Schönen Grün Monitor vorm Sperrmüll gerettet

  • Moin Leute,


    habe die Tage einen schönen "Noris Data" Grün Monitor vorm Sperrmüll gerettet, wurde an einem C64 genutzt. Das Gehäuse habe ich gebleicht, ein paar Lötstellen nachgelötet und den Netzschalter wieder gängig gemacht. Das Bild ist erste Klasse! (kommt aber auf den Bildern nicht so ganz rüber).


    Freu wie Sau!



  • Der Monitor war eigentlich nur oben und hinten sehr stark vergilbt. Das hat mich schon genervt.
    Habe Wasserstoffperloxid 12% zum Haare blondieren benutzt, ist schön cremig das Zeug. Gehäuse eingepinselt und in die pralle Sonne für 6 Stunden gestellt, zack wieder sauber. (Habe leider kein vorher Bild gemacht)



  • Wasserstoffperoxid braucht man momentan eigentlich für wichtigere Dinge: Desinfektionsmittel selbst herstellen

    Schon richtig aber das Zeug was ich hier habe kann man sich höchstes in die Haare schmieren...

  • wichtigere Dinge: Desinfektionsmittel selbst herstellen

    in dem verlinkten Dokument wird wohl eher von flüssigem Peroxid ausgegangen.

    In dem Haarblondierungsmittel sind noch ein Haufen anderer Dinge (z.B. Parafin oder Parfüm) drin, die man nicht in einem Desinfektionsmittel braucht.

  • Ach sooo...

    (Auf den Bildern sieht das nicht so gut aus wie Auge -> Monitor)

    Nachtrag, der kleine blaue Punkt auf dem Monitor ist eine blau beleuchtete Maus gegenüber.


    Noris Data 40 Zeichen:



    Noris Data 80 Zeichen:


    • Official Post

    Super Fund und toll aufbereitet. Sieht sehr gut aus.


    Vielleicht könnte der auch die Ultraterm noch gut darstellen.

    Der Apple Monitor /// schafft das noch, der Monitor II nicht.

    Quote

    Since the UltraTerm in the 132-column mode will send dot information to the display almost 60% faster than an 80-column device, not all display monitors are suitable.

  • Ja. Sorry. Ich meinte 80 Zeichen pro Zeile. :oops: Aber sieht doch gut aus mit den 80 Zeichen. Die Pixel sind schön voneinander getrennt und sie machen keinen verwaschenen Eindruck, finde ich. :thumbup:

  • Moin,


    die Story Monitor geht (natürlich) weiter... :abrauch:


    Gestern in der Nacht hat der Monitor heftige Rauchzeichen gegeben. Ihr glaubt ja nicht wie schnell man einen Netzstecker aus der Steckdose ziehen kann und mit einem Monitor Nachts im Garten steht! Alter Schwede, mein Büro war heftig vernebelt...


    Auf dem ersten Blick würde ich mal behaupten das sich ein Bauteil, keine Ahnung was das ist, auf der Netzteil Platine verabschiedet hat. Hoffe nicht das sich andere Bauteile auf der Platine nicht auch noch verabschiedet haben. Werde mal versuchen das ominöse Dingen zu tauschen, wenn ich allerdings sehe wie das ganze verlötet ist dann kann es kaum komplizierter sein >:(


    (Manchmal frage ich mich warum man sich diesen ganzen Retro Kram eigentlich antut. Antwort: Na weil es geil ist wenn es funktioniert!)






  • Aha, was das für ein Teil ist habe ich heraus gefunden.


    In der Beschreibung steht:

    "Kondensator 250V/0,1 µF mit Widerstand 100 Ohm zum Schutz bei Problemen mit Spitzenspannungen durch netzparallele Induktivitaten von LED-Lampen, Bewegungsmeldern, Zeitschaltuhren, elektronischen Schaltrelais oder Vorschaltgeräten, Schaltung parallel zwischen Neutralleiter und geschaltetem Lampendraht am Verbraucher, in Verdrahtungsdose oder direkt am Schalter und Bewegungsmelder, Anschlussdrähte flexibel, isoliert."


