Geschichte von TA

  • Beim Googeln nach etwas ganz anderem bin ich im Show Catalogue einer Dreifachmesse in Melbourne von 1986 gelandet


    http://www.cvxmelody.net/PC86%…e%201986%20Melbourne).pdf,


    der auf


    http://www.cvxmelody.net/Apple…AppleIIDiskCollection.htm


    verlinkt ist, und im Katalog über die Seiten 48 und 49 (nach interner Zählung wohl die Seiten 44 und 45) gestolpert:



    "just like our parent company's famous VW Beetle". Wie? Was? Doch tatsächlich hat Triumph-Adler ein paar Jahre zu Volkswagen gehört (vorher Litton, nachher Olivetti):


    https://www.spiegel.de/wirtsch…02-0001-0000-000040350392

    https://de.wikipedia.org/wiki/Triumph-Adler#Geschichte


    Das war mir nicht bekannt und ist offenbar im Forum auch noch nirgends vermerkt.

    • Official Post

    Ich glaube mal gelesen zu haben, daß in den 80ern alle merkwürdigerweise vermutet haben, Mikroelektronik sei die Zukunft.

    VW hatte gedacht, da mitschwimmen zu können bzw von diesem Investment zu profitieren. Einige große Firmen damals haben dann kleinere "Computerfirmen" gekauft ohne Ahnung von der Materie und erst später verstanden, daß die Eintrittskarte in die Zukunft eben doch keine ist.


    Ich vermute, TA hatte, kommend von den klassischen elektro-mechanischen Büromaschinen, wird genug eigene strukturelle Probleme und gehörige "Knowledge-Gaps" gehabt haben.


    Sicher war es nicht ein Startup, was ganz vorne bei der technischen Entwicklung mitschwimmt.


    Sieht man ja auch, daß die viele Sachen extern entwickelt haben lassen bzw zugekauft (TA PC8, P1/P2,...).


    Und das zu einer Zeit, wo solch nieder-komplexen Geräte wie die beiden oben zitierten wahrscheinlich von Mannschaften von einem oder zwei dutzend Mann (wenn überhaupt) und nicht hunderten MA entwickelt wurden.

  • Genau -TA hatte und war ja keine Mikroelektronik-Entwicklungszelle!


    Es sind ja viele bekannten Microechner / PCs oft von kleinen Entwicklerlabore entwickelt und dann unter „anderen Unternehmen“ in den Markt gebracht wurden.


    Prominentes Beispiel:

    Microsoft kaufte ja das Betriebssystem - von einem canadischem - Softwareentwickler die Grundlagen (Quellcode und alle Rechte) für das spätere MS-DOS.

    Sieht man ja auch, daß die viele Sachen extern entwickelt haben lassen bzw zugekauft (TA PC8, P1/P2,...).

    Hier sind schon doch Zusammenhänge in diesem Beitrag für die TA Geschichte bekannt.

  • Da hätten denen die Entwickler von TA aber auch kaum helfen können. Im Auto geht es heutzutage um Echtzeit, Redundanz, Sicherheit und solche Themen.


    TA hat für VW mal ein Motorsteuergerät gebaut, ich meine die sind im Golf II verbaut,, soll das Schlechtetse sein, was VW je eingesetzt hat.

    1ST1

  • TA hat eine sehr wechselvolle Geschichte.


    Nicht nur der Zusammenschluss aus zwei Traditionsfirmen als auch der Weg und Wandel deren Prdukte Fahrräder, Motorräder, Autos, Schreibmaschinen und Abrechnungsmaschinen haben die frühe Geschichte von Triumph und Adler geprägt. So hatten beide Firmen auch ihre Produkte zum Teil selbst entwcikelt und verbessert. Selbst als die ersten elektronischen Abrechnungsautomaten oder Fakturiercomputercomputer verkauft wurden, waren das noch Eigenentwicklungen (z.B. TA 100, TA 10). Auch wenn die 8-BIT TTL CPU der TA 1000 Anfang der 70er Jahre von Otto Müller konstruiert wurde, sind viele andere Teile der TA 1000 und auch des Bahncomputers TA 1069 von TA selbst entwickelt worden.

    Wirtschaftliche und politische Entscheidungen wollten es so, dass andere Computer dazu gekauft wurden (alphatronic P1/ P2 - SKS, TA1600/ BITSY - TI,...) zum Teil aber noch selbst weiterentwickelt oder erweitert wurden.


    Es ist immer ein Problem, wenn man um das Portfolio zu erweitern, teilweise oder komplett auf Fremdentwicklungen setzt - besonders wenn man den Markt bzw. den Bedarf nicht richtig abschätzen kann oder dieser zu unstetig ist. Und wenn dann auch noch die Vertriebsstruktur für die neue Marktsituation immer ungeeigneter wird, gerät gerade auch eine große Firma wie TA in finanzielle Bedrängnis.

    Daß dabei der Eigentümer/ Mehrheitsaktionär öfters wechselt und zum Teil fragwürdige Zukäufe gemacht wurden, hat auch nicht unbedingt zum Erfolg von TA beigetragen.


    siehe auch meine Seite über TA: http://horniger.de/computer/ta/index.html


    Nach Olivetti Ausstieg aus der Computer- (Hardware) Branche (Ausnahme Drucker reseller) und ne Weile als "Gemischtwarenladen" erfolgreich.

    Und heute Dokumenten-Management (https://www.triumph-adler.de/)


    Nicht desto trotz hatte TA eine eigene und z.T. auch sehr erfolgreiche Entwicklungsabteilung.

    Bei den früheren Computern ist mir zum teil noch bekannt, was selbst entwickelt wurde, bei einigen der späteren Computer kenne ich mehrere Aussagen, vielleicht wisst Ihr da ja mehr.

    - TA 100, TA 10 - Eigenentwicklungen, Leitung Martin Hebel

    - TA 1000, TA 1069 - Otto Müller, TTL CPU, Peripherie, Controller Eigenentwicklungen, TA 1069 u.a. Ernst Avenhaus

    - TA 20, TA 20 compact - Eigenentwicklung ?, hab auch schon gehört, diese wurden von Taylorix entwickelt (mich würde das wundern, war Taylorix doch eher Reseller)

    - TA 1100 - gleiche wie TA 1000 oder eher TA 20 ?

    - TA 1600, BITSY - Texais Instruments basierte CPU, Controller, Peripherie wurde selbst entwickelt, Konzept und Gehäuse stammen von CTM (Hartmut Esslinger)

    - TA alphatronic P1/ P2 - SKS (Steinmetz Krischke Systemtechnik) - hier im Forum helwie44 †

    - TA alphatronic PC (1. Meinung: TA entwickelt, in Fernsost gefertigt 2. Meinung Aufkauf einer Fernost Entwicklung)

    - TA alphatronic PCs - Eigenentwicklung? Olivetti Entwicklung? Fernost Entwicklung?

    - TA SYSTEM M32 - Eigenentwicklung? Olivetti Entwicklung? Fernost Entwicklung?

    - TA walkstation Laptop PCs - Eigenentwicklung? Olivetti Entwicklung? Fernost Entwicklung?

    - TA dario PCs - Eigenentwicklung? Olivetti Entwicklung? Fernost Entwicklung?

    Bei den ganzen PCs hört man auch immer verschiedenen Meinungen. So habe ich gehört, dass die frühen alphatronic PCs und walkstations von TA entwickelt wurden und z.T. auch von Olivetti vertrieben wurden, die späteren von Olievtti entwickelt wurden und von TA vertrieben...

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    Edited once, last by horniger ().

  • Ich kann da ein wenig aufklären.


    Man muss noch einfügen, Triumph ist ursprünglich eine britische Firma, Fahrräder, Motorräder, in Nürnberg das ist davon eine Tochter, die dann politisch/kriegsbedingt eigentändig wurde, bevor sie mit der ebenso alterwührdigen Adler zusammen ging, da hatte soweit ich das durchblicke der Max Grundig seine Finger im Spiel.


    Die ganzen elektronischen Schreibmaschinen der SE-Serie, die Gabriele-Serie, usw. sind alles TA-Eigenentwicklungen. Aus dem Portfolio von Triumph Adler schaffte es nur die Gabriele PFS als "Top 100" rüber in das Olivetti-Portfolio und wurde selbst in Italien so verkauft, bis sie von der konzeptionell ähnlich (aber softwaretechnisch besseren) Olivetti Studio 802 bzw. PTP 820 mit Olivetti-Technik (Druckwerk der Praxis 100/200/...) abgelöst wurden. Von Olivetti wiederum schaffte es nur die Praxis 100 / ET Personal 55 / PTP 505 / Anitech 2002 / ... mit verändertem Gehäuse als "Junior Electronic" und die "ETV 4000s" als "OPS 400" rüber zu Triumph Adler, beide Hersteller blieben bei den anderen Büroschreibmaschinen, hier die SE/BCS-Serie, dort die ET/ETV-Serie, ansonsten völlig autark. Ökonomisch völlig unsinnig.


    Bei den PCs setzte TA ab etwa den 286ern auf umgelabelte Olivetti-Systeme, die Dario-Einstiegs-PCs (Dario 86, 286, 386SX) sind Olivetti PCS 86, 286 und 386SX. Die Olivetti M250 gab es auch als TA-PC, die Typenbezeichnung kenne ich aber nicht. Der TA P96 ist eine M380-25, der P100 ist eine M380XP9, die habe ich in meiner Sammlung, die P100 habe ich aber inzwischen zu einer M380XP9 vollständig zurück verwandeln können, weil ich das passende Typenschild in meinem Fundus fand.


    Bei den Walkstations bin ich mir nicht schlüssig, das Gehäusedesign ist eindeutig Mario Bellini, sowas schönes konnte TA nicht selbst machen, wobei auch die Ähnlichkeit zwischen der alten M15 (eigentlich ein Hitachi HL320) und den A3-formatigen Walkstartion 386(DX/SX) S20, S25, D33 sehr auffällig ist (herausnehmbare Tastatur, Gehäuseabmessungen quasi identisch, lamellenförmiges Displayscharnier), auch das BIOS ist eindeutig Olivetti, die Machart der Platinen, und die ganzen Produktions/Teile-Aufkleber mit "Baugruppe" Nummern ist aber typisch TA.


    Der TA System M32 und die ganzen 8088 PCs die noch "alphatronic" im Namen haben, also das Gelersch was ich da bei Nürnberg in diesem Haus sah, bzw. dann später bei Stefan im Lager, sind soweit ich das abschätzen kann, nicht von Olivetti.

  • Ich kann da ein wenig aufklären.


    Man muss noch einfügen, Triumph ist ursprünglich eine britische Firma, Fahrräder, Motorräder, in Nürnberg das ist davon eine Tochter, die dann politisch/kriegsbedingt eigentändig wurde, bevor sie mit der ebenso alterwührdigen Adler zusammen ging, da hatte soweit ich das durchblicke der Max Grundig seine Finger im Spiel.

    Noch ein bißchen komplizierter: Triumph ist die von einem ausgewanderten Deutschen in GB gegründete Firma - Die deutsche Triumph in Nürnberg war also eher ein "zurück" in seine Geburtsstadt als ein "vorwärts" und auch keine 100%ige Tochter der britischen Firma, sondern zusammen mit lokalen Investoren gegründet. Schreibmaschinen waren nur ein Geschäftsfeld der deutschen Triumph (die sich schon 1913 unabhängig von der britischen Mutter gemacht hatte - Triumph in GB baute nur Motorräder, auch wenn es auch danach eine enge Zusammenarbeit zwischen GB und D gab, man hat z.B. lange Motoren aus GB importiert und verbaut).

  • Wobei es aber nicht der Fall ist, daß Design bei TA keinen Stellenwert gehabt hätte, siehe etwa http://rechenkasten.de/Various/TA_minicom_3/.

    Das stimmt schon - es gab auch schon stylische Schreibmaschinen...


    Beim minicom wäre ich mir aber nicht sicher, woher das Design stammt - die geräte selbst stammen wohl aus Japan/ Asien...

    Bei den Walkstations bin ich mir nicht schlüssig,

    Hier hab ich auch schon gehört, dass die Walkstations zumindest technisch die letzte deutsche Entwicklung von TA waren.

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  • Beim minicom wäre ich mir aber nicht sicher, woher das Design stammt - die geräte selbst stammen wohl aus Japan/ Asien...

