Was passiert mit der Sammlung wenn der Supergau eintritt ?

  • Hallo Zusammen !


    Was passiert mit der Sammlung wenn der Supergau eintritt und der Sammler verstirbt ? Die Angehörigen (Frau ) steht alleine da ! Wäre es nicht schön wenn der Verein da Hilfe leisten könnte ? Wenn ein jüngeres Mitglied sich zur Hilfe bereit erklären würde um Ansprechpartner für die Angehörigen zu sein. Ich fände es toll wenn meine Frau eine Tel.Nr zur Hilfe hätte und nich alleine dastehen müsste,

    Was haltet Ihr von der Idee ?

  • Also ich denke meine Frau würde sich in diesem Fall an den Verein wenden, also wahrscheinlich an Mitglieder, die sie auch kennt.

    Meine Frau weiß ja, daß ich oft genug vor dieser komischen gelbweissen Internetseite sitze und rumtippe :-)


    Glaubt ihr das reicht nicht, wenn der Partner weiß, daß ihr in einem Verein seid?


    Selbst wenn der Partner keinen von uns persönlich kennt, über die Homepage sind ja einige Mitglieder per Mail und Fax zu erreichen.

  • Hallo zusammen,

    es ist eine sehr berechtigte Fragestellung. Meine Frau (inkl. Kinder) würden keine Ansprechpartner im Forum kennen ... und würden den "Wert" der Sammlung nicht einschätzen können, ebay ist ihr relativ fremd, die Kinder weit weg.

    Also hier würde wohl alles auf den Wertstoffhof/Container wandern. :fp:

    Tja ich wäre an einer Diskussion interessiert ... wie auch immer die ausgehen wird ;)

    Mit freundlichen Grüßen

    Matthias

    Mein Schwerpunkt sind Taschenrechner und Pockets. Aktuell suche ich zB. nach: Privileg PR55NC, Commodore N-60, NSC 4640, Casio pro fx-1, HP-10C, HP-16C, HP-71, HP-75 :fp:... gern im Tausch gegen "Kollegen" oder andere Oldies (Heimcomputer, Laptops, ...)

  • Also ich habe bereits vor einiger Zeit verfügt, dass alle Computer- und Retrosachen einem bestimmten Vereinsmitglied übergeben werden. Dieses Vereinsmitglied darf davon behalten, was es möchte und der Rest soll dann dem Verein gespendet werden. Meine Erben haben sich gewünscht, dass sie die ganzen Sachen auf keinen Fall, weder einzeln noch komplett, bei eBay verkaufen müssen, sondern einfach alles an eine Person übergeben können, die sich dann darum kümmert, dass die Sachen in gute Hände kommen.

    Sammle Computer und Taschenrechner bis ca. 1990, CPUs, Speicher, Speichermedien aller Art und suche u. a. MiniSD- und eMMC-Karten, Bänder (1/2"/AIT/DLT/LTO/Mammoth/Travan/VXA), Medien (2" LT-1, 3,5" ED, Apple Twiggy-Disk 5,25", Bernoulli Box II, Floptical, HiFD, Jaz, Quest, SQ100-400), einen Epson FX-80 und einen NEC MultiSync, Eizo o. ä. (EGA&VGA). Hier gibt es ein paar Bilder meiner Sammlung.

  • Ich sehe das so ähnlich wie Toshi. An meinem Rechner sind die Zugangsdaten gespeichert und die Seite als Bookmark abgelegt, also kann sich Frau oder Kinder an das Forum wenden - wenn das dann im falschen Bereich landet wird wohl kein Mod etwas sagen, höchstens verschieben und darauf hin weisen.

    Was mit den Sachen passiert, die keiner will bzw. keinen Platz hat (IBM System/3 z. Bsp.) ist eine ganz andere Frage...


    Gruß, Jochen

  • Hallo,


    vor zwei Jahren habe ich die Aufgabe bekommen, die Uhrensammlung eines verstorbenen entfernteren Verwandten zu veräußern. Es waren an die 150 Uhren. Keiner von uns hatte davon eine Ahnung und einiges davon wurde in dem Zustand aufbewahrt, wie so mancher von uns bekannt vorkommt (Kisten mit allem möglichen Durcheinander). Die Frau von ihm, mittlerweile halb dement, wusste nur, dass da etliche Tausender versenkt wurden und wohl einige Schätze darunter sein sollten. Er war auch Mitglied in irgendeinem Verein / Club.


    Das Ergebnis war, dass wir ein paar Uhren untereinander aufgeteilt haben und zwar rein nach optischen Gesichtspunkten (die gefällt mir, also nehme ich, die passt zur Einrichtung im Schlafzimmer, dann auch). Wir haben versucht, Teil der Uhren via eBay zu verkaufen und es wurde zum Desaster. Wir haben einfach jede Uhr fotografiert und eingestellt mit Kommentaren wie "sieht gut aus und funktioniert" nur um nachher Rechtsanwaltsdrohung zu bekommen, weil wohl irgendwelche super-wichtigen Scheibchen irgendwo im Mechanismus nicht mehr orginal waren bzw die Uhr zwar tickte, aber nicht mehr minutengenau ging, was wir gar nicht für so arg wichtig gehalten haben. Den gewaltigen Aufwand mit Fotografieren, Beschreiben, sorgfältiger Verpackung, Anstehen bei der Post in der Schlange etc. nicht zu vergessen.


