Links, Tips & Tricks zur Erhaltung / Wiederbelebung von klassischen PCs

  • Hier möchte ich gerne alle Infos dazu sammeln. Was muss man bei PCs beachten, was sind häufige Fehler, was sollte man VOR dem Einschalten beachten etc.pp. Ihr könnt/solltet bitte gerne Tips/Links etc. hier als Antwort posten.. Ich editiere dann den ersten Post entsprechend.


    Stand 18.12.2013


    0. Vor einer ersten Inbetriebnahme
    Vor der ersten Inbetriebnahme gründliche Inspektion von Netzkabel/Netzteil und allen anderen primären Stromzuführungen auf Schäden.
    Niemals Geräte oder Netzteile mit beschädigten Kabeln in Betrieb nehmen!


    Öffnen des Gerätes, Inspektion auf Fremdkörper, Untermieter und offensichtliche Beschädigungen sowie des internen Netzteils.
    Oft wurden früher gerne defekte Sicherungen durch Alufolie ersetzt!


    Beseitigung grober Staubablagerungen, gerade im Netzteil (Brandgefahr)
    Auch Staub ist (geringfügig) elektrisch leitend und kann Fehlfunktionen verursachen.


    Sitzen alle ICs, Steckverbindungen und Karten richtig in den Fassungen?
    Durch Transport und Erschütterungen können sich Verbindungen gelöst haben


    1. CMOS Batterie/Akku
    Wie alle überalterten Batterien, neigen diese ggf. dazu auszulaufen und durch ihren ätzenden Inhalt Hauptplatine und Komponenten zu zerstören. Dies sollten man also dringend kontrollieren und auf keinen Fall PC mit eingebauter Batt. einlagern - sonst blüht einem was beim wieder auspacken.


    1.a Dallas Chip
    In diesem Chips ist das CMOS Ram zur Speicherung von BIOS Einstellungen mit einer Batterie zusammen in einem Chip integriert. Es gibt Hacks, diese Chips so umzubauen, das sie mir ext. Batt. betrieben werden können.
    Links:
    http://www.mcamafia.de/mcapage0/dsrework.htm
    http://zimmers.net/cbmpics/cbm/miscCPUs/pcbatt/ds1287e.html
    http://www.classic-computers.o…a-dallas-battery-chip.htm
    Ansonsten bleibt nur Austausch, dann hat man wieder ein paar Jahre Ruhe.


    2. Elkos
    bekanntes Problem in allen Retro-Systemen. Begutachten (optisch), ggf.messen und bei Bedarf gegen gleiche Kapazität aber ruhig höhere Spannungsfestigkeit austauschen.
    Links:
    http://elektronikbasteln.pl7.d…os-im-pc-austauschen.html
    Elektrolytkondensatoren zur reinen Gleichspanungsstabilisierung sind weitaus weniger belastet als solche in Schaltnetzteilen, daher sollten
    diese primär untersucht werden.


    Offensichtliche Beschädigungen erkennt man an ausgebeulten oder geplatzen Kondensatoren. (Bildmaterial?)


    Auch solche, die sich in unmittelbarer Nähe von Kühlkörpern befinden sind meist elektrisch "gestresst".


    THT Kondensatoren können auch über die Anschlusbeine auslaufen, was man mit geübtem Auge an Elektrolytresten auf der Platine erkennt. Manchmal eben auch nicht. Da hilft im Zweifelsfall nur ausbauen und Messen!


    Aber auch scheinbar heile Kondensatoren können defekt sein.


    Der "übliche" Fall ist das Austrocknen des Elektrolytes, meist über Entgasungsöffnungen an großen Kondensatoren, was sich durch stark
    abweichende Kapazitätsänderungen bemerkbar macht. Ein Ausfall dieser Kondesatoren kann zu großem Ripple auf den Versorgungsspanungen führen, was zu "unerklärlichen" Fehlfunktionen bis zum grundsätzlichen Ausfall führt


    Ein reines Kapazitätsmessgerät sagt zunächst wenig über den Kondensator aus, ausser das er messtechnisch noch eine Kapazität einhält.


    Messtechnisch sagt aber nur ein ESR-Messgerät etwas über die Restqualität eines gebrauchten Elkos aus.


    Hierbei wird neben der Kapazität auch der Innenwiderstand gemessen.