    Dann lies noch mal. Das Design war von Klaus-Diether Krause und Bernd Gubbe. TA hat die Teile hier entworfen und in Asien bauen lassen, wobei das letztere leider nicht in der Wertigkeit geschah, wie die Designer sich das gewünscht hatten.

  • Ich habe hier noch eine zusammengestellte Info von Krause-Design (nicht chronologisch), von der damaligen Webseite. Vielleicht kann das zur Aufklärung beitragen. Die Webseite von Krause-Design existiert wohl nicht mehr.


    Ich erinnere mich übrigens noch an die damalige Entwicklung des relativ nüchternen Druckers DRH 80.

    Damals (1979) war ich als Azubi ein paar Wochen in der Versuchswerkstatt der Adlerwerke.

    Der Prototyp des Druckers wurde seinerzeit dort aufgebaut. Das Gehäuse aus einzelnen Kunststoffteilen zusammengeklebt, geschliffen und lackiert.

    Das fertige Modell wurde dann stolz dem damaligen Direktor präsentiert.

  • Solche Schreibmaschinen liegen aber auf einer tieferen Liga.

    TA hatte eine ganze Reihe elektronische Schreibmaschinen, die konnten sowas durchaus.

    Von Mikrorechner - oder PC -Entwicklungen sind kaum oder keine bahnbrechende eigenen TA System zu gewesen sein.

    Solide Mechaniken und Elektrik soweit erforderlich hatte die Gruppe guter Erfolg erwirtschafteten. Den weiteren Gang haben ja viele hier aus den Analen (Suchmaschinen) umfangreich berichtet.

  • Die Webseite von Krause-Design existiert wohl nicht mehr.

    Die Website war zuletzt mit aktuellen Browsern kaum noch lesbar, zuviel Flash, wenn ich mich recht erinnere. Den jetzigen Baustellenzustand möchte ich so deuten, daß eine Überarbeitung in der Mache ist. Es kann natürlich auch sein, daß der Herr Krause sich zur Ruhe gesetzt hat. Wenn dann die Website weg bliebe, wäre das schon schade. Vielleicht ist im Archiv noch was zu finden.

  • Ich habe hier noch eine zusammengestellte Info von Krause-Design (nicht chronologisch), von der damaligen Webseite. Vielleicht kann das zur Aufklärung beitragen. Die Webseite von Krause-Design existiert wohl nicht mehr.

    Super Zusammenstellung - vielen Dank


    Besonders interessant finde ich die Geschichte rund um das TA 1000 / TA 20 Gehäuse.

    Ich hatte mich schon gewundert, warum es da zwei verschiedenen Varianten gab.

    Auf meinen Bildern konnte ich aber keine chronologische Zuordnung herstellen - aber jetzt wird das einfacher.


    Was allerdings nicht stimmt, dass das Design der TA Bildschirmarbeitsplätze und der TA 1600 / BITSY von Krause stammt.

    Das hat TA über Diehl DDS von CTM und damit Hartmut Esslinger übernommen:

    https://ifworlddesignguide.com…arbeitsplatz-ctm-computer

    vergleiche

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  • Dr. Avenhaus schreibt in seinem Buch über die Entsteheung der TA 1069 auch von einem Herrn Krause, einem talentierten, jungen Designer ...

    Das hatte ich irgendwie aus den Augen verloren!


    Aber eine kleine Korrektur habe ich noch:


    Die gezeigten Maschinen sind beide TA 20 - die gab es in unterschiedlichen Ausführungen.

    Links mit Magnetkonten-Einrichtung und Cassettenlaufwerk für Programme und Daten.

    Rechts mit Endlos-Cassettenlaufwerk nur für Programme (ohne Record Funktion)



    Auch hier ist es keine TA 10, diese kam 1971 heraus - siehe auch hier: http://horniger.de/computer/ta/ta10.html


    Die TA 20 wurde ab 1976 angeboten und basiert auf dem 1974 eingeführten intel 8080

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  • Quote

    - TA 1600, BITSY - Texais Instruments basierte CPU, Controller, Peripherie wurde selbst entwickelt, Konzept und Gehäuse stammen von CTM (Hartmut Esslinger)
    […]
    - TA SYSTEM M32 - Eigenentwicklung? Olivetti Entwicklung? Fernost Entwicklung?