    Dann haben wir uns an den Verein gewandt, wo er Mitglied war. Ergebnis war, dass nach Wochen sehr mühsamen Kontaktes zwei Herren vorbei kamen, sich jeder ein paar vermutliche Perlen auspicken wollten (natürlich umsonst, der Verwandte hätte es ihnen versprochen) und uns mit dem unverkäuflichen Rest lassen wollten. Die ziemlich hochnässige Art der beiden Herren über die einfachen Menschen wie wir, die nichts von den Weihen der hohen Uhrenkunst wissen, war so nervig, dass sie am Ende nichts bekommen haben.


    Nach einigen Wochen haben wir genervt einen südländisch-östlichen Mitbürger vom Entrümpelungladen geholt und alles für einen Appel und Ei nehmen lassen. Dafür mussten wir nichts für die Entrümpelung des Hauses bezahlen.


    Das ganze Theater hat mehrere Monate gedauert, etliche Fahrten einfache Strecke 95 km gefordert, riesigen Zeitaufwand gemacht und am Ende nichts gebracht. Nie wieder!


    Mein Fazit ist: niemand außer dem Sammler selbst hat eine Ahnung, was sich in den Sammlungen befindet und kann damit was anfängen. Will heissen, entweder gehen alle meine gesammelten Geräte geschenkt an jemanden anderen oder landen beim irgendeinen Entrümpler. Traurig, aber so wird es wohl sein. Zum Glück habe ich mittlerweile meine einst richtig große Sammlung so stark reduziert, dass die Menge sehr überschaubar geworden ist. Meine Frau hat eine Liste mit den Namen von ein paar Leuten, denen ich die Sammlung ggf. überlassen würde. Im Falle eines Falles wird sie sie anrufen und bitten, die Teile mitzunehmen, die sie wollen und den Kindern ein paar Münzen in ihr Sparschwein zu werfen. Für den Rest wird sie einfach einen lokalen Entrümpler holen und die Sachen landen dann vermutlich auf einem Flohmarkt oder Bucht.


    Gruß


    Daniel

    Byte In Space


    Suche: iMacs G3, Sharp, Timex, Elwro 800, Unipolbrit, Meritum, Tatung, Oric, Sun

    Im Betrieb: C64 Brotkasten, Schneider PC 1512, Apple iMac G3 Tangerine

    Reinigung/Reparatur: Atari 800 XL


  • Ich finde die Frage sehr berechtigt, weil ich Single bin. Möglich Erben betrachten manche mühsam zusammengetrage Sammlung als Edelschrott und versenken sie im Müll. Unabhängig vom möglichen Wert gehen da womöglich kostbare Hardware, Software und Infos für immer verloren. Der Verein, da nicht erbbereichtigt, kann da kaum helfen. Mein Appel wäre da eher an die Sammler: Verfügt das die Geräte an ein Museum oder einen befreundeten Sammler gehen.


    Gruß

    Udo

  • Berechtigte Fragestellung und nicht außer Acht zu lassen. Letztlich sterben wir alle "nackig". Dem entsprechend sollte sich ein jeder Gedanken machen was mit seinen "Schätzen" nach seinem Ableben passieren soll.


    Ich würde erstmal alles katalogisieren/einsortieren/digitalisieren. Eine Lebensaufgabe, wenn man so will.

    Digitale Inhalte werde ich sofern möglich allen zur Verfügung stellen oder als digitale Sammlung/Collection, bspw archive.org, spenden (bin dran). - Die harte Ware (HW+Medien+Literatur) dann verteilen, bspw. über Testamentsfestschreibung, an renomierte Computer-Museen, ggf auch Vereine mit einem Ziel zum Erhalt. Aber Vereine gibt es viele und selten überdauert der Großteil mehr als eine Interessengeneration je Familie. Schaut euch in euren, eigenen Reihen mal um!


    Nichts ist unendlich so sieh' das doch ein... :tüdeldü:

  • Meine Mutter hat letztens ein notarielles Testament gemacht.

    Ganz unabhängig von alten Rechnern. :-)


    Sowas kann jeder machen, auch ohne Notar.

    Eine (handschriftliche) Liste der Computer / Teile und wer es bekommen soll, reicht doch.

    Und ich behaupte, jeder Angehörige ist froh, wenn er/sie eine solche Verfügung findet/kennt und weiss an wen er sich wenden kann.


    Daraus folgt, für sowas braucht es keinen Verein oder sonstwas.

    Jeder muss sich frühzeitig Gedanken über seine Hinterlassenschaften machen.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • 2009 verstarb mein Mann Compirudi.

    Er war sehr bekannt in diesem Verein, und der Verein selbst war noch sehr klein. Ich hatte das Glück, dass sich Vereinsmitglieder um seine Sammlung gekümmert haben. Sie haben die ganze Wohnung von den 8bits befreit. Haben alles sehr weit zur nächsten CC gefahren und die Sammlung versteigert. Den Erlös habe ich bekommen. Ich bin heute noch den Vereinsmitgliedern die mir damals geholfen haben sehr dankbar.

    Dabei ging es mir gar nicht um das Geld. Mir war es einfach wichtig dass die Sachen nicht beim Verwerter landen. Außerdem hat es mich gefreud dass die Stücke an Menschen ging die Rudi sehr mochte. Da er auf seinen Tod vorbereitet war, hatte er mir auch ein paar Anweisungen gegeben, wer ein besonderes Stück von von seiner Sammlung erhalten soll.

    Heute bin ich wieder mit einem Nerd verbandelt. Wenn ihm etwas zustoßen würde. Wäre es für mich natürlich eine große Hilfe wenn sich jemand um seine Sammlung kümmert. Ansonsten ging das ganze Zeug zum Verwerter. Ich denke ein Sammler wird immer mehr Geld in seinem Hobby versenken, als seine Erben dafür bekommen. Die alten Computer sind ja keine Wertanlage, sondern Hobby.

