CBM 710 - Wiederbelebungs-/Restaurationsthread

  • Foristen!


    Dank DeSegi und Oldie steht hier ein 710er- ich kann es noch nicht fassen.


    In diesem Thread soll es um die Wiederbelebung gehen- welche ich SICHER nicht ohne Euch schaffen werde.

    Zuerst: Der Rechner selbst ist in einem HERVORRAGENDEN Zustand- im Innern des Monitors KEIN Staub und keinerlei Anzeichen von Benutzung?! Wie kann sowas sein?

    Bild zeigt Monitor OHNE irgendwas gereinigt zu haben... unglaublich:


    Tastatur war keine dabei- diese hatte ich aber in NOS hier liegen, passt also perfekt zusammen.


    Zuerst eine Bestandsaufnahme- es fehlen ICs auf dem Mainboard:

    - U11 und U75 (die CPU in U26 hat mir DeSegi liebenswerterweise mitgeschickt)


    U11 ist ein MOS 6526- den sollte ich ja aus einem 64ger extrahieren können... bei U75 bin ich raus, es ist wohl ein ROM/EPROM.

    Genau diesen bräuchte ich auf jeden Fall... und da ich eine deutsche Tastatur habe- muss es eine bestimmte Version sein/müssen auch andere ROMs ausgetauscht werden?


    Hier ein Bild des Mainboards:


    Erster Schritt gestern war dann das Zerlegen des Schaltnetzteils mit beginnendem Recapping- davon gibts keine Nachher-Bilder, weil ich noch nicht alle Kondensatoren hier hab. Es fehlen die Y-Kondensatoren mit 2200 und 4700pF, der "Hochvolt"-, sowie die drei 1000µF Elkos.

    Diese bestelle ich zusammen mit allen anderen benötigten Bauteilen für Holger 's 8296D, welcher noch zur Restauration hier steht.



    Hier nun die ersten Fragen:

    - würde der Rechner ohne IC in U75 irgendwas machen (piepen/Bildschirmanzeige)?

    - könnte mir einer der Mitstreiter diesen EPROM brennen, so dass er für das deutsche Layout passt?

    Ich muss nochmal raussuchen, welches Bauteil benötigt wird... ging gestern alles so unglaublich schnell. :(


    Bleibt dran- das Teil wird natürlich wieder in jede einzelne Schraube zerlegt und muss ein Vollbad nehmen (bis auf die Tastatur, die ist ja neu).


    Viele Grüsse und schon mal HERZLICHEN DANK!

    Matthias

  • Bild zeigt Monitor OHNE irgendwas gereinigt zu haben... unglaublich:

    Das tut mir jetzt aber leid für dich, dass du da gar nichts zu putzen hast. :D

    Besorg du mir lieber die benötigten ICs, Detlef! :ätsch: :D

    Aber stimmt- die Elektronik muss ich echt nicht putzen und das Gehäuse eigentlich auch nur äußerlich. Dennoch werd ich's zerlegen und duschen.

    Allerdings- und dies stellt für mich ein absolutes Novum dar: Ich werde die Kondensatoren für den Monitor zwar mitbestellen- aber (ACHTUNG) NICHT verbauen! :S

    Zumindest erstmal nicht. Das sieht alles so wundervoll neuwertig und original aus.


    Beim Schaltnetzteil waren übrigens wirklich alle drei Rödersteine mit 1000µF taub, wie Toast_r absolut richtig geschrieben hatte... Werte noch zwischen 490-510µF.

  • Hi,


    kann man die CBM 710er PLA auch durch ein EPROM (mit Adapterplatine) ersetzen (so wie beim C64 bzw. am 8296 hat es auch geklappt) ?


    Die Gleichungen findet man (wie immer) bei Zimmers (leider steht da nix über Eprom Ersatz):

    http://www.zimmers.net/anonftp…re/computers/b/index.html


    Die Commodore Teilenummer: 906114-5


    Lg. TOM:0)


  • Den großen Primär-Elko habe ich noch nie ersetzt. Ich hab bestimmt schon 10 700er Netzteile repariert.

    Ich tausche immer nur alle anderen Elkos und die X/Y-Kondensatoren.


    Ich könnte dir für einen fairen Preis eine echte PLA brennen, falls du möchtest. Schreib mir einfach 'ne PN.

    JUNGS, ihr seid die WUCHT schlechthin!


    Ich bin zuversichtlich, dass das Teil wieder laufen wird- wir wissen ja Alle nicht, weshalb dem Board diese ICs entnommen wurden.

    Könnte gut sein, dass es einen Defekt hat, weshalb es als Schlachtboard dienen musste.

    Das werden wir sehen, wenn alle ICs in ihren Sockeln sind und das Netzteil recapped ist.


    Vossi, PN ist raus- danke euch schonmal! :)

  • Burschen!


    Weiter gings heute mit der Reinigung des Gehäuses... naja: Der Schmutzradier-Schwamm war danach sauberer, als davor, glaube ich. :D



    Hier dürfen sich die Teile erstmal sonnen, bis sie trocken sind.

    Die Tastatur mache ich nicht, da sie original in Folie eingepackt war- da würde es wirklich nix bringen.


    Ich übertreibe wirklich NICHT, wenn ich sage: Das Gerät ist ABSOLUT neuwertig. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Selbst mein anderes "NOS"-Gehäuse (von dem die Tastatur ist, welche definitiv neu war), sieht nicht so gut aus und hat ein paar kleinere Macken.

    Dieser 710 jedoch nicht. NULL. NADA. Ich freu mich so! :love:


    Dann hatte ich noch Glück und konnte einem 64ger (ja!) einen 6526A entlöten. Ich wusste, dass einer meiner 64ger die A-Varianten drin hatte. Nach dem vierten, zerlegten 64 hatte ich ihn dann gefunden. :D

    Also ausgelötet und dem 64ger einen Sockel spendiert, damit ich den wieder zum Leben erwecken kann, wenn so ein Teilchen mal auftauchen sollte.


    Und hier ist die CPU für den 710, welche mir DeSegi freundlicherweise noch beigelegt hatte:

    Wenn die auch noch geht, hab ich bald alle Puzzleteile zusammen, nachdem vossi mir die DIN-Eproms, sowie die PLA zur Verfügung stellt.


    So, jetzt bleibt mir nur, die Reichelt-Bestellung für die Teile fertig zu machen.


    Bis bald,

    Matthias

  • Daß der Rechner nahezu unbenutzt ist, drängt sich geradezu auf, der hat nämlich die -02 ROMs drin.

    Die sind so dermaßen fehlerhaft, daß der Rechner damit eigentlich nicht ernsthaft nutzbar ist.

    Die tatsächlich ausgelieferten Rechner kamen mir EPROMs auf Adapter.

    Dieser hier war evtl. ein frühes Ausstellungsgerät.


    Eine echte PLA (oder modernen PLA-Ersatz) braucht man eigentlich nur, wenn man die 8088 Coprozessor-Karte verwenden will - oder wenn man es möglichst original haben will. Für die normale Funktion reicht ein 74LS138 auf einem selbstgebastelten Adapter und ein Fädeldraht.

  • Hmm... ok! Das Board selbst sieht auch absolut neuwertig aus- staubfrei!
    Kann also gut sein...

    Vossi brennt mir ja die beiden EPROMs für den DIN-Zeichensatz. Welche ROMs müssten denn noch getauscht werden, damit ich die "bugfreiere" Variante des 710 hätte? :)

  • Das DIN Kernal gibt es nur als -03 Variante (meines Wissens nach).

    Bugfrei wäre das 04a Kernal (nicht deutsch). Hast du nicht jetzt auch schon das 901244-03 Kernal (nur eben nicht deutsch)?

    Das Basic (901242/901243) gibt es auch als 04a Variante - aber ich glaub nicht das das ein Problem ist - lass das erst mal so.


    Christian

  • Das DIN Kernal gibt es nur als -03 Variante (meines Wissens nach).

    Bugfrei wäre das 04a Kernal (nicht deutsch). Hast du nicht jetzt auch schon das 901244-03 Kernal (nur eben nicht deutsch)?

    Das Basic (901242/901243) gibt es auch als 04a Variante - aber ich glaub nicht das das ein Problem ist - lass das erst mal so.


    Christian

    Stimmt, auf dem Mainboard ist ein Chip mit 03 gelabelt, die anderen zwei mit 02.

    PERFEKT! Dann lass ich es erstmal so! :)


    Reichelt liefert bereits- bin ja gespannt, sollte spätestens übermorgen hier sein.

  • Herzlichen Glückwunsch!

