Media Attachment Unit MAU „AUI Transceiver“

  • Hallo,


    anbei zwei Fotos von diversen MAUs und eines direkt auf einem Attachment Unit Interface AUI gesteckt.

    Umgangssprachlich nennt man das MAU auch AUI Transceiver.

    Ein MAU arbeitet auf rein physikalischer Ebene und enthält lediglich die für das Medium, z.B. Thickwire, Thinwire, Twistes Pair, nötige Logik zur Kollisionserkennung.

    Ein MAU kann nicht direkt mit einem anderen MAU über den AUI Anschluss verbunden werden, da dem MAU die nötigen Schichten im Netzwerkprotokoll fehlen, es hat keine Intelligenz. Hierzu Bedarf es mindestens eines Repeaters.

    Das MAU kann direkt oder über ein AUI Kabel mit dem Endgerät verbunden werden. Es gibt auch reine AUI Repeater und HUBs, hier werden die Endgeräte direkt per AUI Kabel eingesteckt. Hier habe ich selber nur noch einen 2Port Repeater.

    MAUs und AUI Kabel werden über Klammern gesichert, daher sind AUI Anschlüsse und Kabel leicht erkennbar.


    Gruß,

    Peter


  • Das mit dem 10Base2 (BNC) ist ja noch lustig.


    Ich hab mal (kurz nach meiner Lehre) gesehen, wie so ein MAU auf eine 10Base5 (Yellow Cable) aufgeschraubt wurde.

    Vorher wurde das Kabel mit einer Art Kegelbohrer aufgebohrt.


    Allerdings meine ich das Kabel war dicker als 10mm (wie im Wikipedia Artikel beschrieben). Aber gut, ist lange her.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Die Geräte kenne ich von CISCO Routern. Davon habe ich auch noch zwei, die ich an einer NE1000 in einem SiemensNixdorf PC01 verwende.


    Dann bräuchte ich also nur noch ein Kabel (incl. Spannungsversorgung?) von der M7504 zum AUI Konverter.

    Mau und Lau, waren das nicht Hubs und Switche bei Token Ring??? (3Buchstabige Akronyme gehören Verboten)

  • Kenne ich! Die Bohrer waren selbstgemacht. TAP Boxen hießen die!?

  • Thick Ethernet Cable gab es auch in 1/2" und 3/4".

    Mitte der 80er Jahre gab es bei uns in der Firma noch solche Kabel.

    Später wurde dann dann auf das neumodische 10Base2 und noch später

    auf 10BaseT umgestellt.

  • Der Ausdruck MAU ist mir bisher nur im Token Ring Umfeld geläufig, die abgebildeten Gerätchen kannte ich nur als AUI Transceiver. Interessant ist das doch eigentlich nur für den Einsatz von Glasfaser oder TP, da die meisten Karten AUI und BNC onboard hatten. Ähnliches gab es auch für 100 MBit, ist mir allerdings nur einmal bei einer Sun Netzwerkkarte begegnet. Die Anschlussteile für Thick Ethernet waren ja aufgrund der Verbindungstechnik auch als Vampirklemmen bekannt.

    eisapc

  • Der Ausdruck MAU ist mir bisher nur im Token Ring Umfeld geläufig, die abgebildeten Gerätchen kannte ich nur als AUI Transceiver. Interessant ist das doch eigentlich nur für den Einsatz von Glasfaser oder TP, da die meisten Karten AUI und BNC onboard hatten. Ähnliches gab es auch für 100 MBit, ist mir allerdings nur einmal bei einer Sun Netzwerkkarte begegnet. Die Anschlussteile für Thick Ethernet waren ja aufgrund der Verbindungstechnik auch als Vampirklemmen bekannt.

    eisapc


    Umgangssprachlich nennt man das MAU auch AUI Transceiver.

    So kenne ich das auch.


    Das mit BNC auf der Netzwerkkarte oder dem Systemboard, neben AUI, findest du meist bei den schon etwas moderneren Systemen.

    Wir hatten damals an der Hochschule noch bis 87/88 nur AUI, AUI Hubs und Thickwire. Dann ging das allerdings recht schnell mit Thinwire und den Multikarten. Ein Grund auch, warum ich soviele BNC MAUs hier liegen habe, egal ob DEC, HP oder IBM.


    Gruss,

    Peter

  • Interessant ist das doch eigentlich nur für den Einsatz von Glasfaser oder TP, da die meisten Karten AUI und BNC onboard hatten.


    Das stimmt z.B. für einige frühe Workstation so nicht. Die haben dann nur den AUI Port und benötigen daher irgendwie eine derartige Lösung, zumindest, wenn man vorhat da Netzwerk anzuschließen - was aus Sicherheitsgründen meist eher fragwürdig ist (und Speed ist ja auch nicht "da", z.B. dieses Forum zwingt sowas jämmerlich in die Knie).