  • Ich finde es sehr interessant, zu sehen, welchen "Wert" und "Wichtgkeit" hier so mancher seiner Sammlung zuschreibt und gar von Museen spricht....


    De facto ist es aber nichts anderes als ein Haufen alter Elektronik, die in Massen produziert wurde. Sobald in 10, 20 Jahren der große Teil von den Menschen ausgestorben ist, die damit aufgewachsen sind, wird sich kaum einer dafür noch interessieren. So, wie es heutzutage kaum einer mehr für Dekoteller, Bundbriefmarken oder Zinnsoldaten interessiert. Ein Museum? Wenn, dann setzen sie ein, zwei geschichtlich wichtige Geräte in ihre Ausstellung und der ganze Rest wird gleich abgelehnt mangels Platz und Relevanz. Zu den Höhepunkten meiner Sammlung hatte ich gut 80 Commodore C64. Welche Museen sollen das alles aufnehmen? Was soll daran wertvoll sein? Die Museen lachen einen aus, wenn man damit zu den kommt.


    In den letzten zwei, drei Jahren habe ich den großen Teil meiner Sammlung verkauft. Einige von Euch werden sie kennen: ein großer Raum im Keller, wo alleine mit Rechnern 16 Schwerlastregale voll waren. Mittlerweile ist nur noch der Inhalt von zwei übrig, der auf dem (ungedämmten und staubigen) Dachboden liegt und je nach Interesse mal aufgebaut wird, mal wieder in Kisten landet. Der Verkauf war eine füchterliche und zeitraubende Plackerei und eine absolut kalte Dusche für mich und den "Wert meiner Sammlung": Teilweise habe ich die Teile für den Bruchteil des "Wertes" abgegeben, nur um sie endlich weg zu haben. Meine fünf CBM PET plus Diskettenlaufwerke und Software sind gerade mal für 200 EUR zusammen an jemanden weggegangen, der sie abgeholt hatte. Alleine mit dem Verpacken und Suche nach passender Kartons zum Versand wäre ich sonst Monate beschäftigt, von der Schlepperei der tonnenschweren Geräte abgesehen. Zeitweise war die Garage unbenutzbar wegen der vielen leeren Kartons, die dann gelagert haben. Am Ende habe ich grob überschlagen die Hälfte dessen bekommen, was ich mal reingesteckt hatte in den Kauf.


    Beim Verkauf habe ich auch festgestellt, dass es immer wieder dieselben Namen waren, die geboten haben. Gut die Hälfte meiner Sachen ist am Ende an vielleicht fünf Sammler gegangen. Werden sie irgendwann keinen Platz haben oder selber versterben, werden die Preise zu fallen beginnen. Und damit auch der "Wert"


    Ich bin gerade in einem Projekt bei einer großen deutschen Bank drin, wo wir eine Cloudinfrastruktur bauen. Es sind insgesamt 16 Leute. Alles jetzt keine Teenies. Trotzdem konnte nur einer mit dem Namen Commodore was anfangen, und der steht kurz vor Rente und überlegt gerade, wo er sein Alter verbringt, in Portugal oder auf Malediven. Der Rest konnte weder mit dem Namen Commodore noch Sinclair etwas anfangen. Auf meine Erzählung hin, wie toll es ist, schön im Assembler auf dem Prozessor zu programmieren, folgt noch als eine mildere Antwort "Puh, bin ich froh, dass es Python und Kubernetes gibt und ich mich mit dem Mist nicht beschäftigen muss". Bereits die jetzigen 30-jährigen können also mit dem alten Elektroschrott nichts mehr anfangen und haben, bis auf äußerst wenige Ausnahmen, keinerlei Interesse dafür. Wo sollen da noch die nächsten Sammler, die den "Wert" der Sammlung hoch halten, dann noch kommen?


    In zehn, zwanzig Jahren sind die klassischen Computer da, wo die Briefmarkensammler heute stehen: alte, aussterbende Generation, so gut wie gar kei Nachwuchs mehr und ein gewaltiger Preisverfall sowie ganze Sammlungen, die auf dem Müll landen. Da wird nicht mehr heißen: "Museum oder kündige Sammler" sondern "Wertstoffhoff"


    Daher: bis dato genieße ich meine Rechner. Und was danach passiert, nun, dann wird eben sich ein Entrümpler freuen. und meine Frau sowie Kinder auch, weil sie sich nicht mit dem Haufen alten Elektroschrott plagen müssen.


    Gruß


    Daniel

    Byte In Space


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    Edited 2 times, last by DigitalMachine ().

  • Wir hatten vor ein paar Jahren den Fall in der PS/2 newsgroup, das sich die Witwe eines langjährigen Mitgliedes dort gemeldet hat um die Sammlung loszuwerden.

    Ihr konnte dann trotz der internationalen Community von Mitgliedern der newsgroup geholfen werden die Sammlung aufzulösen.


    Für mich ist das einer, wenn nicht der wichtigste Grund eine gescheite Aufstellung der Geräte zu machen.

    Außenstehenden ist nicht ersichtlich, was ein gesuchtes Sammlerstück und was nur ein alter Computer ist.

    Farbige Klebepunkte ala Ampel wären da auch ein Anfang:

    rot: seltenes Sammlerstück, gehört in kundige, gute Hände

    gelb: Sammelwürdig, kann auch auf übers online Auktionshaus abgegeben werden

    grün: 08/15, kann als Konvolut abgegeben werden, oder notfalls auch zum Wertstoffhof


    Eine Liste von Ansprechpartnern, evtl. für diverse Geräteklassen (Heimcomputer, Workstations, Server, PCs, Teile) die im besten Falle schon vorgewarnt sind hilft bei der Nachlassverwaltung sicher ungemein.

