Kurze Umfrage unter den Usern

  • Hallo,


    bis Nächsten Freitag möchte ich gern hier Statements von den Usern zu folgender Frage sammeln:


    Aus welchem Grund hast du Programmieren oder Reparieren/Restaurieren gelernt?


    Die Frage richtet sich an diejenigen, die das nicht in der Ausbildung gelernt haben.


    Danke fürs Mitmachen!


    Stefam

  • Bei mir kam so um 1987 jemand zu Besuch ( aus der Crackerszene ). Der fragte doch glatt in einem etwas arroganten Unterton: "Was machst du denn mit deinem Amiga 500? Daddelst du nur oder was?" Naja, die Frage hat er später "bitter" bereut, weil ich ihn bezüglich Assemblerprogrammierung hier und da doch etwas unbeholfen nervte :twisted:

  • Programmieren: Das war der Reiz des Neuen und Fremden und pure Neugier - wer hatte schon 1976 die Möglichkeit, an einem Computer zu arbeiten? Die waren gefühlt damals so verbreitet wie heute ein LHC. Und das erhebende Gefühl, wenn eine Maschine einem aufs Wort gehorcht - das war damals (tm) vollkommen neu und fremd; heute einfach nicht mehr nachvollziehbar.
    Spiele (völlig simple natürlich) gab es auch einige wenige, aber interessanter war es, eigene Dinge umzusetzen.


    Reparieren: Reiner Zwang. Ich bin eigentlich der Sammler, und da ist es einfach irgendwann nötig, die sterbenden Schätzchen zu reanimieren.
    Die elektronischen, physikalischen und technischen Grundlagen wurden durchs Elektronikbasteln gelegt, die digitale Grundausbildung gab es erfreulicherweise in einer Informatik-AG in der Schule, und den Rest liest man sich zusammen. Für die verbliebenen Lücken gibt es z.B. dieses Forum ;-)

  • Bei mir lags einfach daran, dass niemand PC-Software hatte, als ich vom C64 umgestiegen bin und ich hatte DOS 2.11 und TurboPascal 3.0.
    Sonst nix. Na, dann hab ich halt Turbo Pascal gelernt ... und ein bisschen x86 Assembler mit Debug (wer braucxht schon Label) 8-)
    Ach und als Schüler hab ich dann in einer PC-Schrauber-Höhle = dem örtlichen PC-Händler geschafft, um das Taschengeld aufzubessern
    und auch günstiger an die Hardware zu kommen.

  • Wegen geringer Anzahl an verfügbaren Programmen für meinen VC-20 (und wenig Taschengeld), sowie, um bei den Scott Adams Adventures weiter zu kommen, begann ich mit ca. 13, in Basic und Assembler selbst zu programmieren.
    Spielereien und kleinere Hacks, aber auch eine eigene kleine Textverarbeitung für den VC20.


    Reparieren begann ungef. zeitgleich; Ziel war der Erhalt meiner Schneider- "Kompakt" - Anlage. Mehrfachumschalter wollten gebrückt werden usw.


    Folgerichtig gab es dann irgendwann später auch ein selbstgebautes Parallel-2-Seriell Interface, um den 1520-Plotter mittels Turbo-Pascal vom ersten PC aus via VC20 ansprechen zu können.

  • Mein Bestreben liegt darin, alte Hardware zuerst instand- und danach (möglichst) in den Neuzustand zu (ver)setzen.
    Gelernt habe ich das eigentlich nicht. Mein technisches Verständnis hat mir mein Opa in die Wiege gelegt. Der war auch so ein, ich nenne es mal "Universalbastler". Er hat damals alles repariert. Ob Auto, Radio oder Fernseher, er hat alles wieder hinbekommen. Naja und heute mache ich das in der Familie.
    Meine Devise: Reparieren kann man (fast) alles.
    Und einen technischen Beruf zum Elektrotechniker habe ich dann auch noch erlernt. Für Elektro- und Elektronikarbeiten, ganz hilfreich.

    Viele Grüße
    Thomas


    - CHECK64 - C64/C128 (D) Diagnose-Set -> Manuals
    - Anfertigung von Kühlkörperklammern - Kein lästiges Kleben mehr

    - EPROMs auslesen und brennen
    - Veranstaltung Kölner-Retrotreff -> zur Homepage: koelner-retrotreff.de

  • Programmieren hat ganz am Anfang den Reiz des Neuen, kreativen Schaffens gehabt.
    Als ich dann anfing, Informatik zu studieren, war das dann etwas stressiger, hat aber noch immer Spass gemacht.
    Wie ich dann eine Weile im Berufsleben stand, und das Programmieren im Projekt unter starken Zeitdruck nur noch stattfand, war es einfach nur noch schrecklich.
    Heute, nachdem ich seit längerer Zeit nicht mehr beruflich programmieren muss, sondern mich um andere Aspekte der IT kümmere, macht es im kleinen Umfang und ohne Zeitdruck (nur als Teil des Hobbys) wieder Spass.


    Ich denke, heutzutage ist Programmieren im Beruf kein Spass mehr, und man konkurriert mit Indern und anderen ausländischen "Off-Shore" Dienstleistern. Vielleicht hat man daran noch Spass in speziellen Nischen, aber generell würde ich jedem Abraten, hier beruflich noch einzusteigen oder im Gebiet zu bleiben.

    "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen." (Igor Strawinsky)


    ... und schaut auch mal bei meinem Blog vorbei ...

  • Gelernt hab ich das ganze nur beiläufig (analoge Elektrotechnik [bis FFT], boolsche Algebra [Volladdierer war glaub ich das höchste der Gefühle]) in der Ausbildung ohne das jemals auf "real world"-Beispiele zu vertiefen.