    Da hab ich die PLA wohl richtig gebrannt ;)


    Die CBM2 zeigen übrigens immer 128kB / 256kB an - auch wenn der Speicher defekt ist.

    Ein gutes Zeichen ist schon mal, wenn der Cursor nach dem Einschalten ein paar Sekunden steht, bis die Einschaltmeldung kommt. Kommt die Meldung unverzögert - ist das RAM defekt.

    Du solltest mal eine Basic Zeile mit Verwendung einer Variable schreiben und schauen, ob das Programm läuft.

    Programm und Variablen werden in Bank 1 und 2 getrennt gespeichert - dann weißt du schon mal das beide Banks grundsätzlich funktionieren!

  • Juhu!


    vossi - Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal!


    Soweit scheint der Umbau auf die Eproms geklappt zu haben- der deutsche Zeichensatz ist präsent. :)


    Allerdings bekomme ich in Stringvariablen immer „Pi“ angezeigt:


    Auch dann, wenn noch kein Programm im Speicher ist.

    Bei Zahlen kommt immer „0“ zurück, auch wenn ich bspw: a=34 und dann print a mache.


    Also doch der RAM? Aber wo mit der Fehlersuche beginnen?


    Viele Grüße,

    Matthias

  • Genau - das könnte am RAM liegen.

    Kannst du denn eine Basic Zeile eingeben und mit List anzeigen lassen?

    Wie lange steht der Cursor oben links in der Ecke bis die Startmeldung kommt?


    Im Monitor kannst du mal Stichprobenartig das RAM prüfen:

    sys 0

    v01

    m1000

    - Dann mit Cursor hochgehen und das erste Byte (00) zu ff ändern + Enter.

    m1000

    - jetzt sollte dort ff stehen !

    v02

    m1000

    - Dann mit Cursor hochgehen und das erste Byte (00) zu ff ändern + Enter.

    m1000

    - jetzt sollte dort ff stehen !



    Erklärung:

    v wechselt bank

    m zeigt Speicher an oder ändert ihn


  • Macht er exakt, wie von dir beschrieben. ;)

    Der Cursor wird wohl so 1-2 Sekunden sichtbar sein (Monitor muss warm sein, sonst sieht man es nicht).


    Basiczeilen lassen sich eingeben und listen, japp.

  • 1-2 sek. Ist evtl. zu schnell.

    Da könnte ein Teil des Rams defekt sein. Vlt. Auch nur in bank2 wo die Variablen liegen.

    Aber die Stichprobe bei $1000 war ja ok.

    Jetzt brauchst du einen Test. Es gibt ein diagnostic modul - aber das müsstest du bauen.

    Oder den burn in test von floppy laden, sofern das geht.

    Ich hab’s noch ein paarmal getestet- werden so 3-4 Sekunden sein.


    8250LP hängt dran und es lässt sich aus das Directory listen- aber laden geht nicht, weil er den Namen innerhalb der Anführungszeichen nicht annimmt:



    Interessanterweise kommen Teile der Fehlerkanalabfrage der Floppy (hatte ich vorher mit DS$ gemacht):


    Puh. :(

  • So, jetzt bin ich wieder zuhause am Rechner- deutlich komfortabler, als am Handy rumzuwursten. :)


    Also:

    - Zahlenvariablen geben IMMER eine "0" zurück, egal was ich vorher reingeschrieben hab

    - Stringvariablen geben diese Kreiszahlzeichen PI zurück, auch wenn ich vorher etwas anderes zuweise

    - Gebe ich bspw. PRINT "HALLO" ein und drücke Enter, so kommen lauter §-Zeichen und ein paar andere mit dazu.

    Wiederhole ich PRINT "HALLO", verschieben sich die anderen Zeichen weiter nach hinten. Wiederhole ich es mehrmals, taucht wirklich irgendwann das Wort "HALLO" im ausgegebenen Text auf.

    - Programme lassen sich eingeben und mit LIST aufrufen, sowie mit RUN starten

    - Das Auslesen des Fehlerkanals der Floppy mit PRINT DS, bzw. DS$ funktioniert, allerdings kommen da dann eben auch wirre Zeichen mit raus

    - Aufrufen der Directory klappt (dabei hab ich mein seit ca. nem Jahr eingelagertes 8250LP verwendet, von dem jetzt Laufwerk 1 DEFEKT IST?! :( Es dreht die Diskette hörbar x-mal so schnell, als Laufwerk 0. Also auch hier wieder was im Argen, alleine vom Rumstehen)


    Ich musste für heute aufhören. Meint ihr, es liegt eher an einem defekten RAM-Baustein, oder an der Ansteuerung/Auswertung dieser?