    Bitsy: Schreibautomat, TI9900 CPU, HW-Design & -Entwicklung und Betriebssystem-Entwicklung (Assembler & Fortran) von TA mit Unterstützung von Mikrolab.

    Dafür haben wir bei Mikrolab Anfang der 80er (ISO/OSI-Ebenen 2-5 auf einer "Satelliten-Karte" mit 1MHz TI9908 CPU, Session-Ebene aufwärts auf der Haupt-CPU) die Teletext-Software entwickelt und Zulassungen für Deutschland, Österreich und Schweden (hier DxP-basiert) bekommen - musste damals ja alles noch von der Post (also FTZ, ZZF) getestet und abgenommen werden, bevor man die Geräte ans Netz hängen konnte.


    System M32 war als Bitsy-Nachfolger gedacht, 8MHz MC6800 CPU, Xenix-68K, wurde 1983-ca. 1986 entwickelt, HW-Design & -Entwicklung von TA mit Unterstützung von Mikrolab.

    Dafür wurde bei TA & Mikrolab eine Office-ähnliche Kombo aus Textsystem, Tabellenkalkulation, Datenbank und Liniengrafikeditor mit Maus und GUI in C entwickelt (X Windows gab es damals ja noch nicht).

    Während der Entwicklungszeit wurde die Sparte der TA von VW aufgekauft. Meines Wissens war VW auch der einzige Kunde, bei dem das System zum Einsatz kam.

    Eine sehr lustige Situation gab es bei einer Vorab-Vorführung des Systems für ein paar direkt aus Wolfsburg eingeflogene sehr wichtige VW-Manager: wie üblich war der Termin nicht wirklich in Übereinstimmung mit der Entwicklung festgelegt worden, aber die Manager mussten wohl gerade zu dem Zeitpunkt entscheiden, ob die Entwicklung VW-finanziert weiterlaufen sollte, also wurden vier Geräte in einem Raum aufgebaut, auf jedem lief eine andere Komponente der o.g. Kombo. Die VW-Oberen wurden dann von Demo-Arbeitsplatz zu Demo-Arbeitsplatz geführt, durften wohl auch mal mit der Maus rumrühren und Tasten drücken, dann gings weiter zur nächsten Station.

    Als sie an allen Geräten vorbei waren und entschieden hatten, dass das System die Zukunft sein sollte, und dann den Raum verließen, waren alle 4 Demo-Maschinen software-mäßig tot :)


    Cheerio

  • System M32 war als Bitsy-Nachfolger gedacht, 8MHz MC6800 CPU, Xenix-68K, wurde 1983-ca. 1986 entwickelt, HW-Design & -Entwicklung von TA mit Unterstützung von Mikrolab.

    Dafür wurde bei TA & Mikrolab eine Office-ähnliche Kombo aus Textsystem, Tabellenkalkulation, Datenbank und Liniengrafikeditor mit Maus und GUI in C entwickelt (X Windows gab es damals ja noch nicht).

    Da hätte VW wohl auch Atari ST oder Apple Mac Systeme nehmen können, gleiche CPU, etwa gleicher Entwicklungszeitraum.

    1ST1

  • Das ursprüngliche Bitsy-Textsystem und auch der M32-Nachfolger waren zu dem Zeitpunkt - was Programmierbarkeit und DB-Anbindung angeht (Serienbrief etc) - noch etwas weiter als die erste MS Word-Variante, und das war auch die Schiene, auf der die Systeme von TA vermarktet wurden.


    Was VW sich genau mit dem Kauf gedacht hat, weiss vielleicht jemand anders.

  • Soweit ich mich erinnere, basierte System-M auf einem 68000er Prozessor. Ob TA die Hardware selbst entwickelt hat oder gekauft hat, weiß ich leider nicht. Auf jeden Fall haben sie die Hardware selbst gefertigt. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, war das Textverarbeitungssystem seiner Zeit weit voraus. Man hatte Vorlagen und einen Vorlagenschrank, ähnlich wie es später auch bei Word der Fall war. Jemand sagte mal, hätte es zu der Zeit schnellere Festplatten gegeben (man bracht die 12,5MB HDs von BASF mit einer extrem langen Steppingrate zum Einsatz), hätte man sich Jahre gespart, denn das Compilieren dauerte mit diesen Schnarchplatten extrem lange

  • Zum Thema TA1000 und TA1069 - diese wurde nach meiner Kenntnis bei der DB und bei der NS (Niederlande) als Fahrkartenautomat eingesetzt - beide Maschinen verfügten in Anlehnung an die mechanischen Buchungsmaschinen über ein Wiederanlaufprogramm, d.h., fiel der Strom während des Drucks (Nadeldrucker) aus, wurde der "State" in einem Kernspeicher abgelegt und beim Wiedereinschalten druckte die Maschine an der selben Stelle weiter, wo sie zuvor aufhören musste.