    Anschaulich erklärt sollte man sich einen Widerstand vorstellen, durch den ein Strom fließt. Je geringer der Widerstand ist, umso kleiner die
    Verluste die in Wärme abgegeben werden. Je höher der Widerstand, umso größer die Stromverluste und die bauteiltechnische Belastung.


    Aus diesem Grunde gibt es mittlerweile spezielle LOW-ESR Kondensatoren, die gerade für die Verwendung in Schaltnetzteilen vorgesehen sind.


    Ein gutes und für den Hobbybereich geeignetes Gerät ist der Atlas ESR60/70.


    Wer sich häufig mit Netzteilreparaturen auseinandersetzt kommt an einem solchen Gerät eigentlich nicht vorbei.


    Aber auch normale Kunststoffkondensatoren können es "in sich" haben.


    Ein weit verbreiteter Fehler z.B. bei speziellen alten kunststoffummantelten Abblockkondensatoren ist, dass durch fertigungstechnische Gründe und Alterungsprozesse im Laufe der Jahrzehnte Feuchtigkeit eindringen konnte und des Kondensator im Lauf der Zeit zu einem reinen Stromleiter wurde, was in Folge zu einem Kurzschluss führt.


    Meiner persönlichen "Lieblinge" sind hierbei die schwarzen Kondensatoren auf den Apple IIe Platinen links neben dem Stromanschluss, die diesen Fehler besonders oft haben. Immer wenn ich in irgendeinem Gerät der 70/80er Jahre diese Kondensatoren sehe, werden sie sofort ausgetauscht oder präventive abgepitscht...


    Wenig Grund zur Sorge bieten dagegen Keramik- und einfache Styroflexkondensatoren


    2.a Entstörkondensatoren
    Es dürfen auch nur spezielle Entstörkondensatoren der jeweiligen Typen als Ersatz verwendet werden!


    Wenn sich die Möglichkeit ergibt sollten diese grundsätzlich präventiv ausgetauscht werden.


    3. Gleichrichterdioden
    Dioden in Gleichrichterschaltungen sollten in alten Geräten auch immer untersucht werden.


    Defekte an Gleichrichterdioden führen neben "tauben" Kondensatoren zu einer Erhöhung des "Ripplespannung", also dem überlagerten
    Wechselstromanteil in der Gleichspannung, was zu seltsamen Fehlern bis hin zum Totalaufall führen kann.


    Am einfachsten misst man Dioden mit Hilfe eines Vielfachmessgerätes mit spezieller Diodenmessfunktion oder noch besser am Oszilloskop in AC Stellung direkt an der Diode. An einer Seite liegt die Wechselspannung an, auf der anderen Seite die gepulste Gleichspannung, welche meist noch eine geringen Wechselstromanteil aufweist. Wechselstromanteile über 300mv Pk2Pk bzw. 50mv RMS oder "Spikes" deuten auf Defekte in der Diode hin.


    4. IC Fassungen
    99% aller alten Chipfassungen haben eines gemein: Es handelt sich i.d.R um die preisgünstigsten Teile, die der Hersteller bekommen konnte.


    Es sind normalerweise Fassungen mit billigen Blechfederkontakten.


    Korrosion, Brüche und/oder massive Kontaktschwierigkeiten nach mehrfachem Ein- und Ausstecken des Chips sind oft die Folge. Meist kann
    man diese Schäden je nach Form auch gar nicht erkennen.


    Daher ist es auch nicht verwunderlich, das so manch ominöser Fehler nach dem Austausch der Fassung schlagartig verschwand.


    Heute benutzt man zum Ersatz Fassungen mit gedrehten Kontakten, gerne auch in vergoldeter Ausführung gegen Oxydationsprobleme, wie sie bei versilberten Kontakten gerne vorkommen


    Oxidierte Kontakte


    Es gibt bei alten Geräten den gutgemeinten Rat "Chip raus, Chip wieder rein". Kann Wunder bewirken, muss aber nicht, vor alem nicht immer von Dauer.


    Ursache von Kontaktproblemen an Chips sind versilberte Anschlussbeine, die sich im Laufe der Jahrzehnte mit einer schwarzen Oxydschicht
    überzogen haben, welche elektrisch nicht leitend ist.


