Platinen (zwei sind verbaut) gezogen, und geschaut welcher time keeper verbaut ist. Es ist ein M48T12-150PCI. mit eingebauter Lithium Batterie. Davon hab ich dann zwei bei Conrad Elektronik bestellt. Danach war die Fehlermeldung battery exhaustet weg, allerdings zeigt er mir jetzt einen Checksum Error unmittelbar nach dem Start an. Anscheinend sind die nachgebauten ICs doch nicht 100% kompatibel mit den historischen. Jetzt erscheint mir eigentlich als einzige Option noch der von RalfK beschriebene Dremel-Einsatz als Möglichkeit einen Totalschaden abzuwenden. Es wäre wirklich ein Jammer um die sehr coole Maschine, die mechanisch annähernd unzerstörbar ist. RalfK Könntest du mir vielleicht ein paar Tips geben wie du die Sache angegangen bist oder würdest du sowas vielleicht auch im Auftrag (natürlich ohne Gewähr und gegen entsprechende Entschädigung) machen? Vielen Dank schon mal, ich bin für jeden Tip dankbar.


    Gruß Rainer

  • Danach war die Fehlermeldung battery exhaustet weg, allerdings zeigt er mir jetzt einen Checksum Error unmittelbar nach dem Start an. Anscheinend sind die nachgebauten ICs doch nicht 100% kompatibel mit den historischen. Jetzt erscheint mir eigentlich als einzige Option noch der von RalfK beschriebene Dremel-Einsatz als Möglichkeit einen Totalschaden abzuwenden.

    Du hast einen neuen RAM-Chip eingesetzt. Der hat selbstverständlich keinen Inhalt in der Form, wie ihn die Software verlangt. Was immer in diesen 2kB RAM drinsteht: dieser Inhalt muß mit einem zur Anlage passenden Konfigurationsprogramm dort reingeschrieben werden. Offensichtlich inkl. CRC.


    Den alten NVRAM-Chip brauchst Du nach einer ebensolchen CRC-Fehlermeldung gar nicht erst versuchen mit einem Dremel und somit neuer Batterie zu retten. Der hat seinen Inhalt mittlerweile verloren.


    Zur Verdeutlichung: ein 48T12 ist auf den ersten 2040Bytes seines Adreßraums ein SRAM-Chip mit Batteriepufferung, so daß der Inhalt über einen Spannungsausfall erhalten bleibt. Die letzte 8Bytes im Chip sind die Uhrenfunktion, also Datum, Uhrzeit und noch ein paar Kleinigkeiten sind dort abgelegt und laufen von der internen Batterie angetrieben auch ohne externe Spannung weiter.


    Zur Vorkehrung: die 48Txx-Chips mit nachlassender Batterie, die mir begegnet sind, hatten alle dasselbe Verhalten. Sobald die Uhrzeit nach dem Abschalten der externen Spannung einfach nur stehenblieb, blieb auch der Inhalt vom SRAM erhalten. Wenn Datum/Uhrzeit nach dem Neustart wirre Werte oder Anfangswerte (1.Januar) aufweisen, ist es zu spät. Dann reichte zuvor die Batteriespannung gerade nicht mehr für den Erhalt vom SRAM.

  • Moin,

    ich versuche es einfach mal...

    Die batteriegestützen Bausteine (M48T12) hast Du erkannt und ersetzt, was denen fehlt ist der richtige Inhalt.

    Den haben aber, zumindest in Teilen, die alten, von Dir ersetzen, Bausteine auch nicht mehr.

    Ein Rücktausch wird also nicht viel bringen.

    Der Weg geht nur nach vorn.

    Es müssten also "nur" die Daten neu eingetragen werden, die reingehören, damit die Maschine wieder tut.

    Das entspricht bei PCs den klassischen BIOS Einstellungen.

    Die Fragen:

    Haettest Du die nötigen Einstellungen zur Hand?

    Wie bekommt man die Daten wieder in die batteriegestützten RAMs.

    Gibt es eine Konsole, ein Masterterminal, das beim Booten sowas wie

    "Press Fxx, ESC, ALT-S, irgendeine andere Tastenkombination to activate BIOS Settings" anzeigt?

    Wird evtl. nur kurz angezeigt oder die Info geht unter, da der Bildschirm noch nicht warmgelaufen ist.

    Also mehrfach probieren den Rechner zu Starten.

    Dort gibt es evtl. eine "Default" Einstellung, die die neuen Bausteine schon mal mit den wichtigen Daten füllt.

    Wie ist die Kommunikation zwischen SPS und Regler gemacht?

    Wenn es serial ist, sollte der Port und die Geschwindigkeit / Parameter der Kommunikation passen.

    Steht davon was im Handbuch?


    Halte uns auf dem Laufenden, gerne auch Photos.


    Viel Erfolg.

    Bernhard

  • Was kommen nach dem Einschalten für Meldungen ?

    Bootet die Karte noch os-9 ?


    Wenn nein, dann 'setup' aufrufen, Bootparameter neu eingeben und abspeichern.

    Bei meiner BAB-40 sieht das so aus: