C116 Netzteil, ist das das Richtige, oder und kann man das Recappen?

  • Hallo beisammen,



    ich habe hier einen C116 und das Netzteil das mir mitgegeben wurde.

    Nach einer kurzen Messung hat das NT 15,42V im Leerlauf ausgegeben. Sicherheitshalber habe ich ein 9V Universalnetzteil dagehabt, der C116 läuft einwandfrei.


    Wie ist das nun mit dem Netzteil, dort steht 9,5V drauf, aber auf dem 116er steht 9V. Ist das Netzteil das, was mit ausgeliefert wurde, oder eins von einem anderen Peripheriegerät oder so?


     


    Macht es Sinn das innere des Netzteils zu ersetzen, oder kann man das recappen? (Hab‘s noch nicht aufgeschraubt)



    Danke und Grüße

    TinTin

    Immer mindestens 2-3 Computer mehr als andere.

  • Also - so rein vom Gefühl her würde ich ja sagen, daß C16 und C116 das gleiche Netzteil verwendet haben. Man findet aber keine Infos oder Bilder dazu, zumindest nicht im Vergleich. Das da ist für den C16, steht ja auch drauf.


    Vor allem aber sind 15 V DEUTLICH zu viel. Wenn Du das auf den C16/C116 gibst geht da bestimmt was kaputt.


    Rein prinzipiell wird das was vom Netzteil kommt im Computer noch auf 5V "gewandelt". Die Art wie das gemacht wird, ist wohl elektrisch ncht wirklich eine Glanzleistung; dazu gibt es hier im Forum auch für Laien halbwegs verständliche Infos.



    Ich würde, an Deiner Stelle, ein ordentliches modernes 9V Netzteil nehmen und das da gar nicht mehr am Rechner benutzen.

    Dabei auf die Polung aufpassen und wenn möglich keine Adapter, die man "umpolen" kann benutzen (früher oder später sind die mal verkehrt herum drauf).


    Wenn man noch Ambitionen hat, kann man das hier ja auch mal öffnen und schauen, ob sich ein Grund für den komischen Spannungswert (15V) findet und das ändern. Bis dahin gehört da ein Klebchen drauf: Nicht benutzen !

    Habe aber ehrlich gesagt noch nie Bilder vom diesem NT offen gesehen, aber wahrscheinlich läßt sich da drin mehr machen als beim Plus/4 NT, was intern komplett vergossen ist.

    -- 1982 gab es keinen Raspberry Pi , aber Pi und Raspberries

  • noch als Extrainfo/-pic


    https://www.c64games.de/c16/zeitschriften/64er19851.jpg


    und


    https://www.commodore-info.com/foto/computer_c116_02.jpg


    https://www.commodore-info.com/foto/computer_c16_lernkurs_01.jpg



    und da


    Netzteil – C64-Wiki


    gibt es seitenmittig auch "Dein" NT nochmal, aber keine Info, ob das für den 116 das exakt Gleiche ist.

    -- 1982 gab es keinen Raspberry Pi , aber Pi und Raspberries

  • Netzteil eines C116 - Forum64
    Hallo,Ich mache nich gerade über ein original C116 Netzteil her. Als ich es bekam habe ich es mal durchgemessen und obwohl es nach Aufdruck nur 9.5V liefern…
    www.forum64.de


    und da gibt es auch noch ein paar sehr interessante Infos zum Thema, unbedingt mal reinschauen.

    -- 1982 gab es keinen Raspberry Pi , aber Pi und Raspberries

  • Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das C116 NT einen Spannungsregler hat. Wenn nicht (was ich vermute, da der C116 einen eigenen Spannungsregler hat), dann ist es nur ein Trafo mit Gleichrichter und Siebelko. Die Ausgangsspannung im unbelasteten Fall bei Betrieb an 230V (statt 220) beträgt dann rein rechnerisch 9.5 * sqrt(2) * 230/220 = 14.04V, was gar nicht sooo weit weg ist von dem Wert, den du gemessen hast. Richtig misst man die Spannung aber unter Last. Du kannst z.b. versuchen zusätzlich zum Multimeter noch eine 12V/10W Halogenbirne anzuschließen. Die dann gemessene Spannung entspricht deutlich mehr der Wahrheit.


    Dennoch ist es natürlich sicherer ein modernes, hochwertiges 9V Netzteil zu verwenden. Aber bitte auf die richtige Polarität achten!