    Sagt mir das jetzt das dass Teil funktioniert hat und alles andere "geschützt" hat und sich selbst geopfert hat oder hat das Dingen ganz einfach nur versagt? ;)

  • Ohmann - der übliche Rifa-Netzfilter-Kondensator... hätte ich Dir sagen können, die sind in solch alten Geräten zu nahe 100% defekt. Immer im Netzteil neu erworbener Geräte schauen, ob dort so ein (oder mehrere!) goldgelber rechteckiger Kondensator sitzt!


    Wenn die Dinger sichtbare Risse, ein Krakelee-Muster oder sogar schon Brüche im Gehäuse haben, dann müssen die unbedingt getauscht werden. Ich hänge mal ein oder zwei Fotos der üblichen "unbedingt austauschen"-Anzeichen an. Zum Glück passiert beim Abrauchen der Teile außer Schreck, Rauch und barbarischem Gestank meist nix weiter - einfach einen neuen Kondensator mit den gleichen Werten besorgen (für "X"-Typen dann auch wieder "X"- oder "X2"-Typen nehmen, für "Y"-Typen entsprechend; gleiche Farad-Zahl beachten) und ersetzen.


    Am besten auch das Rastermaß ungefähr gleich wählen - meist sind aber auf den Platinen schon Lötlöcher für 2 gebräuchliche Rastermaße vorhanden, notfalls kann man aber auch bei gekauften kürzeren Kondensatoren die Beinchen biegen.


    Hier mal Anzeichen für bald ausfallende Netzfilter-Kondensatoren im Bild (und mal neue Ersatztypen als Illustration daneben):



    Im Bild Netzfilter, die noch nicht geflogen sind, es aber umgehend tun würden:


  • Auf Deine letzte Frage:


    Der Netzfilter hat nichts "geschützt", sondern hat aufgrund von Alterung und jahrelanger Last Alterungsrisse entwickelt. Das sind Folienkondensatoren, die vergossen und damit hermetisch abgeschlossen sind. Die Alterungsrisse sorgen dafür, dass hier Luft und auch Feuchtigkeit eindringen, was zu einem internen Kurzschluss führt - die Dinger "brennen ab", zumal sie i.a. direkt an der Netzspannung hängen. Das Gute an den Netzfiltern ist aber, dass die normalerweise eben NICHT abbrennen, sondern bei Kurzschluss mit Gestank und ggf. Knall abRAUCHEN, und damit das Gerät vom Netz trennen. Deshalb auch die X- und Y-Typen, die spezifische Vorgaben in Bezug auf Anschluss, Fehler- und Ausfallverhalten erfüllen - daher immer den gleichen Typen ersetzen.


    Also - der Rifa hat sich wegen Alterung selbst getötet, Dein Monitor samt Komponenten war sicher NICHT der Grund dafür.


    Das Gehäusematerial dieser Rifa-Kondensatoren scheint übrigens besonders anfällig für die Alterungsrisse zu sein. Die Quote in allem, was ich da bisher in Rechnern mit mehr als 25 Jahren gefunden habe, lag bei den Goldies nahe an 100% defekt / rissig...

  • Dein Kondensator ist (seitlich zu sehen) ein X2-Typ. 250V und 0,1yF hast Du ja selbst schon ermittelt. Auf meinem letzten Bild ist ein Ersatztyp rechts neben einem defekten 0,1yF X-Typ - ich verwende bei X dann ebenfalls X2, und so ein Ersatzteil kosten im 2stelligen Cent-Bereich...


    Viel Erfolg bei der Reparatur - ist recht easy!

  • Diese Rifas sind auch in ALLEN Hifi-Geräten dieser Epoche ein Thema.

    Jede Revox A77, die ich bislang auf dem Tisch hatte (dürften > 30 gewesen sein) hatte defekte Rifas (und da sind 4 Stück drin).

    Tapedecks, Verstärker, etc... es scheint, als sei die Zeit dieser Kondensatoren seit etwa 5 Jahren definitiv abgelaufen. Unabhängig von der Nutzungsdauer der Geräte damals. Auch die Lagerung spielt scheinbar keine große Rolle.


