Atari Falcon Soundpool - Hilfe gesucht

  • Hallo zusammen,

    ich habe diesen Atari Falcon "Soundpool". Das Gerät bootet, läuft aber nicht rund. Da das Innenleben ein ganz eigenes Level von OMGWTF!? bietet, suche ich Hilfe. Konkret jemanden, dem ich das Ding schicken kann und der es sich mal ansieht, denn ich bin damit schlicht überfordert, möchte das Gerät aber nicht einfach aufgeben und als ESchrott verkaufen (nee, nee!). Es hat ein 14GB-RAM Modul drin und wohl auch eine Beschleunigerkarte (?) um von 16 auf 40Mhz zu schalten.

    Ich würde das natürlich bezahlen oder mit Hardware vergüten. :)

  • Sagen wir mal so: Es scheint kein Wunder zu sein, dass das Ding nicht gescheit läuft, wenn man sich die Bilder anschaut.


    Eher das Gegenteil. OMGWTF ist so ziemlich der richtige Ausdruck.


    Mein Beileid.

  • Scheint ein Fan von Heißkleber gemacht zu haben...

    ... vielleicht erst mal die Staubteppiche entfernen - vielleicht läuft die Kiste dann schon rund(er)?

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  • Achdusch... Hast du wenigstens Doku zu den ganzen Sachen, die da eingebaut sind?


    Was macht er denn, wenn du ihn einschaltest? Kommt Bild? Geht er in den Desktop?


    Wahrscheinlich wird die NVRAM-Batterie leer sein, das kann schon einen Start verhindern. Der Trick ist dann erstmal, über den passenden Adapter einen SM-124 (oder kompatibel) anzuschließen. Und natürlich dem NVRAM eine neue Batterie verpassen.

  • Hat das echt Sounpool verbrochen? Den würde ich komplett zerlegen, reinigen, Heissleim weg, NVRAM-Batterie erneuern und in Ruhe so zusammen bauen, dass es wenigsten ein wenig proffessioneller aussieht. Es sieht so aus, als sein Skunk-Beschleuniger eingebaut. Ein furchtbares Teil. Ich weiss nicht, ob da ein Rückbau auf Originalfrequenzen sinnvoller ist. Es tut weh, was manchen Falken so in ihrem Leben schon geschehen ist. Bin selber früher eher grobschlächtig vorgegangen und traure jetzt noch einer Oberschale nach, die durch meinen zu mutigen Einsatz unbrauchbar geworden ist. Esatz ist kaum mehr zu bekommen oder zu horrenden Preisen. Das Sounpool gehäuse ist sicher schöner, wenn erstmal der Heissleim weg ist. Wozu sind nur die vielen Lüfter gut? Das scheint mir sehr übertrieben.


    Grüessli, Uli

  • Wozu sind nur die vielen Lüfter gut? Das scheint mir sehr übertrieben.

    wie willst Du sonst den vielen Staub ins Gehäuse kriegen? 8o:fp:

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  • Wozu sind nur die vielen Lüfter gut?

    Das ist ein Rechner fürs 19-Zoll-Rack, der bekommt eigentlich entweder von vorne oder hinten Luft, und das evtl. auf einer Bühne, kann also schon heiß werden, und das auch noch von 16 Mhz auf 40 Mhz übertaktet. Naja, gut, der eine Lüfter ist oben, vielleicht war da etwas Platz im Rack, und die 68030 im Falcon ist eigentlich eine 32 Mhz Version, die aber im Falcon original nicht mit vollem Takt betrieben wird (wahrscheinlich gab es bei der Produktion vom Falcon keine 16er mehr), aber übertaktet immerhin 8 Mhz mehr als original. Da braucht es schon ein bischen Luft.

  • Ich würde erstmal den Dreck rausholen - Staubsaugen und mit Q-Tips und Isopropanol wischen kann auch ein Nicht-Elektroniker.


    Dann sehe ich anscheinend ein paar blanke Kabelenden in dem Kabelgewirr rechts - die tun dem Rechner sicherlich auch nicht gut. Und Isolierband kann man auch als Nicht-Elektroniker bedienen...

  • Hach, der Zuspruch freut mich ja schon sehr!

    Die Kiste bootet, erledigt den RAM-Test und kommt auf den Desktop, hängt dann aber, reagiert nicht auf Maus/Tastatur.