    Und wenn man nur die entsprechenden Foren mit Zugangsdaten auflistet ist das sicher schon eine große Hilfe.


    Die Angehörigen haben nach dem Tod in den meisten Fällen ohnehin erst einmal andere Prioritäten.

    Nach 4 Jahren sitze ich hier immer noch auf einem Teil des Nachlasses meiner Lebensgefährtin.

    Die hat zum Glück nichts gesammelt, aber mit esotherischer Literatur kann ich nun mal so gar nichts anfangen.

  • Ich finde die Frage sehr berechtigt, weil ich Single bin. Möglich Erben betrachten manche mühsam zusammengetrage Sammlung als Edelschrott und versenken sie im Müll.

    Ich bin in der selben Situation. Bei meiner Mutter im Haus hab ich noch zwei Rechner stehen und bei jedem

    Besuch nervt sie mich mit der Frage warum ich den "alten Scheiss" aufbewahre und ob sie den nicht wegwerfen kann.

    Platz ist dort mehr als genug und die Rechner sind glücklicherweise zu schwer für sie zum wegschleppen (sonst wären sie schon weg).

    Mein Bruder mit Familie interessieren sich ebenfalls nicht die Bohne dafür, insofern droht auch von der Seite der Wertstoffhof :-(

    Nachdem wir nun, dank Corona, alle viel Zeit zum Nachdenken hatten bin ich zum Entschlüss gekommen das

    ich die meisten Geräte wohl in den kommenden Monaten weggeben werde.


    Falls jemand richtig seltene Stücke hat wie Prototypen oder ganz alte Maschinen wie eine IBM /3 oder sowas

    bietet sich noch die Möglichkeit an, die Versteigerung einem Auktionshaus zu überlassen, z.B. Auction Team Breker in Köln.

  • Meine Frau macht viel mit Kinderklamotten usw. bei Ebay, bzw. EKA. Die kann also mit den Seiten umgehen und falls ich mal weg bin, soll sie halt die Spiele, die ich hauptsächlich sammle, immer ab 1€ bei Ebay reinstellen - oder von mir aus ab 10€. Nimmt es keiner, kann es in die Tonne.

    Bei Computern ist es eine andere Sache, viele Geräte werden getrennt von Peripherie aufbewahrt, da wird es natürlich schwerer, ordentliche Pakete zu schnüren. Die Story mit den Uhren von DigitalMachine macht auch nachdenklich. Allerdings sind Uhren keine Computer, viele von meinen Sachen kann man nach kurzer Internetrecherche taxieren. Exoten, wie einige Leute sie hier besitzen, habe ich gar nicht.


    Letztendlich ist es mir aber fast egal, bin ja dann nicht mehr da.

  • Wegen eines Umzugs musste ich meine einst beruflich genutzten und später als "Sammlung" behaltenen Rechner weggeben. Kontakte zu anderen "Sammlern" hatte ich damals nicht, also versuchte ich, die Geräte über ebay vor der Verschrottung zu bewahren. Es wurden ein paar Bilder geschossen und etwas Text verfasst, in der Hoffnung wenigstens 200 Euro zu erlösen. Immerhin befanden sich zwei funktionierende HP-Workstations darunter. Resonanz: Null. Nach Ende der Auktionen kam dann ein Preisvorschlag, der nicht einmal den Verpackungsaufwand gedeckt hätte. --> Wertstoffhof

    Seither habe ich nur Taschenrechner "gesammelt", in bescheidenem Rahmen. Trotzdem ist auch da viel Belangloses zusammengekommen, so daß nach und nach die Kriterien verschärft wurden: nur Programmierbare, dann nur noch RPN etc. Derzeit denke ich an eine feste Obergrenze von einem Dutzend Geräten, doch die Auswahl fällt nicht leicht. Im Todesfall würde ein so kleines Sammelsurium die Angehörigen nicht belasten. Hier ein HP-41 als Souvenir, dort ein TI-65 für die Tonne. Bis es so weit ist, habe ich meinen Spaß an den Sachen. :)

  • Die menschen regeln alles.


    Aber einige „vergessen“ ihr ablenben zu regeln.


    Nun ich habe das geregelt.


    Ich habe mit gleichgesinnten sammlern geredet. All diese sehr geschätzten menschen wissen voneinender und von meinem ääh anliegen. Zusammen mit meiner frau, die natürlich auch darüber bescheid weis, wird dann die sammlung aufgelöst.


    Und wenn nicht . . . ich werde es eh nicht mehr mitbekommen. :rolleyes:

  • Hey Leute, noch lebt ihr alle und seid hoffentlich noch lange putzmunter!

    Ich habe meine Sammlungen, egal, ob Oldtimer in der Scheune oder Computer, explizit für die Nachwelt dokumentiert und vor allem aber auch die (notwendige!) Peripherie beschrieben - damit es möglichst alles beisammen bleibt. Dies auch zu wichtigen Daten, Literatur und Sonstigem zu dem jeweiligen Objekt.

    IHR seid in der Lage, den Wert grob zu ermitteln und ebenfalls - als Richtschnur - den Hinterbliebenen zu übergeben. So jedenfalls bleibt die Sammlung hoffentlich "unfagmentiert" und geht vollständig in neue Hände.

  • Auch wenn ich (hoffentlich) noch weit von einem Alter entfernt bin in dem ich mir Gedanken darüber machen müsste, was mit meiner Sammlung passiert, habe ich dennoch schon das ein oder andere Mal daran gedacht. Zumal erst vor kurzem ein Klassenkamerad in einem Autounfall umkam.