  • Die System M aus dem Haus stehen jetzt in Fürth bei dem Händler im Keller. Ich war ja nochmal bei ihm, um noch was abzuholen, und da habe ich sie gesehen. Vielleicht meldet er sich ja, er liest hier manchmal mit und ist auch angemeldet.

    1ST1

  • Zum Thema TA1000 und TA1069 - diese wurde nach meiner Kenntnis bei der DB und bei der NS (Niederlande) als Fahrkartenautomat eingesetzt - beide Maschinen verfügten in Anlehnung an die mechanischen Buchungsmaschinen über ein Wiederanlaufprogramm, d.h., fiel der Strom während des Drucks (Nadeldrucker) aus, wurde der "State" in einem Kernspeicher abgelegt und beim Wiedereinschalten druckte die Maschine an der selben Stelle weiter, wo sie zuvor aufhören musste.

    Die TA 1000 war ein Universal-Computer (8-BIT TTL CPU entwickelt von Otto Müller).

    http://horniger.de/computer/ta/ta1000.html


    Die TA 1069 war ein Computer, der für den Bahn-Einsatz entwickelt wurde (Fahrkarten, aber auch im Güterverkehr), der auf dem TA 1000 basierte.

    Selbe CPU wie bei der TA 1000, extra für die Bahn entwickelte I/O und Konsole sowie ein "Betriebssystem", das parallele Ausführung mehrerer Tasks ermöglichte.

    http://horniger.de/computer/ta/ta1069.html

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    ANKER, AKKORD, CTM (CTM 70, CTM 9000, CTM 9032), DIEHL/ DDS, DIETZ, FEILER, ISE,
    HOHNER GDC, KIENZLE, KRANTZ, NIXDORF, OLYMPIA, PCS/CADMUS, RUF, SALOTA, S.E.I.,
    SIEMAG, SIEMENS, TAYLORIX, TRIUMPH ADLER - TA, WAGNER, WALTHER, WANDERER,...

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  • Hier hab ich auch schon gehört, dass die Walkstations zumindest technisch die letzte deutsche Entwicklung von TA waren.

    Das ist richtig - die Schlepp-Tops waren in einem Koffer - damit waren sie tragbar und wenn sie mal hinfielen, nicht gleich kaputt. Es gab aber massive Probleme mit den Akkus, weil seitens der Entwicklungsleitung vorgegeben war (gegen den Rat der Entwickler), die Akkus zu vergießen - was dazu führte, dass diese beim Laden nicht gasen konnten und dann explodiert sind. Später wurden die Akkus nur noch in die Gehäuse eingeklebt.
    Die Entwicklermannschaft, die zuvor Schreibmaschinen entwickelt hat, wurde mit der Entwicklung der Notebooks beauftragt, es war aber nur wenig Erfahrung vorhanden, was letztlich dazu führte, dass die Notebooks, obwohl es eine große Nachfrage gab, mehr schlecht als recht waren. Am 1. Juli 1994 wurde die gesamte Fertigung in Nürnberg eingestellt - später wurde das Gelände seitens Olivetti verkauft (wie auch die Adler Werke in Frankfurt). TA wurde dann Mieter in den einstmals eigenen Gebäuden.

  • Interessant, das über die Walkstation / Olivetti-D/S/V-Serie ist mir neu, ich dachte, die wären in Ivrea entwickelt worden und nur TA hätte die Produktion übernommen. Wie passt da denn eigentlich die Acorn-ARM-Variante rein, wer hat den entwickelt?


    Und man muss anmerken, dass die Entwickler dieser Notebooks sehr innovatib waren, meines Wissens sind das die ersten Notebooks mit Touchpad überhaupt.

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