    Betrifft teils auch modernere Geräte, wie z.B. die HP 715 oder eben so Sachen wie DECstation 5000 und auch alte SUNs, etwa die 68000er und auch IPC, IPX und SS1, SS1+, SS2. Die ersten die dann ganz konsequent eingebaute RJ45 Buchsen haben sind m.E. die SUNs ab ca. SPARCstation 10, also erst ab "SPARC 4m", d.h. erst ab 1992. Wobei das dort vmtl. nicht so die Rolle spielte, weil die im Netz sowie mit diesen 4er Karten RJ45 per SBus als Server gehangen haben werden.

    Auch bei den Apple Rechnern gibt es die Buchse immer mal. Alles was Quadra heißt oder damit verwandt ist, Centris, hat sowas. Aber die wollten wahrscheinlich primär auch noch Leute abschrecken, immerhin gab es ja schließlich AppleTalk Seriell ... Interessanterweise hat der große IIfx sowas gar nicht und schon der IIer hätte es eigentlich haben können.


    Eigentlich ist das ja sogar eine ziemlich feine Sache. Und es paßt auch logisch, strukturell gut zu diesem Netzwerklayer-Modell, wenn man die eigentliche unterste Ebene dann selbst per Steckmodul festlegen kann !

    Nur der Formfaktor hat da wahrscheinlich verhindert, daß sich das durchsetzt. Wenn das nicht externe Aufsätze, sondern Einschübe, die bündig mit der Hinterseite der Maschine abschließen, gewesen wären, gäbe es das evtl. auch heute noch. Und wenn dann demnächst - also irgendwann, also in naher Zukunft, also ... - die Router direkt per Glasfaser angeschlossen werden, würde man einfach nur das RJ45 Netzmodul am PC gegen ein FC Modul wechseln.

  • Der Ausdruck MAU ist mir bisher nur im Token Ring Umfeld geläufig,

    Ja, z.b. die IBM 8228 wird als MAU (Multistation Access Unit) oder Ringleitungsverteiler bezeichet.

    Diese Module sind AUIs (Attachment Unit Inteface) und bilden die Verbindung zwichen der MAU (dem Verteiler) und der Netzwerkkarte (MAC)


    Und ja: i.d.R. sind MAUs strohdoof (OSI Layer 1).. die IBM 8228 hat noch nichtmal nen Stromanschluss

  • Der Ausdruck MAU ist mir bisher nur im Token Ring Umfeld geläufig,

    ...

    Diese Module sind AUIs (Attachment Unit Inteface) und bilden die Verbindung zwichen der MAU (dem Verteiler) und der Netzwerkkarte (MAC)

    ...

    Da muss ich vehement widersprechen! Die abgebildeten Module sind Media Attachment Units "MAU".


    Zwichen der Netzwerkkarte und einem MAU braucht es keine, wie du sie nennsts, AUIs.

    Entweder die Netzwerkkarte wird direkt über ein AUI-Kabel an einen Verteiler (Repeater) angeschlossen oder an ein MAU und von dort auf ein anderes Medium. Mir sind diese mehrfach AUI Port Repeater, häufig 8 AUI Ports, bisher selten untergekommen.


    Bitte nicht die Abkürzung MAU für Media Attachment Unit auf Multistation Access Unit applizieren.


    Gruss,

    Peter

  • Ich meinte meine Aussage auf dieses Thema bezogen. Ich lege mich doch nicht mit IBM an!

  • Ein bisschen Historie,

    zuerst gab es kein Thin Ethernet. Das Netzwerk Kabel war ein sogenanntes Yellow Cable (Weil es gelb war. Banal aber wahr). Dies war ein Koaxialkabel (RG-8) und war mit ca. 10mm Durchmesser nicht besondere flexibel. Daher war direkter Anschluss von Geräten so nicht vorgesehen.


    Zitat

    Die haben dann nur den AUI Port und benötigen daher irgendwie eine derartige Lösung, zumindest, wenn man vorhat da Netzwerk anzuschließen - was aus Sicherheitsgründen meist eher fragwürdig ist (und Speed ist ja auch nicht "da", z.B. dieses Forum zwingt sowas jämmerlich in die Knie).

    Die im zuerst gezeigten Transceiver sind daher nicht irgendeine Lösung für den AUI Port. Es war einfach Standard und übliche Technik.


    Meist wurde das Kabel an der Wand nahe der Decke verlegt. Das Kabel hatte in regelmäßigen Abständen rote Ringe. Über diese wurde dann die Vampirkralle gesteckt. Die krallte sich mit spitzen Zacken durch die Isolierung des Kabel in dessen Abschirmung. Die Vampirkralle hatte in der Mitte ein Loch. Hier wurde mit einem Spezialbohrer das Kabel angebohrt. Der Bohrer hatte einen Anschlag, so das das Loch bis (und nicht durch) den Mitteleiter ging. Hier wurde eine spezielle Schraube eingeschraubt, die den Kontakt zum Mittelleiter herstellte. Dann kam die MAU (Media Attachment Unit) drauf. Diese stellte ein AUI Anschluss (15 polig SUB-D) zur Verfügung.