    Am liebsten wäre mir natürlich auch wenn alles was man bisher gesammelt hat erhalten bleibt, vor allem besonders seltene Geräte. Unter anderem deshalb (aber natürlich auch vorwiegend damit sich andere daran erfreuen können) habe ich auch schon bei ein/zwei Geräten damit begonnen, diese auf meiner Webseite zu Dokumentieren. Am Anfang hatte ich noch sehr viel Motivation dazu, aber ich kann verstehen warum viele das als "lästige Arbeit" betiteln, ich denke mir auch oft, ich würde jetzt lieber etwas anderes tun. Auch habe ich schon eine schöne Menge an Bauteilen/Chips angehäuft, einige davon sind auch schon weit über 40 Jahre alt und werden wohl immer rarer. Selbst wenn man Bauteile/Chips nicht wirklich als etwas erhaltenswertes ansieht, finde ich man sollte sie dennoch nicht vernachlässigen.

    Mein Vater hat das Glück, dass ich in einem sehr ähnlichen Bereich tätig bin, deshalb kann er mir wohl "dankbar sein"(Das klingt jetzt etwas böse, ich finde aber gerade kein passenderes Wort) wenn ich weiß was seine Geräte/Bauteile wert sind und sich hoffentlich darauf verlassen kann, dass ich damit gut umgehe. Aber ich muss zugeben, ich wäre mir auch sehr unsicher was meine Sammlung angeht, wenn meine zukünnftigen Kinder oder Enkel sich nicht dafür interessieren.

    Bereits die jetzigen 30-jährigen können also mit dem alten Elektroschrott nichts mehr anfangen und haben, bis auf äußerst wenige Ausnahmen, keinerlei Interesse dafür. Wo sollen da noch die nächsten Sammler, die den "Wert" der Sammlung hoch halten, dann noch kommen?

    Ich stimme dir zu, es gibt wohl wenige junge Sammler die sich für so etwas interessieren. An meiner Schule (oder zumindest in den Jahrgängen/Jahrgang unter/über mir) kenne ich auch keine Person die sich für soetwas interessiert. Oder etwas in Richtung Elektronik. Oder allgemein etwas Technisches. Viele haben meist so "banale" Hobbys (auch wieder ein blöder Ausdruck - sein eigenes Hobby ist natürlich immer interessant) wie zum Beispiel Zocken, Reiten, Sport treiben, sich Videos/Serien/Filme anschauen und so weiter. Natürlich kann ich das nur so gut beurteilen wie das Umfeld in dem ich mich bewege, und das ist nicht sonderlich groß, also kein Gewähr. Und sowieso macht man mit dem Thema wie blöd die Jugend heute ist die Büche der Pandora auf...

    Auf der anderen Seite muss ich auber auch sagen, ich kenne doch relativ viele Personen über "Discord"(So ähnlich wie Whatsapp, bloß dass man dort "Servern" beitreten kann, so ähnlich wie Foren bloß eher als Instant-Messenger). So weit ich weiß gibt es aber fast nur Englischsprachige Server, so dass gerade mal geschätzte 10 Leute zusammenkommen die Deutschsprachig sind, der Rest lebt meist in Amerika.

    Ich denke das das Problem ist, dass selbst Foren für viele schon wieder zu "altmodisch" sind, und deshalb lieber etwas wie Discord verwenden. Zumindest in meinem Freundeskreis werden Foren etwa mit Morse-Code oder Telegrammen gleichgestellt und allgemein als sehr altmodisch angesehen(und es ist ja allgemeint bekannt: alt=schlecht&langweilig...). Ich persönlich muss aber sagen, dass mir Foren eher gefallen, da man dort längere Probleme oder Nachrichten schreiben kann, und diese nicht einfach ignoriert werden oder/und innerhalb einer Stunde schon wieder verschwinden. Im allgemeinen ist Discord eher für kurze Aufmerksamkeitsspannnen und weniger spezielle Themen und und definitiv nicht jedermanns Sache.


    Entschuldigt, dass ich etwas vom Thema abgeraten bin, aber ich fand es wäre nicht schlecht meine Gedanken zu teilen.

    MfG, Magnus

  • Ist doch OK - und hilfreich. Discord kannte ich nicht - Discordia schon eher ...


    Foren sind letztlich wirklich eine uralte Form - sie sind nämlich einfach eine Fortsetzung des UseNet und es gibt sie wohl auhc nur, weil die UseNet Betreiber und Nutzer mehrheitlich der Meinung waren, daß Textnachrichten völlig ausreichend sind. Und man ja Bilder auch in ASCII Code gestalten könne. Zumindest hat es dort keine echten Bestrebungen gegeben mal ein paar Medien anderer Art zu integrieren - und damit sind dann die Leute im größeren Stil einfach ins Web umgezogen. Und mit den Foren jetzt ist es halt ein bißchen ähnlich - die haben oft keine gute Einbindung für Handy's und können i.a. nicht gescheit mit Videodaten umgehen und selten mit massiv aktualisierten "Strömdaten". Es hat aber halt den Vorteil, daß man es nicht zeitaktuell konsumieren muß, weil es sonst schon lange vorbei ist. Und ich glaube diese Form von "old-school" hat schon auch was für sich.



    Zu der Jugendnummer - das haben schon die alten Griechen so erzählt und es ist damals schon genauso blöd und falsch gewesen wie heute.


    Genau es dem Problem heraus, was Du da beschreibst, haben die in UK "neulich" mal dieses RaspberryPi Projekt ins Leben gerufen. Langfristig fällt sowas nämlich einer "Industrienation" gewaltig auf die Füße, wenn sich die Leute nicht mehr für Wissen interessieren, zumal in so einem Bereich.