    Kurzum: JEDES Gerät vor Inbetriebnahme öffnen und nach diesen Dingern kucken -> schadet sicher nicht.

  • ... "von Netz trennen" tun diese Kondensatoren aber nichts. Es sind keine Sicherungen.


    Sie sollen von den Geräten verursachte Störungen herausfiltern, sodass sie nicht ins Netz zurückwirken und dort dann andere empfindliche Geräte stören.

    Man könnte sie auch ganz weglassen, hätte dann aber keine FTZ Zulassung mehr und würde womöglich andere Geräte, wie den Computer nebenan aus dem Takt bringen".

    Bei manchen Geräten für den deutschen Markt sind manchmal solche Kondensatoren auch nachträglich angelötet, vermutlich um die relativ scharfe FTZ Zulassung zu bekommen.


    X und Y bezieht sich auf die Art der Verschaltung mit den 3 Netzleitungen: zwei X sind "über Kreuz" zwischen den beiden Phasen N/L geschaltet, zwei Y zwischen jeweils einer der Phasen und der Schutzerde. Kann man sich gut bildlich vorstellen.

    Insbesondere die Y-Kondensatoren MÜSSEN bei einem Kurzschlussschaden öffnen (abbrennen) damit keine Verbindung zwischen einer Phase und dem Schutzleiter (der liegt auch z.b. am Metallgehäuse) entsteht.

  • Danke für das Konkretisieren Martin Hepperle , die genauen Charakteristika der X- und Y-Typen hatte ich mir gespart, um die Antwort nicht noch länger werden zu lassen. Kann man ja auch bei Bedarf in diversen Wiki- und Elektronik-Artikeln nachlesen, mir war nur wichtig, dass Muffinmann ein paar Basics bekommt und damit die Bauteile besser einordnen kann. Dass man Netzfilterkondensatoren dank der heute erreichten Netzstabilität eigentlich auch weglassen könnte, wird ja immer wieder gesagt, ich selbst (persönlich) bin beim Reparieren obiger "Rifa-Böller" grundsätzlich ein Freund des Austauschs gegen gleichwertige Ersatzkondensatoren. Sind ja nur Centbeträge.


    Den Begriff "abBRENNEN" hab ich durchaus mit Bedacht gewählt - nach meiner Kenntnis (ich betone gerne, laut und oft, dass ich elektronisch absoluter Autodidakt bin, wenn auch mit 20 Jahren Erfahrung, ohne mich dabei elektrokutiert zu haben) müssen die Netzfilterkondensatoren besonders hohe Voraussetzungen erfüllen, damit es eben zu keinem Entflammen und auch zu keinen Bränden kommt (Grüße an alle kurzgeschlossenen Tantalkondensatoren der Welt! ::vodoo:::strom:) - natürlich "brennen" die Teile innerlich ab, daher auch das duftige Rauchwölkchen und der schwärzliche "Exhaust-Jet" (den man beim Reparieren ebenfalls entfernen sollte), aber nen Feuerlöscher braucht man da eigentlich nicht in der Nähe zu haben... und beim nächsten Mal den Monitor auch nicht in den Garten zu schleppen... :ätsch:::heilig::


    "Vom Netz trennen" ist auch nicht wirklich richtig, da hast Du recht, da war die Erläuterung etwas über-simplifiziert, die Kondensatoren übernehmen ja nicht den Job der Sicherung, Strom liegt ja weiterhin an. Daher war die logische Erläuterung Deinerseits zur Verschaltung prima, mit der Kombination aller Infos sollte Muffinmann nun wirklich einen guten Überblick über das Thema haben. Und insbesondere beim Austausch von altersbedingt versagenden Rifas keine Angst oder Scheu vor ner Reparatur haben.

  • Der Netzfilter-Kondensator ist heute angekommen und auch gleich eingebaut worden.


    Der Monitor funktioniert wieder und kommuniziert hoffentlich nicht mehr mit Rauchzeichen. :)


    Danke an alle die mit Tips und Tricks zur Seite standen!