    Den gröbsten Dreck habe ich für die Photos schon weggemacht! :)

    Ich kann da sicher loslegen, aber abgesehen von Kleinigkeiten werde ich da schnell mit meinem Latein am Ende sein.

    Das Teil liegt seit ein paar Jahren bei mir rum, in der "Irgendwann schaue ich es mir an"-Ecke. Aber die muß dringend aufgeräumt werden, deswegen muß ich mir überlegen, was ich damit mache. Ich kann ihn auch als "geht nicht" verkaufen, aber das wäre zu einfach.

  • Na das ist doch schonmal ein gutes Zeichen!


    Was für eine Tastatur hast du, Foto auch vom Anschlusss... ?

  • Was man bei sowas ganz am Anfang mal machen sollte, sind "viele" Fotos. Warum ? Weil man spätestens bei ordentlichen Säubern irgendwo was abreißt, einen Stecker abzieht o.ä. und hinterher nicht mehr weiß, wo der einzelne Kontakt nun eigentlich hingehört. Auf einem Foto kann man das dann aber nachschauen.


    Am Ende ist die "Fehlfunktion" ja schon nur sowas, den daß er ordentlich bootet schreibst Du ja. Vielleicht nur das Keyboard oder der Mausport nicht vernünftig "konnekted".


    Und: So schlimm sieht der doch gar nicht aus. Da gibt es noch viel Schlimmeres, gerade im Atari Bereich (MegaSTs mit IDE Interfaces und PAKs und Grafikkarte oder so). Er ist halt völlig verdreckt - und das will man sicher auch nicht unterm Mikroskop anschauen ... - und die Kabel sind halt "sehr speziell" verlegt + zusätzlich die eigenartige Lüfteranordnung und deren Befestigung, aber sonst OK.

  • So, Erkenntnisgewinne:

    - die Tastatur vom Mega ST (oder TT) hat ein Kabel mit Wackelkontakt (dieses RJ11-ähnliche, das ist fast ab, muß ich ersetzen). Richtig hingewackelt, funktioniert sie. An der Tastatur funktioniert auch die Maus, aber am Gehäuseanschluß nicht.

    - die Kiste schmiert dann ab, wenn der Schalter auf "16Mhz" steht, auf "40Mhz" funktioniert sie (läuft aber nur mit 16Mhz laut Systeminfo). Ausführlicher RAM-Test läuft dann problemlos durch.

    Das ganze ist aber schon irre mit heißer Nadel geschickt.

    1055 - das ist der Tastaturanschluß (alleine schon dieser angeklebte Metallstift als Führungshilfe...).

    1057 + 1061 - die Beschleunigerkarte (auf 1061 ist die Aufschrift "Falcon 40" zu sehen)

    1059 - so sieht es aus, wenn die Kiste einfriert

    1060 - Systeminfo wenn auf 40Mhz gestellt, läuft

    1064 - das meldet die Bootdiskette, wenn auf 16Mhz gestellt, dann kommt der Desktop, dann Absturz (1059)

    1062 - Netzteil - gehört das so? Sieht nicht gesund aus, das braune Zeug.

    1057 - Ohjee. Das sieht schlimmer aus als alle meine Bootleg-Arcade-PCBs...

  • 1053 -


    -> Da die Maus vom Tastaturcontroller ausgewertet wird, kann sie garnicht an einem anderen Anschluss funktionieren. Du verwechselst vermutlich mit einer seriellen Schnittstelle. Die Atari-Maus ist nicht seriell, sondern quatruple, genau wie die Amiga-Maus. Oder Schneider Euro-PC. Oder diverse Bus-Mäuse für PC, die mit einer eigenen ISA-Karte daherkommen.


    1055 - das ist der Tastaturanschluß (alleine schon dieser angeklebte Metallstift als Führungshilfe...).


    -> Sehe ich da neben den ganzen Dreck Heißkleber? Auf dem Chip? Ohjeee... Macht zwar nix kaputt (sofern nicht elektrisch leitend) aber schön ist was anderes...


    1057 + 1061 - die Beschleunigerkarte (auf 1061 ist die Aufschrift "Falcon 40" zu sehen)


    -> Und dem Videl einen ordentlichen Kühler aufgesetzt, damit er das Overclocking verträgt. Vielleicht ist die Wärmeleitpaste darunter kaputt, und er läuft bei erhöhtem Takt deswegen nicht?