    Immerhin konnte ich heute:

    - Monitor komplettieren (habe zwei Elkos ausgewechselt, weil alles wirklich FLAMMNEU da drin ist)

    - Schaltnetzteil des Rechners recappen und justieren

    - zwei Adaptersockel für vossi 's DIN-EPROMs löten und gleich testen (klappt einwandfrei)

    - alles soweit zusammenbauen (Mainboard bleibt noch unverschraubt, wird ja nochmal raus müssen)


    Bilder:

    Adaptersockel:


    Mainboard mit den Adaptersockeln, sowie PLA und EPROMs von vossi:


    Hier das typische Fehlerbild:


    Und hier stünde er nun: Absolut neuwertig (als ich das IEEE-Kabel eingesteckt hab, hab ich wohl zum ersten Mal Kratzer in die Vergoldung des Platinenanschlusses gemacht :D ):


    Vielleicht habt ihr noch Tips- ich würde zwar schon mit dem Oszi rumwursteln können, aber es hat derbe Wackelkontakte (Triggern will es mal, und mal nicht, das Bild ist nicht mehr stabil).

    Wenn man es sicher auf eine RAM-Bank eingrenzen könnte, würde ich einfach die paar ICs auslöten, im Chiptester prüfen und ggf. ersetzen.


    Hier nochmals einfach DANKE. Danke an all die Mitforisten, welche mir (und so vielen anderen) dieses Hobby ermöglichen!


    Viele Grüsse,

    Matthias

  • CBM_Ba

    Das Programm wird in Bank 1 gespeichert - funktioniert ja soweit.

    Variablen werden in Bank 2 gespeichert - da ist wohl vermutlich etwas defekt. Es kann ein Ram Baustein sein, aber natürlich auch etwas in der Bank auswahl.


    Wie schon geschrieben - gut wäre die Diagnostic Cartridge. Da brauchst du nur eine Platine für den Erweiterungsport und das Eprom - das kann ich dir natürlich zusenden.

    Um die Benutzung des Ossis wirst du nicht herumkommen ;)

  • Guten Morgen zusammen!


    vossi

    Ich finde in den Schaltplänen bei zimmers.net nicht, was Bank 1 und 2 ist? Wahrscheinlich liegts an meiner nur schwach ausgeprägten Kenntnis, was das Analysieren und Verstehen von "komplexeren", elektronischen Schaltungen angeht.

    Neben meinem analogen Oszi hätte ich noch so ein Hantek USB-Teil... das taugt aber (zumindest mit Windows 8) überhaupt nix, hängt sich dauernd auf und ist ebenfalls zu doof, vernünftig zu triggern. Werd's dennoch versuchen. :)

    Muss ich dann die Adressleitungen abhorchen?



    Wo gibts denn diese Diagnostic Cartridge? Google spuckte nix Brauchbares aus- aber klar, für mich ist die CBM-II Serie in Summe Neuland, ich wüsste nichtmal, was ich genau googlen muss.


    Vor allem das Fehlerbild mit den sich weiterschiebenden Inhalten bei PRINT-Befehlen kommt mir äußerst suspekt vor... wäre ein Speicherbaustein defekt, müsste das Fehlerbild doch ein anderes sein?


    Ich würde es ja filmen, aber die Beschreibung triffts schon:

    Wiederhole ich bspw. PRINT "HALLO", erhalte ich:

    "§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§):::§§§§§§§§§§§§§§§§"

    beim zweiten Mal:

    "§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§):::§§§§§§"

    beim dritten Mal:

    "§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§"

    und irgendwann dann sowas wie:

    "HALLO§§§§§§§§§§§§§§§§§§):::§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§§"

    würde man weiter machen, verschiebt sich das "HALLO" wieder nach rechts und davor stehen Pfundzeichen (manchmal auch andere Zeichen) mit anderen wirren Inhalten...


    Ist nur beispielhaft beschrieben, die genaue Zeichenfolge, sowie die Zeichen an sich sind anders.


    Irgendwie sieht das doch mehr nach Ansteuerung aus, was meint ihr?

    Würde das Diag-Cartridge sowas finden?


    Viele Grüsse,

    Matthias