    Bei wirklich seltenen Sachen macht es wahrscheinlich Sinn einfach ein Klebchen mit einer halbwegs realistischen Preisschätzung anzubringen; das rettet dann manches, wenn auch nicht unbedingt aus einer altruistischen oder konservatorischen Motivation oder sowas heraus.

  • Meine Kristallkugel ist gerade in Reparatur, daher kann ich nur sagen, was der Plan ist, nicht was wirklich eintritt.


    Ich hab mich ja 'verkleinert' und hab die verbleibenden Rechner samt Zubehör beschriftet. Es gibt z. B. C64 Schubladen mit Zubehör, Disketten, Ersatzteile.

    Das gleiche für C128, Amiga, Atari, CPC.


    Mein Sohn wird, nach eigener Aussage, aller Wahrscheinlichkeit nach EIN Computersystem behalten.

    Der Rest kommt weg. Wahrscheinlich in die Tonne.

    Warum auch nicht? Ich bin dann weg, mich juckt es dann nicht mehr. Und

    auf Wikipedia werden mehr sinnlose Details darüber zu finden sein, als ein uninteressierter Jugendlicher jemals brauchen wird.

    Ich bedauere jeden, der diese unglaublich aufregende Zeit nicht erlebt hat. Aber er wird genau aus diesem Grund keinen Bezug zu eben dieser Geschichte haben.

    Also? Was solls.


    Stefan

  • Ich bedauere jeden, der diese unglaublich aufregende Zeit nicht erlebt hat. Aber er wird genau aus diesem Grund keinen Bezug zu eben dieser Geschichte haben.

    Das ist sehr schön zusammengefasst. Dabei könnte man es fast belassen.


    Meine Tochter weiß durch mich eine ganze Menge über Retrotechnik. Aber jedes Gespräch, in dem es über die Zeit vor dem WWW geht, führt bei ihr nur zu Schulterzucken. Kennt sie nicht, juckt sie nicht. Und dann fällt mir wieder ein, wie ich reagiert habe auf die Versuche meiner Eltern, mir was zu erzählen darüber, dass nicht jeder immer ein Telefon hatte. Oder über die Genialität von irgendwelchen Schwarzweißfilmen: Mit Schulterzucken.


    Von daher: Klar. Für unsere Generation sind die alten Kisten Magie in Blech und Plastik. Für die nächste sind sie Sperrmüll. Meine Tochter weiß, dass auf so einem Ding wie dem NeXT Cube da im Regal das WWW erfunden wurde. Schulterzucken.

  • Alleine schon an den vielen sehr lesenswerten, emotionalen und informativen Beiträgen hier kann man erkennen, dass das eine sehr sinnvolle und wichtige Frage ist. Danke dafür!


    Ich habe über dieses Thema auch schon intensiv nachgedacht. Den Schlüssel zur Lösung sehe ich aus naheliegenden und praktischen Gründen in meinen Kindern. Die sind aktuell noch zu jung, um definitive Tendenzen erkennen zu lassen. Aber entweder zumindest eines entwickelt ähnliche Interessen und ich kann etwas weitergeben. Oder aber ich muss mir eine andere Lösung überlegen. So oder so ist inzwischen eine gute Dokumentation wichtig und dass man sich beim Sammeln nicht verzettelt. Wo auch immer es geht versuche ich zu digitalisieren. "Physische" Dinge verursachen beim Erben einen viel größeren Leidensdruck als Daten. Daten sind natürlich dafür sehr schnell auf nimmerwiedersehen gelöscht. Hätte mir allerdings mein Opa oder Uropa einen Haufen Daten hinterlassen (egal zu welchen Themen) -- ich hätte die nie und nimmer gelöscht. Den nach Mottenkugeln riechenden Briefmarkenalben werden aber jedesmal kritische Blicke zugeworfen, wenn sie zum fünften Mal mit irgendwohin umziehen müssen. Da ist meine Hoffnung, dass zumindest Software, Scans, Fotos, Tabellen, etc. mit höherer Wahrscheinlichkeit innerhalb der Familie überleben werden.


    Was das Thema "die Jugend von heute" betrifft, da bin ich sehr vorsichtig. Ich lehne mich einmal etwas weit aus dem Fenster und behaupte, dass wir alle eine ganz spezielle, zeitlose Spezies sind. Ob jetzt aus prophetischer Weitsicht oder einfach nur, weil wir zur rechten Zeit die rechten Interessen hatten: Wir waren (und sind!) dabei, wie etwas entsteht und sich entwickelt, dessen Auswirkungen derart umwälzend sind, dass sie letztlich garnicht absehbar sind. Solche Leute wird es immer geben und sie werden wie damals und heute auch immer ein wenig "speziell" und sicher nicht die Mehrheit sein. Bestimmt hat es schon im alten Rom Nerds gegeben, die Rechenstäbe gesammelt und Fantasy-Literatur gelesen haben. Das ist finde ich eine sehr nette Vorstellung. :-)


    Auch auf die Gefahr hin, dass das despektierlich klingt: Womit wir uns beschäftigen sind keine Märklineisenbahnen, kein Hummelfiguren und keine Fußballclub-Devotionalien. Die Geburt der IT steht auf derselben Stufe wie die Erfindung des Buchdrucks. Ich stelle mir vor, dass es in hundert Jahren mindestens eine genauso große Faszination ausüben wird, sich vor eine graue Kiste zu hocken, den Einschaltknopf zu drücken, den Geräuschen zuzuhören und den Bildschirm zu beobachten. Schließlich kann auf einem Computer - egal wie alt er ist - mit entsprechender Dokumentation beliebige Software (der Zeit) laufengelassen werden. Und vor allem Spiele. Emulatoren werden die (dann evtl. größtenteils defekte) Hardware ergänzen können


    Das ist für mich schon etwas anderes als - sagen wir mal - eine alte Schreibmaschine. Die kann ich zwar auch fasziniert betrachten. Aber sie ist nie im Leben so flexibel und facettenreich wie ein Rechner. Und Rechner wird es ziemlich sicher (in welcher Form auch immer!) geben, so lange es die Menschheit gibt. Und man wird sie auf graue Kisten des vergangenen Jahrhunderts zurückverfolgen können. Das ist doch irgendwie ein cooler Gedanke.