  • WIMRE war das C16/C116 mindestens so verschrien wie der „Elefantenfuß“ vom C64. Ich würde das garnicht verwenden. Wenn du den Look erhalten möchtest, könntest du das Innenleben tauschen. Ist halt wieder so ein Beispiel von Commodores Sparwut.

    Das Genie beherrscht das Chaos

  • Die Leerlaufspannung des Netzteils passt so. Ich hab hier einen C16 und einen 116- beide mit diesem Netzteil- und bei beiden liegen die Spannungen unbelastet bei um 15V. ;)

    Allerdings würde ich da eventuell auf ein moderneres Innenleben umbauen. Richi hat das bei seinem gemacht!

    Wiegt quasi nichts mehr, wird nicht mehr warm- und sieht von außen noch 1:1 gleich aus.

  • Das C116 Netzteil ist ähnlich verschrien wie das vom C16 - lieber durch was modernes ersetzen. Die waren damals schon nahe der „Ich halte nur Garantie - wenn überhaupt-“ Grenze.

  • Warum sollte man das auf was "modernes" umrüsten oder gar ersetzen? Das ist ein Trafo, wahrscheinlich 2 oder 4 Dioden und ein Siebelko. Aufschrauben, Elko tauschen, glücklich sein. Das Ding liefert genau was es soll, (Leerlauf vs Last!) und die Regler, die bei den C64 Netzteilen den "Killerfaktor" ausmachen sind doch sowieso im Rechner selber, und nicht vergossen im Netzteil.

    Darüber hinaus hat man damit keinen RF-Christbaum sondern vergleichsweise saubere Spannung.

    Mich erinnern die an die Sega Netzteile. Auch die habe ich nur mit einem neuen Kondensator versehen und würde sie definitiv nicht gegen ein Schaltnetzteil mit dann 20 statt 3 Fehlerquellen eintauschen.

  • Wofür soll eigentlich dieser 20 Ohm Widerstand quer über den 7805 Spannungsregler sein, also dieser Lastwiderstand, von dem immer wieder geraten wird, diesen zu entfernen?

  • Das wird ein pass resistor sein, kein Lastwiderstand. Damit kann ein Teil des Stroms über diesen Widerstand und nicht durch den 7805 fließen, der sonst überlasten würde. Sieht man oft in alten Netzteilen. Ich glaube auch grade in Flippern und Automaten wurde das gerne gemacht. Poor mans pass transistor.

    Wenn man den entfernt überlastet man den Regulator. Sollte man also nur machen wenn man den 7805 durch einen Switchmode regulator ersetzt.

  • Also - so rein vom Gefühl her würde ich ja sagen, daß C16 und C116 das gleiche Netzteil verwendet haben. Man findet aber keine Infos oder Bilder dazu, zumindest nicht im Vergleich. Das da ist für den C16, steht ja auch drauf.


    Das linke (Made in Germany) ist vom C16, das rechte (Made in Denmark)ist vom C116


    Ich habe hier mal das C16 neben das C116 NT gestellt, die beiden sehen fast gleich aus, nur die Verschraubung ist anders.

    Immer mindestens 2-3 Computer mehr als andere.

  • Ich würde, an Deiner Stelle, ein ordentliches modernes 9V Netzteil nehmen und das da gar nicht mehr am Rechner benutzen.

    Dabei auf die Polung aufpassen und wenn möglich keine Adapter, die man "umpolen" kann benutzen (früher oder später sind die mal verkehrt herum drauf).

    Gerade bei den Steckernetzteilen messe ich immer vorher oder ich ersetze es durch ein Universalnetzteil, falls möglich.

  • C16 und 116 haben das gleiche Netzteil. Aber wie immer bei Commodore gibt es natürlich div. verschiedene Versionen aus verschiedenen Ländern.

    Ein Trafo hat seine Nennspannung immer erst bei Nennlast - unbelastet ist sie natürlich höher - das ist normal.

    Hinter dem Brückengleichrichter liegt im Leerlauf natürlich die Spitzenspannung an - das ist Physik.


    Das Netzteil unbegründet zu ersetzen ist vollkommen sinnlos - was soll da kaputt gehen?