    Durch das "re-setten" wird meist ein schmaler Grat des Oxyds entfernt, welches zu einer vorläufigen Verbesserung der Problömatik führen kann. Besser ist aber die komplete Entfernung der oxidierten Schicht, bevorzugt mit Hilfe eines preiswerten Glasfaserpinsels.


    Wer ein wenig "Jugend forscht" spielen möchte kann bei der Reinigung auch die elektrolytische Methode in der Spüle anwenden:
    Alufolie in die Spule, heisses Wasser und reichlich Salz rein und dann die ICs mit den Beinchen auf die Alufolie stellen.
    Das Silbersulfid wird durch den elektrolytischen Effekt an die Alufolie gebunden die sich dadurch selbst schwarz verfärbt.
    Anschließend gut wässern und trocknen ... Bon Appetit!


    5. BIOS Roms/Eproms
    Eproms halten nich ewig ihre Daten. Backup und Neuprogrammierung helfen da.


    6. Festplatten
    Tausch auch z.B. gegen Flashspeicher wir DOM (Pollin 128MB < 2€).


    7. Rams & Fassungen


    8. Lüfter
    Lüfter sind zur Kühlung der CPU und im Netzteil verbaut. Sie sind ebenfalls durch Dauerlauf als Verschleißteile einzustufen.


    ... to be continued ...


    Peter

  • - Vor der ersten Inbetriebnahme gründliche Inspektion von Netzkabel/Netzteil und allen anderen primären Stromzuführungen auf Schäden
    Niemals Geräte oder Netzteile mit beschädigten Kabeln in Betrieb nehmen!


    - Öffnen des Gerätes, Inspektion auf Fremdkörper, Untermieter und offensichtliche Beschädigungen sowie des internen Netzteils.
    Oft wurden früher gerne defekte Sicherungen durch Alufolie ersetzt!


    - Beseitigung grober Staubablagerungen, gerade im Netzteil (Brandgefahr)
    Auch Staub ist (geringfügig) elektrisch leitend und kann Fehlfunktionen verursachen.


    - Sitzen alle ICs, Steckverbindungen und Karten richtig in den Fassungen?
    Durch Transport und Erschütterungen können sich Verbindungen gelöst haben


    Kondensatoren:
    Beschädigte oder augenscheinlich schon mir Rissen durchzogene X- oder Y-Kondensatoren müssen unbedingt ersetzt werden.
    (Bildbeispiele?)
    Es dürfen auch nur spezielle Entstörkondensatoren der jeweiligen Typen als Ersatz verwendet werden!
    Wenn sich die Möglichkeit ergibt sollten diese grundsätzlich präventiv ausgetauscht werden.


    Elektrolytkondensatoren zur reinen Gleichspanungsstabilisierung sind weitaus weniger belastet als solche in Schaltnetzteilen, daher sollten diese primär untersucht werden.
    Offensichtliche Beschädigungen erkennt man an ausgebeulten oder geplatzen Kondensatoren. (Bildmaterial?)
    Auch solche, die sich in unmittelbarer Nähe von Kühlkörpern befinden sind meist elektrisch "gestresst".
    THT Kondensatoren können auch über die Anschlusbeine auslaufen, was man mit geübtem Auge an Elektrolytresten auf der Platine erkennt. Manchmal eben auch nicht. Da hilft im Zweifelsfall nur ausbauen und Messen!


    Aber auch scheinbar heile Kondensatoren können defekt sein.
    Der "übliche" Fall ist das Austrocknen des Elektrolytes, meist über Entgasungsöffnungen an großen Kondensatoren, was sich durch stark abweichende Kapazitätsänderungen bemerkbar macht. Ein Ausfall dieser Kondesatoren kann zu großem Ripple auf den Versorgungsspanungen führen, was zu "unerklärlichen" Fehlfunktionen bis zum grundsätzlichen Ausfall führt