    Mit dem AUI-Kabel (ich glaube es durfte 15m lang sein) wurde dann das Endgerät angeschlossen. Es war also früher normal, das die Technik zum Verbinden an das Medium (MAU) von der Netzwerkkarte getrennt war.

    Als dann Thin Ethernet Verbreitung fand, benötigte man natürlich eine MAU für Thin-Ethernet und noch später für andere Technologien. Diese Geräte (eigentlich auch eine MAU) wurden dann (möglicherweise wegen der einfachen/kompakten Bauweise) meist als Media Transceiver verkauft. Da das AUI interface einen medium unabhängigen Anschluss zur Verfügung stellte, war es noch lange Zeit als universeller Anschluss (z.B. bei SPSen) seht verbreitet.


    Aus meiner Erinnerung wurde die Multi Station Access Units zuerst als MAU verkauft und dann erst später in MSAU umgetauft.


    Soweit die Erinnerung von jemandem, der noch selbst yellow cable verlegt und angebohrt hat.

    Gruß,

    Dietmar

    IMSAI 8080, MFA, Formula-1, BCS-Converter, KOOP 85.1, MAI Basic Four (Terminal), ZETA V2

    Einmal editiert, zuletzt von kleindi ()

  • Ein bisschen Historie,

    zuerst gab es kein Thin Ethernet. Das Netzwerk Kabel war ein sogenanntes Yellow Cable (Weil es gelb war. Banal aber war). Dies war ein Koaxialkabel (RG-8) und war mit ca. 10mm Durchmesser nicht besondere flexibel. Daher war direkter Anschluss von Geräten so nicht vorgesehen.

    Das passt in die Sprücheecke.

    Zuerst gab es TwistedPair aber das wusste keiner ;)


    YellowCable = Thickwire (nur der Vollständigkeit halber und als Bezug zum Eingangsthema)


    "I'm heavy on wire"

    Peter

  • Soweit die Erinnerung von jemandem, der noch selbst yellow cable verlegt und angebohrt hat.


    Kannst Du noch sagen wann das ungefähr war...?

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  • Das sagt mir nix. Ich war auch nur als Dienstleister da. Wozu da was genutzt wurde, blieb mir verborgen. Wir habe nur das Netz erweitert.

    Danke. Hätte ja sein können, das man sich kennt. Ich habe dort von Sommer 91 an für einige Jahre gearbeitet und da auch mit Thickwire und LWL mit passiven Sternkoppler. Anfang 96 hat dann TP Einzug gehalten, zumindest an einigen Lehrstühlen.

  • Sweet Memories ... das gelbe ThickWire Backbone mit Transceivern haben wir ca. 1986 an der Uni Stuttgart für unsere SUN 4/260 und Sun 3/60 Workstations verlegt. Ich habe damals so manches Loch für die Vampirklemme gebohrt... Auf der Sun 4/260 habe ich auch noch das Original X-Windows kompiliert - dauerte ca. 2 Stunden. Standard bei Sun war damals noch SunView.

    Ansonsten waren damals bei uns noch lange Terminals mit RS232C der Standard. Diese wurden mit Modems (einzelne Gandalf Modems und später ein zentraler Terminal-Multiplexer) an die Großrechner angeschlossen.

    Weil richtige Terminals teuer waren, hatten wir damals ca 30 Atari 1040 bis Mega ST mit Modemprogramm im Einsatz - die erforderten aber einen extra Löt-Hiwi, der ständig Geräte reparieren musste - der Atari war für 24-Stunden-Betrieb eher nicht gemacht, aber dennoch sehr beliebt, auch für Textverarbeitung.


    T'schuldigung für's abschweifen.

  • Ich habe hier neben dem SPARCstation 2 System noch einen Standard-PC in dem eine (Racal) InterLan NL-6510 werkelt. Ich hatte mich zunächst gefreut eine Netzwerkkarte voller AT-Baulänge mit Thickwire und RJ-45 gefunden zu haben, in der Hoffnung Ethernet über ein Standard TP-Kabel nutzen zu können. Das Kabel ging auch dran, es zuckte aber nix.


    Die NL-6510 besitzt neben den AUI-Anschluß für 802.3 Thickwire Ethernet auch einen RJ45-Anschluß, nur ist der eben nicht für TP-basiertes Ethernet, sondern StarLAN (Sterntopologie) ausgelegt aus dem 1BASE5, später 10BASE-T hervorgingen (IEEE 802.3e), zu diesen aber nicht kompatibel ist. Nach Durchsicht des Handbuches ... und dann war doch wieder ein Tranceiver dran. :fp:


    Das Umschalten zwischen Thickwire Ethernet (AUI-Port) und StarLAN erfolgt über eine Steckerleiste, links, oberhalb des Synoptics IC.