    Wenn tatsächlich der Elko an Kapazität verliert, dann könnte es sein das der Regler im Computer in den Tälern nicht mehr genug Eingangsspannung bekommt und sich halt etwas Ripple einstellt. Dann würde der 16er nicht mehr ordentlich laufen und man tauscht einfach den Elko.


    Bei einem modernen Netzteil ist das Risiko eines defektes sicher deutlich höher!


    Christian

  • Guten Morgen


    Ein Vorteil solche Netzteile zu ersetzten wäre als Argument die damalige 220 V Eingangsspannung, welche wie die meisten von uns wissen nun deutlich höher sind,


    dadurch bedingt durch die Schematic haben wir auch eine höhere Ausgangsspannung schon im Leerlauf, und dadurch auch unter Last,

  • Dann hat man statt 9V 10V unter Last. Vernachlässigbar.

    Eher würde ich die Wärmeschleuder 7805 und 20Ohm im Rechner selbst durch ein Tracomodul ersetzen. Dann bekommt man wirklich die Hitze aus dem System.

    Und evtl. noch einen Brückengleichrichter davor machen. Plus außen kann auch mal schief gehen - die meisten Anschlüsse sind ja andersrum.

    Das Genie beherrscht das Chaos

  • Mögt ihr das bitte mal noch bißchen ausführen, soweit, daß es für den ElektroLaien nachvollziehbar wird ...


    Bsp :


    Was ist denn ein Tracomodul und was macht es ?

    (Hitze generiert im 116 sicher in erster Linie der TED und die CPU, zumindest wenn das Teil mal losläuft. Und aufgrund des Gehäuses ist das vmtl. noch viel mehr ein Problem als im +4 (bei dem das ein bekanntes Problem ist und gute Kühlung oder wenigstest Aufpassen auf die Wärmeleitpaste am "Käfig" geraten ist) oder C16 (wo wahrscheinlich genug Luft im Gehäuse ist und Abwärme nicht so das Problem (dafür hat der andere)).


    und


    wo genau müßte diese Schottkydiode dann sitzen - im Rechner ? oder im Netzteil ?



    Anhang von

    /pub/cbm/schematics/computers/plus4/

  • PS: was ich mir von einem "modernen" NT versprechen würde, wäre so Sachen wie Überspannungsschutz und Verpolsicherheit und v.a. diese Geschichte mit der jetzt höheren Netzspannung, auf die so ein aktuelles NT eigentlich eingestellt sein sollte.


    Wahrscheinlich macht es ja wirklich nichts, wenn die Spannung im Rechner eh nochmal angeglichen wird, aber warum sollte man das wollen und nicht gleich eine passende Spannungsquelle davorhängen.

    -- 1982 gab es keinen Raspberry Pi , aber Pi und Raspberries

  • Die Spannungsquelle von 9V ist ja "passend". Die Regler brauchen ja etwas mehr Spannung, um regeln zu können. Ein normaler 7805 braucht mindestens 7V um 5V ausgeben zu können. Und der Motor der Kassette wird auch mit den rohen 9V versorgt.

    Also Verpolsicherheit bringt ein externes neues Netzteil nicht, der Schaden beim verpolen entsteht im Rechner selbst, der muss geschützt werden, nach dem Powerstecker.

    Der Gleichrichter oder die Diode müsste also nach dem Power-Stecker in der Leitung sitzen.

    "Tracomodul" bezieht sich auf die Schaltreglerserie von Traco (und anderen Herstellern) die Pinkompatible Drop-In-Replacements für die Linearregler wie 7805, 7812 etc. darstellen. Statt die überschüssige Spannung in Wärme zu verbrennen entwickeln die durch ihr Wirkprinzip (Hochfrequentes Ein-Ausschalten) kaum Abwärme. Die halten auch bis 40V Eingangsspannung (als Puls, 36V dauerhaft) aus. 7805 und den Widerstand rauslöten, Traco einsetzen, fertig.
    Den hier beispielsweise: https://www.reichelt.de/dc-dc-…sr-1-5-2450e-p312380.html?

    8Watt Leistung, das externe Netzteil liefert maximal 7.8Watt, sollte passen.

    Hier mal mit Gleichrichter als Verpolschutz.