    Ein reines Kapazitätsmessgerät sagt zunächst wenig über den Kondensator aus, ausser das er messtechnisch noch eine Kapazität einhält.
    Messtechnisch sagt aber nur ein ESR-Messgerät etwas über die Restqualität eines gebrauchten Elkos aus.
    Hierbei wird neben der Kapazität auch der Innenwiderstand gemessen.
    Anschaulich erklärt sollte man sich einen Widerstand vorstellen, durch den ein Strom fließt. Je geringer der Widerstand ist, umso kleiner die Verluste die in Wärme abgegeben werden. Je höher der Widerstand, umso größer die Stromverluste und die bauteiltechnische Belastung.
    Aus diesem Grunde gibt es mittlerweile spezielle LOW-ESR Kondensatoren, die gerade für die Verwendung in Schaltnetzteilen vorgesehen sind.
    Ein gutes und für den Hobbybereich geeignetes Gerät ist der Atlas ESR60/70.
    Wer sich häufig mit Netzteilreparaturen auseinandersetzt kommt an einem solchen Gerät eigentlich nicht vorbei.


    Aber auch normale Kunststoffkondensatoren können es "in sich" haben.
    Ein weit verbreiteter Fehler z.B. bei speziellen alten kunststoffummantelten Abblockkondensatoren ist, dass durch fertigungstechnische Gründe und Alterungsprozesse im Laufe der Jahrzehnte Feuchtigkeit eindringen konnte und des Kondensator im Lauf der Zeit zu einem reinen Stromleiter wurde, was in Folge zu einem Kurzschluss führt.
    Meiner persönlichen "Lieblinge" sind hierbei die schwarzen Kondensatoren auf den Apple IIe Platinen links neben dem Stromanschluss, die diesen Fehler besonders oft haben. Immer wenn ich in irgendeinem Gerät der 70/80er Jahre diese Kondensatoren sehe, werden sie sofort ausgetauscht oder präventive abgepitscht...
    Wenig Grund zur Sorge bieten dagegen Keramik- und einfache Styroflexkondensatoren


    - Dioden in Gleichrichterschaltungen sollten in alten Geräten auch immer untersucht werden.
    Defekte an Gleichrichterdioden führen neben "tauben" Kondensatoren zu einer Erhöhung des "Ripplespannung", also dem überlagerten Wechselstromanteil in der Gleichspannung, was zu seltsamen Fehlern bis hin zum Totalaufall führen kann.
    Am einfachsten misst man Dioden mit Hilfe eines Vielfachmessgerätes mit spezieller Diodenmessfunktion oder noch besser am Oszilloskop in AC Stellung direkt an der Diode
    An einer Seite liegt die Wechselspannung an, auf der anderen Seite die gepulste Gleichspannung, welche meist noch eine geringen Wechselstromanteil aufweist. Wechselstromanteile über 300mv Pk2Pk bzw 50mv RMS oder "Spikes" deuten auf Defekte in der Diode hin.


    - Chipfassungen
    99% aller alten Chipfassungen haben eines gemein: Es handelt sich i.d.R um die preisgünstigsten Teile, die der Hersteller bekommen konnte.
    Es sind normalerweise Fassungen mit billigen Blechfederkontakten.
    Korrosion, Brüche und/oder massive Kontaktschwierigkeiten nach mehrfachem Ein- und Ausstecken des Chips sind oft die Folge. Meist kann man diese Schäden je nach Form auch gar nicht erkennen.
    Daher ist es auch nicht verwunderlich, das so manch ominöser Fehler nach dem Austausch der Fassung schlagartig verschwand.
    Heute benutzt man zum Ersatz Fassungen mit gedrehten Kontakten, gerne auch in vergoldeter Ausführung gegen Oxydationsprobleme, wie sie bei versilberten Kontakten gerne vorkommen


    - Oxidierte Kontakte
    Es gibt bei alten Geräten den gutgemeinten Rat "Chip raus, Chip wieder rein".
    Kann Wunder bewirken, muss aber nicht, vor alem nicht immer von Dauer.
    Ursache von Kontaktproblemen an Chips sind versilberte Anschlussbeine, die sich im Laufe der Jahrzehnte mit einer schwarzen Oxydschicht überzogen haben, welche elektrisch nicht leitend ist.
    Durch das "re-setten" wird meist ein schmaler Grat des Oxyds entfernt, welches zu einer vorläufigen Verbesserung der Problömatik führen kann.
    Besser ist aber die komplete Entfernung der oxidierten Schicht, bevorzugt mit Hilfe eines preiswerten Glasfaserpinsels.
    Wer ein wenig "Jugend forscht" spielen möchte kann bei der Reinigung auch die elektrolytische Methode in der Spüle anwenden:
    Alufolie in die Spule, heisses Wasser und reichlich Salz rein und dann die ICs mit den Beinchen auf die Alufolie stellen.
    Das Silbersulfid wird durch den elektrolytischen Effekt an die Alufolie gebunden die sich dadurch selbst schwarz verfärbt.
    Anschließend gut wässern und trocknen ... Bon Appetit!


