Olivetti M380 XP9 / Triumph Adler P100

Die Olivetti M380 XP9 ist der High-End PC des italienischen Herstellers in der 80386 Klasse, bis zum Erscheinen der Nachfolger CP 486 / LSX 5010 / LSX 5020 mit 80486-CPU zur CeBit 1989 war dies das Top-Modell. Diese PCs wurde damals als Highend-Workstations oder als Novell-Server eingesetzt, die Anschaffungskosten in der Minimalversion entsprachen etwa einem Mittelklasse-PKW... Die M380 XP9 taktet mit 33 MHz und kann auf bis zu 56 MB RAM aufgerüstet werden, davon 8 MB auf der Hauptplatine und der Rest mit speziellen 32 Bit erweiterten ISA-Karten. Die XP9 hat 10 ISA Steckplätze, davon 3 Stück 32 Bit breit, kein EISA, sondern Olivetti spezifisch. Als Massenspeicher neben Diskettenlaufwerken waren bis zu zwei Festplatten im 5,25 Zoll volle Bauhöhe Format möglich, außerdem ein 5,25 Zoll Schacht für ein Bandlaufwerk oder wie hier CD-ROM. Die Festplatten konnten wahlweise per ESDI oder SCSI-Controller angebunden werden.


Meine M380 XP9 wurde im Olivetti-Werk Scarmagno bei Ivrea als Triumph Adler P100 "geboren" und war einst so direkt bei Triumph Adler in Nürnberg in der Handbuch-Redaktion eingesetzt, vovon noch ein paar schöne Corel-Draw-Dateien zeugen, die von mir von der originalen ESDI-Festplatte gesichert werden konnten. Dass sie noch erhalten ist, habe ich dem ehemaligen Mitarbeiter zu verdanken, der sie bei sich im Homeoffice so weiter betrieb. Leider war das originale Typenschild kaum noch lesbar, aber in einer meiner Kruschelkisten fand sich zufälligerweise eine Originalplakette einer M380, damit passt sie noch besser in meine Sammlung.


Die originale 134 MB ESDI-Festplatte habe ich gegen 330 und 640 MB große SCSI-Ziegelsteine ersetzt, die per Adaptec AHA 1542A angebunden sind. Die originale Olivetti Paradise 256kB VGA-Karte habe ich gegen eine Trident 8900C 1MB Karte getauscht, es war schwierig etwas zu finden, mit der dieser PC starten wollte, eine ET4000 wäre mir eigentlich lieber gewesen... Außerdem steckt in dem PC eine darin auch vorgefundene TIGA-Grafikkarte von Matrox, welche eine schöne Auflösung von 1280x1024 Punkten bei immerhin 16 Farben hat, damit sieht Windows 3.11 for Workgroups ganz ansprechend aus. Außerdem habe ich zum Zocken eine Soundblaster Pro Karte eingebaut, und die 80386 durch einen Cyrix/TI 486DLC und dazu passenden 487 Coprozessor ersetzt, dadurch ist der PC nochmal etwas schneller, kommt aber an einen echten 80486-33 nicht heran.


Der PC wiegt übrigens nicht nur wegen den beiden Ziegelstein-Festplatten um die 35 Kg...

Comments 2

  • das waren noch Zeiten :) - mit den damaligen Kollegen in Nürnberg habe ich auch einen Teil des BIOS beigetragen. Interessant, dass so eine Kiste die Zeiten überlebt hat. Die Speichergrößen (Festplatte) waren damals astronomisch, auch die Novell-Server verbrauchten im Vergleich zu heutigen (Windows)Servern wenige Resourcen.

  • Sehr coole Aufnahme ........