  • Guten Abend


    Die Lösung mit dem Brückengleichrichtet ist am universellsten, den egal wie die Polarität der Eingangsspannung angelegt wird, wird durch die PN Übergänge immer die Schaltung mit der "richtigen" Polarität versorgt,

    hat aber den Nachteil, bzs was man beachten sollte ist der Spannungsabfall an den Internen Dioden

  • Dazu kann man auch einen MOSFET-Brückengleichrichter nehmen, der den LT4320 von Analog Devices verwendet.

    Das ist super interessant aber auch super komplex. Gibt es da fertige Module als plug in Ersatz?


    Kenne die Schaltung eigentlich eher aus Schaltnetzteilen und Motorsteuerungen (Vollbrücken) aber das Prinzip ist wohl immer gleich.

    Zuletzt repariert:

    10.11. defektes µT RAM im Apple //e ersetzt

    10.11. defektes µT RAM im Atari 130XE ersetzt

    12.11. VC20 mit black screen: defekter Videotransistor ersetzt

  • Das ist super interessant aber auch super komplex. Gibt es da fertige Module als plug in Ersatz?

    Gute frage... kann ich leider nicht beantworten, obwohl ich mir vorstellen kann, das es da so was gibt.


    Ich bin nur irgendwann mal bei der Suche nach einem OpAmp für meinen 16KHz-Generator darüber gestolpert. Ich musste ihn dann einfach mal ausprobieren, und mit 7 Bauteilen wer er meiner Meinung nach nicht zu kompliziert: den Steuerchip, 4 Mosfet's, ein 1µF Keramik und ein 4700µF Elko für ein Netzteil mit ca. 12V DC unter Last... so aufgebaut, wie das Referenzdesign im Datenblatt. Den 4 TO220 Mosfet's musste ich noch nicht mal einen Kühlkörper spendieren, da ich mit ca. 1A den Gleichrichter nicht im Ansatz überlaste. Und sie arbeiten wie ein Schalter in der Schaltung...



    Edit: Referenzdesign vom Schaltplan her... :)

  • Naja für den Einsatzzweck her ist das Overkill. Zumal der Diodendrop ja auch die durch 220V->240V erhöhte Eingangsspannung wieder senkt, also fast schon gewünscht ist.

    Bis auf die Wärme, die dabei unvermeidlich entsteht... ;) ... aber ich würde die von Commodore meistens verwendeten 1N4001 trotzdem austauschen. Bei den C64-Netzteilen sind sie eindeutig unterdimensioniert, so wie der 7805.

  • So, ihr habt's geschafft, ich weiß nun garnix mehr.


    Was ich nun rausgehört habe ist:

    - Den C116 nur mit einem neuen Netzteil verbinden, wenn auch der C116 selbst modernisiert ist,

    -> Die Modernisierung des C116 ist wohl nicht so einfach, ala Bauteil raus, neues, besseres Bauteil rein + ggf. Dioden oder Elkos tauschen oder so?

    -> Ist schon viel Aufwand für einen unwissenden Gelegenheits-C116-Nutzer wie mich, der nur auf Anleitung Reparieren und löten kann.


    - das gleiche gilt auch für das Originalnetzteil, aber nur wenn das recapt ist und ggf. auch modernisiert ist.


    - Oder alternativ und zusätzlich auch die Chips im C116 mit kühlkörper versehen (was nicht unbedingt mein Ziel ist)

    Immer mindestens 2-3 Computer mehr als andere.

  • - Den C116 nur mit einem neuen Netzteil verbinden, wenn auch der C116 selbst modernisiert ist,
    würde ich so nicht sagen. Wie gesagt, da ist nix drin in den Netzteilen was wirklich schaden kann.


    -> Die Modernisierung des C116 ist wohl nicht so einfach, ala Bauteil raus, neues, besseres Bauteil rein + ggf. Dioden oder Elkos tauschen oder so?

    Doch, eigentlich reicht 7805 raus, Schaltwandler rein. Widerstand raus. Der Rest ist nur Spielerei wenn man Verpolschutz braucht.

    - Oder alternativ und zusätzlich auch die Chips im C116 mit Kühlkörper versehen (was nicht unbedingt mein Ziel ist)

    Da scheiden sich die Geister. Die einen Sagen "was 30 Jahre hielt"... ich finde, je kühler desto besser. Ich selbst habe mit Drahthalter aus Federdraht gebogen, so sind die Dinger sicher, aber auch abnehmbar. War im F64 Forum mal irgendjemand mit der Idee gekommen.