    Wirklich vertieft hab ich das erst 2006, als ich mir 'nen Rechner geholt hab den es nur als Bausatz gab, diesen aber unbedingt wollte und sich kein "Lötwilliger" gefunden hat (Pentagon 1024SL 2.2 [ca. 40 ICs]), der Rest war dann nach und nach ein selbst beibringen entsprechend dem Bedarfsfall (entlöten, Schaltpläne verfolgen und verstehen, PCBs Layouts, Umgang mit Mutlimeter & Scope)

  • In der Lehre (79-82) als Elektriker...


    Hatte keinen Bock immer Formeln zu suchen und zu behalten, also musste es ein TI 59 sein..


    2nd Lbl A Sto 01...

    Wer verliert und läuft von hinnen, kann ein andern' mal gewinnen!'

  • Ich denke, heutzutage ist Programmieren im Beruf kein Spass mehr, und man konkurriert mit Indern und anderen ausländischen "Off-Shore" Dienstleistern. Vielleicht hat man daran noch Spass in speziellen Nischen, aber generell würde ich jedem Abraten, hier beruflich noch einzusteigen oder im Gebiet zu bleiben.

    Bei uns im Amt macht es noch Spaß, wenn es auch nur Mittel zum Zweck ist und die Programme nur für uns intern sind (na ja, die Resultate - sprich die Daten - sieht dann auch der Bürger) und halt wirklich eine Nische.

  • Computer und das Programmieren haben auf mich hochgradig virulent gewirkt :-)
    Ich habe mir 1975 das Programmieren auf einem HP9825a unter HPL (HP Progamming Language - ähnlich wie BASIC) selber beigebracht. Das Gerät wurde bei uns im Labor zur Messdatenverarbeitung eingesetzt und nur wenige konnten damit umgehen. 1979 habe ich mir dann meinen ersten eigenen Computer - einen PET2001- angeschafft. BASIC und 6502 Assembler habe ich mir auch selber beigebracht, da es nur wenig Sorftware zu kaufen gab und die war noch exterm teuer. Zu der Zeit gab es schon eine 'Community' (z.B. der Mikro Computer Anwender Club MICAC) von wenigen 'Freaks'. Letztendlich habe ich so ziemlich alles selber programmiert; Editoren, Assembler, Tools, Spiele...
    1983 habe ich dann meinen Job als Chemielaborant aufgegeben und Informatik studiert.

  • Wow, das ist ja richtig viel und interessantes Material! Danke schon mal!!

  • Ich habe schon immer gerne gebastelt und gebaut, und mich für Computer interessiert, seit sie für den Privatmann (Schüler um genau zu sein) erschwinglich waren. Was lag da näher, als auch am und mit dem Computer zu basteln?

  • Ich finde den Ausschluss einer Ausbildung etwas unfair. Denn mancheine(r) hier hat eine Ausbildung in dem Bereich begonnen, weil er/sie duch den in der Jugend erworbenen Heimcomputer erst auf diese Berufsmöglichkeit aufmerksam wurde. Wer weiß, was aus so manch einem hier ohne den C-64 geworden wäre?

  • Ich finde den Ausschluss einer Ausbildung etwas unfair. Denn mancheine(r) hier hat eine Ausbildung in dem Bereich begonnen, weil er/sie duch den in der Jugend erworbenen Heimcomputer erst auf diese Berufsmöglichkeit aufmerksam wurde. Wer weiß, was aus so manch einem hier ohne den C-64 geworden wäre?


    Das war nicht unfair, sondern einfach kurzsichtig von mir. Ich wollte nämlich nicht User ausschließen, die eine Ausbildung in diesen Bereichen gemacht haben, sondern, die das (erst) in ihrer Ausbildung gelernt haben. Mir geht es um die Motivation des Amateurs, das gelernt zu haben. Wenn das also jemand gelernt hat, bevor er darin ausgebildet wurde, dann gehört der zur Gruppe derjenigen, die für meine Frage relevant sind. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast!

  • Um ehrlich zu sein: Ich bin über "Moonlander" auf dem Sharp PC-1210 in die EDV eingestiegen. Damals hat mich die Mischung zwischen Spiel(-Spaß) und Kreativität gereizt.
    Daran hat sich bis heute NICHTS geändert (virulent triftt es wunderbar).
    Nur Daddeln war mir in Summe zu wenig. Die Technik zu verstehen, und selber Lösungen zu finden (auch für Probleme im Alltag) war, und ist immer noch der Antrieb.
    Habe dass Glück, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können. Für mich hat Programmieren neben der Leidenschaft für Automatisierung/Optimierung immer auch immer etwas mit Kreativität zu tun (als Ersatz für meine lausigen Malkünste ;-) )

  • Angefangen habe ich, meinen Colani Tower von Vobis aus 1994 auszurüsten, als Wing Commander 4 plötzlich nicht mehr lief. Das Innere eines Rechners war mir bis dato völlig fremd. Also musste ich mir alles alleine aneignen, mit Hilfe von Arbeitskollegen und Fachbüchern. So kam dann auch langsam das Interesse am Basteln.


    Heutzutage geht es mir nicht mehr um das Aufrüsten, ich bestrebe eher ständig, meine Geräte in den absoluten Originalzustand zu versetzen. Aufgrund der Freude am Basteln und restaurieren bevorzuge ich auch eher Rechner, die eine Macke haben, als teure Geräte, die man voll funktionstüchtig geliefert bekommt und nichts mehr daran zutun hat :D