    Dass ich (oder meine Erben) das investierte Geld nie wieder sehen werden, spielt für mich keine Rolle. Vielleicht landet vieles irgendwann im Müll. Aber Tatsache ist, dass man jetzt hier und heute für ein paar Euro Hardware "retten" kann, indem man auf Anzeigen a la "Alte Computerteile an Bastler. Nur noch bis Ende der Woche. Dann Tonne." antwortet. Wer will kann sich dann ein Bisschen wie Robin Hood fühlen oder Spaß damit haben oder einfach beides. ;-)

  • Zu der Jugendnummer - das haben schon die alten Griechen so erzählt und es ist damals schon genauso blöd und falsch gewesen wie heute.


    Genau es dem Problem heraus, was Du da beschreibst, haben die in UK "neulich" mal dieses RaspberryPi Projekt ins Leben gerufen. Langfristig fällt sowas nämlich einer "Industrienation" gewaltig auf die Füße, wenn sich die Leute nicht mehr für Wissen interessieren, zumal in so einem Bereich.

    Klar, man kann sich das schön reden. Irgendwie erinnern mich hier so manche Beträge an die Diskussionen der Briefmarkensammler vor einigen Jahren: Jugend wird immer nachkommen, denn es gibt ja Briefmarken und jede Nation, die was an sich hält, muss ihre Postgeschichte kennen. Dann schrieben die alten Herren große Zettel mit Wertangaben in Micheleuro und legten sie zu ihren Briefmarken, während sie den Erben ausrechneten, wie reich sie nun sind. Als dann in den letzten Jahren die Sammlungen aufgelöst werden, zogen die Erben lange Gesichter, wenn die Tausende Michel-Euro wertvolle Sammlung für einen Fuffi in der Bucht verkauft wird, falls sie überhaupt einen Käufer findet....


    Gerade Raspies sind hier ein völlig schlechtes Beispiel. Der überwiegende Anteil dieser Geräte wird im Umfeld betrieben, der mit Elektronik und Elektrotechnik überhaupt nichts zu tun hat. Eben WEIL man sie benutzen kann, ohne sich mit Elektronik zu beschäftigen. Ich hab hier einen CLuster aus 4 Raspies, wo K3S läuft, und einen zweiten, ebenfalls aus vier, wo Hadoop läuft. Alle werden via Ansible ausgerollt und haben ein Lötgerät noch nie gesehen. Gerade das ist der Grund für den Siegeszug des Raspies: man kann vieles ohne Lötgerät und Elektronikfachwissen machen und sie lassen sich wunderbar mit Python programmieren, einer Sprache, die jeder ernst zu nehmende Developer heute beherrscht. Retrocomputing ist da eine Rolle rückwärts, wie Steinzeit verglichen mit einem Düsenjet, übertrieben gesprochen.


    Ich bin jedenfalls froh, den riesigen Berg an am "alten Elektroschrott", der nur zum großen Teil vor sich hingegammelt hat, verkauft zu haben, als noch etwas Geld heraussprang. Der Rest ist überwiegend Alltagszeug, C64, A500. Von Exoten sind nur noch Osborne und Kaypro übrig, die ich auch wahrscheinlich verkaufen werde, wenn ich dazu Zeit finde.


    Klar, die heute jungen Leite sammeln auch, nur eben anders. Ich weiß, wieso ich meinen iPad 1 in OVP im Bestzustand im Regal halte. In paar Jahren wird das Ding einein gewissen Wert haben. Aber die Kurve der Retrocomputersammler wird sich immer mehr und mehr abflachen, je mehr von den Leuten, die damit aufgewachsen sind, aussterben.


    Wenn ich mal nicht mehr da bin, werden meine Erben die paar Freude rufen, die sich rauspicken können was sie wolen. Für mehr haben die eh kein Platz. Übrigens, die, welche jemanden anderen die ganze Sammlung versprochen haben, sollten mal prüfen, ob da wirklich genug Platz und Wille ist. Man verspricht gern den Kumpel, die ganze Sammlung anzunehmen. Wenn es dann aber zum Härtefall kommt, und man selbst keinen Platz hat oder die Ehefrau doch dagegen ist, sind die guten Absichten schnell weg und da heißt es plötzlich, geht doch nicht...


    Und der Rest? Da wird jemand der Erben ein Foto machen und als eine Wunderkiste in der Bucht einstellen, oder eben einfach einen Entsorger rufen.


    Vor einigen Jahren habe ich auf dem Flohmarkt mal eine Ladung "Sammler-Journale" aus den 70ern gekauft. Was die Leute so alles damals gesammelt haben, wofür sich heute kein Schwein mehr interessiert.... Da wurde mittlerweile auch so manches Lebenswerk auf den Müll geworfen. Ich habe da mittlerweile keine IIlussionen mehr. Ist mir auch egal. Solange es mir Spaß macht, genieße ich das Hobby. Und sorge dafür, dass mich nach meinem Ableben meine Familie nicht wegen einer ausufernden Sammlung verfluchen wird.