    Morgen fällt mir vielleicht noch etwas mehr ein :D

  • Die Hardware ist ja umfangreich erklärt. Was aber, wenn die Festplatte in einem Pentium II MMX mit PCI wg.verstelltem BIOS vermutlich platt ist ?

    Wie komme ich am elegantesten zu einem Satz HD-Bootdisketten zur Installation eines 'neuen' Systems z.B. DRDOS oder Win98 ? FDISK wäre wohl das

    Mittel der Wahl,oder ? Ich habe am modernen Rechner nur ein USB-HD-Floppy. Mit Rawwrite ist es wohl an USB schwierig. Aber CD- und USB-Support

    am Pentium II wäre auch mein Ziel , um den Rechner als Datenschleuder für Images von 5,25-Zoll-HD-Disketten und eventuell auch 360K-Disketten

    zu verwenden. Ich möchte für kommenden Sonnabend X68000 und Osborne-1-Disketten vorbereiten.

  • In diesem Thread geht es nur um Grundsätzliches zur Hardware-Restaurierung.

    Hinweis: Es gibt genügend Threads zu Softwareproblemen, für solche Dinge bitte SuFu benutzen


    Lüfter:

    Ausbauen wenn möglich, um sie vollständig reinigen zu können.

    Wenn man das tut, entfernt man fast immer eine Menge Dreck, wo man gedacht hat, so viel Dreck kann da unmöglich drinsein.

    Wenig vertrauenerweckende Lüfter direkt wegwerfen und durch Qualität ersetzen.

    Leichtgängigkeit prüfen. Kraft und Laufgleichmässigkeit an 12V Netzteil prüfen.


    Austauschen gegen stärkere Modelle, und die Temperaturregelung deaktivieren/umgehen, um die Kühlung zu verbessern.



    Gehäuse:

    Komplett zerlegen.

    Wo notwendig, für Einbauten Bohrungen anbringen, sägen oder was auch immer.

    Entgraten, leider oft nötig.

    Gehäuse und Werkstattarbeitsplatz gründlich reinigen von Metallspänen. (Staubsauger, Pinsel)

    Rost und Flugrost (häufig an Stanzrändern) entfernen (Essigessenz). (Verbleibendes Eisenoxid am nächsten Tag mit wasserfreiem IPA entfernen)

    Gehäuse-Plastteile in lauwarmem Bad mit Spüli und Pinsel reinigen. Nach Abtropfenlassen mit weichem Tuch nachtrocknen.

    Metallteile des Gehäuses zum Schluss mit IPA-getränktem Lappen abwischen. Das entfernt Fingerdreck, der sonst nach Jahren unansehnlich sein kann (Säurewirkung!), verbliebene anhaftende Feinststaubreste von der Vorbehandlung sowie Kondensate - manchmal in beachtlichen Mengen.

  • Nuja... ich bin "Remixer"... ich darf das ::heilig::


    Wenn man z.B. in einen 5170 ein moderneres Mobo einbauen will, kommt man oft nicht darum, vom Laufwerksträger ein Eckchen abzusägen.

    Denn sonst passt der Prozessor+Kühler nicht mehr rein.


    Tipp:

    Eine Bohrung im Gehäuse für den Reset-Taster kann man durch eine weniger invasive Bohrung in einem Slotblech umgehen!

  • Das ist ja auch nicht "Erhalten". Ich kann aber durchaus nachvollziehen, dass es lustig ist, einen äußerlich so alten Rechner mit einem der modernsten BAT Boards was es gab, auszustatten. Soweit ich weiß, gab es die im Industriebereich bis rauf zum P4. Im Mainstream war etwa beim PII bzw K6-II/III Schluss. Und selbst das ist ja schon "historisch".


    Mach das, wenn du dich dazu verpflichtest, zeitgleich ein dazu passendes baugleiches Original original lauffähig zu erhalten...