    1059 - so sieht es aus, wenn die Kiste einfriert


    -> Ich würde ja eher erwarten, dass er bei 40 Mhz abstürzt und nicht bei 16. Vielleicht Schalter verkehrt herum?


    1060 - Systeminfo wenn auf 40Mhz gestellt, läuft


    -> 16 Mhz, was dafür sprechen könnte, dass der Schalter falsch herum ist. Hast du Doku zu der Turbokarte? Schau mal auf dev-docs.org, vielleicht findest du sie ja dort.


    1064 - das meldet die Bootdiskette, wenn auf 16Mhz gestellt, dann kommt der Desktop, dann Absturz (1059)


    -> Was ist das denn für eine Boot-Diskette? Was ist da drauf, insbesondere im Auto-Ordner?


    1062 - Netzteil - gehört das so? Sieht nicht gesund aus, das braune Zeug.


    -> Netzteil ist normal so. Der Glibber an dem Übertrager ist, damit die Spulen der Wicklung nicht schwingen und somit leise bleiben.


    1057 - Ohjee. Das sieht schlimmer aus als alle meine Bootleg-Arcade-PCBs...


    -> Hüstel... Druckluft...


    1063


    -> Die Turbokarte scheint einen Clockpatch zu beinhalten, darauf deutet der Huckepack-Chip hin. Ich bin davon kein Fan, aber ich mach auch kein Harddiskrekording auf SCSI, da scheint das Pflicht zu sein. Schütteln tut es mich bei dem freiverdrahteten Widerstand ohne Isolation quer vom der Platine herunter auf die Hauptplatine... brrrr...

  • Ja und was mit ESD bei Druckluftbearbeitung? Da ich weder Trockener noch Ölabscheider an meinem Kompressor habe, mache ich mir nicht soviel Gedanken. Habe weder Öl noch Wasser auf meinen Platinen. Aber prinzipiell gefrag: Gibt es schlechte Erfahrungen?

    Liegt vielleicht bei mir auch am 5 Meter Schlauch bis zum rollbaren Garagenkompressor, dass es gut funktioniert. Und dass er regelmäßig für alles mögliche am Haus in Benutzung ist.

  • - die Kiste schmiert dann ab, wenn der Schalter auf "16Mhz" steht, auf "40Mhz" funktioniert sie (läuft aber nur mit 16Mhz laut Systeminfo). Ausführlicher RAM-Test läuft dann problemlos durch.


    würde ich auch sagen, daß da nur der Schalter verdreht ist. Dann macht das Verhalten nämlich überaus Sinn.

    Würde auch erstmal die Finger von 40MHz lassen, das kann man durchspielen, wenn sauber und ordentlich gelüftet ist. Wahrscheinlich haben die vielen Lüfter ja doch eine Funktion gehabt. Einem Systool würde ich den Takt eher glauben, als einer Schalterstellung mit Selbstbeschriftungsetikett.



    Den Führungstift finde ich gar nicht mal so verkehrt - das ist nämlich so eine Stelle, wo man viel kaputt machen kann, wenn man das Flachbandkabel verkehrtherum aufsetzen würde - und dasschließt er ja ganz gut aus. Aber ein, sagen wir mal, unkonventionelle Lösung ist es allemal.

    In die Buchse hätte man z.B. auch Heißkleber füllen können, der wäre da zumindest besser aufgehoben, als direkt auf und um die ICs. Das Bild (1055) hat übrigens Potential für einen Fotowettbewerb ...

  • Also mein CT60-Falcon mit 25MHZ Bustakt, 50 MHz Videl und DSP, braucht nur den herkömmlichen und einen CPU-Lüfrter. Nie ein Absturz wegen Überhitzung und das im Originalgehäuse.


    Grüessli, Uli

  • Ja und was mit ESD bei Druckluftbearbeitung?


    Würde ja neulich mal empfohlen das nicht zu machen ...


    Ich hätte da aber eher Bedenken, daß man was abreißt und v.a. entfernt man damit ziemlich sicher auch die Versiegelung der Oberfläche und Kolophonium auf den Lötpunkten bzw. Lack. Das passiert bei mildem Seifenbad nicht.

  • Ich habe grundsätzlich was gegen Spraydosen, viel Verpackung und Treibgas, kaum Inhalt...bei meinem Verbrauch an Druckluft überall im Bastelbereich wäre ich arm.

    Wäre nicht der günstige Elektrofeinreiniger von Teslanol ginge auch das mächtig ins Geld.