    Byte In Space


    Suche: iMacs G3, Sharp, Timex, Elwro 800, Unipolbrit, Meritum, Tatung, Oric, Sun

    Im Betrieb: C64 Brotkasten, Schneider PC 1512, Apple iMac G3 Tangerine

    Reinigung/Reparatur: Atari 800 XL


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  • Ich bedauere jeden, der diese unglaublich aufregende Zeit nicht erlebt hat. Aber er wird genau aus diesem Grund keinen Bezug zu eben dieser Geschichte haben.

    Die Kinder von jetzt leben in einer genauso aufregenden Zeit wie wir, sie ist aber anders, es gibt andere aufregende neue Dinge, die sich irgendwann für den einen oder anderen lohnen zu sammeln.

    Von daher: Klar. Für unsere Generation sind die alten Kisten Magie in Blech und Plastik. Für die nächste sind sie Sperrmüll.

    So geht es manchen von uns mit Modelleisenbahn oder Carrerabahn, andere sammeln das Zeugs wie verrückt und denken auch sie sind einzigartig.

    Was das Thema "die Jugend von heute" betrifft, da bin ich sehr vorsichtig. Ich lehne mich einmal etwas weit aus dem Fenster und behaupte, dass wir alle eine ganz spezielle, zeitlose Spezies sind.

    Die Aussage finde ich sehr überheblich.


    Ich bewundere z.B. diejenigen aus der Generation vor uns, die ganze Dampflokomotiven vor dem Hochofen bewahrt haben und in dieser regulativen heutigen Zeit es immer noch schaffen, damit über öffentliche Bahnstrecken zu fahren und die dazu notwendige Infrastruktir (Bahnbetriebswerk) rein aus Hobby aufrecht erhalten. Aus unserer Generation sind ja jetzt weniger Leute dort dabei, aber das ist eben ziemlich schwere körperliche Arbeit, wer tut sich das noch in der Freizeit an? Auch dazu muss man viel Enthusiasmus mitbringen.


    Auch das Sammeln von alten Fahrrädern oder Motorrädern ist toll.

    Ob jetzt aus prophetischer Weitsicht oder einfach nur, weil wir zur rechten Zeit die rechten Interessen hatten: Wir waren (und sind!) dabei, wie etwas entsteht und sich entwickelt, dessen Auswirkungen derart umwälzend sind, dass sie letztlich garnicht absehbar sind.

    Wir sind in der richtigen Zeit um diese Rechner erstmal zu erhalten. Stehen aber vor dem gleichen Problem wie Briefmarkensammler, Eisenbahnmuseen, usw. Dampflokomotiven waren für die Weiterentwicklung unserer Zivilsation sogar noch wichtiger. Ich wage zu behaupten, ohne die dadurch mögliche Industrialisierung gäbe es auch keine Computer so wie wir sie jetzt kennen.

    Womit wir uns beschäftigen sind keine Märklineisenbahnen

    Ein faszinierendes Hobby, wenn man mal reingefunden hat. Naja, nicht unbedingt mit Pickelgleisen, aber es gibt da auch schönere Gleissysteme ohne Loks mit Warzen für irgendwelche Getriebe die man nicht anders in dem ansonsten vorbildgetreuen Gehäuse untergebracht hat.

    Das ist für mich schon etwas anderes als - sagen wir mal - eine alte Schreibmaschine. Die kann ich zwar auch fasziniert betrachten

    Du hats keine Ahnung, wie faszinierend die Dinger sind. Auch die rein mechanischen Maschinen. Und auch dafür gibt es eine eingeschworene Sammlerszene, und deren WAF ist sogar höher als die eines PCs.


    Am Ende, wenn sich keiner mehr dafür interessiert, landet es im Schrott odermit ein bischen Glück in einem Museumsdepot.

  • Muss leider diejenigen zustimmen, die die "Endlichkeit" dieses Hobbies erwähnen. Daher würde ich auch raten, sich letztendlich auf eine kleine Menge zu konzentrieren (damit man weiterhin seinen Spass haben kann), aber keine großen Lager zu bilden.

    "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen." (Igor Strawinsky)


    ... und schaut auch mal bei meinem Blog vorbei ...

  • Die Kinder von jetzt leben in einer genauso aufregenden Zeit wie wir, sie ist aber anders, es gibt andere aufregende neue Dinge, die sich irgendwann für den einen oder anderen lohnen zu sammeln.

    Nun, es gibt ein ziemlich schlechtes Bildungssystem, Krankenkassen die nur noch die Grundversorgung übernehmen, neue, hochansteckende Viren, die sich auch ohne Poppen übertragen, Streamingdienste mit endlosen Serien, China beim Versuch George Orwell zu toppen, einen grenzdebilen Irren im Norden Amerikas und den anderen gierigen Irren der den Regenwald fällt... Ohne Zweifel! Eine Aufregende Zeit!


    Aber welche Sammlerobjekte werden geschaffen, die es zu Sammeln lohnt, die bahnbrechend Neu sind/waren?

    ElektroAutos oder SpaceX Modelle? :nixwiss:


    Ehrlich, ich hab keine Ahnung.


    Stefan

  • Das können wir uns noch garnicht vorstellen, vielleich sind es - aus unserer Sicht naheliegend - RaspberryPi mit individuellen Bastelleien, "frühe" Robotik-Bausätze, oder kultige Smarphones. Vielleicht auch MP3-Player. Oder Windows 10 taugliche Mini-PCs und Notebooks... Oder eben was ganz anderes. Hätte sich von euch einer in den 1980ern vorstellen gekonnt, dass ihr heute C64 sammelt?