  • Retrowashing

    Ich dachte nun an eine Waschlösung für Retrocomputergehäuse, aber Googeln nach "Retrowash" liefert ganz fachfremde Ergebnisse.

    oh, ich hatte nicht daran gedacht das zu googeln. Die fachfremden Ergebnisse kannte ich nicht und meinte sie auch nicht.


    war nur eine Wortschöpfung, da „greenwashing“ ja eher bezüglich Umweltverschmutzung verwendet wird und es vorher um retrocomputing ging....

  • Ich dachte nun an eine Waschlösung für Retrocomputergehäuse

    Da würde ich mich daran halten, wie Tektronix die professionelle Equipmentreinigung im Stück durchführt[e].

    Hier ein Bericht zum Thema aus der Tektronix-Zeitung TekScope von Juli 1972.

    Das Dumme daran ist, man braucht einen Trockenofen, und deshalb kann ich diese Methode nicht anwenden :(


    Gehäuse:

    für Einbauten Bohrungen anbringen, sägen oder was auch immer.

    Bitte?

    Im Sinne des Erhalts ist das wohl eher nicht.

    Sowas hat man 'früher' mal gemacht.

    Ja, früher in der Röhrenzeit war es üblich, wenn man den Austausch einer Bildröhre ersparen/verzögern wollte, einen separaten Heiztrafo mit 8V sek einzubauen, um die Röhre -ggf mit Vorwiderstand - gezielt zu überheizen.

    Ist heute eigentlich noch aktueller als damals, denn viele Bildröhren sind so gut wie gar nicht mehr als Ersatz zu bekommen.


    Die Frage ist nun, ist man noch "Preservationist" oder schon "Remixer", wenn man vor die Alternative gestellt sieht, ein CRT mit schwacher Emission entweder aufzugeben oder mit einer kleinen Modifikation weiternutzen zu können und sich entscheidet, einen Zusatztrafo einzubauen, zu dessen Halterung Bohrungen notwendig sind?

  • Solange es von Außen nicht sichtbar ist und für den Weiterbetrieb notwendig ist, halte ich es für vertretbar.

  • Sehe ich auch so - langfristig wird man alle derartigen Gerätschaften irgendwie "remixen" - egal ob da nun Sachen drin ersetzt werden müssen, die befestigt sein wollen (Laufwerke o.ä.) oder ob Chips einfach nicht mehr verfügbar sind, oder so abstrus teuer, daß es keinen Sinn mehr macht, oder nicht in frage käme. Letztere könnten dann durch FPGAs oder kompatibles mit Supportboard o.ä. ersetzt werden (Bsp SuperPLA oder PLAdvanced+).

    Es ist nur eben auch so, daß es immer ein bißchen unschön ist, wenn mutwillig was zerstört wird, was evtl. auch anders gelöst werden könnte.


    Ich habe z.B. einen C116 mit einem Schalter für 16kB <- -> 64kB. Der ist wie zu der Zeit üblich und auch unglaublich praktisch direkt in der Front oberhalb der Tastatur angebracht. Jetzt ist das irgendwie maximal ärgerlich, weil es eben den "preservation" Aspekt des Gehäuses im Originalzustand ziemlich stört und es m.E. schöner wäre, wenn das zumindest hinten verdeckt und evtl. als kleiner Schiebeschalter angebracht wäre (wobei man sich da ja sogar noch auf den Standpunkt stellen könnte, daß es ja damalsTM modifiziert wurde und daher auch der Schalter, so wie er ist, dokumentarischen Wert hat). Aber: Wer heute mutwillig Amiga 1000 Gehäuse zersägt oder Falcon's umlackiert (z.B. auf green-violett), der begeht irgendwie schon einen FREVEL !!!


    Dass es natürlich immer Leute gibt, die das genau darum machen, ist mir auch klar. Aber es geht ja eigentlich irgendwie um eine gute Abwägung zwischen Preservation und Remix und das wohl unter möglichster Schonung der Originalzusstandes oder zumindest Rückbaubarkeit.


    Hier mal eines von maximal abstrusen Beispielen

    https://www.youtube.com/watch?v=pkvQ-BJD2rU ( Burning a NeXTcube , PyroMoto )


    OK. Das ist weder Preservation noch Remix ...

    aber es macht vielleicht klar worum es NICHT geht.